Bichelsee-Balterswil

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Bichelsee-Balterswil
Wappen von Bichelsee-Balterswil
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Münchwilen
BFS-Nr.: 4721i1f3f4
Postleitzahl: 8362
UN/LOCODE: CH BWI (Balterswil)
Koordinaten: 711465 / 256517Koordinaten: 47° 27′ 0″ N, 8° 55′ 0″ O; CH1903: 711465 / 256517
Höhe: 601 m ü. M.
Fläche: 12,1 km²
Einwohner: 2864 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 237 Einw. pro km²
Website: www.bichelsee-balterswil.ch
Dorf Bichelsee

Dorf Bichelsee

Karte
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Bichelsee-Balterswil ist eine politische Gemeinde im Bezirk Münchwilen des Schweizer Kantons Thurgau. Vorgängerin der 1996 gegründeten politischen Gemeinde war seit 1803 die Munizipalgemeinde Bichelsee mit den Ortsgemeinden Balterswil und Bichelsee.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Doppelgemeinde liegt im Hinterthurgau, auch Tannzapfenland genannt, dem südwestlichen und gebirgigen Teil des Kantons. Bichelsee-Balterswil grenzt an die Gemeinden Aadorf, Wängi, Eschlikon, Fischingen und Turbenthal ZH. Die beiden Dörfer Balterswil auf 575 m ü. M. und Bichelsee auf 601 m ü. M. liegen an der Strasse Wil SG – Turbenthal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen der Herren von Bichelsee

Balterswil wird erstmals am 25. März 885 als Baldherreswilare in einer Urkunde des Abts von St. Gallen, Bichelsee am 10. Januar 894 in einer Schenkungsurkunde als Pichelense erwähnt. Das Kloster St. Gallen erhielt damals in Bichelsee Dienstleute, Häuser, Zugtiere, Wiesen etc. geschenkt. Das zu Balterswil gehörende Ifwil ist bereits in einer Schenkungsurkunde des Kaiser Ludwig des Frommen vom 4. Juni 817 an das Kloster St. Gallen als Ifinwilare zu finden. Am 6. November 912 taucht erstmals Ittenasana (Itaslen, Bichelsee) in einer Urkunde auf. Bis ins Jahr 1209 sind keine weiteren urkundliche Eintragungen bekannt.[3]

Die Herren von Bichelsee sind im Jahre 1209 das erste Mal urkundlich erwähnt. Es wird vermutet, dass der Ursprung der beiden Brüder Walter der I. und Eberhard I. mit dem Ursprung der Herren von Elgg zusammenhängt. Diese edlen Herren waren Dienstleute des Klosters St. Gallen und gehörten zum niederen Adel. Das Gebiet, das die Herren von Bichelsee beherrschten, war um einiges grösser als die Ausdehnung der heutigen Politischen Gemeinde. Im Jahre 1250 wurde durch Eberhard I. von Bichelsee das Kloster Tänikon gegründet. In diesen Jahren wurde auch die Burg Neu-Bichelsee gebaut, die aber bereits im Jahre 1273 durch Rudolf von Habsburg geplündert wurde. Die Burg Neu-Bichelsee wurde nie wieder aufgebaut.[3]

1884 brannte das Dorf Balterswil zum grössten Teil ab.[4] In Bichelsee entstand 1899 die erste Raiffeisenkasse der Schweiz. Das wurde durch den Pfarrer Johann Traber in die Wege geleitet. Der Entscheid der Raiffeisenbank im Jahre 2012, den Gründungssitz die Filiale Bichelsee zu schliessen, stiess auf Widerstand.[5]

Im Jahre 1972 wurde das gemeinsame Schulzentrum Bichelsee-Balterswil für die Real- und Sekundarschule gebaut.[3] Am 1. Januar 1996 entstand im Zuge der Thurgauer Gemeindereorganisation die Gemeinde Bichelsee-Balterswil aus dem Zusammenschluss der ehemaligen Munizipalgemeinde Bichelsee mit den Ortsgemeinden Balterswil und Bichelsee.[6]

→ siehe auch: Abschnitte Geschichte in den Artikeln Balterswil und Bichelsee

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BichelseeBalterswil-blazon.svg

Blasonierung: In Rot eine weisse Binde.[7]

Das Wappen der früheren Ortsgemeinde Bichelsee und der politischen Gemeinde Bichelsee-Balterswil wurde von den Herren von Bichelsee übernommen.[7]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung im Gebiet der heutigen Gemeinde Bichelsee-Balterswil[2]
Bevölkerungsentwicklung von Munizipal- und politischer Gemeinde[2]
1850 1870 1900 1205 1941 1960 1980 2000 2010 2018
Politische Gemeinde 2277 2618 2863
Munizipalgemeinde Bichelsee 1071 953 1205 1407 1275 1467 1810

Von den insgesamt 2863 Einwohnern im Jahr 2018 waren 313 bzw. 10,9 % ausländische Staatsbürger.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelische Kirche Bichelsee
Bichelsee

Die reformierte Kirche wurde 1960 durch den Architekt Edwin Rausser nach dem Modulor von Le Corbusier erbaut. Eine künstlerische Besonderheit ist die Eingangstüre mit den Tieren der Arche Noah, die in modern stilisierten Formen in das Holz geschnitzt sind.

Der Bichelsee ist ein flacher See mit etwa 300 Meter Durchmesser. Der westliche Teil mit dem Strandbad liegt schon auf dem Gebiet des Kantons Zürich.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SVP ist seit den Nationalratswahlen 2011 die stärkste Partei in Bichelsee-Balterswil. Bei den Nationalratswahlen 2019 machte die SVP 1837 Parteistimmen, gefolgt von der CVP mit 857.[9]

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bichelsee-Balterswil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. a b c 2000 T4 Wohnbevoelkerung ab 1850.xlsx. und 2018_2017_1990_BevGmd.xlsx (Bevölkerung in ausgewählten Jahren, 1990, 2000, 2010, 2017-2018, Vorjahresveränderung). Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.
  3. a b c Geschichte. Auf der Webseite der Gemeinde Bichelsee-Balterswil, abgerufen am 1. November 2019
  4. Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Herausgeber): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Aa – Emmengruppe. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1902, S. 133, Stichwort Balterswil  (Scan der Lexikon-Seite).
  5. SF-Videoportal Widerstand gegen Schliessung http://www.srf.ch/player/tv/schweiz-aktuell/video/widerstand-gegen-schliessung-der-ersten-raiffeisenbank?id=0a76fc5d-7e87-42f0-9166-b289fa11fdb3@1@2Vorlage:Toter Link/www.srf.ch (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. Bichelsee-Balterswil. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  7. a b Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019
  8. 2018_2015_BevGmd_Geschl_Nat.xlsx (Bevölkerung nach Geschlecht und Nationalität, 2015-2018) Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.
  9. Abstimmungs- und Wahlergebnisse. Auf der Webseite der Gemeinde Bichelsee-Balterswil, abgerufen am 1. November 2019