Diedesfeld

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Diedesfeld
Ehemaliges Gemeindewappen von Diedesfeld
Koordinaten: 49° 19′ 28″ N, 8° 7′ 59″ O
Höhe: 185 m ü. NHN
Fläche: 1,25 km²
Einwohner: 2048 (12. Jan. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.634 Einwohner/km²
Eingemeindung: 7. Juni 1969
Postleitzahl: 67434
Vorwahl: 06321
Karte
Diedesfeld (rot) innerhalb des Stadtgebiets von Neustadt
Diedesfeld aus der Vogelperspektive
Diedesfeld aus der Vogelperspektive

Diedesfeld ist ein pfälzisches Winzerdorf und ein Stadtteil der kreisfreien rheinland-pfälzischen Stadt Neustadt an der Weinstraße,[2] deren Zentrum rund 3 km nördlich liegt. Bis 1969 war der Ort eine selbstständige Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diedesfeld liegt an der Deutschen Weinstraße. Der Stadtteil ist im Laufe der Zeit baulich mit dem nordwestlich angrenzenden Unterhambach zusammengewachsen, das zum benachbarten Neustadter Ortsteil Hambach gehört.

Die Lage in der Vorderpfalz, am westlichen Rand des Oberrheingrabens, bedingt ein mildes Klima. Der im Westen vorgelagerte Gebirgszug der Haardt hält zudem einen Großteil der Niederschläge ab und begünstigt warme Sommertemperaturen.

Der südwestlich des Hambacher Schlosses entspringende Schlittgraben fließt – teilweise verrohrt –  von West nach Ost durch Diedesfeld. Sein Wasser erreicht über Nellengraben und Altenbach den Kropsbach, der bei Hanhofen in den Speyerbach mündet, einen linken Zufluss des Rheins.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zum Hochstift Speyer. Am 28. Mai 1794 war er teilweise Schauplatz des Gefechts von Kirrweiler.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Diedesfeld in den Kanton Neustadt eingegliedert und besaß eine eigene Mairie. 1815 wurde der Ort Österreich zugeschlagen, bereits ein Jahr später wechselte er wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. 1818 wurde Diedesfeld in den Kanton Edenkoben umgegliedert. Mit diesem gehörte die Gemeinde bis 1862 dem Landkommissariat Landau an, aus dem das Bezirksamt Landau hervorging.

Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Landau in der Pfalz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Diedesfeld innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Diedesfeld am 7. Juni 1969 als Ortsbezirk in die kreisfreie Stadt Neustadt an der Weinstraße eingemeindet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1815 hatte der Ort 1161 Einwohner. Heute wird Diedesfeld immer mehr zum Wohnvorort von Neustadt. Im Jahr 2011 war die Einwohnerzahl auf 2030 gestiegen,[3] 2012 dann auf 2048.[1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Ort befand sich einst eine jüdische Gemeinde, deren verstorbene Mitglieder in Essingen beigesetzt wurden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeirat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Stadtteil Diedesfeld wurde ein Ortsbezirk gebildet. Dem Ortsbeirat gehören elf Beiratsmitglieder an, den Vorsitz im Ortsbeirat führt der direkt gewählte Ortsvorsteher.[4]

Zur Zusammensetzung des Ortsbeirats siehe die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Neustadt an der Weinstraße.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Volker Lechner (FWG), der sich bei der Wiederholungswahl am 10. November 2019 mit 55,3 % der Stimmen gegen seine Mitbewerberin Sabine Baßler (CDU) durchsetzen konnte.[5] Lechner ist Nachfolger von Roland Henigin (CDU), der nach 25 Jahren im Amt nicht mehr angetreten war. Die Wiederholungswahl war notwendig geworden, weil Stefan Krumm-Dudenhausen (FWG), der bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 ursprünglich gewählt wurde, als Mitarbeiter einer städtischen Gesellschaft das Amt aus rechtlichen Gründen nicht antreten konnte.[6]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Diedesfeld
Blasonierung: „In Rot ein schwarzes Hufeisen mit abwärts gekehrten Stollen“

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortskern von Diedesfeld ist als Denkmalzone ausgewiesen. Er umfasst mehrere repräsentative Fachwerkbauten, vor allem alte Winzerhöfe, sowie historische Brunnen.

Hinzu kommen zahlreiche Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen. Beachtenswert sind die barocke katholische Pfarrkirche St. Remigius aus dem 18. Jahrhundert, das 1601 erbaute Rathaus über einer Brunnenhalle mit drei Arkaden sowie das Schlössel, ehemals Sitz des bischöflichen Amtmanns.

1 km westlich liegt auf Hambacher Gemarkung das Hambacher Schloss, das seit dem Hambacher Fest von 1832 als deutsches Freiheitssymbol gilt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jährlich finden im August die Weinkerwe, im Oktober das Federweißenfest und am 1. Adventswochenende der Diedesfelder Weihnachtsmarkt statt. Die Diedesfelder Winzer organisieren außerdem die Fachmesse Wein im Mittelpunkt. Ganzjährig finden zahlreiche Veranstaltungen auf dem Hambacher Schloss statt.

Vereinsleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Diedesfeld gibt es drei Sportvereine: TuS Diedesfeld (Fußball, Leichtathletik, Gymnastik, Jazztanz), TTC Diedesfeld (Tischtennis) und TC Diedesfeld (Tennis). Zu den weiteren Vereinen, die vor Ort aktiv sind, gehören die Ortsgruppe des Pfälzerwald-Vereins, die Landjugend, der Musikverein 1953, der Gesangverein 1857, der Förderverein Spielplatz, der Förderverein Kindertagesstätte, der Verein für Brauchtum und Heimatpflege sowie die Freiwillige Feuerwehr Neustadt-Süd.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diedesfeld: Rebflächen im Vordergrund, Haardt mit Kalmit (links) und Hambacher Schloss (rechts) im Hintergrund
Diedesfeld vom Aussichtspunkt Domblick aus

Der Weinbau geht über fast 2000 Jahre bis in die Römerzeit zurück. Die örtlichen Weinlagen sind Ölgässel, Johanniskirchel, Berg und Paradies, die zu den Großlagen Pfaffengrund und Rebstöckel gehören. Im Freiland reifen Esskastanien, Mandeln, Feigen, Kiwis und Zitrusfrüchte.

Zur Zeit der Haingeraide, die eine Art Waldgenossenschaft für Bauern darstellte, war Diedesfeld an der sogenannten fünften Haingeraide beteiligt. Diese wurde in der frühen Neuzeit aufgelöst und die Verwaltung der Waldflächen teilweise der Gemeinde unterstellt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Diedesfeld führte von 1912 bis 1955 die Pfälzer Oberlandbahn, eine über Land verkehrende Straßenbahn.

Die drei wichtigsten Verkehrswege in und um Diedesfeld sind parallel von Nord nach Süd ausgerichtet, wie es durch die Lage am Grabenbruch vorgezeichnet ist.

  • Die überregionale Anbindung in die Richtungen Ludwigshafen am Rhein und Karlsruhe erfolgt über die Anschlussstelle 13 (Neustadt-Süd) der Autobahn 65, die rund 2 km östlich von Diedesfeld vorbeiführt.
  • Die zwischen der A 65 und dem Ort verlaufende Landesstraße 516 führt nördlich nach Neustadt und südlich nach Landau.
  • Die Deutsche Weinstraße verbindet durch Diedesfeld hindurch Hambach und Maikammer.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diedesfeld liegt am Mittelpunkt der 85 km langen Deutschen Weinstraße und an der Nordroute der Pfälzer Jakobswege. Außerdem ist der Ort Ausgangspunkt eines Wanderwegs, der mit einem blauen Punkt markiert ist. Westlich des Siedlungsgebiets liegt die Klausentalhütte, sowie in 300 m Höhe das als Ausflugsziel beliebte Zeter Berghaus, mit einem beschatteten Terrassengarten, der eine grandiose Aussicht in die Rheinebene bietet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Diedesfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stadt Neustadt an der Weinstraße: Zahlen-Daten-Fakten.
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (Memento vom 24. September 2015 im Internet Archive), S. 189 (PDF; 2,6 MB).
  3. Allgemeine Daten zum Dienstbezirk Neustadt an der Weinstraße. (Nicht mehr online verfügbar.) Polizei Rheinland-Pfalz, archiviert vom Original am 5. Januar 2012; abgerufen am 16. April 2012.
  4. Stadt Neustadt an der Weinstraße: Hauptsatzung. (PDF, 134 kB) § 3 bis 5. 30. August 2019, abgerufen am 18. Oktober 2019.
  5. Rheinpfalz online: Neustadt: Ortsvorsteherwahl in Diedesfeld entschieden. Vorläufiges Endergebnis. Abgerufen am 29. November 2019.
  6. Annegret Ries: Neustadt: Neuer Ortsvorsteher von Diedesfeld ernannt und vereidigt. Die Rheinpfalz, 22. November 2019, abgerufen am 29. November 2019.