Ramsau im Zillertal

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Ramsau im Zillertal
Wappen Österreichkarte
Wappen von Ramsau im Zillertal
Ramsau im Zillertal (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Schwaz
Kfz-Kennzeichen: SZ
Fläche: 8,95 km²
Koordinaten: 47° 12′ N, 11° 53′ OKoordinaten: 47° 12′ 18″ N, 11° 52′ 33″ O
Höhe: 604 m ü. A.
Einwohner: 1.670 (1. Jän. 2021)
Bevölkerungsdichte: 187 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6284
Vorwahl: 05282
Gemeindekennziffer: 7 09 22
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Ramsau 35
6284 Ramsau im Zillertal
Website: www.ramsau.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Friedrich Steiner (Zukunft Ramsau)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2016)
(13 Mitglieder)

5 Allgemeine Liste Ramsau, 8 ZukunftRamsau – Liste des Bürgermeisters

Lage von Ramsau im Zillertal im Bezirk Schwaz
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Über dieses Bild
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Ortskern mit Kirche von Nordosten
Ortskern mit Kirche von Nordosten
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Ramsau im Zillertal ist eine Gemeinde mit 1670 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2021) im Zillertal und gehört zum Bezirk Schwaz in Tirol (Österreich). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Zell am Ziller.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramsau liegt im hinteren Zillertal, östlich des Ziller. Das Gemeindegebiet reicht von 600 Meter über dem Meer an der Ziller bis zum 2350 Meter hohen Hochfeld. Die Gemeinde hat eine Fläche von neun Quadratkilometer. Davon ist mehr als die Hälfte bewaldet, ein Viertel wird landwirtschaftlich genutzt und neun Prozent sind Almen.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsteile sind der Hauptort Ramsau im Talboden, südlich davon auf einer Terrassenstufe (Ober- und Unter-)Bichl und Ramsberg als Streusiedlung am Hang.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zell am Ziller Hainzenberg
Hippach Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Schwendau Mayrhofen Brandberg

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet kam im 9. Jahrhundert zusammen mit dem ganzen Zillertal unter die Herrschaft des Salzburger Erzbischofs. Die erste schriftliche Erwähnung von Ramsowe (Ramsau) erfolgte 1188 in einer Schenkungsurkunde des Salzburger Erzbischofs an das Johannesspital in Stumm. Der Name ist ein im Alpenraum häufiger Flurname und bedeutet „Raben-Au“, möglich ist aber auch „Bärlauchaue“ (althochdeutsch ramsowa).[2] „Ramsberg“ wird erstmals 1350 urkundlich erwähnt. In dieser Zeit des langsamen Siedlungsausbaus wird genau zwischen der Bergsiedlung Ramsberg und dem im Tal gelegenen Ramsau unterschieden. Grundeigentümer waren neben dem Salzburger Erzbischof die Tiroler Landesfürsten, die Herren von Rottenburg, das Benediktinerstift St. Georgenberg und die Herzöge von Bayern.

Im 16. Jahrhundert wird erstmals ein „Hauptmann von Ramsperg“ genannt. Zu den Aufgaben dieses jährlich wechselnden Ortsvorstehers zählte das Eintreiben der Abgaben.

Durch die Knappen des Goldbergbaus in Zell hatte sich im 17. Jahrhundert der Protestantismus stark verbreitet. Im Jahr 1837 wurden 102 Ramsauer Protestanten zur Auswanderung nach Schlesien und in die Steiermark gezwungen.

Im Jahr 1817 wurde Ramsberg eine eigenständige Gemeinde. Da sich im 20. Jahrhundert der Schwerpunkt des Gemeindelebens von Ramsberg nach Ramsau verlagerte, wurde 1978 der Gemeindename in „Ramsau“ geändert.[3][4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filialkirche Maria sieben Schmerzen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ramsau im Zillertal
  • Filialkirche Maria sieben Schmerzen

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftlich bedeutend ist neben dem Tourismus der Autozulieferbetrieb AL-KO.

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den 37 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 23 im Haupt-, zehn im Nebenerwerb und vier von juristischen Personen geführt. Diese vier bewirtschafteten 29 Prozent der Flächen. Im Produktionssektor waren vier Firmen tätig. Sie beschäftigten fast 300 der 400 Erwerbstätigen. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche Handel und soziale und öffentliche Dienste.[5][6][7]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 37 40 44 30
Produktion 16 16 417 342
Dienstleistung 107 67 414 344

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 lebten 800 Erwerbstätige in Ramsau. Davon arbeiteten 250 in der Gemeinde und zwei Drittel pendelten aus. Dafür kamen mehr als 600 Menschen aus der Umgebung zur Arbeit nach Ramsau.[8]

Fremdenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 170.000 im Jahr 2010 auf 200.000 im Jahr 2019. Diese verteilen sich auf zwei Saisonen, wobei der Winter deutlich stärker ist.[9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ramsau ist über die Zillertalstraße und die Zillertalbahn mit den Haltestellen Ramsau-Hippach und Ramsau i. Z. Bühel erreichbar. Die Zillertal-Bundesstraße B169 führt durch den Ortsteil Ramsau und am Ortsteil Bühel vorbei, der Ramsberg ist mit zum Teil schmalen, aber durchgehend asphaltierten Bergstraßen erschlossen. Eine dieser Straßen führt zum südlichen Endpunkt der Scheitelstrecke der Zillertaler Höhenstraße.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Gemeinderat werden dreizehn Mandatare gewählt:

Partei 2016[10][11] 2010[12][13] 2004[14]
Prozent Mandate % Mandate % Mandate
ZUKUNFTRAMSAU – Liste des Bürgermeisters 63,62 8
Allgemeine Liste Ramsau 36,38 5 38,67 6 53,33 7
Unabhängige Liste Ramsau 10,78 1 25,04 3
Ramsauer Gemeinschaftsliste – frei & unabhängig 12,27 1 21,63 3
ZUKUNFTRAMSAU 38,28 5

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Ramsau im Zillertal ist Friedrich Steiner.[15]

Wappen

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das folgende Wappen wurde der Gemeinde am 14. März 1980 verliehen: In Gold ein schwarzer Rabe.[16]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Öttl (1932–2020), Pfarrer von Zell am Ziller 1983–2001[17]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ramsau im Zillertal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Ramsau im Zillertal, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 8. Februar 2021.
  2. Luftkurort Ramsau am Dachstein auf 1.135m Seehöhe. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  3. Michael Fritz, Fritz Steinegger: Geschichte Tirol, Ramsau im Zillertal. Verein "fontes historiae - Quellen der Geschichte", abgerufen am 8. Februar 2021.
  4. Ramsau - Zillertal.net ©. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  5. Ein Blick auf die Gemeinde Ramsau im Zillertal, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 7. Februar 2021.
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Ramsau im Zillertal, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 7. Februar 2021.
  7. Ein Blick auf die Gemeinde Ramsau im Zillertal, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 7. Februar 2021.
  8. Ein Blick auf die Gemeinde Ramsau im Zillertal, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 8. Februar 2021.
  9. Ein Blick auf die Gemeinde Ramsau im Zillertal, Übernachtungen. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 8. Februar 2021.
  10. Land Tirol - Wahlen 2016. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  11. Gemeinderatswahl 2016 - Wahlergebnisse. Gemeinde Ramsau im Zillertal, abgerufen am 8. Februar 2021.
  12. Land Tirol - Wahlen 2010. Abgerufen am 8. Februar 2021.
  13. Gemeinderatswahl 2010 - Wahlergebnisse. Gemeinde Ramsau im Zillertal, abgerufen am 8. Februar 2021.
  14. Gemeinderatswahl 2004 - Wahlergebnisse. Gemeinde Ramsau im Zillertal, abgerufen am 8. Februar 2021.
  15. Bürgermeister und Vizebürgermeister - Politik. Gemeinde Ramsau im Zillertal, abgerufen am 8. Februar 2021.
  16. Landesgesetzblatt für Tirol, Nr. 12/1980. (Digitalisat)
  17. Zillertaler Zeitung, abgerufen am 21. November 2020.