Flugplatz Ahlhorner Heide

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ehemaliger Flugplatz
Ahlhorn
Vogelperspektive
Kenndaten
ICAO-Code EDHA
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 1 km südöstlich von Großenkneten-Ahlhorn
Bahn Gleisanschluss vorhanden
Basisdaten
Eröffnung 1916
Betreiber Metropolpark Hansalinie GmbH
Start- und Landebahn
09/27 2101 m × 45 m Beton

i1 i3


i7 i10 i12 i14

Der ehemalige Flugplatz aus der Vogelperspektive

Der Flugplatz Ahlhorn liegt in der der Gemeinde Großenkneten im Landkreis Oldenburg in Niedersachsen. Der Flugplatz war von 1916 bis 1995 ein Militärflugplatz, der im Laufe der Jahrzehnte unterschiedliche Verwendung fand. Heute wird der ehemalige Flugplatz unter dem Namen Metropolpark Hansalinie als Logistik-, Technologie- und Gewerbepark ausgebaut. Er ist als Sonderlandeplatz zugelassen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz wurde 1916 während der Zeit des Ersten Weltkriegs unter dem Namen Luftschiffhafen Ahlhorn als Militärluftschiffhafen der Kaiserlichen Marine in Betrieb genommen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Flugplatz als Fliegerhorst Ahlhorner Heide von der Luftwaffe der Wehrmacht genutzt. Im Februar 1945 zerstörte ein britischer Luftangriff die Anlagen des Fliegerhorstes, den die Alliierten als Airfield B.111 bezeichneten. Die British Air Force of Occupation nutzte die Bahnen jedoch vorerst weiter, im Sommer 1946 lagen hier zum Beispiel drei Staffeln Spitfire, die das 131. (Polish) Wing (Geschwader) bildeten. Es war aus polnischen Freiwilligen gebildet und wurde im Oktober des Jahres in das Vereinigte Königreich zurückverlegt.

Im Hinblick auf den sich anbahnenden Kalten Krieg wurde RAF Ahlhorn seit Januar 1952 von der Royal Air Force wiederhergestellt und anschließend reaktiviert. Seit Ende 1952 lag hier 125. Wing, ein gemischtes Geschwader aus zwei Staffeln Meteor-NF11-Nachtjägern und zusätzlich Canberra B(I)6-Angriffsflugzeugen; letztere unterstanden der Testeinheit Tactical Development Unit (TDU), die von Februar bis Oktober 1953 - mit einer Unterbrechung im Sommer - von Ahlhorn aus die Nachtangriffstauglichkeit der Canberra beurteilten. Später war eine Reihe von Canberra-Staffeln in dieser Rolle auf den RAF-Stationen westlich des Rheins beheimatet.

Im Oktober 1958 übergab die RAF die Station an die neu aufgestellte Luftwaffe der Bundeswehr, die den wieder als Fliegerhorst Ahlhorner Heide bezeichneten Platz bis 2005 betrieb:

Der reguläre militärische Flugbetrieb wurde Ende 1995 eingestellt, der militärische Flugbetrieb endete endgültig im Jahr 2005. Bis zum Oktober 2008 war die Bundeswehr noch für das Areal und die Gebäude zuständig, seitdem untersteht der Landeplatz mit dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg (ehemals Bezirksregierung Weser-Ems) einer zivilen Luftfahrtbehörde.

Ab 2005 war auf dem Gelände u.a. die Aircraft Maintenance Service GmbH vertreten, die dort Passagierflugzeuge wartete resp. zerlegte, jedoch im November 2009 in Insolvenz ging. Von 2005 bis 2009 wurde nach einem neuen Betreiber für den Flugplatz gesucht, wobei mehrere Verkaufsverfahren scheiterten.

Im Mai 2016 wurde der am 20. Februar 1986 festgesetzte Lärmschutzbereich um den militärischen Flugplatz aufgehoben.[1]

Solar-Anlage auf dem Gelände des ehemaligen Flugplatzes

Heutige Nutzung als Metropolpark Hansalinie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 2009 ging das Gelände in den Besitz der Johann Bunte Bauunternehmung GmbH & Co. KG über, die als Betreibergesellschaft die Flugplatz-Ahlhorn GmbH gründete. Das Gelände erhielt zunächst den Namen „Flugpark Ahlhorn“. Die seit dem 1. Juni 2013 als Metropolpark Hansalinie GmbH auftretende Betreibergesellschaft baut das Gelände langfristig zu einem Logistik-, Technologie- und Gewerbepark mit dem Namen „Metropolpark Hansalinie“ aus. Neben der Vermietung von Flächen an Betriebe wird ab 2011 eine Teilfläche von 45 Hektar der insgesamt ca. 307 Hektar Fläche zur Stromerzeugung durch Photovoltaik genutzt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Flugplatz Ahlhorner Heide – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Niedersächsische Verordnung zur Aufhebung des Lärmschutzbereichs für den militärischen Flugplatz Ahlhorn vom 13. Mai 2016, in: Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt Nr. 5/2016 vom 20. Mai 2016, S. 79, ISSN 0341-3497