Tobel-Tägerschen

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Tobel-Tägerschen
Wappen von Tobel-Tägerschen
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton ThurgauKanton Thurgau Thurgau (TG)
Bezirk: Münchwilen
BFS-Nr.: 4776i1f3f4
Postleitzahl: 9555
Koordinaten: 720112 / 264101Koordinaten: 47° 31′ 0″ N, 9° 2′ 0″ O; CH1903: 720112 / 264101
Höhe: 525 m ü. M.
Höhenbereich: 499–698 m ü. M.[1]
Fläche: 7,11 km²[2]
Einwohner: 1589 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 223 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
16,8 % (31. Dezember 2020)[4]
Website: www.tobel-taegerschen.ch
Komturei Tobel mit Kirche St. Johannes

Komturei Tobel mit Kirche St. Johannes

Lage der Gemeinde
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Tobel-Tägerschen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Münchwilen des Schweizer Kantons Thurgau. Sie entstand 1999 durch die Vereinigung der beiden Ortsgemeinden Tägerschen und Tobel. Gleichzeitig trennte sich die Ortsgemeinde Braunau von der Munizipalgemeinde Tobel ab und bildet seither eine eigene politische Gemeinde.[6]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tobel-Tägerschen liegt am Südrand des Lauchetals an der Hauptstrasse MärstettenWil SG. Die Gemeinde besteht aus den heute nahtlos zusammengebaut den Ortsteilen Tobel und Tägerschen, den Weilern Erikon, Karlishub und Thürn sowie zahlreichen Kleinstsiedelungen und Einzelhöfen.

Die Gemeinde hat mit Tobel-Affeltrangen und Tägerschen zwei Bahnhöfe an der Bahnlinie Weinfelden–Wil.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johanniterkomturei Tobel zwischen 1706 und 1724

Der Regierungsrat beantragte 1998 im Der Grosse Rat des Kantons Thurgau bewilligte 1998 die Fusion der bisherigen Ortsgemeinden Tobel und Tägerschen zu einer Einheitsgemeinde, die auf Wunsch der Bevölkerung den Doppelnamen Tobel-Tägerschen bekam. Seit dem 1. Januar 1999 bilden nun die beiden Dörfer mit ihrem gemeinsamen Siedlungsgebiet zusammen eine politische Gemeinde.[7]

Die Geschichte von Tobel und Tägerschen ist eng verbunden mit der damaligen Johanniterkomturei,[7] die zwischen 1226 und 1228 gegründet wurde. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts baute die Komturei durch systematischen Erwerb die Herrschaft Tobel auf. 1807 übernahm der Kanton Thurgau die Komturei und richtete 1811 dort eine Arbeitsanstalt für Männer und Frauen ein. 1973 wurde die kantonale Strafanstalt in der ehemaligen Komturei Tobel aufgelöst.[8]

→ siehe auch Abschnitt Geschichte im Artikel Tobel TG
→ siehe auch Abschnitt Geschichte im Artikel Tägerschen

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tobel-Tägerschen

Blasonierung: Schräg links geteilt von Rot mit weissem Kreuz und von Gelb mit rotem Kreuz, beide Kreuze mit gestutzten Schenkeln gegen die Teilungslinie, so dass diese sich nur mit den Eckpunkten berühren.[9]

Bis ins Jahr 2012 verwendete die Politische Gemeinde die Wappen der beiden ehemaligen Ortsgemeinden. Auf Wunsch der Kantonsregierung liess die Gemeinde im Jahr 2012 die beiden Wappen von Tägerschen und Tobel zu einem neuen Gemeindewappen zusammenfügen.[7] Es zeigt das Johanniterkreuz und nimmt damit Bezug auf die Kommende Tobel des Johanniter- bzw. Malteserordens, die von 1228 bis 1809 bestand.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung im Gebiet der heutigen Gemeinde Tobel-Tägerschen[6]
Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Gemeinden
1850 1900 1950 1990 2000 2010 2018
Politische Gemeinde[6] 1280 1382 1601
Ortsgemeinde Tägerschen[10] 226 214 272 389
Ortsgemeinde Tobel[8] 385 412 558 739

Von den insgesamt 1601 Einwohnern der Gemeinde Tobel-Tägerschen im Jahr 2018 waren 269 bzw. 16,8 % ausländische Staatsbürger. 676 (42,2 %) waren römisch-katholisch und 454 (28,4 %) evangelisch-reformiert. Die Ortschaft Tobel zählte zu diesem Zeitpunkt 964 Bewohner.[11]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 bot Tobel-Tägerschen 441 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 9,0 % in der Land- und Forstwirtschaft, 36,7 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 54,3 % im Dienstleistungssektor tätig.[5]

→ siehe auch Abschnitt Wirtschaft im Artikel Tobel TG

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tobel ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fridolin Suter (1863–1937), in Tobel geboren, Ehrendomherr in Solothurn und Ehrenbürger von Bischofszell

Besonderes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tobel-Tägerschen war Start- und Zielort einer Etappe der Tour de Suisse 2011.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Tobel-Tägerschen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. a b Thurgau in Zahlen 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF-Datei; 1,8 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  6. a b c Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden. Kanton Thurgau, 1850–2000 und Wohnbevölkerung der Gemeinden und Vorjahresveränderung. Kanton Thurgau, 1990–2018. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabellen; jeweils 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  7. a b c Geschichte. Auf der Webseite der Gemeinde Tobel-Tägerschen, abgerufen am 30. November 2019
  8. a b Verena Rothenbühler: Tobel. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  9. Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019
  10. André Salathé: Tägerschen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  11. Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabelle; 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.