Burkat

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Burkat (Begriffsklärung) aufgeführt.
Burkat
Burkat führt kein Wappen
Burkat (Polen)
Burkat
Burkat
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Działdowo
Gmina: Działdowo
Geographische Lage: 53° 16′ N, 20° 9′ OKoordinaten: 53° 16′ 0″ N, 20° 9′ 0″ O
Einwohner: 400
Telefonvorwahl: (+48) 23
Kfz-Kennzeichen: NDZ
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DziałdowoSzyldak
Schienenweg: Działdowo–Iława
Nächster int. Flughafen: Flughafen Warschau



Burkat [ˈburkat] (deutsch Borchersdorf, früher auch Borchertsdorf) ist eine Ortschaft der Landgemeinde Działdowo (Soldau) im Powiat Działdowski der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft liegt im ehemaligen Ostpreußen, etwa fünf Kilometer nordwestlich der Stadt Działdowo (Soldau) und 62 Kilometer südlich von Olsztyn (Allenstein).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Borchersdorf (Borchersdf.) nordwestlich von Soldau auf einer Landkarte von 1910

Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1350 als Burchardis. Im Jahr 1785 wird Borchertsdorf als ein königliches Bauerndorf mit einer Kirche und 27 Feuerstellen (Haushaltungen) bezeichnet; das zum Domänenamt Soldau gehört.[1]

Borchersdof gehörte bis 1919 zum Landkreis Neidenburg im Regierungsbezirk Königsberg der Provinz Ostpreußen des Deutschen Reichs.

Nach dem Ersten Weltkrieg hatte Borchersdorf aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors ohne Volksabstimmung an Polen abgetreten werden müssen.

Als Folge des Polenfeldzugs 1939 kam Borchersdorf an das Reichsgebiet zurück und wurde in den Landkreis Neidenburg zurückgegliedert. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Borchersdorf im Januar 1945 von der Roten Armee besetzt. Im Sommer 1945 wurde Borcherdorf zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens und ganz Westpreußen von der sowjetischen Besatzungsmacht unter polnische Verwaltung gestellt. Die Polen führten für Borchersdorf die Ortsbezeichnung Burkat ein. Soweit deutsche Bewohner nicht geflohen waren, wurden sie in der Folgezeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Borchersdorf vertrieben.

Evangelisches Kirchspiel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort war Mittelpunkt eines Kirchspiels, in dem im 18. Jahrhundert auch auf polnisch gepredigt wurde.[2] Eine neue Kirche wurde in den Jahren 1854 bis 1856 errichtet. Zum evangelischen Kirchspiel Borchersdorf gehörten bis 1945 auch die Orte Fylitz, Klenzkau, Niostoy und Skurpien.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

bus 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1816 189 [3]
1852 297 [4]
1858 319 davon 309 Evangelische und 10 Katholiken (keine Juden)[5]
1905 551 [6]
1910 575 [6]
1931 528 [7]
seit 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
2007 400 [6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I: Topographie von Ost-Preussen. Königsberg/Leipzig 1785, S. 20.
  2. Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandnen Predigern. Königsberg 1777, S. 475.
  3. Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 1: A-F, Halle 1821, S. 148, Zifer 3790.
  4. Kraatz: Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats. Berlin 1856, S. 60.
  5. Adolf Schlott: Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungsbezirks Königsberg. Hartung, Königsberg 1861, S. 175, Ziffer 11.
  6. a b c http://wiki-de.genealogy.net/Borchersdorf_(Kreis_Neidenburg)
  7. http://www.verwaltungsgeschichte.de/neidenburg.html