Emomalij Rahmon

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Emomalij Rahmon in Moskau, 2017

Emomalij Rahmon, bis 21. März 2007 Emomalij Scharifowitsch Rahmonow (tadschikisch Эмомалӣ Раҳмон, Эмомалӣ Шарифович Раҳмонов; russisch Эмомали Рахмон / Emomali Rachmon; englisch Emomali Rahmon; امامعلی رحمان (in arabischer Schrift); * 5. Oktober 1952 in Danghara, Provinz Kulob, Tadschikische SSR, Sowjetunion) ist seit 1994 Staatspräsident von Tadschikistan. Im November 2013 wurde er für eine vierte Amtszeit wiedergewählt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Tadschikischen Staatlichen Universität war er als Parteisekretär in einem landwirtschaftlichen Betrieb tätig. Mit Hilfe des Präsidenten Rahmon Nabijew (Раҳмон Набиев) stieg er später zum Direktor einer Sowchose in seiner Heimatregion auf. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde Rahmonow am 20. November 1992 während des Bürgerkriegs vom Parlament zum Vorsitzenden des Obersten Sowjets Tadschikistans gewählt und schließlich am 16. November 1994 zum Präsidenten. Die Opposition und ausländische Beobachter kritisierten die Wahlen wegen Unregelmäßigkeiten. Am 6. November 1999 wurde er für eine weitere, nun siebenjährige, Amtsperiode als Präsident bestätigt. Am 5. November 2006 gewann Rahmon die Wiederwahl gegen sechs Gegenkandidaten. Am 22. März 2007 änderte Emomalij Scharifowitsch Rahmonow, wie er bis dato hieß, seinen Namen in Emomalij Rahmon. Dies sei, laut Rahmon, Teil der neuen Identitätsfindung Tadschikistans. Er ist Träger des Titels Held Tadschikistans.[1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Präsidentenpalast in Duschanbe

Die internationale Staatengemeinschaft hat wiederholt die Regierung Rahmon wegen Verletzungen von Menschenrechten und der Pressefreiheit angeprangert.[2] Die Regierung wird außerdem international wegen Korruption und Verflechtungen mit Wirtschaftsunternehmen kritisiert, besonders im Zusammenhang mit dem größten Industriebetrieb des Landes, der staatlichen Aluminiumfabrik TALCO in Tursunsoda.[3]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rahmon ist ein sunnitischer Muslim und hat seine Pilgerfahrt nach Mekka im März 1997 absolviert. Er setzt sich für enge Beziehungen zwischen den islamischen Ländern in der Region ein, insbesondere zu Iran und Afghanistan.

Im Rahmen des Treffens der Organisation der Islamischen Konferenz im Jahre 2010 in Duschanbe sprach sich Rahmon gegen den „Missbrauch“ des Islam zu politischen Zwecken aus. „Terrorismus und Terroristen haben keine Nation, kein Land und keine Religion.“ Rahmon fügte hinzu: „Durch Benutzung des Begriffs ‚islamischer Terrorismus‘ wird nur der Islam diskreditiert, dies entwürdigt die reine und friedfertige Religion des Islam.“[4]

Aus Angst vor wachsendem Islamismus unterzeichnete Rahmon Anfang August 2011 ein Gesetz, das im muslimisch geprägten Tadschikistan Jugendlichen unter 18 Jahren den Besuch von Moscheen verbietet. Eltern drohen langjährige Haftstrafen, falls ihre Kinder an religiösen Zeremonien teilnehmen. Ausgenommen sind nur Beerdigungen[5].

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Emomali Rahmon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Мирзои Салимпур. Тоҷикон қаҳрамонҳои миллӣ доранд? // Радиои Озодӣ Август 12, 2015 (tadschikisch)
  2. Vgl. U.S. Dept. of State: „2008 Human Rights Reports: Tajikistan“
  3. John Helmer: IMF blows whistle on Tajik corruption. Asia Times, 26. März 2008
  4. Top Islamic Body Holds Foreign Minister Meeting In Dushanbe. Radio Free Europe, 18. Mai 2010
  5. Vgl.: Tadschikistan verbietet Kindern Moschee-Zutritt. Neue Zürcher Zeitung, 3. Aug. 2011