Braunau TG

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TG ist das Kürzel für den Kanton Thurgau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Braunauf zu vermeiden.
Braunau
Wappen von Braunau
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton ThurgauKanton Thurgau Thurgau (TG)
Bezirk: Münchwilen
BFS-Nr.: 4723i1f3f4
Postleitzahl: 9502
Koordinaten: 722661 / 262299Koordinaten: 47° 30′ 0″ N, 9° 4′ 0″ O; CH1903: 722661 / 262299
Höhe: 669 m ü. M.
Höhenbereich: 570–778 m ü. M.
Fläche: 9,17 km²
Einwohner: 778 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 85 Einw. pro km²
Website: www.braunau.ch
Blick auf Braunau

Blick auf Braunau

Lage der Gemeinde
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Braunau, schweizerdeutsch Brunau,[3] ist eine politische Gemeinde und eine Ortschaft[4] im Bezirk Münchwilen des Schweizer Kantons Thurgau.

Die Ortsgemeinde Braunau wurde 1999 von der Munizipalgemeinde Tobel abgetrennt und in die politische Gemeinde Braunau umgewandelt. Gleichzeitig vereinigten sich die verbleibenden Ortsgemeinden Tägerschen und Tobel zur politischen Gemeinde Tobel-Tägerschen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Braunau liegt auf einer kleinen Passhöhe im Süden des Kantons Thurgau, dem sogenannten Hinterthurgau oder Tannzapfenland, eingebettet zwischen dem Braunauer Berg und der Braunauer Höchi. Zu Braunau gehören die Orte Beckingen, Hittingen und Oberhausen und 17 Weiler. Nördlich der Kerngemeinde Braunau durchfliesst der Hartenauerbach, ein Zufluss der Lauche, von Ost nach West das Gemeindegebiet. Gegen Süden wird Braunau vom Wiesentalerbach durch das Wiesental in Richtung Bronschhofen entwässert.[5]

Braunau liegt auf einer Höhe von 669 m ü. M., wobei der höchste Punkt der Gemeinde bei 772 und der tiefste bei 598 m ü. M. liegt. Die Landschaft ist geprägt durch Hochstammobstbaum und viele Hecken.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die St.-Michaels-Kapelle dürfte aus dem 13. oder 14. Jahrhundert stammen.[7]

Braunau wurde wahrscheinlich im Jahre 762 als Pramacunauia erstmals erwähnt. Nach 762 gehörte das Gebiet um Braunau mehrheitlich zur Grundherrschaft des Klosters St. Gallen und kam mit den Gerichtsrechten vermutlich über die Toggenburger und deren Dienstleute zu Heitnau und ab 1228 sukzessive an die Johanniterkomturei Tobel. Deren Herrschaft Tobel unterstand es bis 1798.[8]

Ursprünglich war Braunau nach Affeltrangen kirchgenössig, die St.-Michaels-Kapelle gehörte jedoch bereits vor 1228 zur Pfarrei Märwil. 1529 Reformation. Die verbliebenen Katholiken waren nach Tobel kirchgenössig – wobei sich in Braunau eine Kapelle befindet, die Reformierten nach Märwil. 1806 bis 1807 erfolgte der Bau der Kirche. 1810 löste sich Braunau kirchlich von Märwil ab und wurde 1861 eine Kirchgemeinde mit Pfarrwahlrecht.[8]

Die Offnung von 1519 regelte den Alltag im Dorf. Der Getreidebau wurde in drei Zelgen betrieben. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte Umstellung auf Vieh- und Milchwirtschaft mit Käsereien und auf Obstbau. Im frühen 19. Jahrhundert spielte die Kattun- und Leinen­weberei als Hausindustrie. eine Rolle. Seit ca. 1895 besteht Holzbaugeschäft mit Zimmerei und Sägerei.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Braunau-blazon.svg

Blasonierung: Geviert von Gelb und Rot.[9]

Das Wappen der früheren Ortsgemeinde und der politischen Gemeinde Braunau wurde von den Herren von Heitnau, deren Burg auf dem Gemeindegebiet lag, übernommen.[9]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Braunau[5]
Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Braunau[5]
Jahr 1634 1850 1880 1900 1930 1950 1980 2000 2010 2018
Einwohner ca. 300 687 594 550 554 547 459 661 685 778

Von den insgesamt 778 Einwohnern der Gemeinde Braunau im Jahr 2018 waren 77 bzw. 9,9 % ausländische Staatsbürger. 294 (37,8 %) waren evangelisch-reformiert und 285 (36,6 %) römisch-katholisch.[4] Im Jahr 2010 verteilten sich 685 Einwohner auf 267 Haushalte. 33 Personen waren als Landwirte tätig.[10]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 bot Braunau 181 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 34,8 % in der Land- und Forstwirtschaft, 16,1 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 49,1 % im Dienstleistungssektor tätig.[2]

Die Gemeinde Braunau ist geprägt durch die vielen Landwirtschaftsbetriebe. Wegen der Höhenlage und des Klimas ist der Ackerbau nur beschränkt möglich. Eine gewisse Bedeutung haben der Obstbau mit hochstämmigen Äpfel-, Birnen-, Zwetschgen- und Kirschbäumen.[6]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau der katholische Kapelle St. Michael wird aufgrund der Glocken im 13. oder 14. Jahrhundert vermutet. Die reformierte Kirche entstand in den Jahren 1806/07. Als Wahrzeichen zählt eine über 300 Jahre alte Eiche, die in Ueterschen am Waldrand steht.[6]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Braunauer Berg/Hüenersädel auf Braunau und einige Weiler (v. l. n. r.): Breitenacker und Hölzli; Üeterschen; Heid; Brunauer Höchi mit dem Hüttli; ganz rechts beginnt das Wiesental

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Braunau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. a b Thurgau in Zahlen 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF-Datei; 1,8 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  3. Braunau Auf ortsnamen.ch (Online-Datenbank), abgerufen am 15. Februar 2020
  4. a b Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabelle; 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  5. a b c Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden. Kanton Thurgau, 1850–2000 und Wohnbevölkerung der Gemeinden und Vorjahresveränderung. Kanton Thurgau, 1990–2018. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabellen; jeweils 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  6. a b c Ortsinfotafel im Dorfzentrum von Braunau TG, fotografiert am 23. April 2020
  7. Spätromanische Kapelle Braunau. Auf: freizeit.thurbo.ch, einer Webseite der Bahngesellschaft Thurbo, abgerufen am 1. November 2019
  8. a b c André Salathé: Braunau. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  9. a b Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019
  10. Politische Gemeinde Braunau (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) (PDF; 73 kB), www.braunau.ch, abgerufen am 8. Juni 2011