Digital Negative

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Das Digital-Negative-Format (DNG, deutsch digitales Negativ) ist ein im September 2004 vorgestelltes Rohdatenformat, das nach Angaben des Herstellers Adobe mit dem Ziel entwickelt wurde, die verschiedenen proprietären Formate der Herstellerfirmen zu ersetzen und sich als Standard zu etablieren.

Verwendung[Bearbeiten]

Adobe hat die Spezifikationen des Formats offengelegt und stellt weiterführende Informationen zur Implementierung bereit. Neben den hauseigenen Bildbearbeitungsprogrammen Adobe Photoshop (ab Version CS), Adobe Photoshop Elements (ab Version 3.0) sowie Adobe Photoshop Lightroom unterstützen auch Programme anderer Anbieter das Format, zum Beispiel

sowie die freie Software DCRaw.[1]

Auch existieren Konverter für die Umwandlung von herstellerspezifischen Rohdaten- in DNG-Dateien, neben dem Adobe DNG Converter vom Hersteller selbst auch beispielsweise das Programm DigiKam.[2]

Mit dem 2005 ausgelieferten Leica-Digital-Modul-R wurde das Format erstmals direkt für die Speicherung der Bilddaten verwendet. Die Hasselblad H2D-39 war die erste digitale Spiegelreflexkamera, die wahlweise im eigenen oder im DNG-Rohdatenformat abspeichern kann; es folgten weitere Hersteller:

Technische Umsetzung[Bearbeiten]

Das Format basiert auf einer Erweiterung des Tagged Image File Format/Electronic Photography (kurz tiff/ep). Neben den Bilddaten können beliebige Metadaten eingebettet werden. Dies ermöglicht - auch umfangreiche – Erweiterungen, die ohne Kompatibilitätsverlust jederzeit integriert werden können und dabei ohne separate sogenannte Sidecar-Dateien (oder eine vergleichbare redundante Datenhaltung) auskommen und ermöglicht eine hohe Portabilität der Dateien zwischen verschiedenen Rechnerplattformen. DNG ermöglicht Transparenzen und 32 Bit Farbtiefe[3]

Vor- und Nachteile[Bearbeiten]

Zusätzlich zu den bereits vom zugrunde liegenden Rohdatenformat bekannten Vorteilen sind zu nennen:

  • Das im Gegensatz zu den meisten existierenden Rohdatenformaten offen dokumentierte Dateistruktur erleichtert die Entwicklung von Software durch Dritte, sowohl zum Schreiben als auch zum Lesen.
  • Verlustfreie Kompression ist möglich, aber nicht obligat und erfolgt – anders als beim zugrunde liegenden TIFF – nach festgelegten Bedingungen, was die Portabilität zusätzlich verbessern soll.
  • DNG erfordert nicht, dass Rohdaten in Mosaikform (gemäß einer Bayer-Farbanordnung) vorliegen. Es unterstützt daher beispielsweise auch Sigma-Kameras mit Foveon-Sensor.
  • Metadaten können direkt in der Bilddatei untergebracht werden – ohne die Abhängigkeit von Zusatzdateien (zum Beispiel xmp) oder Bilddatenbanken, in denen Informationen über Bearbeitung, Aufnahme, Entwicklung oder Kataloginformationen sonst gespeichert werden müssen, da die herstellereigenen Formate nach der Aufnahme oft nur eingeschränkten oder gar keinen Schreibzugriff auf die Datei mehr vorsehen.

In der Praxis ergeben sich zumindest bisher auch Nachteile:

  • Bisher sind, abgesehen von oben genannten Ausnahmen, Kameras mit nativer DNG-Unterstützung selten, sodass der individuelle Bildbearbeitungsprozess um den Zwischenschritt der Konvertierung ergänzt werden muss.
  • Auch Kameras mit DNG-Unterstützung implementieren das Format oft nicht vollständig (zum Beispiel Verzicht auf verlustfreie Kompression, eingeschränkte oder unvollständige Anlage von Metadaten).
  • Größere Dateigrößen z.B. im Vergleich zu Sonys Format ARW (aber auch einigen anderen Kameraherstellern).
  • Fotowettbewerbe verlangen meistens die Einreichung der Originalbilder der prämierten Beiträge. Zu DNG konvertierte Originale werden dabei manchmal nicht akzeptiert.

Weblinks[Bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten]

  1. http://www.adobe.com/products/dng/supporters.html Adobe-Webseite mit Unterstützern von DNG
  2. Products that support DNG in some way (englisch) Barrypearson.co.uk. Abgerufen am 20. Mai 2010.
  3. Heise: Adobe erweitert DNG-Spezifikation