Desinvestition

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Divestment ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum Divestment im Kontext des Klimaschutzes siehe Divestment (fossile Energien).

Der Begriff Desinvestition, auch Devestition (englisch divestment oder disinvestment) bezeichnet das Gegenteil einer Investition.

In der Betriebswirtschaftslehre bezeichnet er die Freisetzung von Kapital in einem Unternehmen durch den Verkauf von Vermögensgegenständen, also die Umwandlung von in Sach- oder Finanzwerten investierten Geldbeträgen in liquide Form. Diese Art der Kapitalbeschaffung stellt eine Form der Innenfinanzierung dar: Es handelt sich um die Wiederbeschaffung von früher investierten Mitteln, die somit erneut für Investitionen zur Verfügung stehen.

Der englische Begriff Divestment wird häufig als Schlagwort für verschiedene Kampagnen zum Entzug von Kapital aus Unternehmen verwendet, die ihren Gewinn mit kritisierten Zwecken erzielen. Divestment ist Teil des ethischen Investments.

Mögliche Gründe einer Desinvestition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verkauf von Unternehmensteilen, die nicht Teil des Kerngeschäftes sind.
  • Verkauf von Unternehmensteilen oder Geldanlagen zur Geldbeschaffung.
  • Verkauf einzelner Unternehmensteile, um einen höheren Erlös zu erzielen als dies zum Beispiel im Rahmen einer Gesamtliquidation oder eines Gesamtverkaufes möglich wäre.
  • Verkauf riskanter Unternehmensteile oder Geldanlagen.
  • Verkauf unrentabler Unternehmensteile oder Geldanlagen.
  • Durch Aufsichtsbehörden erzwungene Veräußerung einzelner Unternehmensteile.
  • Verkauf bzw. Abzug von Unternehmensbeteiligungen oder Vermögensanlagen auf Druck von Anteilseignern oder Anderen, z. B. zivilgesellschaftlichen bzw. Nichtregierungsorganisationen („NGO“).

Desinvestitions-Kampagnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Desinvestition kann aus ethischen und politischen Gründen erfolgen oder gefordert werden, man spricht dann von Divestment. Es zielt auf Unternehmen oder Staaten, deren Verhalten oder Produkte als unethisch angesehen werden. Finanzanlagen, die in solchen Unternehmen oder Staaten investiert sind, sollen abgezogen werden, Neuinvestition in diese Unternehmen bzw. Staaten soll vermieden werden. Beim Divestment handelt sich um eine Form des ethischen Investments, und zwar im Wesentlichen anhand von Ausschlusskriterien.[1]

Divestment-Kampagnen sind Kampagnen, die vor allem Institutionelle Anleger aber auch Privatpersonen zum Divestment auffordern. Die Wirkung der Kampagnen auf die Kosten der Kapitalbeschaffung bei einer Fremdfinanzierung, d. h. Kreditzinsen bzw. Ausgabekurse neu emittierter Aktien, und die Marktbewertung der ins Auge gefassten Unternehmen sind oft nicht oder kaum nachweisbar. Stattdessen beruht eine Wirkung von Desinvestitionskampagnen eher auf Stigmatisierung und als Mittel einer gesellschaftlichen Willensbildung.[2]

Die Desinvestition wurde zum ersten Mal in den 1980er Jahren als Teil politischer Kampagnen (englisch divestment campaigns) angewendet, insbesondere in den Vereinigten Staaten von Amerika. So wurde damals ein Wirtschaftsboykott gegen das südafrikanische Apartheidsregime organisiert, indem öffentliche Investoren wie Gemeinden, Kirchen oder Hochschulen dazu aufgefordert wurden, sämtliche Gelder aus südafrikanischen Anlagen abzuziehen.

Seitdem gab es diverse weitere Desinvestitions-Kampagnen gegen Staaten und Unternehmen, z. B. betreffend

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cedric Dawkins: Elevating the Role of Divestment in Socially Responsible Investing. In: Journal of Business Ethics. Oktober 2016, doi:10.1007/s10551-016-3356-7.
  2. Harvard Political Review, Eric Hendey, harvardpolitics.com: Does Divestment Work? (Zuletzt aufgerufen: 13. November 2016)
  3. wedivest.org
  4. labournet.net: Liverpool City Council votes to disinvest in arms trade