Maikammer

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Maikammer
Maikammer
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Maikammer hervorgehoben
Koordinaten: 49° 18′ N, 8° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Südliche Weinstraße
Verbandsgemeinde: Maikammer
Höhe: 151 m ü. NHN
Fläche: 13,68 km2
Einwohner: 4362 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 319 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67487
Vorwahl: 06321
Kfz-Kennzeichen: SÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 37 052
Adresse der Verbandsverwaltung: Immengartenstraße 24
67487 Maikammer
Website: www.maikammer.de
Ortsbürgermeister: Karl Schäfer (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Maikammer im Landkreis Südliche Weinstraße
Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)Kirrweiler (Pfalz)MaikammerSankt Martin (Pfalz)Herxheim bei Landau/PfalzHerxheimweyherRohrbach (Pfalz)InsheimBornheim (Pfalz)Essingen (Pfalz)Hochstadt (Pfalz)Offenbach an der QueichBilligheim-IngenheimBirkweilerBirkweilerBöchingenBöchingenBöchingenEschbach (Pfalz)FrankweilerFrankweilerGöcklingenHeuchelheim-KlingenIlbesheim bei Landau in der PfalzIlbesheim bei Landau in der PfalzImpflingenKnöringenLeinsweilerRanschbachSiebeldingenSiebeldingenWalsheimWalsheimWalsheimBad BergzabernBarbelrothBirkenhördtBöllenbornDierbachDörrenbachGleiszellen-GleishorbachHergersweilerKapellen-DrusweilerKapsweyerKlingenmünsterNiederhorbachNiederotterbachOberhausen (bei Bad Bergzabern)OberotterbachOberschlettenbachPleisweiler-OberhofenSchweigen-RechtenbachSchweighofenSteinfeld (Pfalz)VorderweidenthalAlbersweilerAlbersweilerAnnweiler am TrifelsAnnweiler am TrifelsDernbach (Pfalz)EußerthalGossersweiler-SteinMünchweiler am KlingbachRamberg (Pfalz)RinnthalSilz (Pfalz)VölkersweilerWaldhambach (Pfalz)WaldrohrbachWernersbergAltdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Altdorf (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)Böbingen (Pfalz)BurrweilerBurrweilerEdenkobenEdenkobenEdesheimEdesheimEdesheimEdesheimFlemlingenFlemlingenFlemlingenFreimersheim (Pfalz)GleisweilerGleisweilerGommersheimGommersheimGommersheimGroßfischlingenHainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)Hainfeld (Pfalz)KleinfischlingenRhodt unter RietburgRhodt unter RietburgRoschbachRoschbachVenningenVenningenVenningenWeyher in der PfalzWeyher in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandau in der PfalzLandkreis GermersheimRhein-Pfalz-KreisLandkreis Bad DürkheimNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Bad DürkheimLandkreis KaiserslauternLandkreis SüdwestpfalzFrankreichKarte
Über dieses Bild
Maikammer mit Hambacher Schloss 2013
Maikammer Gesamtansicht vom Sommerberg
Straße in Maikammer

Maikammer ist eine Ortsgemeinde und ein Wein- und Erholungsort im Südwesten Deutschlands in der Pfalz südlich von Neustadt an der Weinstraße. Sie ist Sitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maikammer liegt in einer von Reben dominierten Landschaft Weinstraße auf einer Höhe von 120 m bis zu 300 m NHN. Der Westen der Gemarkung ragt in die Haardt hinein, wie der Ostrand des Pfälzerwaldes genannt wird. Dort befinden sich mehrere Gebirgspässe wie die Hüttenhohl und der Hahnenschritt. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Neustadt an der Weinstraße, Kirrweiler (Pfalz), Edenkoben, Sankt Martin (Pfalz), Edenkoben (Exklave), Gommersheim (Exklave) und Kirrweiler (Exklave).

Erhebungen und Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Fuße der Kalmit, der höchsten Erhebung des Pfälzerwaldes (673 m). Weitere Erhebungen auf Gemarkung der Gemeinde neben der Kalmit sind deren Vorberg Kanzel (531,7 Meter), die Nordflanke des Schafkopf (617 m), der Rotsohlberg (607 m), die Nordflanke des Stotz (603 m), die Nordostflanke des Breitenbergs (545 m), die Südflanke des Totenkopf (513 Meter), der Flachkopf (498 m) und der Wetterkreuzberg (401 m).

Der Kropsbach fließt in West-Ost-Richtung und streift den südlichen Siedlungsrand. Im äußersten Westen verläuft für rund einen Kilometer der Argenbach durch die Gemarkung der Gemeinde.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund des milden Klimas wachsen hier neben dem Wein exotische Früchte wie Kiwis, Zitronen, Mandeln und Esskastanien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Gemeinde zum Hochstift Speyer; dort unterstand sie dem Oberamt Kirrweiler.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Maykammer mit Alsterweiler – so die damalige Bezeichnung – in den Kanton Edenkoben im Departement des Niederrheins eingegliedert und besaß eine eigene Mairie. 1815 hatte die Gemeinde insgesamt 1.780 Einwohner. Im selben Jahr wurde der Ort Österreich zugeschlagen. Bereits ein Jahr später wechselte der Ort wie die gesamte Pfalz in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 gehörte „Maikammer und Alsterweiler“ dem Landkommissariat Landau an; aus diesem ging anschließend das Bezirksamt Landau hervor.

Nachdem Maikammer und Alsterweiler zusammengewachsen waren, trug die Gemeinde bis zum 31. Mai 1938 den Doppelnamen Maikammer-Alsterweiler.[2][3] Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises an der Pfalz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Maikammer innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern, der 1978 in Landkreis Südliche Weinstraße umbenannt wurde. 1972 wurde Maikammer Sitz der ebenfalls neu gebildeten gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Letztere wurde aufgrund eines Landesgesetzes zum 1. Juli 2014 mit der Verbandsgemeinde Edenkoben zusammengelegt. Laut Urteil des Verfassungsgerichtshofs Rheinland-Pfalz vom 8. Juni 2015 (VGH N 18/14) ist die Zwangsfusion jedoch nichtig und Maikammer ab sofort wieder eine eigenständige Verbandsgemeinde.[4]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Oktober 2014 waren 53,6 Prozent der Einwohner katholisch und 23,8 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Maikammer besteht aus 20 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU FWG BL Gesamt
2014 3 12 3 2 20 Sitze
2009 3 12 3 2 20 Sitze
2004 3 11 3 3 20 Sitze
  • FWG = Freie Wählergruppe Verbandsgemeinde Maikammer e. V.
  • BL = Bürgerliste e. V.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Maikammer
Blasonierung: „In Schwarz ein goldenes Gemarkungszeichen in Form eines steigenden Pfeils, dessen Schaft in einem Kreuz endet.“[7]
Wappenbegründung: Es wurde 1937 vom bayerischen Reichsstatthalter genehmigt und geht zurück auf ein Siegel von 1743.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die katholische Kirche Maikammer
Innenraum der Kirche

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Alsterweiler-Kapelle mit dem „Maikammerer Altar“ und einem spätgotischen Triptychon. Das Altarbild zählt zu den wenigen noch erhaltenen Beispielen gotischer Tafelmalerei in der Pfalz. Wohl um 1445 vollendet, ist er ein wertvolles Zeugnis oberrheinischer Malerei.
  • Außerdem ist den Gebrüdern Ullrich, den Erfindern der Gelenksperre für klappbare Meterstäbe oberhalb von Maikammer ein Denkmal gesetzt worden: ein überdimensionaler Zollstock.
  • Zudem befindet sich mit dem Kalmithaus vor Ort eine Hütte des Pfälzerwald-Vereins.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Maikammer

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Historischem hat Maikammer noch ein beheiztes Freibad mit Wellenrutsche und Kletterwand am Schwimmbecken, eine Open-Air-Halle mit vier Tennisplätzen (Kunstrasen mit Quarzsand) und vier Squash-Courts. Weitere sportliche Highlights: Die neu errichtete Kalmithalle und der Kunstrasen, auf welchem der TuS Maikammer seine Fußballspiele austrägt. Im äußersten Süden der Gemeindegemarkung liegt das Weinstraßenstadion.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Maifest – Weintreff
  • Brunnenkerwe
  • Weinkerwe
  • Gartenmarkt
  • Mineralientage Maikammer
  • Herbstmarkt
  • Automarkt

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maikammer ist ein Winzerort und als solcher Teil des Weinanbaugebiets Pfalz. Auf der Gemarkung der Stadt befindet sich die Großlage Mandelhöhe sowie die Einzellagen Heiligenberg, Immengarten, Kapellenberg und Kirchenstück. Bis ins 19. Jahrhundert wurde im Gemeindegebiet die Rebsorte Gutedel angebaut. Vor Ort hat das Weingut August Ziegler seinen Sitz.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1855 hat Maikammer mit der etwa einen Kilometer östlich des Ortszentrums gelegenen Station Maikammer-Kirrweiler einen Anschluss an die Bahnstrecke Neustadt–Wissembourg, der ehemaligen Pfälzischen Maximiliansbahn. Von 1912 bis 1955 war Maikammer durch die Pfälzer Oberlandbahn, eine elektrische Überland-Straßenbahn, direkt mit den Hauptbahnhöfen in Neustadt a.d. Hardt bzw. Landau verbunden. Die Bahn diente bis auf die Kriegszeiten überwiegend dem Personenverkehr. In unmittelbarer Nähe zur Gemeinde befindet sich die Autobahnanschlussstelle Edenkoben zur A 65 mit direkten Auf- und Abfahrten in Richtung Karlsruhe beziehungsweise Ludwigshafen und Mannheim. Mitten im Pfälzerwald befinden sich die Kalmithöhenstraße und die Totenkopfstraße.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maikammer ist mit der Johannes-Leonhardt-Schule Standort einer Grundschule; zudem existiert vor Ort die Realschule Plus Maikammer-Hambach.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Allmaras, Geheimrat
  • Dieter Ziegler (* 1937), Winzer und Politiker (CDU), Landtagsabgeordneter und Minister in Rheinland-Pfalz, Bürgermeister der Gemeinde Maikammer

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Koch, bedeutender klassizistischer Architekt, 1781 in Maikammer geboren, 1861 in Bernstein (Burgenland) gestorben, tätig vor allem in Wien (Palais Clam-Gallas), Böhmen (Prag, Villa Kinský) und Ungarn (Schloss in Fehérvárcsurgó)[8][9]
  • Jakob von Hartmann (1795–1873), Offizier, zuletzt General der Infanterie der Bayerischen Armee
  • Jakob Hildenbrand (1860–1933), Politiker (BVP)
  • Johannes Wolf (1885–1961), Winzer und Politiker (BVP, CDU), Landtagsabgeordneter in Rheinland-Pfalz, Bürgermeister der Gemeinde Maikammer
  • Holmes Zimmermann (1900–1957), Schauspieler
  • Helmut Ziegler (1913–1971), Politiker (SPD)
  • Karl Lackner (1917–2011), Jurist
  • Dieter Ziegler (* 1937), Winzer und Politiker (CDU), Landtagsabgeordneter und Minister in Rheinland-Pfalz, Bürgermeister der Gemeinde Maikammer

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ingobert Heieck (1936–1993), deutscher römisch-katholischer Ordensbruder, wuchs vor Ort auf
  • Die Brüder Franz und Anton Ullrich erfanden eine Neuerung an Gelenkmaßstäben mit Federsperrung (Kaiserliches Patentamt, Patentschrift No. 41417 patentiert am 10. September 1886, veröffentlicht am 2. Dezember 1887). Gliedermaßstäbe mit Einschnappvorrichtung in den Gelenken gab es schon vordem, allerdings brachte diese Erfindung eine Vereinfachung der Handhabung mit sich. Den Gebrüdern Ullrich wurde als Erfinder am südlichen Ortseingang ein Denkmal in Form eines Klappmeters gesetzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johannes Leonhardt (u. a.): Chronik Maikammer–Alsterweiler, Ortsgemeinde, Maikammer 1986 (enthält u. a. Leonhardt: Geschichte von Maikammer–Alsterweiler [ursprünglich 1928 erschienen])
  • Günter Schäfer, Martina Stöckl: Ortsfamilienbuch Maikammer-Alsterweiler 1587–1918/1937. Maikammer 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Maikammer – Sammlung von Bildern
 Wikinews: Maikammer – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsstand 2017, Gemeindeebene (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 506.
  3. Statistik des Deutschen Reichs, Band 450: Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I, Berlin 1939, S. 269.
  4. Urteil des Verfassungsgerichtshofs Rheinland-Pfalz vom 8. Juni 2015, abgerufen am 12. Juni 2015
  5. Gemeindestatistik. In: KommWis. 31. Oktober 2014, abgerufen am 30. November 2014.
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  8. Autor: Koch, Heinrich. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. 2. überarbeitete Auflage (nur online).
  9. Webseite zu Heinrich Koch