Flugplatz Schwäbisch Hall-Hessental

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Flugplatz Schwäbisch Hall-Hessental
Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg)
Schwäbisch Hall (Baden-Württemberg)
Schwäbisch Hall
Lokalisierung von Baden-Württemberg in Deutschland
Kenndaten
ICAO-Code EDTY
Flugplatztyp Verkehrslandeplatz
Koordinaten

49° 7′ 6″ N, 9° 47′ 2″ OKoordinaten: 49° 7′ 6″ N, 9° 47′ 2″ O

Höhe über MSL 399,6 m  (1.311 ft)
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 2 km östlich von Schwäbisch Hall
Nahverkehr Bus
Basisdaten
Eröffnung 1935
Betreiber Flugplatz Schwäbisch Hall GmbH
Start- und Landebahnen
10/28 1540 m × 30 m Beton
10/28 750 m × 30 m Gras



i7

i11 i13

Kreuzung zwischen Rollweg und Straße

Der Flugplatz Schwäbisch Hall (auch: Adolf Würth Airport, ICAO-Code: EDTY) ist ein deutscher Verkehrslandeplatz bei Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg. Der Flugplatz wurde nach dem Unternehmer Adolf Würth benannt und wird von der Würth-Gruppe betrieben.

700 m nördlich davon liegt der Flugplatz Schwäbisch Hall-Weckrieden mit einer Graspiste. Die beiden Flugplätze sind die einzigen Plätze in Deutschland, die über einen Rollweg miteinander verbunden sind. Über diesen Rollweg können Flugzeuge am Boden vom einen zum anderen Flugplatz rollen. Da der Rollweg über eine öffentliche Straße führt, existiert an der Straße eine mit Schranken abgesicherte Kreuzung. Die Schranken können von der Flugleitung bedient werden.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flugplatz ist zugelassen für Flugzeuge bis 14 t Höchstabfluggewicht (nach vorheriger Genehmigung bis 28 t), Hubschrauber, Motorsegler, Segelflugzeuge, Ballone, Fallschirmspringer, Hängegleiter und Ultraleichtflugzeuge. Er wird von regionalen Unternehmen als Geschäftsflugplatz und von ansässigen Vereinen für den Luftsport genutzt. Linien- bzw. Charterflüge werden nicht angeboten.

Anfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Auto fährt man ab Schwäbisch Hall nach Osten in Richtung Altenhausen (Tüngental).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hangar
Bombenangriff auf die Montagehallen der Me 262 am 25. Februar 1945

Der Flugplatz Hessental wurde etwa 1935 als Teil des Fliegerhorstes Schwäbisch Hall-Hessental gegründet. Ab 1. Mai 1939 war hier die II. Gruppe des Kampfgeschwaders 53 beheimatet. Am 30. Juli 1940 entstand hier die IV. (Ergänzungs-)Gruppe des Kampfgeschwaders 51. Weiterhin stationierte die Luftwaffe hier Bomber, Aufklärer und Jäger (darunter Me 262). In einem getarnten Werk in der Nähe wurden diese Maschinen endmontiert.

Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe der Wehrmacht, die hier zwischen 1936 und 1945 stationiert waren.[1]

Von Bis Einheit Ausrüstung
April 1936 Januar 1938 III./KG 155 (III. Gruppe des Kampfgeschwaders 155)
April 1937 April 1937 II./KG 355
Mai 1939 September 1939 II./KG 53 Heinkel He 111P
Oktober 1939 Januar 1940 III./KG 76 Dornier Do 17Z
Januar 1940 Januar 1940 II./KG 55 Heinkel He 111P
Februar 1940 Mai 1940 III./KG 53 Heinkel He 111P
Dezember 1941 Januar 1942 Teile der II./St.G. 1 Junkers Ju 87D
Mai 1942 Mai 1942 I./JG 53 (I. Gruppe des Jagdgeschwaders 53) Messerschmitt Bf 109F
April 1943 Juli 1943 III./KG 100 Dornier Do 217K
Juli 1944 September 1944 9./ZG 26 (9. Staffel des Zerstörergeschwaders 26) Messerschmitt Me 410
August 1944 September 1944 I./KG 40
August 1944 November 1944 II./KG 51 Messerschmitt Me 410A, Messerschmitt Me 262A
September 1944 April 1945 II./NJG 6 Messerschmitt Bf 110, Junkers Ju 88G

Nach teilweiser Zerstörung des Fliegerhorsts 1944/45 wurde er von der US Army wieder aufgebaut und als Dolan Barracks bis 1993 benutzt. Ab 1994 erfolgte der Ausbau durch die regionale Industrie zu einem privaten Verkehrsflugplatz.

Im Jahr 2004 wurde die Start- und Landebahn auf 1540 Meter ausgebaut und ihre Ausrichtung von 08/26 auf 10/28 gedreht, um den an- und abfliegenden Verkehr von bewohnten Gebieten fernzuhalten.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Flugplatz Schwäbisch Hall-Hessental – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Sylvester Koziol: Rüstung, Krieg und Sklaverei. Der Fliegerhorst Schwäbisch Hall-Hessental und das Konzentrationslager. Eine Dokumentation (= Forschungen aus Württembergisch-Franken. Bd. 27). 2., überarbeitete Auflage. Thorbecke u. a., Tübingen u. a. 1989, ISBN 3-7995-7626-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935-45 Germany (1937 Borders), abgerufen am 29. August 2014.