Fügenberg

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Fügenberg
Wappen Österreichkarte
Wappen von Fügenberg
Fügenberg (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Schwaz
Kfz-Kennzeichen: SZ
Hauptort: Pankrazberg
Fläche: 58,55 km²
Koordinaten: 47° 20′ N, 11° 51′ OKoordinaten: 47° 20′ 17″ N, 11° 50′ 40″ O
Höhe: 681 m ü. A.
Einwohner: 1.457 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 25 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6264
Vorwahl: 05288
Gemeindekennziffer: 7 09 10
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Pankrazbergstraße 1
6264 Fügenberg
Website: www.fuegenberg.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Josef Unterweger (Heimatliste - Team Josef Unterweger)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2022)
(13 Mitglieder)

5 Heimatliste - Team Josef Unterweger - HLU; 5 Freie Liste Fügenberg - FLF; 3 Wir für Fügenberg - WFF

Lage von Fügenberg im Bezirk Schwaz
AchenkirchAschau im ZillertalBrandbergBruck am ZillerBuch in TirolEben am AchenseeFinkenbergFügenFügenbergGallzeinGerlosGerlosbergHainzenbergHart im ZillertalHippachJenbachKaltenbachMayrhofenPillRamsau im ZillertalRied im ZillertalRohrbergSchlittersSchwazSchwendauStansSteinberg am RofanStrass im ZillertalStummStummerbergTerfensTuxUdernsVompWeerWeerbergWiesingZell am ZillerZellbergTirolLage der Gemeinde Fügenberg im Bezirk Schwaz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Gemeindehaus Fügenberg
Gemeindehaus Fügenberg
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Fügenberg ist eine Gemeinde mit 1457 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2022) im Zillertal und gehört zum Bezirk Schwaz in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Zell am Ziller.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fügenberg gehört flächenmäßig zu den größeren Gemeinden im Zillertal. Es dehnt sich oberhalb von Fügen über weite Berghänge und enge Täler der Tuxer Voralpen aus. Das Gebiet liegt großteils in Hanglage. Die Gemeinde ist mit Fügen in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht eng verflochten.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende zwei Ortschaften (Einwohner Stand 1. Jänner 2022[1]):

  • Fügenberg (765)
  • Pankrazberg (692)

Zwei tief in die Tuxer Voralpen hineinreichende Täler gehören zum Gemeindegebiet, der Finsinggrund mit dem auf etwa 1.500 m (Klausboden) hoch gelegenen Hoteldorf Hochfügen sowie der obere Abschnitt des von Schlitters her führenden Öxltals mit der Kaunzalm.

Almen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kaunzalm (Niederleger (1525 m ü. A.), Mittelleger (~ 1730 m ü. A.), Hochleger (~ 1870 m ü. A.))
  • Kohleralm (1194 m ü. A.)
  • Geolsalm (1733 m ü. A.)
  • Gartalm (Niederleger (1572 m ü. A.), Hochleger (1849 m ü. A.))
  • Schellenbergalm (1291 m ü. A.)
  • Lamarkalm (Niederleger (1613 m ü. A.), Mittelleger (~ 1905 m ü. A.), Hochleger (1985 m ü. A.))
  • Pfundsalm (Niederleger (1640 m ü. A.), Mittelleger (1832 m ü. A.))
  • Viertelalm (Niederleger (~ 1765 m ü. A.), Hochleger (2022 m ü. A.))
  • Holzalm (Niederleger (~ 1630 m ü. A.), Hochleger (1896 m ü. A.))
  • Keglalm (Niederleger (~ 1405 m ü. A.), Mittelleger (1706 m ü. A.), Hochleger (~ 1955 m ü. A.))
  • Winkelalm (~ 1387 m ü. A.)
  • Lumpereralm (1392 m ü. A.)
  • Hölderalm (~ 1488 m ü. A.)
  • Schlagalm (1476 m ü. A.)
  • Gartalm im Schlagwald (~ 1125 m ü. A.)

Sonderfall:

  • Maschentalalm (Niederleger (~ 1530 m ü. A.), Hochleger (~ 1720 m ü. A.)); gehört zum Piller Gemeindegebiet (Hochpillberg).

Umgangssprachlich werden die Maschentalalmen als „Lamaschalmen“ bezeichnet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gallzein Schlitters Fügen
Schwaz

Pill

Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Uderns

Ried im Zillertal

Weerberg Hippach Zellberg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bergsiedlungen des Zillertals, darunter auch Fügenberg, gehen auf landwirtschaftliche Kolonisation im Mittelalter zurück, als der Talboden für die Bewirtschaftung nicht mehr ausreichte. Im Jahr 1188 stattete Erzbischof Adalbert III. von Salzburg ein in Hartberg errichtetes Johannes-Spital u. a. mit dem Gut Jansberg (Iannesperg, heute Amschberger Gaß mit den Höfen Floacher, Schmalzer und Wierer) in Fügenberg aus.[2] Urkundlich erstmals genannt wird Fügenberg als Fügerberg im Jahr 1315. Als nach den Napoleonischen Kriegen im Jahr 1816 im ganzen Zillertal die Tiroler Gemeindeverfassung Geltung bekam, wurden Fügenberg und Pankrazberg zur heutigen Gemeinde Fügenberg zusammengeschlossen.

Seit dem Mittelalter wurde auf dem Gemeindegebiet mehrere Jahrhunderte hindurch nach Bodenschätzen gesucht, unter anderem auch nach Gold und Eisenerz. Die Eisenerzvorkommen im Zillertal waren durch den gestiegenen Eisenbedarf der großen Silber- und Kupferbergwerksbetriebe in Schwaz und Kitzbühel wichtig geworden.

Zwischen 1562 und 1760 gab es neun Stollen an der Südost-Flanke des Bergrückens Grätzenkopf und Samjoch im Öxltal sowie auch auf der Schwazer Seite. Der Abtransport erfolgte nach Zerkleinerung in Ledersäcken von 60 bis 80 kg mit Saumpferden und Karren zur Eisenhütte nach Kleinboden. Die leeren Säcke wurden von großen Hunden wieder hinaufgetragen. Die Produktion an Eisenerz betrug jährlich zwischen 200 und 5000 Tonnen, es waren bis zu 500 Mann in Hütte und Bergbau beschäftigt. Die Knappen erbauten mehrere Kapellen und waren maßgeblich an der Errichtung der Pankrazkirche beteiligt.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchenhügel der Pankrazkirche

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert ist die von 1494 bis 1497 im gotischen Stil erbaute Pankrazkirche. Im September 1999 wurde in 1783 m Höhe der Schaustollen im Öxltal für Besucher geöffnet.

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Fügenberg

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region Fügen-Fügenberg bietet mit dem Spieljoch und Hochfügen zwei Skigebiete. Neben der Bedeutung als Wintersportzentrum ist Hochfügen auch Ausgangspunkt vieler Bergwanderungen, etwa auf den 2506 m hohen Gilfert oder den 2762 m hohen Rastkogel.

Das Gebiet zwischen Schwaz, Jenbach, Fügen und Hochfügen verfügt über das dichteste Netz offizieller Mountainbikerouten in Tirol. Im Mai 2005 wurde auch erstmals ein Trail zwischen Gamsstein und dem Gartalm-Niederleger freigegeben.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wintersportgebiet Hochfügen

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fügenberg ist eine Streusiedlung, die noch vor ein paar Jahrzehnten fast nur von Bauern besiedelt war. Mit dem Aufschwung des Wintertourismus hat sich die Situation geändert. Die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe ging von 102 im Jahr 1999 auf 88 im Jahr 2010 zurück. Davon waren weniger als die Hälfte Haupterwerbsbauern.[3] Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 213.000 im Jahr 2011 auf 260.000 im Jahr 2019, sank im COVID-Jahr 2020 auf 191.000.[4][5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Ortszentrum von Fügen aus führt die Hochfügen-Straße nach Fügenberg und von dort aus weiter bis zur Hotelsiedlung Hochfügen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahlen 2022[6]

Der Gemeinderat besteht aus 15 Mandataren.

Wählergruppe Stimmen Mandate Anteil
Zukunft Fügen - Team Bürgermeister Dominik Mainusch - ZF 1.108 9 57,71 %
WIR für Fügen - Kapfing, Kleinboden und Gagering - WIFF 365 3 19,01 %
Kapfing, Kleinboden, Gagering - Gemeinsam für Fügen - KKG 336 3 17,50 %
Menschen Freiheit Grundrechte - MFG 111 5,78 %
Partei 2022
% Mandate
Freie Liste Fügenberg - FLF 38,32 5
Heimatliste - Team Josef Unterweger - HLU 36,17 5
Wir für Fügenberg - WFF 25,51 3

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit 2022 Josef Unterweger[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen at fuegenberg.png

Der Gemeinde wurde 1987 folgendes Wappen verliehen: In grün-golden gespaltenem Schild ein mit zwei Palmenzweigen besteckter Dreiberg in verwechselten Farben.[8]

Der Berg weist auf die Lage der Gemeinde hin, die Palmzweige als Märtyrerattribut stehen für den heilgen Pankraz, dem die Kirche geweiht ist.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Mair: Geschichte der Häuser und Höfe von Fügen und Fügenberg (Schlern-Schriften 260). Wagner: Innsbruck 1971.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Fügenberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  2. Martin Bitschnau, Hannes Obermair: Tiroler Urkundenbuch, II. Abteilung: Die Urkunden zur Geschichte des Inn-, Eisack- und Pustertals. Band 2: 1140–1200. Universitätsverlag Wagner, Innsbruck 2012, ISBN 978-3-7030-0485-8, S. 338 f., Nr. 827.
  3. Ein Blick auf die Gemeinde Fügenberg, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 7. Oktober 2021.
  4. Ein Blick auf die Gemeinde Fügenberg, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 7. Oktober 2021.
  5. Österreich - Betroffenheit Branchen Corona 2020. Statista, abgerufen am 7. Oktober 2021.
  6. Gemeinde Fügen, Politik, Gemeinderatswahl 2022. Quelle: Land Tirol, 27. Februar 2022, abgerufen am 22. Juli 2022 (deutsch).
  7. Bürgermeister. Gemeinde Fügenberg, abgerufen am 7. Oktober 2021.
  8. Landesgesetzblatt für Tirol, Nr. 45/1987. (Digitalisat)
  9. Wappen von Tirol, Bezirk Schwaz. Universität Innsbruck, Institut für Geographie, abgerufen am 7. Oktober 2021.