Dorfkirche Stuer

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Dorfkirche in Stuer
Innenraum mit "Hausbaum"

Die Dorfkirche (auch Petruskirche) in Stuer, einer Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern, ist ein Fachwerkbau des 18. Jahrhunderts. Sie gehört zur Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Stuer in der Propstei Neustrelitz, Kirchenkreis Mecklenburg der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.[1]

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche in Stuer wurde urkundlich bereits 1363 erwähnt, aber im Dreißigjährigen Krieg zerstört. 1717 wurde sie als Patronatskirche (bis 1945) der Familie von Flotow neu errichtet. Bei der Kirche handelt es sich um einen rechteckigen Fachwerkbau mit zur Hälfte einbezogenem quadratischen Westturm, dessen oberer Aufbau verbrettert und von einem hohen achtseitigen Helm überdeckt ist. Im Inneren ist die eichene Mittelstütze, der sogenannte „Hausbaum“, ein Konstruktionsmerkmal der Prignitzer Einständerkirchen. Die auf der Südseite befindliche Fachwerk-Vorhalle wurde 1750 angebaut.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altaraufsatz (2. H. 15. Jh.)
  • Altaraufsatz
Der aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammende Altaraufsatz mit einer geschnitzten figurenreichen Kreuzigungsszene im Mittelschrein und einer ebenso geschnitzten Grablegungsszene in der Predella wird dem „Meister des Güstrower Altars“ zugeschrieben. Die bemalten Altarflügel mit Szenen aus der Passion Christi sind jüngeren Datums. Auf der Rückseite der Altarflügel, die auch das Flotowsche und das Blüchersche Wappen zeigen, sind die Stifter Augustin Didrich von Flotow und Katharina Eliesabet von Blücher genannt.
  • Patronatslogen
Zu beiden Seiten des Altars befinden sich Patronatslogen aus dem 18. Jahrhundert. Das rechts neben dem Altar befindliche Patronatsgestühl trägt die Inschrift „Hartwig von Flotow anno 1658“.
  • Deckenleuchter
Die zwei bronzenen Deckenleuchter hingen ursprünglich in der Synagoge in Sternberg. Sie stammen aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
  • Sonstiges
Die Kanzel stammt von 1688, die Taufe vermutlich aus dem gleichen Jahr.
Zum weiteren Schmuck der Kirche zählen neben Kabinettscheiben des 17. Jahrhunderts mit biblischen Szenen auch insbesondere etwa 50 Sargbeschläge aus Zinn, die aus dem 17. bis 19. Jahrhundert stammen und an den Wänden der Kirche angebracht sind.
Eine Glocke der Kirche wurde 1832 bei Valentin Schultz in Rostock gegossen.

Grabkreuze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabkreuze der Familie von Flotow

Östlich der Kirche stehen einige Grabkreuze, u. a. für Andreas von Flotow (* 25. Juli 1900; † 30. April 1933), Leutnant a. D., Elisabeth von Flotow (* 16. April 1873; † 31. Januar 1946), geb. Gräfin von Bernstorff, Jürgen von Flotow (* 25. Oktober 1868; † 25. Mai 1956) und Ernst von Flotow (* 1. Januar 1873; † 7. August 1956), Kunstmaler.

Jürgen von Flotow, Vater des 1933 erschossenen SA-Führers Andreas von Flotow, war in Süddeutschland gestorben. In einer Nacht- und Nebelaktion wurde der Leichnam in die Deutsche Demokratische Republik gebracht und – gemäß v. Flotows Wunsch – in Stuer beigesetzt. In seinem Roman Verflucht und geliebt (1981) hat Helmut Sakowski diese Aktion verwendet; die Literaturverfilmung ist dramatisch gestaltet.

Internationale Musiktage am Plauer See – Klaviertage Stuer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Kirche finden seit 2011 die Internationalen Musiktage am Plauer See – Klaviertage Stuer statt. Bislang aufgetreten sind die Pianisten:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Bau- und Kunstdenkmale in der DDR, Bezirk Neubrandenburg, Berlin 1986, S. 334/335.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dorfkirche Stuer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationen zur Gemeinde
  2. Antje Bernstein: Klavierklänge aus vier Nationen. Schweriner Volkszeitung (Ausgabe Lübz), 30. August 2011, S. 15.
  3. Dieter Hofmann: Erfolgreiche Premiere für Klaviertage. Schweriner Volkszeitung (Ausgabe Lübz), 15. September 2011, S. 16.
  4. Ankündigung der Tourist Info Plau am See (abgerufen am 21. April 2012)@1@2Vorlage:Toter Link/www.plau-am-see.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. Ankündigung der Tourist Info Plau am See (abgerufen am 18. Juni 2013)@1@2Vorlage:Toter Link/www.plau-am-see.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Ankündigung des Veranstalters (abgerufen am 27. Mai 2014)
  7. Ankündigung des Veranstalters (abgerufen am 7. Juli 2015)

Koordinaten: 53° 22′ 44,8″ N, 12° 20′ 20,5″ O