Cyrus Rahbar

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Cyrus Rahbar (* 8. Juni 1971 in Damme, Niedersachsen) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rahbar wurde als Sohn einer deutschen Mutter und eines persischen Vaters geboren. Er wuchs in Wuppertal auf, wo sein Vater sich als Arzt niedergelassen hatte. Früh interessierte er sich fürs Theater und begann seine ersten Schritte in der Freien Theaterszene Wuppertals. Er spielte unter anderem beim Kinder- und Jugendtheater Wuppertal (1987–1990), beim Jungen Podium Wuppertal (1990/1991) und bei der Neuen Wuppertaler Theatergruppe (1993/1994); dort übernahm er die Titelrolle in dem Theaterstück Roberto Zucco von Bernard-Marie Koltès.

In der Zeit nach seinem Abitur war er auch als Performancekünstler unterwegs und widmete sich der Bildenden Kunst. Zudem absolvierte er ein Praktikum als Maskenbildner an den Wuppertaler Bühnen und arbeitete daraufhin als Maskenbildner an der Wuppertaler Oper (1991/1992). Außerdem besuchte er von 1991 bis 1994 die Wuppertaler Werkstatt e.V. und wurde in Ballett, Modern Dance und Steptanz unterrichtet.

Von 1992 bis 1995 studierte Rahbar zunächst Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie an der Bergischen Universität Wuppertal; dort übernahm er 1993, für mehrere Monate, auch die Leitung der studentischen Theatergruppe; er brach dieses Studium jedoch schließlich ab, um sich ganz der Schauspielerei zu widmen.

Schauspielkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der „Freiburger Schauspielschule in E-Werk“ absolvierte er von 1995 bis 1999 eine Ausbildung zum Schauspieler. Diese beendete er 1999 mit dem Abschluss als Schauspieler mit Bühnenreife und Aufnahme in die ZAV-Künstlervermittlung (damals ZBF). Parallel zu seiner Ausbildung trat er in Freiburg bereits an den Kammerspielen im E-Werk auf, wo er mehrere Hauptrollen übernahm. Er spielte dort unter anderem den schüchtern, jungen Burschen Florindo in der Komödie Der Lügner von Carlo Goldoni und Tom Wingfield in dem Theaterstück Die Glasmenagerie.

Sein erstes Engagement hatte er in der Spielzeit 1998/99 am Stadttheater Baden-Baden. Daraufhin folgten Festengagements an der Landesbühne Sachsen-Anhalt in Eisleben (1999–2001) und am Theater Heidelberg (2002–2004).

In der Spielzeit 1999/00 spielte er am Theater Eisleben den Macho Lucky in dem Theaterstück Eins auf die Fresse von Rainer Hachfeld; außerdem trat er dort in der Spielzeit 1999/00 als Pfarrer in einer Bühnenfassung des Romans Effi Briest auf. Rahbar übernahm, neben den klassischen Theaterrollen, häufig auch Rollen in Märchen sowie im Kinder- und Jugendtheater. Er spielte unter anderem den Müller Jakob in Rumpelstilzchen, den Prinzen in Aschenputtel, Klein Klipp in Ronja Räubertochter (alle Theater Eisleben), Lyschko in Krabat, Slightly in Peter Pan und den Wachtmeister in Pinocchio (alle Theater Heidelberg). 2004 übernahm er am Theater Heidelberg die Sprechrolle des Samiel (Satan) in der Oper Der Freischütz.

Seit 2004 ist Cyrus Rahbar als freischaffender Schauspieler tätig und gastiert an Bühnen im deutschsprachigen Raum. Er hatte Gastengagements unter anderem am Theater am Puls in Schwetzingen (2004, als Sekretär Wurm in Kabale und Liebe), am Theater Comédie Soleil in Potsdam (2005, als Gerichtsvollzieher Monsieur Loyal in Tartuffe), am Theater Halle 7 in München (Spielzeit 2005/06), am Zimmertheater Rottweil (2006, als Athos in Die drei Musketiere), beim Schauspiel im Denkmal in Koblenz (2007, als Josef Stürmer in Das Mietshaus – 1923, uraufgeführt auf dem Rathausplatz in Remagen), an der Städtischen Bühne Lahnstein (2008, Burgfestspiele Lahnstein als Don Guzman di Stibizia in Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit), am Harzer Bergtheater in Thale (2009, als Faust in Faust-Saga), beim Sommertheater am Alex (2009, Klosterruine Berlin, als Trigorin in Die Möwe[1]) und an der Komödie am Altstadtmarkt in Braunschweig (Spielzeit 2009/10, als Räuberhauptmann Rinaldo in Das Wirtshaus im Spessart).

2010 trat Rahbar bei den Burgfestspielen Bad Vilbel auf. Er spielte den Bastard Hermann in Schillers Schauspiel Die Räuber und den Postbeamten Rudi in der Uraufführung der Komödie Kalender-Boys[2][3][4] von Kay Kruppa und Frank Pinkus. 2011 gastierte er bei den Altzenauer Burgfestspielen als Artus in der Uraufführung des Theaterstücks Artus und die Ritter der Tafelrunde. Am Theater der Brotfabrik Berlin spielte er 2012 den Hermann Braun, die männliche Titelrolle, in einer Bühnenfassung des Fassbinder-Films Die Ehe der Maria Braun. Am theater marameo in Magdeburg spielte er im Juni/Juli 2012 den Drachentöter Lanzelot in der Freilichtproduktion Der Drache von Jewgeni Schwarz. Im Sommer 2013 war er am Theater FACT in Leipzig als Jude Shylock in der Sommerproduktion Der Kaufmann von Venedig zu sehen. Für das Weihnachtsmärchen Ein Schaf fürs Leben war er im Winter 2013/2014 als Wolf im Theater der TUFA in Trier engagiert. Beim NiederrheinTheater Brüggen spielte er im Sommer 2014 den Dottore in Carlo Goldonis Komödie Der Diener zweier Herren. Im Winter 2014 gastierte er in der Trierer Tuchfabrik als Baron Lefuet in dem Jugendstück Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen.[5] Im Sommer 2015 spielte er bei den Schlossfestspielen Ribbeck die Rolle Graf Johann von Strack im Stück Amadeus.[6] Im Winter 2015 gastierte er am Ohnsorg Theater in Hamburg im Weihnachtsstück Das tapfere Schneiderlein. Als Vater Anton in Michel aus Lönneberga war er im Sommer 2016 auf der Freilichtbühne der Zitadelle Spandau in Berlin zu sehen.[7] Im Frühjahr 2017 verkörperte er den Barry aus dem Stück Ladies Night - Ganz oder gar nicht an der Volksbühne Michendorf; im Sommer 2017 spielt er diese Rolle bei den Altmühlsee-Festspielen in Muhr am See.[8][9] Im Herbst 2017 verkörperte er den Michael in Ekel Alfred – ein Herz und eine Seele an der Volksbühne Michendorf.[10] Im Januar 2018 spielte er bei der freien Theaterproduktion „PIFF!PAFF!“ im Theaterforum Kreuzberg in der Gesellschaftskomödie Der Floh im Ohr von Georges Feydeau unter der Regie von Thomas Donndorf den Doktor Finache.[11] Im Frühjahr 2018 verkörperte er den Major von Crampas in einer Theaterfassung des Romans Effi Briest von Theodor Fontane im Capitol Zeitz und im Neuen Theater Zeitz.[12] In Kassel spielte er Ende 2018 im Weihnachtsstück Pettersson, Findus und der Hahn im Korb den Petterson am Theater im Centrum.[13]

Cyrus Rahbar arbeitete bisher u. a. mit den Theaterregisseuren Martin Nimz, Annette Büschelberger, Robin Telfer, Mario Andersen, Tonio Kleinknecht, Klaus-Dieter Köhler, Hans Thoenies, Harald Demmer, Florian Burg, Alexander Ourth, Frank Grupe, Thomas Donndorf, Annekatrin Schuch-Greiff und Lars Linnhoff zusammen.

Rahbar übernahm auch einige Filmrollen, hauptsächlich in Kurzfilmen. Schwerpunkt seiner Tätigkeit als Schauspieler ist jedoch die Theaterarbeit. Rahbar ist außerdem als Sprecher für Hörspiele und Hörbücher, sowie als Rezitator tätig.

Von 2007 bis 2009 war er zudem Mitglied und stellvertretender Leiter des 2007 gegründeten Berliner Jazz- und Gospelchores The Melodettes.

Rahbar lebt in Berlin.[1]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1995: Hitchhiker (Kinofilm)
  • 2000: Der wirklich letzte Junggeselle (Kinofilm)
  • 2000: Sommer 2000 (Kinofilm)
  • 2001: Streit um drei (Serie)
  • 2001: Der Flügelschlag des Schmetterlings (Kurzfilm)
  • 2004: Wir oder die Anderen (Kurzfilm)
  • 2006: Felicitas (Kurzfilm)
  • 2007: Coriolis (Kurzfilm)
  • 2008: Piece of my heart (Kurzfilm)
  • 2008: Der Fischer vom Rheinfall (Kurzfilm)
  • 2009: Immer Ärger mit Allah (Kurzfilm)
  • 2009: Klamotten (Kurzfilm)
  • 2010: Der letzte Atemzug (Kurzfilm)
  • 2012: Der Blaue Engel (Kurzfilm)
  • 2012: Auf’s Gramm genau (Kurzfilm)
  • 2012: Bittere Früchte (Kurzfilm)
  • 2013: So ein Tag (Kurzfilm)
  • 2013: Galileo Spezial (als Leonardo da Vinci)
  • 2014: Everybody dies someday (Kurzfilm-Western)
  • 2014: Desire (Kurzfilm)
  • 2015: Das Verhör (Kurzfilm)
  • 2015: Metadating: Paartherapie (Kurzfilm)
  • 2015: Ich werde da sein, auch im Dunkeln (Kurzfilm)
  • 2015: Muse (Kurzfilm)
  • 2015: Die schönsten Liebesszenen aller Zeiten (Kurzfilm)
  • 2015: Trip (Langfilm)
  • 2015: Echo (Eho) (Kinofilm)
  • 2015: Drei nach Grimm (Kurzfilm)
  • 2016: Lola wants to see the sea (Kurzfilm)
  • 2016: Agim (Kurzfilm)
  • 2016: Kora (Kinofilm)
  • 2017: Night Patrol (Horror-Kurzfilm)
  • 2018: Der Mönch und die Finsternis (Kurzfilm)
  • 2018: Alles Gute Tony? (Kurzfilm)
  • 2018: Etiology (Mittellangfilm)
  • 2018: Ugly Utopia (Kurzfilm)
  • 2019: Kaiser (Hochschulabschlußfilm)
  • 2019: Gegen den Strom (Kurzfilm)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Cyrus Rahbar (Memento des Originals vom 21. Juni 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.klosterruinetheater.de (Vita; 2009 → Die Möwe → Schauspieler), Sommertheater am Alex
  2. Kalender Boys (Memento des Originals vom 21. Januar 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kulturfreak.de Besetzung, Produktionsdetails und Foto (mit Cyrus Rahbar), Burgfestspiele Bad Vilbel 2010
  3. Feuerwehr ist abgebrannt. Kritik in: Frankfurter Rundschau vom 12. Juli 2010
  4. Teilchen-Physis Kritik in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11. Juli 2010
  5. Spannend, aktuell, aber etwas sperrig. Aufführungskritik in: Trierischer Volksfreund vom 15. Dezember 2014
  6. Amadeus. Ensemble. Abgerufen am 29. Dezember 2015
  7. Michels Streiche gefallen jedem: Lindgren-Stück an der Zitadelle. Kritik. In. Berliner Wochenblatt vom 14. August 2016. Abgerufen am 19. Juli 2017
  8. Volksbühne Michendorf präsentiert: „Ladies Night“: Männerstrip in Michendorf. Kritik. In. Märkische Allgemeine vom 5. Mai 2017. Abgerufen am 19. Juli 2017
  9. Lauter Nackedeis bei der Ladies Night@1@2Vorlage:Toter Link/www.nordbayern.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. Vorbericht. In: Weißenburger Tagblatt vom 17. Juli 2017. Abgerufen am 19. Juli 2017
  10. Ekel Alfred – Ein Herz und eine Seele wieder ab dem 6. Oktober 2017. Abgerufen am 11. Januar 2018
  11. PIFF! PAFF! Floh im Ohr!. Abgerufen am 11. Januar 2018
  12. Premiere „Effi Briest“ am 21. April im Capitol Zeitz / Zweite Vorstellung am 4. Mai im Neuen Theater Zeitz (Memento des Originals vom 23. April 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.neuestheaterzeitz.de. Offizielle Internetpräsenz. Neues Theater Zeitz. Abgerufen am 23. April 2018.
  13. Pettersson, Findus und der Hahn im Korb. Produktionsdetails und Besetzung. Offizielle Internetpräsenz theater im centrum. Abgerufen am 29. November 2018.