Fotojournalismus

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Dorothea Langes Foto Migrant Mother aus dem Jahr 1936 gilt als eines der einflussreichsten Reportagefotos des 20. Jahrhunderts. Die von der amerikanischen Farm Security Administration in Auftrag gegebene fotografische Dokumentation der armen Landbevölkerung zur Zeit der Great Depression war zugleich richtungsweisend für den modernen Fotojournalismus.

Der Fotojournalismus, die Reportagefotografie, oder die Bildberichterstattung verwenden die Ausdrucksformen und Mittel der Fotografie, um Reportagen (vom Lateinischen reportare, siehe Reporter), das heißt Berichterstattungen über Hintergründe in Politik, Kultur und anderen Bereichen von gesellschaftlichem Belang (beispielsweise Gerichtsverhandlungen, Unglücksfälle oder Verbrechen), zu illustrieren oder ausschließlich in bildhafter Weise darzustellen. Berichterstatter ist der Fotoreporter (in Deutschland war jahrzehntelang der Begriff Bildjournalist üblich).

Diese Art der Fotografie ist gekennzeichnet durch:

  • Zeitlichen Bezug zur Abfolge eines Ereignisses
  • das Bemühen um Authentizität
  • Erzählcharakter zusammen mit anderen Methoden der Reportage

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorläufer des Fotojournalismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann Biows nach dem Hamburger Brand von 1842 aufgenommene Daguerreotypie gilt als das erste journalistische Foto

Die eigentliche Geschichte des Fotojournalismus beginnt mit der uneingeschränkten Druckbarkeit von Fotos in Zeitungen und illustrierten Magazinen im späten 19. Jahrhundert.[1] Schon zuvor wurden Fotos jedoch zur Dokumentation weltgeschichtlicher Ereignisse eingesetzt. Als erstes journalistisches Foto gilt eine Aufnahme Hermann Biows, der die Zerstörungen des Hamburger Brandes von 1842 im Bereich der Kleinen Alster dokumentierte. Wegen der Schwierigkeiten einer Reproduktion solcher Fotos im Druck dienten die frühen fotojournalistischen Aufnahmen als Vorlagen für Holz- oder Kupferstiche, die den dazugehörigen Text illustrierten und das Ereignis für ein Massenpublikum anschaulich machten.

Roger Fenton mit seinem rollenden Fotolabor im Krimkrieg.

Die Arbeitsbedingungen der frühen Reportagefotografen waren insbesondere vor der Erfindung handlicher Kameras ungemein schwierig. Fotografen wie der Brite Roger Fenton reisten mitsamt rollender Fotolabore in Kriegsgebiete. Das damals übliche Kollodium-Verfahren verlangte eine aufwändige Beschichtung, Belichtung und Entwicklung der mitgeführten Glasplatten direkt vor Ort. Die fotografischen Möglichkeiten waren in jenen Anfangsjahren zudem begrenzt. Die niedrige Empfindlichkeit des Kollodium-Verfahrens zwang den Fotografen zu langen Belichtungszeiten, was das Festhalten von beweglichen Objekten unmöglich machte.

Erstmals umfänglich fotografisch dokumentiert wurde der Amerikanische Bürgerkrieg von 1861 bis 1865. Allein bei der Armee der Nordstaaten waren rund 400 Fotografen akkreditiert, die das Kriegsgeschehen in Tausenden Bildern festhielten.[2] Als wichtigster Fotograf des Bürgerkrieges gilt der Amerikaner Mathew Brady, der mehr als 20 seiner Mitarbeiter auf eigene Kosten ins Kriegsgebiet schickte. Obwohl die Aufnahmen das Kriegsgeschehen besonders anschaulich vermittelten, bedeutete das Unternehmen für Brady den kommerziellen Ruin. Im Jahr 1896 starb er verarmt in New York.

Technische Neuerungen bereiten den Weg für die mobile Bildberichterstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1873 erschien das erste als Halbtonbild gedruckte Foto in der amerikanischen Zeitung Daily Graphic

Mit der Erfindung des Trockenen Gelatineverfahrens durch den englischen Arzt und Amateurfotografen Richard Leach Maddox im Jahr 1871 und die spätere Verbesserung der Technik durch Charles Bennet sieben Jahre später wurde die mobile Fotografie entscheidend erleichtert. Gegenüber nassen Kollodiumplatten waren trockene Gelatineplatten haltbarer und konnten auf Reisen bequemer mitgeführt werden. Darüber hinaus erlaubte das neue Verfahren durch die höhere Lichtempfindlichkeit der Platten auch Aufnahmen mit erheblich kürzeren Belichtungszeiten.

Eine weitere technische Revolution stellte die Erfindung des Rollfilms dar, der seit 1889 in der legendären Kamera Kodak Nr. 1 zum Einsatz kam und mit ihr den Massenmarkt eroberte. Eine Besonderheit der Kodak Nr. 1 war der durch Eastman Kodak bereitgestellte Filmentwicklungsdienst: die Kamera war mit einem Film für 100 Aufnahmen vorgeladen und wurde nach dem Erreichen ihrer Kapazität direkt an Kodak zurückgeschickt. Nach Verarbeitung im Labor der Firma erhielt man dann die entwickelten Negative mit Abzügen und einem neu in die Kamera eingelegten Film zurück. Mit der Entwicklung der Kodak Nr. 1 bedurfte es nun keiner großen Vorkenntnisse mehr, um Ereignisse im Bild festzuhalten.

Obwohl die amerikanische Zeitung Daily Graphic bereits im Jahr 1873 ein Foto im Halbtondruckverfahren veröffentlichte, dauerte es noch rund 30 Jahre, bis Zeitungen und illustrierte Magazine flächendeckend auf die neue Technik umstellten. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die manuell auf Grundlage von Fotos hergestellten Stiche durch Fotografien abgelöst. Im Jahr 1904 kam schließlich auch die Übertragung von Fotos mittels Bildtelegrafie hinzu, womit die Ära der globalen Verbreitung von journalistischen Fotos eingeläutet wurde.

Die Blütezeit des Fotojournalismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Leica I von 1925, eine Kleinbild-Sucherkamera, die auch die Pressefotografie revolutionierte

Der Pressefotograf Erich Salomon, eigentlich Doktor der Jurisprudenz, der erst 1926 im Alter von 40 Jahren überhaupt mit der Fotografie in Kontakt kam, erregte nicht nur durch seine Bildreportagen und die meist mit der neuartigen, für damalige Verhältnisse äußerst lichtstarken und gleichzeitig relativ kleinen Ermanox-Kamera teilweise heimlich (oder genauer: „investigativ“) entstandenen Aufnahmen Aufsehen, die er 1931 in seinem Bildband Berühmte Zeitgenossen in unbewachten Augenblicken veröffentlichte – der Meister der candid camera (ein von der Londoner Zeitschrift „Graphic“ 1929 geprägter Begriff für Salomons Arbeitsweise[3]) erfand auch die Berufsbezeichnung Bildjournalist als solche.

An Wirkung und stilprägendem Einfluss kommen dem „König der Indiskreten“, wie ihn der französische Außenminister Aristide Briand einmal spontan nannte (und der dabei auf Salomons berühmtestem Foto abgebildet ist), nur wenige Fotografen gleich; zum Beispiel Henri Cartier-Bresson, der 1947 Mitbegründer der Fotoagentur Magnum Photos war und dessen Auffassung des fotografischen Metiers der Salomons wohl am nächsten kommt. Die Technik der „versteckten“ oder „unbemerkten“ Kamera wurde später allerdings von den Paparazzi auch systematisch missbraucht und deshalb vielfach in Verruf gebracht.

Die Einführung der Kleinbildkameras, allen voran der Leica (ab 1925), hatte weitreichende Auswirkungen auf den Fotojournalismus und änderte in mannigfacher Hinsicht auch die Sicht der Massen auf die Welt. – Das Berliner Boulevardblatt Tempo veröffentlichte von 1928–1933 in täglich drei Ausgaben „Bilder vom Tage“. Zahlreiche Fotoagenturen wurden in den Zwanzigern gegründet; eine der erfolgreichsten war – vor allem durch ihre Geschwindigkeit, ihren großen Mitarbeiterstab und die Vielfalt ihrer Sujets – die Schweizer Pressebildagentur Keystone (seit 1892, in Deutschland seit 1924). Durch sie übermittelte Bilder der Berliner Maifeiern 1929 zum Beispiel, aufgenommen um 10.30 Uhr, erschienen sowohl in London als auch in New York noch am selben Abend in dort ansässigen Zeitungen.

Die Fotografie-Theoretikerin Gisèle Freund bemerkte dazu: „Die Einführung des Photos in der Presse ist ein Phänomen von außerordentlicher Bedeutung. Das Bild verändert die Sehweise der Massen […] Mit der Photographie öffnet sich ein Fenster zur Welt. Die Gesichter von Personen des öffentlichen Lebens, die Ereignisse, die sich in seinem Land abspielen und auch diejenigen, die außerhalb der Grenzen stattfinden, werden ihm vertraut. […] Die Photographie leitet das Zeitalter der visuellen Massenmedien ein, als das Einzelportrait durch das kollektive Massenportrait verdrängt wird. Gleichzeitig wird die Photographie zu einem mächtigen Instrument der Propaganda und der Manipulation.[4] Die Bilderwelt wird entsprechend den Interessen jener gestaltet, die die Presse besitzen: die Industrie, das Finanzkapital, die Regierungen.“[5] – Insbesondere „brachten es die Nationalsozialisten auch auf dem Gebiet der politischen Instrumentalisierung der Bilder zu einer traurigen Perfektion.“ (Ralf Hecht, a.a.O.; vgl. Leni Riefenstahl)

Erst 1923 konnte ein Bild (des Papstes Pius XI.) von Rom nach New York über den Atlantik geschickt werden. 1861 war die erste interkontinentale Telegraphenverbindung zwischen Nordamerika und Europa hergestellt worden (siehe auch: Seekabel). Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist der Bildbericht ein integraler Bestandteil der Zeitungen und Magazine (Picture Post, Paris Match, Life, Sports Illustrated, The Daily Mirror (London), The Daily Graphic (New York)); er sprach unter anderem große Lesergemeinden der 30er bis 50er Jahre an.

In den USA ergaben die sozialdokumentarischen Arbeiten der Farm Security Administration 1935–1942 und ihrer Fotografischen Sektion geleitet von Roy Stryker ein erhebliches Archiv des Lebens jener Zeit.[6]

1947 wurde die Agentur Magnum Photos gegründet, deren Mitglieder bis heute eine herausragende Position einnehmen.

Einsatzgebiete (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokaljournalismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Lokaljournalismus

Der Lokaljournalismus ist das Gebiet, das dem Fotojournalisten die größte Flexibilität abverlangt. Das Spektrum ihres Aufgabenfeldes reicht von dem Fotografieren von Festen, Sportereignissen, Verkehrsunfällen, Porträts, Kulturevents bis hin zu Ereignissen aus dem Vereinsleben. Dabei werden die Arbeiten lokaler Fotojournalisten überwiegend als Einzelbilder veröffentlicht, während Bildreportagen eher die Ausnahme bilden.

Die Arbeit als lokaler Fotojournalist stellt häufig den Einstieg in den Beruf dar. So arbeiteten etwa die deutschen Pulitzer-Preisträger Anja Niedringhaus und Karsten Thielker zunächst für Lokalredaktionen, bevor sie ihre internationale Karriere starteten.

Heute verfügen nur noch wenige Lokalzeitungen über festangestellte Fotoreporter. Stattdessen setzen sie auf freie Mitarbeiter oder bebildern ihre Artikel mit honorarfreien Fotos, die sie im Internet finden. Während die Zahl der in der Tagespresse abgedruckten Bilder in den letzten Jahren stieg, sind die Bildhonorare dramatisch gesunken.[7] Dies führt dazu, das lokale Fotojournalisten heute deutlich schlechter von ihren Einkünften leben können, als dies in der Vergangenheit der Fall war.[8]

Sportfotografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportfotografen während der Fußball-Europameisterschaft 2008 in Salzburg
Hauptartikel: Sportfotografie

Die Sportfotografie ist seit jeher stark von den technischen Möglichkeiten der eingesetzten Kameraausrüstung geprägt. So begann ihre Geschichte erst Anfang des 20. Jahrhunderts mit dem Aufkommen von Kameras, die eine ausreichend kurze Verschlusszeit hatten, um schnelle Bewegungen im Bild festhalten zu können. Heutige Sportfotografen arbeiten mit aufwendig konstruierten und zugleich schweren Teleobjektiven, die allein in Kombination mit einem äußerst lichtempfindlichen Kamerasensor die gewünschten Ergebnisse erzielen.

Die Digitalfotografie des 21. Jahrhunderts hat sowohl zu einer stärkeren Konkurrenz als auch zu einer Beschleunigung auf dem Gebiet der Sportfotografie geführt. Die leichtere Verfügbarkeit leistungsstarker Kamerasysteme hat dafür gesorgt, dass der Markt für gute Sportbilder heute stärker umkämpft ist als noch zu Zeiten der analogen Fotografie. Darüber hinaus bearbeiten Sportfotografen ihre Werke heute nicht selten vor Ort und schicken sie noch vom Spielfeldrand an ihre Redaktionen, während diese in früheren Zeiten noch viel Aufwand in die Entwicklung von Filmen stecken mussten.

Kriegs- und Krisenfotografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die amerikanische Kriegsfotografin Hilda Clayton hielt 2013 die Fehlzündung einer Mörsergranate in Afghanistan fest, bei der sie selber ums Leben kam. Das Ereignis steht exemplarisch für die Gefahren, denen Kriegsberichterstatter ausgesetzt sind.
Hauptartikel: Kriegsfotografie

Seit ihren Anfängen im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg (1846–1848) hat die Kriegsfotografie unser Bild von bewaffneten Konflikten grundlegend verändert. Während die allgemeine Öffentlichkeit Kriege bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts nur durch die verherrlichende Darstellung der Historienmalerei kannte, bietet die Kriegsfotografie einen weitaus realistischeren Eindruck vom Leiden und Sterben der Soldaten sowie der Zivilbevölkerung.

Da die kriegsführenden Parteien zumeist nicht an einer ungefilterten Berichterstattung aus dem Kampfgebiet interessiert sind, bewegen sich Fotojournalisten bei ihrer Arbeit häufig in einem Spektrum der Einschränkungen, das von der Zensur bis zum „Embedded Journalism“ reicht. Dabei wird die Fotografie seit dem Ersten Weltkrieg auch gezielt zu Propagandazwecken eingesetzt.

Während deutsche Medien sich nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges mit der Entsendung von Fotoreportern in Kriegs- und Krisengebiete zurückhielten, wurde das Genre in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts überwiegend von amerikanischen und britischen Fotografen geprägt.[9] Die Werke Robert Capas, dessen Bilder von der Landung der Alliierten in der Normandie heute zu den bekanntesten Kriegsfotos gehören, oder aber diejenigen von Eddie Adams, der vor allem durch sein Bild von der Hinrichtung eines Viet Cong durch einen General in Saigon bekannt wurde, erreichten ein weltweites Publikum und trugen auf diese Weise stark zur öffentlichen Meinungsbildung bei.

Boulevardjournalismus: die Paparazzi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Pressefotograf wartet in einer Wassertonne auf den entscheidenden Moment (1930)
Hauptartikel: Paparazzo

Obwohl der Begriff „Paparazzo“ (Plural „Paparazzi“) erst durch Federico Fellinis Film La dolce vita aus dem Jahr 1960 geprägt wurde, haben Fotoreporter auch schon zu früheren Zeiten Prominente gegen ihren Willen abgelichtet. Insbesondere die Miniaturisierung der Fotokamera und die Entwicklung lichtstarker Teleobjektive leisteten dem heimlichen Fotografieren Vorschub. Dabei ist das Verhältnis von Boulevardfotografen und Prominenten seit jeher zwiespältig: auf der einen Seite gibt es zahlreiche Fälle, bei denen sich das vermeintliche Opfer handgreiflich gegen die Verletzung seiner Privatsphäre zur Wehr setzte und auf der anderen Seite sind Prominente häufig auf Paparazzi angewiesen, wenn es darum geht, in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Der gegenseitige Nutzen führt nicht selten zu abgesprochenen Inszenierungen, von denen beide Parteien profitieren. Um eine vermeintliche Authentizität der Bilder zu suggerieren, setzen einige Paparazzi auch bewusst technische Mängel wie Unschärfe oder eine an Fotoamateure erinnernde Bildkomposition ein.

In der Öffentlichkeit genießen Paparazzi einen eher zweifelhaften Ruf. Nach dem Verkehrstod von Diana, Princess of Wales, wurden Stimmen laut, die den Fotografen die Hauptschuld an dem Ableben der „meistfotografierten Frau der Welt“ gaben – allerdings nicht ohne zugleich anzumerken, wie sehr die Prinzessin von der Arbeit der Paparazzi in der Vergangenheit profitiert hatte.[10]

Wissenschafts- und Naturfotografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lennart Nilsson sorgte 1965 mit seinen im Life Magazine veröffentlichten Fotos von menschlichen Embryonen für Aufsehen

Als Vater der modernen Wissenschaftsfotografie gilt der schwedische Fotograf Lennart Nilsson (1922–2017). Seine für das amerikanische Life Magazine produzierte Fotoreportage Drama of Life Before Birth, mit der Nilsson die Entwicklung von menschlichen Embryonen im Mutterleib dokumentierte, entstand mittels speziell zu diesem Zweck entwickelten Endoskopen. Die Anziehungkraft der Bilder war so stark, dass die Life-Ausgabe vom 30. August 1965 innerhalb weniger Tage ausverkauft war. Für seine Arbeit erhielt Nilsson 1980 den Hasselblad Award, der als die weltweit bedeutendste Auszeichnung in der Fotografie gilt.

Auch wenn die Natur- und Wissenschaftsfotografie zu den Randfeldern des Fotojournalismus gehört, erfreuen sich Tier- und Makroaufnahmen – nicht zuletzt seit ihrer massenhaften Verbreitung im Internet – großer Beliebtheit. Aufnahmen aus dem Bereich der Wissenschafts- und Naturfotografie erreichen über Zeitschriften wie National Geographic, Nature, Geo, oder Bild der Wissenschaft ein großes Publikum.

Organisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Freelens existiert eine eigene Journalistenorganisation für Fotojournalisten. Als Bildjournalisten Tätige haben außerdem eigene Fachgruppen in den großen Journalistenverbänden dju/verdi und djv.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung Fotojournalist ist nicht geschützt. Es gibt keine geregelte Ausbildung. Neben einer Lehre, die meist keinen Qualifikationsschwerpunkt auf Bildjournalismus setzt, ist ein Fotografie-Studium möglich.

Im Rahmen der Journalistenaus- und Weiterbildung bieten Journalistenschulen und Journalistenakademien Kurzzeitkurse zum Bildjournalismus an.

Seit Oktober 2010 gibt es an der Hochschule Hannover den Studiengang Fotojournalismus und Dokumentarfotografie. Sprecher des Studienganges ist seit 2011 Prof. Lars Bauernschmitt. Die Hochschule Magdeburg bietet seit dem Wintersemester 2008/2009 den Studiengang „Bildjournalismus“ an.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Handbücher
  • Lars Bauernschmitt / Michael Ebert: Handbuch des Fotojournalismus, Heidelberg 2015, ISBN 978-3-89864-834-9 (maßgebliches Werk in deutscher Sprache).
  • Kenneth Kobré: Photojournalism. The Professionals’ Approach, 7th edition, New York 2017, ISBN 978-1-138-20170-5 (das Standardwerk in englischer Sprache: stärker praxisorientiert als Bauernschmitt/Ebert, dafür ohne Informationen zur Geschichte des Fotojournalismus).
Allgemeine Darstellungen
Zu Einzelaspekten
  • Felix Koltermann: Fotoreporter im Konflikt. Der internationale Fotojournalismus in Israel/Palästina, Bielefeld 2017, ISBN 978-3-8376-3694-9.
  • Holger Isermann: Digitale Augenzeugen: Entgrenzung, Funktionswandel und Glaubwürdigkeit im Bildjournalismus, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-08218-5 (Dissertation TU Braunschweig 2014, 403 Seiten Inhaltsverzeichnis; Inhaltstext).
  • Elke Grittmann: Das politische Bild. Fotojournalismus und Pressefotografie in Theorie und Empirie, Köln 2007, ISBN 978-3-938258-31-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lars Bauernschmitt / Michael Ebert: Handbuch des Fotojournalismus, Heidelberg 2015, S. 1.
  2. Bauernschmitt / Ebert: Handbuch des Fotojournalismus, S. 7.
  3. Erich Salomon, photographer (Comesaña News Agency – Stock Photo Library; mit Galerie)
  4. Bereits in Gardner’s Photographic Sketch Book of the War des frühen Lichtbildners Alexander Gardner (1865) wurden zahlreiche Manipulationen mit und an Fotos aus dem US-Bürgerkrieg nachgewiesen; vgl. Does The Camera Ever Lie? (Selected Civil War Photographs Collection, The Library of Congress)
  5. Gisèle Freund: Photographie und Gesellschaft. Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins, München 1976. Zitiert nach: Ralf Hecht: Die modernen Medien der Weimarer Republik. Philipps-Universität Marburg, 1995.
  6. Sammlung der Fotos der Farm Security Administration
  7. Dazu ausführlicher Bauernschmitt / Ebert: Handbuch des Fotojournalismus, S. 172.
  8. Bauernschmitt / Ebert: Handbuch des Fotojournalismus, S. 173.
  9. Zu dem Teilaspekt deutscher Kriegsfotografie nach 1945 ausführlicher Bauernschmitt / Ebert: Handbuch des Fotojournalismus, S. 198f.
  10. Exemplarisch hierzu Roger Cohen: Diana and the Paparazzi: A Morality Tale, in: New York Times vom 6. September 1997.