Ulrike Draesner

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Ulrike Draesner (2005)

Ulrike Draesner (* 20. Januar 1962 in München) ist eine deutsche Schriftstellerin.

Leben und Schaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ulrike Draesner wuchs als Tochter eines Architekten in München auf. Nach dem Abitur studierte sie mit einem Stipendium der Stiftung Maximilianeum Rechtswissenschaften, Anglistik, Germanistik und Philosophie an den Universitäten in München, Salamanca und Oxford. Von 1989 bis 1993 war sie wissenschaftliche Assistentin am Münchner Institut für Deutsche Philologie. 1992 promovierte sie über ein mediävistisches Thema. 1993 gab sie ihre wissenschaftliche Laufbahn zugunsten der schriftstellerischen Arbeit auf. Seit 1994 lebt sie als freie Schriftstellerin in Berlin. Ulrike Draesner ist seit 1999 Mitglied des PEN-Zentrum Deutschland. 2010 wurde Draesner in die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste gewählt.

Ulrike Draesner verfasst in erster Linie Lyrik und Prosa und arbeitet häufig zusammen mit bildenden Künstlern und Schriftstellerkollegen an sog. „intermedialen“ Projekten mit. Dabei treten Draesners Texte mit Kunstformen wie z.B. Bildhauerei, Aktionskunst und Musik in ein Spannungsverhältnis.

Draesner nimmt den Standpunkt ein, dass sich die Intelligenz eines Romans in seiner Form zeigt.[1]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

kugelblitz, 2005

Einzeltitel

  • Wege durch erzählte Welten. Intertextuelle Verweise als Mittel der Bedeutungskonstitution in Wolframs Parzival, Dissertation, Frankfurt am Main [u.a.] 1993.
  • Gedächtnisschleifen, Gedichte, Frankfurt am Main 1995, überarbeitete Neuausgabe München 2008.
  • Anis-o-trop, Gedichte, Hamburg 1997.
  • Lichtpause, Roman, München [u.a.] 1998.
  • Reisen unter den Augenlidern, Erzählungen, Klagenfurt [u.a.] 1999.
  • für die nacht geheuerte zellen, Gedichte, München 2001.
  • Bläuliche Sphinx, Berlin 2002 (zusammen mit Lothar Seruset).
  • Mitgift, Roman, München 2002.
  • Hot Dogs, Erzählungen, München 2004.
  • kugelblitz, Gedichte, München 2005.
  • Spiele, Roman, München 2005.
  • Schöne Frauen lesen. Über Ingeborg Bachmann, Annette von Droste-Hülshoff, Friederike Mayröcker, Virginia Woolf u.v.a., Luchterhand, München 2007, ISBN 978-3-630-62121-0.
  • berührte orte, Gedichte, Luchterhand, München 2008, ISBN 978-3-630-87268-1.
  • Vorliebe, Roman, Luchterhand, München 2010, ISBN 978-3-630-87294-0.
  • Richtig liegen. Geschichten in Paaren, Erzählungen, Luchterhand, München 2011, ISBN 978-3-630-87324-4.
  • Heimliche Helden. Über Heinrich von Kleist, James Joyce, Thomas Mann, Gottfried Benn, Karl Valentin u.v.a.. Essays, Luchterhand, München 2013, ISBN 978-3-630-87373-2.[2]
  • Sieben Sprünge vom Rand der Welt, Roman, Luchterhand, München 2014, ISBN 978-3-630-87372-5.[3]
  • Mein Hiddensee, mare, Hamburg 2015, ISBN 978-3-86648-213-5.

Herausgaben

  • Verführung - Novellen von Goethe bis Musil, München 1994

Literarische Übersetzungen

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael König: Poetik des Terrors. Politisch motivierte Gewalt in der deutschen Gegenwartsliteratur, De Gruyter, Berlin 2015, ISBN 978-3-8394-2987-7, darin auch Interview mit Ulrike Draesner: »ICH WOLLTE ›DEN TERRORISMUS‹ NIEMALS VERSTEHEN« Ulrike Draesner über ihren Roman »Spiele« (2005), der die Ereignisse des Attentats während der Olympischen Sommerspiele 1972 in München in den Mittelpunkt stellt, S. 389-395.
  • Ulrike Draesner, herausgegeben von Susanna Brogi, Anna Ertel und Evi Zemanek, Inhaltsverzeichnis, Text + Kritik, Heft 201, Januar 2014, ISBN 978-3-86916-341-3
  • Ulrike Vedder: „Ulrike Draesner: Mitgift“, in: Literatur und Wissen. Ein interdisziplinäres Handbuch, herausgegeben von Roland Borgards, Harald Neumeyer, Niclas Pethes und Yvonne Wübben, Metzler, Stuttgart 2013, S. 415–420, ISBN 9783476023711
  • Anna Alissa Ertel: Körper, Gehirne, Gene. Lyrik und Naturwissenschaft bei Ulrike Draesner und Durs Grünbein, De Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-11-022910-3
  • Stephanie Catani, Friedhelm Marx (Hrsg.): Familien - Geschlechter - Macht - Beziehungen im Werk Ulrike Draesners, Wallstein Verlag, Göttingen 2008, ISBN 9783835308206
  • Cornelia Saxe: „Schöne Frauen lesen und schreiben – Die Ulrike-Draesner-Homestory“, in: Dünn ist die Decke der Zivilisation – Begegnungen zwischen Schriftstellerinnen, Maike Stein (Hrsg.), Ulrike Helmer Verlag, Frankfurt/M. 2007, S. 21–32, ISBN 978-3-89741-244-6
  • Roman Luckscheiter: Heimatlos. Ulrike Draesner unterscheidet zwischen Mensch und Biene, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11. Juni 2007, Nr. 132, S. 36. (Rezension von: Ulrike Draesner: "Zauber im Zoo". Vier Reden von Herkunft und Literatur. Wallstein Verlag, Göttingen 2007)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ulrike Draesner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. SOMMERSCHREIBKURS Architektur des Romans, draesner.de
  2. Rezension: Eberhard Geisler: Exakt getaktet. Ulrike Draesners gesammelte Essays über Literatur, in Süddeutsche Zeitung, 17. Juli 2013, S. 14.
  3. Nicht einmal auf Affenempathie ist Verlass in FAZ vom 8. Juli 2014, Seite 10
  4. Longlist Deutscher Buchpreis 2005. In: deutscher-buchpreis.de. Abgerufen am 23. Juli 2016.
  5. Poetikprofessur an der Universität Bamberg
  6. Informationen zu Autorin, Werk und Recherche. Robert Bosch Stiftung, abgerufen am 23. Juli 2016.
  7. Longlist Deutscher Buchpreis 2014. In: deutscher-buchpreis.de. Abgerufen am 23. Juli 2016.