Christine Brückner

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Christine Brückner (* 10. Dezember 1921 in Schmillinghausen, Hessen geborene Christa Emde; † 21. Dezember 1996 in Kassel) Pseudonyme: Christine Dupont, Christian Dupont, Dr. Christian Xadow war eine deutsche Schriftstellerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit in Schmillinghausen und Schulausbildung im Krieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christine Brückner wurde als Tochter des Pfarrers und Kirchenrats Carl Emde, Sohn des Lehrers Heinrich Emde, und seiner kränklichen Frau Clotilde, Tochter eines Ingenieurs und späteren Gas- und Wasserwerksdirektors aus Unna, in Schmillinghausen bei Arolsen geboren. Christine Brückner und ihre ältere Schwester Ursula Emde wurden protestantisch erzogen. Ihre Mutter las ihr als Kind aus den Werken des niederdeutschen Dichters Fritz Reuter vor. Zum Bestand ihrer kleinen Familienbücherei gehörten auch Werke von Thomas Mann und Eugen Roth. Ihr Großvater mütterlicherseits war mit dem Industriellen August Klönne befreundet. Ihre Kindheit verbrachte sie bis 1934 im idyllischen Schmillinghausener Fachwerkpfarrhaus nahe der Dorfkirche mit einem zugehörigen kleinen Terrassengarten mit Grotten und Farnen. Sie besuchte zunächst die Dorfschule und anschließend in Arolsen (heute Bad Arolsen) die Bathildis-Schule und das Christian-Rauch-Gymnasium. Mit ihren Eltern sprach sie hochdeutsch, jedoch mit den Dorfbewohnern platt.

1934 wurde das Pfarrhaus in Schmillinghausen von der Arolser Hilfspolizei durchsucht, man fand nichts, das ihren Vater belastete. Ihr Vater wurde jedoch als Mitglied der Bekennenden Kirche frühzeitig pensioniert. Die Familie zog nach Kassel und baute nach einiger Zeit ein Haus in der Adolfstrasse.

In ihrer Familie hat es keinen Widerstand, aber auch keine Mitläufer gegeben, man stand beiseite, wie die Autorin in einem ihrer autobiografischen Texte schreibt. Christine Brückner legte 1937 die Mittlere Reife am Oberlyzeum für Mädchen (spätere Jacob Grimm Schule) in Kassel ab. Als literarisch interessierte Schülerin besuchte sie Dichterlesungen von Hans Carossa, Ina Seidel, Werner Bergengruen und Rudolf Alexander Schröder und schrieb zur Abschiedsfeier am Oberlyzeum ein Theaterstück. Anschließend leistete sie das Pflichtjahr für deutsche Mädchen in einem kinderreichen Haushalt ab. Von 1939 bis 1942 wurde sie u. a. im Wehrkommando IX in Kassel als besonders beauftragte Person dienstverpflichtet. 1940 verstarb ihr Vater Carl Emde. Beim Luftangriff auf Kassel am 22. Oktober 1943 verlor sie ihr Elternhaus und ihre beste Schulfreundin und flüchtete daraufhin mit ihrer Mutter Clotilde zu deren Bruder Wilhelm Schulze nach Zuchow in Pommern, um sich von den Kriegsereignissen zu erholen.

Christine Brückner schrieb hierzu verzweifelt:

„Mit dem Abitur wurde es wieder nichts! Ein Luftangriff zerstörete mein Elternhaus, die Schule, die ganze Stadt.“

– Aus: Friedrich W. Block (Hrsg.): Christine Brückner Ständiger Wohnsitz – Kasseler Notizen, Ullstein Buchverlag GmbH, Berlin 1996, 3. Auflage

In Pommern erhielt sie nachhaltige Anregungen zu ihrem ersten Roman „Jauche und Levkojen“ der Poenichen Trilogie.

Christine Brückner wurde dann als Zweitköchin in einem Kurort im Vogelsberg einer ausgebombten Schule aus Wilhelmshaven im Krieg eingesetzt und legte das Externen-Abitur 1944 in Fulda ab. Bis Kriegsende war sie als Buchhalterin bei den Siebel-Flugzeugwerken in Halle dienstverpflichtet. Diese einschneidenden Erlebnisse von Flucht, Trauer und Verlust prägte ihren folgenden schriftstellerischen Weg nachhaltig.

Studium und erster schriftstellerischer Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1944 lernte sie den kriegsversehrten Industriegestalter Werner Brückner (1920–1977) in einem Hallenser Lazarett kennen, den sie am 28. August 1948, Goethes Geburtstag, in der Dorfkirche von Schmillingshausen heiratete. Von 1945 bis 1946 wurde sie zur Diplombibliothekarin mit Examen in Stuttgart ausgebildet, übte diesen Beruf jedoch nie aus.

Christine Brückner studierte von 1947 Volkswirtschaft, Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Psychologie als Studium generale an der Philipps-Universität Marburg in Marburg und leitete dort zwei Semester lang die „Mensa Academica“. 1949 nahm sie an einer Studienexkursion der kunstgeschichtlichen Studenten nach Frankreich teil.

Ihre Schriftstellerinnenlaufbahn begann mit einer Anekdote über das Bild „Frau am Fenster“ von Giovanni Bellini, die in einer Zeitschrift veröffentlicht wurde und auf die der Marburger Kunsthistoriker Richard Hamann aufmerksam wurde. Bei seinem Sohn Richard Hamann-MacLean war sie dann während des Studiums als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Kunstinstitut (Bildarchiv Foto Marburg) angestellt worden. Nach Wegfall der Stelle arbeitete sie dort bis 1953 ehrenamtlich weiter.

Als junge Schriftstellerin schickte sie Walter Höllerer und Hans Bender Erzählungen für die Literaturzeitschrift Akzente, die jedoch nicht veröffentlicht wurden. Sie las in dieser Zeit die großen Erzähler William Faulkner, Thomas Wolfe, André Gide, Hermann Hesse und Alfred Döblin und war besonders beeindruckt von dem Alterswerk der Schriftstellerin Ricarda Huch. 1951 schrieb sie als Redakteurin für die Zeitschrift Frauenwelt in Nürnberg. In Nürnberg-Erlenstegen bewohnte sie für neun Monate ein kleines möbliertes Zimmer. In dieser Zeit wurde sie dem Kölner Maler Helmut Lang vorgestellt. Sie kündigte die Stelle und ließ sich anschließend ihre kranken Füße in einer Orthopädischen Klinik in Marburg operieren. 1952 bis 1958 lebte sie mit ihrem Ehemann Werner Brückner in Krefeld und anschließend in Düsseldorf. 1952 reiste sie erstmals nach Rom und besuchte u.a. den Protestantischen Friedhof in Rom. 1955 machte das Ehepaar Brückner mit einem befreundeten Ehepaar Urlaub auf der Insel Elba. Es entwickelte sich bei Christine Brückner eine lebenslange Vorliebe für Inseln.

1953 reichte sie anonym in einer schwarzen Kladde das Romanmanuskript „Ehe die Spuren verwehen“ bei einem vom Bertelsmann Verlag ausgelobten Literaturwettbewerb ein und gewann diesen. Unter den Juroren war u.a. Hans Weigel. Der erste unter dem Künstlernamen Christine Brückner veröffentlichte Roman „Ehe die Spuren verwehen“ erschien 1954 und wurde ein großer kommerzieller Erfolg, der es Christine Brückner ermöglichte mit nun 32 Jahren als freie Schriftstellerin zu leben. Zuvor hatte sie 13 Berufe ausgeübt. Von dem Preisgeld erwarb Christine Brückner ein Auto und ein Haus in Düsseldorf. Friedrich Sieburg urteilte über dieses Buch:„ Eine glückliche Entdeckung und ein würdiges Werk “. Siegfried Lenz schrieb über „Ehe die Spuren verwehen“:„ Ein faszinierendes Unternehmen“. 1954 traf die junge erfolgreiche Schriftstellerin zum ersten Mal in Bad Godesberg den Schriftsteller Otto Heinrich Kühner bei der Tagung „Junge Deutsche Autoren“, an der u.a. auch Heinrich Böll und Ilse Aichinger teilnahmen. Es entstand ein reger Briefwechsel und sie trafen sich unregelmäßig. 1958 reiste Christine Brückner zum ersten Mal nach Griechenland und besuchte u.a. Sparta und Patmos. Die Ehe Brückner wurde freundschaftlich im beiderseitigen Einvernehmen 1958 aufgehoben. Unter dem Pseudonym „Christine Dupont“ veröffentlichte sie 1959 den Roman „Dein Lächeln Nicole“, der auf ein Manuskript aus dem Jahr 1953 zurückgeht – „vom Verlag entstellt“, wie es in einer handschriftlichen Notiz Christine Brückners heißt. Auch veröffentlichte sie unter dem Namen „Christian Dupont“ einige Erzählungen. 1959 starb in Düsseldorf Christine Brückners Mutter Clotilde.

Wieder in Kassel – Bildung des Autorenverbands Brückner-Kühner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1960 wurde Christine Brückner dauerhaft sesshaft in Kassel. Zunächst lebte sie mit ihrer älteren Schwester in der Heckerstrasse. Bei Otto Kurth war sie 1961 Regieassistentin für zwei Spielzeiten am Schauspielhaus des Staatstheater Kassel. 1961 reiste sie nach Ischia und 1964 mit der Germanistin Sigrid Bauschinger für vier Monate durch 25 Staaten der USA. Sie besuchte u.a. in New York eine Vincent-van-Gogh-Ausstellung im Solomon R. Guggenheim Museum, Thomas Manns Villa in Pacific Palisades und das Hemingway Memorial an der Trail Creek Road bei Sun Valley in Idaho.

1965 erwarb sie ein kleines Reihenhaus in der Hans Böckler Straße im Kasseler Stadtteil Auefeld. 1967 ging sie die zweite Ehe mit dem Schriftsteller Otto Heinrich Kühner ein. Kirchlich wurden sie in der Dorfkirche von Mengeringhausen getraut. Die Hochzeitsfeier fand im Kasseler Schloss Schönfeld statt. Sie bildeten in Kassel einen, wie sie es nannten, "Autorenverband", der auch mehrere gemeinsame Werke verfasste und herausgab. Bildvorlagen von Gemälden Otto Heinrich Kühners gestalteten die viele Einbände, vor allem der Taschenbücher Christine Brückners. Als erfahrener Lektor redigiert Otto Heinrich Kühner die Manuskripte seiner Frau, bevor sie zum Verlag gingen. 1967 reiste das Ehepaar Brückner-Kühner nach Ägina und Juist und 1972 nach Rom.

Auf dem Weg zu einer gemeinsamen Autorenlesung in Königsfeld im Hochschwarzwald überlebte Christine Brückner am 21. März 1972 schwer verletzt einen Autounfall auf der Bundesstraße 33 im Hochschwarzwald und fuhr seitdem selbst kein Auto mehr. Sie erholte sich bei einer anschließenden Kur in Bad Wildbad. 1975 begann Christine Brückner mit dem Roman „Jauche und Levkojen“ die in die Literaturgeschichte eingegangene, erfolgreiche „Poenichen-Trilogie“. Es folgten in der Poenichen-Trilogie die Fortsetzungsromane „Nirgendwo ist Poenichen“ 1977 und 1985 „Die Quints“.

1978 verbrachte das Ehepaar Brückner-Kühner einen Urlaub in Hvar und besuchte den Renaissance Palast des Universalgelehrten Petar Hektorović in Stari Grad.

Als Stipendiantin der Agnes-Straub-Stiftung in Gries im Pinzgau bewohnte sie einen Flügel vom Herrenhaus Imshausen bei Bebra.

Christine Brückner wurde 1979 in den Beirat zur Förderung zeitgenössischer deutschsprachiger Schriftsteller des Bertelsmann-Verlags berufen. Dessen Sitzungen wurden viermal im Jahr mit u.a. mit Hans Arnold, Thilo Koch, Rolf Hochhuth, Walther Schmieding und Dieter E. Zimmer in Hamburg abgehalten.

1980 wurde Christine Brückner für den plötzlich verstorbenen Kulturjournalisten Walther Schmieding in das deutsche PEN-Zentrum gewählt. Von 1980 bis 1984 war sie Vize-Präsidentin des deutschen PEN-Zentrums und setzte sich für deren Bewegung Writers in Prison ein. 1980 verbringen das Ehepaar Brückner-Kühner einen Urlaub in Rijeka bei Split. Christine Brückner las in dieser Zeit Gustave Flauberts „Die Erziehung des Herzens“.

Der ihre Bücher verlegende Ullstein-Verlag schenkte Christine Brückner zum 60. Geburtstag in Anerkennung ihres schriftstellerischen Schaffens 1981 Max Klingers Plastik Salome.

Mit den Theatermonologen„Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen“ von 1983 hatte Christine Brückner wieder großen literarischen Erfolg.

Viera Janárceková vertonte 1989 eine der Reden in dem Vokalwerk „Donna Laura“. 1992 komponierte Siegfried Matthus die Oper „Desdemona und ihre Schwestern“ nach Motiven von Christine Brückner.

Christine Brückner lernte 1984 die Benediktinerinnen- Arbeit in Kloster Herstelle an der Weser kennen. Sie lebte dort zwei Wochen lang nach den Regeln des Heiligen Benedikt.

1984 erkrankte Otto Heinrich Kühner schwer, und es folgten mehrere Operationen.

Die letzten Jahre in Kassel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1995 wurde Otto Heinrich Kühner pflegebedürftig und Christine Brückner nahm sich kein neues Roman-Projekt mehr vor. Die Ehrenbürgerin der Stadt Kassel verstarb in ihrem Kasseler Reihenhaus nur wenige Wochen nach ihrem Mann Otto Heinrich Kühner.

Das Schriftstellerpaar wurde gemeinsam nach dem Willen von Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner auf dem unweit ihres Geburtshauses liegenden Dorffriedhof in Schmillinghausen in einem Ehrengrab der Stadt Kassel beigesetzt.

Am zweiten Todestag von Christine Brückner stellte die Stiftung Brückner-Kühner und der Bürgermeister der Stadt Kassel Georg Lewandowski das neu hergerichtete Grab vor. Im Sinne des Dichterehepaars mit schlichter Bepflanzung und mit den elterlichen und großelterlichen Gräbern mit Efeu verbunden. Die bildhauerisch bearbeiteten Grabsteinstelen stammen vom Grundstück der Schmillingshausener Dorfkirche. Bearbeitet und mit Inschriften versehen wurden die Grabsteinstelen von dem Rotenburg Bildhauer Paul Martin Jähde.

Georg Lewandowski über die Grabstätte:

„Ein Ort, an dem jeder Besucher zu dem finden kann, was für die beiden grundlegend war: Urvertrauen, Gottvertrauen, Frieden.“

– Aus:Rede am Dichtergrab Brückner-Kühner veröffentlicht in der H.N.A. am 19. Oktober 1998
Ehrengrab der Stadt Kassel auf dem Friedhof in Schmillinghausen

Literaturfreunde legen auf dem Grabsteinstelen nach jüdischem Brauch graue Steine aus ihrer Heimat beim Besuch der Dichtergrabstätte ab.

Stiftung Brückner-Kühner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Otto Heinrich Kühner gründete Christine Brückner 1984 die Stiftung Brückner-Kühner, die seit 1985 den Kasseler Literaturpreis für grotesken Humor vergibt. Die Stiftung wirkt heute als Zentrum für komische Literatur, avancierte Dichtkunst und als Ort der Erinnerung an Christine Brückner und ihren zweiten Ehemann. Das Dichterhaus Brückner-Kühner ist nach dem Tod der Schriftsteller in seinem ursprünglichen Zustand belassen worden. Es ist nunmehr Sitz der Stiftung Brückner-Kühner und ein öffentlich zugängliches hessisches Literaturmuseum (siehe unten den Link zur Homepage der Stiftung). Den Nachlass verwaltet der Germanist Friedrich W. Block.

Hauptwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christine Brückner gehörte zu den erfolgreichsten deutschen Schriftstellerinnen. Zahlreiche ihrer Bücher erzielten Millionenauflagen.

Sinnstiftung, Moral, Schuld und auch Trost in der – auch unterhaltsamen – Behandlung elementarer menschlicher Themen insbesondere aus der Autorenperspektive sind Brückners zentrale Anliegen. Diese gründen im protestantischen Weltbild der Autorin. Gleich der erste Roman Ehe die Spuren verwehen, erschienen in Gütersloh 1954, wurde ein großer Erfolg, der Christine Brückner in den folgenden Jahren die Existenz einer freien Schriftstellerin ermöglichte. Das Manuskript gewann einen vom Bertelsmann Verlag ausgelobten Wettbewerb und erzielte bereits im ersten Jahr eine Auflage von 376.000. Der Bestseller wurde in mehrere Sprachen übersetzt. Erzählt wird die Bewältigung der Lebenskrise eines Mannes, der ohne eigenes Verschulden in den Unfalltod einer jungen Frau verwickelt wird.

Danach veröffentlichte Brückner eine Reihe weiterer Romane, die aus der Perspektive der Frau vorwiegend Probleme von Liebe, Ehe und Partnerschaft thematisieren und Möglichkeiten der weiblichen Selbstverwirklichung durchspielen.

1975 erschien ihr ebenfalls sehr erfolgreicher Roman Jauche und Levkojen, der mit seinen Fortsetzungen Nirgendwo ist Poenichen und Die Quints zur Poenichen-Trilogie gehört. Auf annähernd 1000 Seiten wird in einem deutlich an Theodor Fontane geschulten Stil die Lebensgeschichte der Romanfigur „Maximiliane von Quindt“ erzählt, die 1918 als Enkelin eines landadligen Gutsbesitzers in Hinterpommern zur Welt kam. Im Rückgriff auf bekannte Erzählschemata werden Geschichte und Leistung der Frauengeneration gestaltet, die den Krieg, Vertreibung und Wiederaufbau erlebten.

Die Monologe Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen (Hamburg 1983)[1] erzielten auch hohe Auflagen und erfuhren Übersetzungen in zahlreiche Sprachen. Die Monologe begründeten auch Brückners Erfolg als Theaterautorin und gehörten zu den meistgespielten zeitgenössischen Theaterstücken. In ernstem bis heiterem Ton sprechen sich hier historische und fiktive Frauengestalten der abendländischen Geschichte – von Klytämnestra über Christiane von Goethe bis Gudrun Ensslin – einmal richtig aus. Die Buchausgabe wurde von dem Grafiker Horst Janssen illustriert.

Neben ihrem Erzählwerk veröffentlichte die Autorin auch autobiografische Aufzeichnungen wie „Mein schwarzes Sofa“, „Hat der Mensch Wurzeln?“ und „Die Stunde des Rebhuhns“ sowie Hörspiele und Kinderbücher. Ihre zahlreichen Reisen fließen autobiographisch in viele Werke der Schriftstellerin ein.

Im Ullstein-Verlag ist eine 20-bändige Werkausgabe erschienen. 2005 las Eva Mattes „Jauche und Levkojen“ und 2007 die gesamte Poenichen-Tiologie für Hörbuchveröffentlichungen.

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1977 und 1978 wurden Jauche und Levkojen und Nirgendwo ist Poenichen jeweils als Mehrteiler für das Fernsehen verfilmt. Die Hauptdarsteller waren u. a. Ulrike Bliefert, Arno Assmann und Edda Seippel.

Christine Brückner verfolgte die Dreharbeiten zu Jauche und Levkojen auf Gut Sierhagen der Plessens aus Schleßwig Holstein. Christine Brückner verfolgte die Selbstmordszene der alten Quints am Set. Der Filmschauspieler Arno Assman, der den alten Quint darstellte, erschoss sich 1979 wie die Filmfigur.

Auszeichnungen und Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzählungen und Romane[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehe die Spuren verwehen. 1954
  • Katharina und der Zaungast. 1957
  • Dein Lächeln Nicole. 1959 (Christine Dupont)
  • Ein Frühling im Tessin. 1960
  • Die Zeit danach. 1961
  • Bella Vista und andere Erzählungen. 1963
  • Letztes Jahr auf Ischia. Ullstein, Frankfurt / Berlin / Wien 1964, ISBN 3-548-02734-2.
  • Der Kokon. 1966
  • Das glückliche Buch der a.p.. Ullstein, Frankfurt am Main / Berlin / Wien 1970, ISBN 3-548-03070-X.
  • Wie Sommer und Winter. Ensslin & Laiblin, Reutlingen 1971.
    • neuer Titel: Komm wieder, Catarina. Ensslin & Laiblin, Reutlingen 1980; Neuausgabe Ullstein 1989; auch als Ullstein-Taschenbuch Ullstein, ISBN 3-548-03010-6.
  • Überlebensgeschichten. Ullstein, Frankfurt am Main / Berlin / Wien 1973, ISBN 3-548-03461-6.
  • Whisky Haut Serum (Dr. Christian Xadow)
  • Jauche und Levkojen. 1975.
  • Die Mädchen aus meiner Klasse. 1975
  • Nirgendwo ist Poenichen. 1977
  • Was ist schon ein Jahr. Frühe Erzählungen. 1984
  • Das eine sein, das andere lieben. 1981
  • Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen Illustriert von Horst Janssen, Hoffmann und Campe, Hamburg 1983, ISBN 3-455-00366-4; als Taschenbuchausgabe: Ullstein, Berlin 2013, ISBN 978-3-548-28638-9
  • Die Quints. 1985
  • Die letzte Strophe. 1989
  • Früher oder später. 1994

Kinder- und Jugendbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexander der Kleine. Eine heitere Erzählung. 1966
  • A brother for Momoko.. The Bodley Head, London 1970 (dt.: Ein Bruder für Momoko, 1977, mit Bildern von Chihiro Iwasaki)
  • Wie Sommer und Winter. 1971
  • Momoko und der Vogel. 1972 (mit Bildern von Chihiro Iwasaki)
  • Momokos Geburtstag. 1973 (mit Bildern von Chihiro Iwasaki)
  • Momoko und Chibi. 1974 (mit Bildern von Chihiro Iwasaki)
  • Die Weltreise der Ameise. 1974
  • Momoko ist krank. 1979 (mit Bildern von Chihiro Iwasaki)
  • Mal mir ein Haus. (mit Otto Heinrich Kühner, illustriert von Helmut Lang), 1980

Herausgebertätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Botschaften der Liebe in deutschen Gedichten des 20. Jahrhunderts. 1960.
  • An mein Kind. Deutsche Gedichte des 20. Jahrhunderts. 1962
  • Juist. Ein Lesebuch. 1984
  • Lesezeit. Eine persönliche Anthologie. 1986

Sonstige Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kleine Spiele für große Leute. (illustriert von Bele Bachem), 1957
  • Erfahren und erwandert. (mit Otto Heinrich Kühner), 1979
  • Mein schwarzes Sofa. Aufzeichnungen. Ullstein Verlag, Frankfurt am Main/Berlin/Wien 1981, ISBN 3-548-20500-3.
  • Wenn du geredet hättest, Desdemona. Ungehaltene Reden ungehaltener Frauen. 1983
  • Lachen um nicht zu weinen. Ein Lesebuch. 1984
  • Deine Bilder. Meine Worte. (mit Otto Heinrich Kühner), 1986
  • Hat der Mensch Wurzeln? Autobiographische Texte. hrsg. v. Gunther Tietz, 1988
  • Die Stunde des Rebhuhns. Aufzeichnungen. 1991
  • Lieber alter Freund. Briefe. 1992
  • Weitere ungehaltene Reden. 1995
  • Unterwegs. Reisen in nicht allzu ferne Länder. 1995
  • Ständiger Wohnsitz. Kasseler Notizen. hrsg. u. mit einem Nachwort vers. v. Friedrich W. Block, 1998
  • Ich will Dich den Sommer lehren. Briefe aus vierzig Jahren. (mit Otto Heinrich Kühner), hrsg. u. mit einem Vorwort vers. v. Friedrich W. Block, 2003

Werkausgabe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ullstein-Verlag erschien die 20-bändige Werkausgabe, darin neu:

  • Werk und Leben. Mit Beiträgen von Walter Pape, Gunther Tietz, Otto Heinrich Kühner und Sigrid Bauschinger. 1994
  • Die Bürgerinnen von Calais. Schauspiele, Hörspiele. hrsg. u. mit einem Nachwort vers. v. Walter Hinck, 1997
  • Briefe von c.b. An Verleger, Freunde und Leser. hrsg. u. mit einem Nachwort vers. v. Anselm Maler, 1999

Vertonungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Viera Janárceková:„Donna Laura“, Dramatische Szene, 1989
  • Siegfried Matthus: „Desdemona und ihre Schwestern“, 1992

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gunther Tietz (Hrsg.): Über Christine Brückner. Aufsätze, Rezensionen, Interviews. 2. Auflage. Ullstein 1990, Frankfurt am Main u.a., ISBN 3-548-22173-4. (= Ullstein-Buch; 22173)
  • Margaritha Jacobaeus: "Zum Lesen empfohlen". Lesarten zu Christine Brückners Poenichen-Trilogie. Eine rezeptionsästhetische Studie. Almqvist u. Wiksell Internat., Stockholm 1995, ISBN 91-22-01671-6. (= Stockholmer germanistische Forschungen; 51)
  • Karin Müller: "Das Leben hält sich oft eng an die Literatur". Die Archetypen in den Poenichen-Romanen Christine Brückners. Galda u. Wilch, Glienicke/Berlin u.a. 2000, ISBN 3-931397-26-2.
  • Elwira Pachura: Polen - die verlorene Heimat. Zur Heimatproblematik bei Horst Bienek, Leonie Ossowski, Christa Wolf, Christine Brückner. Ibidem-Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-89821-205-X.
  • Pawel Zimniak: Die verlorene Zeit im verlorenen Reich. Christine Brückners Familiensaga und Leonie Ossowskis Familienchronik. Wydaw. Wy·zszej Szkoly Pedagog., Zielona Góra 1996, ISBN 83-86832-13-4.
  • Friedrich W. Block (Hrsg.): Christine Brückner und Otto Heinrich Kühner. „Der einzige funktionierende Autorenverband“. euregioverlag, Kassel 2007, ISBN 978-3-933617-31-6.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christine Brückner: Wenn du geredet hättest, Desdemona. Hoffmann & Campe Verlag, Hamburg 1983.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]