Eurasischer Wolf

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Eurasischer Wolf
Eurasischer Wolf (Canis lupus lupus)

Eurasischer Wolf (Canis lupus lupus)

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Gattung: Wolfs- und Schakalartige (Canis)
Art: Wolf (Canis lupus)
Unterart: Eurasischer Wolf
Wissenschaftlicher Name
Canis lupus lupus
Linnaeus, 1758

Der Eurasische Wolf, Europäische Wolf oder Grauwolf (Canis lupus lupus) ist eine Unterart des Wolfes (Canis lupus) und zählt zur Hundefamilie (Canidae).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Eurasische Wolf erreicht einen Widerrist von 70 bis 90 cm und erreicht eine Körperlänge von bis zu 140 cm.[1] Somit ist er den mittelgroßen Wolfsarten zuzuordnen. Das Gewicht liegt zwischen 30 und 50 kg. Der Geschlechtsdimorphismus zwischen Männchen und Weibchen zeigt sich im Größenunterschied. So sind männliche Tiere meistens größer und schwerer als die Weibchen. Optisch weist der Wolf eine gewisse Ähnlichkeit zu heutigen Haushunden auf. Im Gegensatz zum Haushund sind Wölfe hochbeiniger und verfügen über eine gerade Rückenlinie, während sie beim Hund zum Schwanz hin abfällt. Der Wolfsschwanz ist buschig und gerade. Wölfe haben tendenziell kleinere Ohren, die zudem innen dicht behaart sind.

Das Fell Eurasischer Wölfe ist gelblichgrau, graubraun oder dunkelgrau gefärbt. Die Unterseite der Schnauze und die Kehle sind heller, die Rückseiten der Ohren erscheinen leicht rötlich. Die Rückenfärbung weist in den meisten Fällen einen dunklen bis schwarzen Sattelfleck auf. Ebenfalls dunkler gefärbt sind die Schwanzspitze und die Vorderseite der Beine. Aufgrund der überwiegend grauen Fellfarbe trägt der Wolf auch den Namen Grauwolf.

Fortpflanzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eurasische Wölfe werden nach zwei Jahren geschlechtsreif. Sie werfen meist vier bis sechs Welpen. Die Paarungszeit ist im Frühjahr zwischen Februar und März. Die Tragzeit dauert ungefähr neun Wochen. Die Welpen werden vom gesamten Rudel großgezogen. Nach ein bis drei Jahren verlassen Jungtiere ihr Rudel und siedeln sich meist in der Nähe ihres alten Rudels an.

Ernährung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wölfe zählen zu den Großraubtieren. Zu ihren Beutetieren zählen Rehe, Hirsche und Wildschweine. In einigen Regionen scheinen auch größere Tiere wie Elche oder der Wisent zu den Beutetieren zu zählen. Vorrangig erlegt der Wolf ältere, kranke oder junge Tiere, da sie einfacher zu erlegen sind. In Regionen mit hoher Landwirtschaft zählen auch Nutztiere wie Schafe und Ziegen zur Beute des Wolfes.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbreitung des Eurasischen Wolfes in der Alten Welt vor der Wiederbesiedlung Mittel- und Westeuropas

Der Eurasische Wolf ist, wie es der Name schon vermuten lässt, in Eurasien verbreitet. Sein Lebensraum erstreckt sich von Ostsibirien über den europäischen Teil Russlands bis nach Skandinavien sowie über Osteuropa (Polen, Tschechien, Slowakei) und Südosteuropa (Griechenland, Bulgarien, Rumänien) bis nach Mitteleuropa und Südeuropa (Italien, Spanien) sowie auch Westeuropa (Frankreich). [2] In Teilen Vorderasiens auf der Arabischen Halbinsel gibt es Populationen des Arabischen Wolfs, der heute dem Eurasischen Wolf zugeordnet wird.

Seit Anfang des 21. Jahrhunderts ist der Wolf auch wieder in Deutschland heimisch. Der Wolf lebt überwiegend in dichten Wäldern, aber auch in offenen Graslandschaften. Die Größe seines Reviers variiert zwischen 100 und 300 Quadratkilometern (Mitteleuropa)[3] und 2500 Quadratkilometern in höheren Breitenlagen.

Der Wolf in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2000 wurden die ersten Wolfswelpen in Freiheit geboren. Dies war der Startschuss zu einer raschen Rückkehr des Wolfes in Deutschland. Aus Polen kommend verbreiteten sich die Wölfe zunächst in Sachsen und im südlichen Brandenburg. Über Sachsen-Anhalt erreichten sie dann Niedersachsen. Außerdem weist Mecklenburg-Vorpommern wenige Wolfsrudel auf. Im April 2016 ging man von etwa 40 Wolfspaaren oder -rudeln aus.[4]

Der Wolf in Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitte bis Ende der 1990er Jahre wanderten einige Rudel aus benachbarten Ländern nach Österreich ein. 2002 wurde ein Wolf bei Bad Ischl irrtümlich als wildernder Hund geschossen. Zwischen 2004 und 2007 gab es drei Fälle von Rissen im Bereich Obdacher Sattel und steirisch‐niederösterreichische Kalkalpen sowie ein Foto aus Dobratsch. 2009 konnten durch einen DNA-Abgleich sechs bis acht Individuen nachgewiesen werden. Es folgten mehrere bestätigte Wolfssichtungen und DNA-Nachweise. Im Dezember 2012 veröffentlichte die Koordinierungsstelle für den Braunbären, Luchs und Wolf (KOST) ein Wolfsmanagement in Österreich über Grundlagen zum Wolf und Empfehlungen zum Umgang mit diesen.[5]

Der Wolf in der Schweiz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Italien und Frankreich wandern seit 1995 vereinzelt Wölfe in die Schweiz ein. Heutige Schätzungen gehen von einem Wolfsbestand von 25 bis 30 Tieren aus.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Patrick Masius, Jana Sprenger: Die Geschichte vom bösen Wolf – Verfolgung, Ausrottung und Wiederkehr. In: Natur und Landschaft. Jg. 87, Nr. 1, 2012, S. 11–16, Abstract.
  • Ilka Reinhardt, Gesa Kluth: Leben mit Wölfen. Leitfaden für den Umgang mit einer konfliktträchtigen Tierart in Deutschland (BfN-Skripten. 201, ZDB-ID 1476341-2). Bundesamt für Naturschutz (BfN), Bonn 2007, Digitalisat (PDF; 3,3 MB).
  • Erik Zimen: Der Wolf. Verhalten, Ökologie und Mythos. Das Vermächtnis des bekannten Wolfsforschers. Neuauflage. Kosmos, Stuttgart 2003, ISBN 3-440-09742-0.
  • Shaun Ellis, Monty Sloan (Fotos): Der Wolf – wild und faszinierend. Parragon Books Ltd, 2012, ISBN 978-1-4454-8426-6.
  • Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: Bericht des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit zur Lebensweise, zum Status und zum Management des Wolfes (Canis lupus) in Deutschland. zum Fachgespräch am 4.11.2015. Hrsg.: Deutscher Bundestag. Ausschussdrucksache 18(16)313. Berlin 28. Oktober 2015 (Digitalisat (PDF)).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Canis lupus lupus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Naturschutzbund Deutschland: Artensteckbrief Wolf, abgerufen am 11. Februar 2017.
  2. Verbreitungskarte Europa Stand 2016 [1]
  3. Steckbrief Europäischer Wolf (Canis lupus lupus), abgerufen am 11. Februar 2017.
  4. Naturschutzbund Deutschland: Wölfe in Deutschland Die wichtigsten Fakten in der Übersicht, abgerufen am 11. Februar 2017.
  5. Koordinierungsstelle für den Braunbären, Luchs und Wolf: Wolfsmanagement in Österreich, Dezember 2012, abgerufen am 11. Februar 2017.
  6. chwolf.org: Die natürliche Rückkehr der Wölfe in die Schweiz, November 2015, abgerufen am 11. Februar 2017.