Cavriglia

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Cavriglia
Wappen
Cavriglia (Italien)
Cavriglia
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Arezzo (AR)
Koordinaten 43° 31′ N, 11° 29′ OKoordinaten: 43° 31′ 17″ N, 11° 29′ 11″ O
Höhe 308 m s.l.m.
Fläche 60,86 km²
Einwohner 9.576 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 157 Einw./km²
Postleitzahl 52022
Vorwahl 0575
ISTAT-Nummer 051013
Volksbezeichnung Cavrigliesi
Schutzpatron San Donato d’Arezzo (7. August)
Website Gemeinde Cavriglia
Panorama von Cavriglia
Panorama von Cavriglia

Cavriglia ist eine Gemeinde mit 9576 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) in der Provinz Arezzo in der Region Toskana in Italien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Cavriglia in der Provinz Arezzo

Die Gemeinde erstreckt sich über rund 61 km². Sie liegt etwa 35 km westlich der Provinzhauptstadt Arezzo und 35 km südöstlich der Regionalhauptstadt Florenz. Sie ist die westlichste Gemeinde der Provinz Arezzo und liegt im oberen Arnotal (Valdarno Superiore) wenige Kilometer nordöstlich des Chianti in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2 106 GG[2] Die Kirchen der Gemeinde liegen im Bistum Fiesole.

Zu den Ortsteilen zählen Castelnuovo dei Sabbioni (280 m, ca. 1000 Einwohner), Massa dei Sabbioni (351 m, ca. 150 Einwohner), Meleto Valdarno (240 m, ca. 450 Einwohner), Montegonzi (439 m, ca. 140 Einwohner), Neri (294 m, ca. 520 Einwohner), San Cipriano Valdarno-Santa Barbara (143 m, ca. 1800 Einwohner) und Vacchereccia (150 m, ca. 730 Einwohner).[3]

Die Nachbargemeinden sind Figline e Incisa Valdarno (FI), Gaiole in Chianti (SI), Greve in Chianti (FI), Montevarchi, Radda in Chianti (SI), und San Giovanni Valdarno.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde entstand 17. März 1809 unter Napoleononischer Herrschaft. Vorher waren die meisten Ortsteile eigenständig und meist mit etruskischer Herkunft.[4] Aus der Zeit der Etrusker und der Römer leiten sich auch die meisten Ortsnamen ab: Caprilius für Cavriglia oder auch Avane für die gesamte Region des oberen Arnotals, wie z. B. Castelnuovo d’Avane (heute Castelnuovo dei Sabbioni) und San Cipriano in Avane (heute San Cipriano Valdarno). Im Mittelalter (12. und 13. Jahrhundert) wurde die Gegend durch die Grafenfamiglien Conti und Ricasoli beherrscht, später von den Ubertini und den Pazzi[4] (14. Jahrhundert). Nach Einführung der sogenannten Ligen (italienisch Leghe) durch die Republik Florenz schlossen sich die meisten der Orte der Lega d’Avane an, zu deren Hauptstadt der heutige Ortsteil Montegonzi erkoren wurde. Mit den Reformen von Leopold II. wurden die Lega d’Avane 1773 der Nachbargemeinde San Giovanni Valdarno angegliedert, wo sie bis zur Gemeindegründung von Cavriglia 1809 verblieben.[4] Am 4. Juli 1944 (und zum Teil an den darauffolgenden Tagen) fand eine Vergeltungsaktion der Fallschirm-Panzer-Division 1 Hermann Göring der Wehrmacht statt, bei der mehr als 190 männliche Einwohner ihr Leben verloren. Das sogenannte Strage di Cavriglia (Blutbad von Cavriglia) fand hauptsächlich in den Ortsteilen Castelnuovo dei Sabbioni (83 Opfer) und Meleto (94 Opfer) statt.[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pieve di San Giovanni Battista in Cavriglia, Ortskern
Chiesa di Santa Maria, unterer Ortskern
Chiesa di San Donato, Borgo Vecchio di Castelnuovo dei Sabbioni
Chiesa di San Lorenzo a Casignano, Apsis
  • Pieve di San Giovanni Battista, Pieve im Ortskern, die bereits im 11. Jahrhundert erwähnt und im 18. Jahrhundert stark verändert wurde. Das Werk San Giovannino nel deserto (ca. 1500) wird Benedetto Buglioni zugeordnet.[6]
    • Museo della Pieve, Teil der Pieve San Giovanni Battista (Cappella della compagnia del Nome di Gesù). Enthält das Gemälde Circoncisione di Gesù, dem Benedetto Veli (1564–1639) zugeschrieben, sowie weitere Werke von Benedetto Buglioni.[7]
  • Chiesa di Santa Maria, Kirche im Ortskern und ehemaliges Frauenkloster der Vallombrosaner, das 1066 von Gisla Ricasoli gegründet wurde. Die Kirche wurde im 19. Jahrhundert wesentlich verändert, nur der Glockenturm verblieb unberührt. Enthält aus dem späten 16. Jahrhundert das Tafelgemälde Madonna con il Bambino tra i Santi Michele, Berta, Giovanni Gualberto e Sebastiano eines Malers der fiorentinischen Schule sowie in der Kapelle das Fresko Episodi della sua vita von Giovanni Bassan (Anfang 20. Jahrhundert).[6]
  • San Lorenzo a Casignano, Kirche in Borgo Casignano.
  • San Donato, ehemalige Kirche der Burg (Borgo Vecchio) in Castelnuovo dei Sabbioni.
  • Monumento ai Caduti, Gefallenendenkmal von Venturino Venturi im Ortsteil Castelnuovo dei Sabbioni.
  • Murales, Kunstwerk von Venturino Venturi im Ortsteil Castelnuovo dei Sabbioni.
  • Museo della Miniere e del Territorio im Ortsteil Castelnuovo dei Sabbioni, Bergbaumuseum[8]
  • San Pietro, Kirche in Massa dei Sabbioni, 1299 erwähnt.[9]
  • Santa Cristina, Kirche in Meleto Valdarno.
  • Cassero (auch Rocca oder Castello), ehemalige Burg im Ortsteil Montegonzi.[10]
  • Chiesa di San Pietro, Kirche aus dem 13. Jahrhundert in Montegonzi.[10]
  • Chiesa della Compagnia della Santissima Annunziata, Kirche in Montegonzi, die 1814 entstand.[10]
  • San Cipriano in Avane, Kirche in San Cipriano Valdarno.
  • Pieve di San Pancrazio, Pieve in San Pancrazio nahe dem Ortsteil Neri, die bereits im 11. Jahrhundert erwähnt wurde.[11]
  • Chiesa di San Salvatore, Kirche in Vacchereccia, 1299 erwähnt.[12]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Centrale termoelettrica di Santa Barbara, Thermoelektrizitätswerk im Ortsteil Santa Barbara, das heute von der Enel betrieben wird und in den 1950er Jahren entstand.[13]
  • Der Ortsteil Santa Barbara ist Namensgebend für das Mineral Santabarbarait.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Unweit des Gemeindegebietes verläuft die Autostrada A1/E 35 von Mailand nach Neapel. Nächstgelegene Anschlussstelle ist Valdarno nahe Montevarchi (etwa 10 km).
  • Der nächstgelegene Bahnhof ist die Haltestelle Montevarchi-Terranuova an der Bahnstrecke Florenz-Rom (etwa 5 km).
  • Bei Cavriglia gibt es einen kleinen Flugplatz (Aviosuperficie Valdarno) für die Allgemeine Luftfahrt.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cavriglia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 11. November 2017 (italienisch) (PDF; 330 kB)
  3. Offizielle Website des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Ortsteilen und Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Arezzo, abgerufen am 11. November 2017 (italienisch)
  4. a b c Offizielle Website der Gemeinde Cavriglia zur Geschichte des Ortes, abgerufen am 7. Januar 2010 (italienisch)
  5. Carlo Gentile: Le stragi del 1944 in provincia di Arezzo e i loro perpetratori. Köln 1998, Onlineversion bei academia.edu, abgerufen am 3. Juli 2013 (italienisch)
  6. a b I Luoghi della Fede.
  7. Offizielle Website der Gemeinde Cavriglia zum Museo della Pieve, abgerufen am 13. November 2017 (italienisch)
  8. Webseite des Museo della Miniere e del Territorio in Castelnuovo dei Sabbioni, abgerufen am 29. Juni 2013 (italienisch)
  9. Offizielle Website der Gemeinde Cavriglia zu Massa dei Sabbioni, abgerufen am 12. November 2017 (italienisch)
  10. a b c montegonzi.it: Ciò che resta a Montegonzi, abgerufen am 13. November 2017 (italienisch)
  11. Offizielle Website der Gemeinde Cavriglia zur Pieve San Pancrazio, abgerufen am 12. November 2017 (italienisch)
  12. Offizielle Website der Gemeinde Cavriglia zu Vacchereccia, abgerufen am 12. November 2017 (italienisch)
  13. web.rete.toscana.it/cultura/architettura?command=showDettaglio&codice=200030&provincia=Arezzo, Webseite der Region Toskana zur Centrale Termoelettrica Santa Barbara, abgerufen am 29. Juni 2013 (italienisch), nicht mehr abrufbar
  14. Offizielle Website der Gemeinde Cavriglia zu Muro di Cino, abgerufen am 11. November 2017 (italienisch)
  15. Offizielle Website der Gemeinde Cavriglia zu den Gemeindepartnerschaften, abgerufen am 11. November 2017 (italienisch)