Dave Cameron

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
KanadaKanada Dave Cameron Eishockeyspieler
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 29. Juli 1958
Geburtsort Charlottetown, Prince Edward Island, Kanada
Größe 184 cm
Gewicht 84 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Center
Schusshand Links
Draftbezogene Informationen
NHL Amateur Draft 1978, 8. Runde, 135. Position
New York Islanders
Karrierestationen
1976–1979 University of Prince Edward Island
1979 Fort Wayne Komets
1979–1981 Indianapolis Checkers
1981–1982 Colorado Rockies
Fort Worth Texans
1982–1984 New Jersey Devils
Wichita Wind
1984 Maine Mariners
1984–1985 Moncton Golden Flames
1985–1987 Charlottetown Islanders[1]
1987–1989 Summerside Western Capitals
1989–1990 Fredericton Alpines
1990–1991 Charlottetown Islanders[1]
1994–1995 Saint John Flames

David William „Dave“ Cameron (* 29. Juli 1958 in Charlottetown, Prince Edward Island) ist ein kanadischer Eishockeyspieler und derzeitiger -trainer. In den Jahren 1981 bis 1984 kam der Center auf 168 Einsätze für die New Jersey Devils und die Colorado Rockies in der National Hockey League, verbrachte allerdings den größten Teil seiner aktiven Karriere in Minor Leagues.

Camerons Laufbahn als Trainer ist insbesondere mit der Ontario Hockey League verbunden, in der er über 10 Jahre drei Mannschaften begleitete. Zudem stand er bei mehreren Junioren-Weltmeisterschaften für kanadische Nationalmannschaften hinter der Bande. Von 2011 bis 2016 war der Kanadier Bestandteil des Trainerstabs der Ottawa Senators aus der NHL, die er von Dezember 2014 bis April 2016 auch als Cheftrainer betreute. Anschließend fungierte er von 2016 bis 2018 als Assistenztrainer der Calgary Flames.

Im Mai 2018 unterschrieb er als Cheftrainer bei den Vienna Capitals in der Erste Bank Eishockey Liga.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Profi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dave Cameron kam in Charlottetown zur Welt, wuchs allerdings im ca. 50 Kilometer entfernten Kinkora auf.[2] Er besuchte die University of Prince Edward Island und spielte dort von 1976 bis 1979 für die Panthers in der Canadian Interuniversity Athletics Union. Bereits 1978 hatten ihn die New York Islanders im NHL Amateur Draft an 135. Position ausgewählt. In der Folge wechselte er mit Beginn der Saison 1979/80 in die Organisation der Islanders und verbrachte den Großteil der Saison bei deren Farmteam, den Indianapolis Checkers, die erst kurz zuvor in die Central Hockey League (CHL) aufgenommen wurden. Hinzu kamen sechs Einsätze für die Fort Wayne Komets in der International Hockey League (IHL).

Nachdem er die Spielzeit 1980/81 komplett in Indianapolis verbracht hatte und ins CHL Second All-Star Team gewählt wurde, gaben ihn die Islanders am 1. Oktober 1981 samt Bob Lorimer an die Colorado Rockies ab und erhielten im Gegenzug ein Erstrunden-Wahlrecht für den NHL Entry Draft 1983 (Pat LaFontaine).[3] Bei den Rockies etablierte sich der Angreifer auf Anhieb, debütierte somit in der National Hockey League (NHL) und erzielte in 66 Einsätzen 23 Scorerpunkte. Nach dieser Saison 1981/82 zog das Franchise nach New Jersey um und firmierte fortan als New Jersey Devils. Cameron verbrachte die Spielzeit 1982/83 zu etwa gleichen Teilen bei den Devils und deren neuen Farmteam, den Wichita Wind, in der CHL, ehe er im folgenden Jahr wieder fest in den Stammkader zurückkehrte und 67 Spiele absolvierte. Dies sollte bereits letzte NHL-Saison darstellen, sodass er nur drei Jahre in der höchsten Eishockeyliga Nordamerikas verbrachte.

Die Saison 1984/85 in der American Hockey League (AHL), die er bei den Maine Mariners und den Moncton Golden Flames verbracht hatte, sollte seine letzte auf professionellem Niveau sein – abgesehen von einem einzigen AHL-Einsatz, den er zehn Jahre später für die Saint John Flames absolvierte.

Studium, Beruf und Amateursport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zwischenzeit verbrachte Dave Cameron mit seiner privaten Berufsausbildung und Eishockey auf Amateur-Niveau in seiner Heimat. So kehrte er an die University of Prince Edward Island zurück und absolvierte dort ein betriebswirtschaftliches Studium, für dessen Abschluss er zehn Jahre benötigte. Mit dieser Dauer hält er laut eigener Aussage den Rekord an der Universität.[4] Im Anschluss war er für kurze Zeit als Trainee bei der Bank of Nova Scotia beschäftigt, ehe er diese Stelle aufgab und in der Folge in einer Einrichtung für jugendliche Straftäter arbeitete. Später war er an einer High School als Guidance Counsellor, einer Art Beratungslehrer, tätig.[4]

Neben seiner beruflichen Tätigkeit spielte Cameron bis 1991 in der New Brunswick Senior Hockey League (NBSHL) für die Summerside Western Capitals und die Fredericton Alpines. Nachdem er von 1991 bis 1994 nicht aktiv gewesen war, folgte in der Saison 1994/95 sein kurzes Comeback in der AHL, in dessen Folge er seine aktive Karriere beendete.

Als Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

KanadaKanada Dave Cameron
Karrierestationen
1995–1997 Detroit Falcons
Port Huron Border Cats
1997–1999 Sault Ste. Marie Greyhounds
1999–2000 St. John’s Maple Leafs
(Assistenztrainer)
2000–2004 Toronto St. Michael’s Majors
2004–2007 Binghamton Senators
2007–2011 Mississauga St. Michael’s Majors
2011–2014 Ottawa Senators
(Assistenztrainer)
2014–2016 Ottawa Senators
2016–2018 Calgary Flames
(Assistenztrainer)
seit 2018 Vienna Capitals

Zwischen OHL und AHL[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt im Anschluss trat er 1995 seine erste Stelle als Cheftrainer an, bei den Detroit Falcons aus der Colonial Hockey League. Er betreute das Team weiterhin, als es nach der Saison nach Port Huron umgesiedelt wurde und fortan als Port Huron Border Cats firmierte. In beiden Jahren führte er die Mannschaft in die Play-offs, kam dort allerdings nie über die zweite Runde hinaus. Mit Beginn der Saison 1997/98 wurde er als neuer Cheftrainer der Sault Ste. Marie Greyhounds aus der Ontario Hockey League, einer der drei höchsten kanadischen Juniorenligen, vorgestellt. In Sault Ste. Marie zeitigte Camerons Engagement kaum sportliche Erfolge, sodass er die Mannschaft nach zwei Jahren verließ und sich in der Saison 1999/2000 den St. John’s Maple Leafs aus der AHL als Assistenztrainer anschloss, wobei er damit zum ersten Mal auf professionellem Niveau tätig war.

Nach dieser Saison kehrte er allerdings in die OHL zurück und coachte fortan die Toronto St. Michael’s Majors, wo zu dieser Zeit auch sein Sohn Connor aktiv war. Mit den St. Michael’s Majors war der Kanadier deutlich erfolgreicher, so erreichte er in allen vier Jahren seiner Amtszeit das Conference-Finale und wurde 2001 und 2002 ins OHL Second All-Star Team gewählt. Nach seinem Engagement in Toronto sammelte Cameron erstmals international Erfahrung, als er im Sommer 2004 mit der kanadischen U18-Nationalmannschaft den Nations Cup (heute Ivan Hlinka Memorial Tournament) gewann. Direkt im Anschluss unterschrieb er als Cheftrainer bei den Binghamton Senators in der AHL. Mit den Senators erlangte er in seiner Debütsaison die F. G. „Teddy“ Oke Trophy als bestes Team der Northeast Division, jedoch verpasste er in den folgenden beiden Jahren jeweils die Play-offs, 2006/07 gar als schlechtestes Team der Liga, und wurde in der Folge entlassen.

In der Folge kehrte er erneut in die OHL zurück und stand fortan wieder für die Mississauga St. Michael’s Majors hinter der Bande, die den Nachfolger der Toronto St. Michael’s Majors darstellten. Den größten Erfolg erzielte die Mannschaft in der Saison 2010/11, als die Majors nicht nur das punktbeste Team der regulären Saison waren (Hamilton Spectator Trophy), sondern auch das Play-off-Finale erreichten (Bobby Orr Trophy), dort allerdings den Owen Sound Attack unterlagen. Allerdings nahm man als Gastgeber trotzdem am Memorial Cup 2011 teil und unterlag dort erst im Finale den Saint John Sea Dogs. Ferner wurde der Kanadier 2011 und auch schon 2010 ins OHL Second All-Star Team gewählt.

Während seiner Zeit in Mississauga war der Kanadier auch vermehrt für die Nachwuchsnationalmannschaften Kanadas verantwortlich, so gewann er als Assistenztrainer 2009 die Gold- und 2010 die Silbermedaille bei U20-Weltmeisterschaften. Bei der U20-WM 2011 stand er erstmals als Cheftrainer hinter der Bande und gewann die Silbermedaille, obwohl das Team im Finale gegen Russland bereite 3:0 führte, ehe man durch fünf Gegentore im letzten Drittel mit 3:5 unterlag.

Ottawa und Calgary[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit diesen Erfolgen wurde Cameron auch für NHL-Franchises interessant, so stellten ihn die Ottawa Senators mit Beginn der Saison 2011/12 als Assistenztrainer unter dem neuen Chefcoach Paul MacLean ein; allerdings wurde Cameron auch für die Position des Cheftrainers in Betracht gezogen.[5] Obwohl MacLean 2013 noch den Jack Adams Award als bester Trainer erhielt, entließ ihn General Manager Bryan Murray im Dezember 2014 und installierte Cameron als seinen Nachfolger.[6]

Unter Cameron gewannen die Senators 32 der 55 verbleibenden Spiele, wobei die Mannschaft einen 14-Punkte-Rückstand auf die Playoff-Plätze aufholte, was in der modernen NHL-Geschichte noch keinem Team gelungen war.[7] Somit führte Cameron die Sens nach einem Jahr Abstinenz wieder in die Playoffs, in denen man allerdings in der ersten Runde an den Canadiens de Montréal scheiterte. Nach der Spielzeit 2014/15 unterzeichnete er einen neuen Zweijahresvertrag.[8] Nachdem die Mannschaft jedoch in der Saison 2015/16 die Playoffs verpasst hatte, wurde Cameron im April 2016 samt seinem Trainerstab entlassen.[9] Wenige Wochen später war er als Assistenztrainer von Bill Peters mit der kanadischen A-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft 2016 vertreten und gewann mit dem Team dort die Goldmedaille

Im Juli 2016 wurde er als Assistenztrainer von Glen Gulutzan bei den Calgary Flames vorgestellt. Gemeinsam betreuten sie das Team zwei Spielzeiten lang, wurden jedoch im April 2018 nach dem Verpassen der Playoffs von ihren Pflichten enthoben.

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Spieler
  • 1981 CHL Second All-Star Team
als Assistenztrainer
als Cheftrainer

Karrierestatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spielerstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reguläre Saison Play-offs
Saison Team Liga GP G A Pts +/- PIM GP G A Pts +/- PIM
1976/77 University of Prince Edward Island CIAU 20 7 10 17 12
1977/78 University of Prince Edward Island CIAU 16 13 30 43 26
1978/79 University of Prince Edward Island CIAU 13 7 22 29 39
1979/80 Fort Wayne Komets IHL 6 3 6 9 9
1979/80 Indianapolis Checkers CHL 70 15 21 36 101 7 0 0 0 16
1980/81 Indianapolis Checkers CHL 78 40 30 70 156 5 2 3 5 4
1981/82 Fort Worth Texans CHL 2 0 0 0 0
1981/82 Colorado Rockies NHL 66 11 12 23 –14 103
1982/83 Wichita Wind CHL 25 6 9 15 40
1982/83 New Jersey Devils NHL 35 5 4 9 –8 50
1983/84 New Jersey Devils NHL 67 9 12 21 –11 85
1984/85 Maine Mariners AHL 12 0 1 1 32
Moncton Golden Flames AHL 37 8 16 24 82
1985/86 Charlotte Islanders[1] NBSHL 15 9 16 25 54
1986/87 Charlotte Islanders NBSHL 11 5 17 22 69
1987–1989 Summerside Western Capitals MJrHL keine Statistiken vorhanden
1989/90 Fredericton Alpines NBSHL 14 0 8 8 30 6 1 6 7
1990/91 Charlottetown Islanders NBSHL 25 23 21 44 69
1991–1994 nicht aktiv
1994/95 Saint John Flames AHL 1 0 0 0 ±0 0
NBSHL gesamt 65 37 62 99 222 6 1 6 7
CIAU gesamt 49 27 62 89 77
CHL gesamt 175 61 60 121 297 12 2 3 5 20
AHL gesamt 50 8 17 25 114
NHL gesamt 168 25 28 53 –33 238

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation)

NHL-Trainerstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Team Saison reguläre Saison Play-offs
Spiele S N OTL Pts Platz S N Resultat
Ottawa Senators 2014/15 55 32 15 8 72 4. (Atlantic) 2 4 Conference-Viertelfinale
Ottawa Senators 2015/16 82 38 35 9 85 5. (Atlantic) nicht qualifiziert
Gesamt 137 70 50 17 157 0 Divisionstitel 2 4 0 Stanley Cups

S=Siege; N=Niederlagen; OTL=Niederlage in Verlängerung bzw. Shootout; Pts=Punkte

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cameron ist verheiratet und hat zwei Söhne.[10] Einer seiner Söhne, Connor Cameron (* 1985), spielte mehrere Jahre in der OHL, unter anderem mit seinem Vater als Cheftrainer bei den Toronto St. Michael’s Majors, ehe er seine aktive Karriere früh beendete und seit 2013 als Assistenztrainer der Charlottetown Islanders in der Ligue de hockey junior majeur du Québec tätig ist.

Auch sein Bruder, Charlie Cameron, spielte in seiner Jugend (1981–1984) für die Summerside Western Capitals Eishockey.[11]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Die Charlottetown Islanders spielten in der New Brunswick Senior Hockey League (NBSHL) und sind nicht mit den heutigen Charlottetown Islanders aus der Ligue de hockey junior majeur du Québec zu verwechseln.
  2. Dave Cameron, by the numbers. The Journal Pioneer, 8. Dezember 2014, abgerufen am 15. März 2015 (englisch).
  3. New York Islanders Media Guide 2014–2015. New York Islanders Hockey Club, 2014, S. 268.
  4. a b Don Brennan: The Dave Cameron file. Ottawa Sun, 9. Dezember 2014, abgerufen am 16. März 2015 (englisch).
  5. Ken Warren: Senators' new coach Cameron ready for big time. vancouversun.com, 9. Dezember 2014, abgerufen am 22. Februar 2016 (englisch).
  6. Chris Stevenson: Senators fire MacLean, name Cameron coach. nhl.com, 8. Dezember 2014, abgerufen am 17. März 2015 (englisch).
  7. By the Numbers: Matchup with Habs offers Senators some hope. Ottawa Citizen, 15. April 2015, abgerufen am 28. April 2015 (englisch).
  8. Chris Stevenson: Senators coach Cameron agrees to two-year contract. nhl.com, 4. Juni 2015, abgerufen am 5. Juni 2015 (englisch).
  9. Senators fire Cameron, assistant coaches. nhl.com, 12. April 2016, abgerufen am 12. April 2016 (englisch).
  10. Ottawa Senators Media Guide 2014–2015. Ottawa Senators Hockey Club, 2014, S. 11.
  11. Summerside Western Capitals Alumni Vault 1981–1989. Summerside Western Capitals, abgerufen am 16. März 2015 (englisch).