Franz von Rinecker

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Franz von Rinecker

Franz von Rinecker (* 3. Januar 1811 in Scheßlitz bei Bamberg; † 21. Februar 1883 in Würzburg) war ein deutscher Arzt.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franz von Rinecker war der Sohn des bayerischen Juristen Heinrich Gallus von Rinecker (1773–1852) und dessen Gattin Josephine von Stengel, Tochter des bayerischen Geheimrates Stephan von Stengel.[1]

Er studierte nach dem Gymnasialabschluss 1811 am (heutigen) Wilhelmsgymnasium München[2] Medizin in München und Würzburg, 1834 erhielt er seine Approbation. Rinecker war Assistent am Würzburger Juliusspital und wurde 1836 zum Privatdozenten ernannt.[3] 1838 wurde er von König Ludwig I. von Bayern zum ordentlichen Professor für Arzneimittellehre an der Universität Würzburg ernannt, wo er ab 1839 auch Vorlesungen in Kinderheilkunde abhält.

1850 gründete Franz von Rinecker in Würzburg die erste eigenständige Universitäts-Kinderklinik der Welt, welche jedoch nach 17 Jahren wieder in die Medizinische Klinik eingebunden wurde.[4]

Rinecker, spezialisiert auf Pharmakologie und Dermatologie, versuchte als Leiter der Berufskommission der medizinischen Fakultät, die damals in der Medizin herrschende Naturphilosophie durch eine naturwissenschaftliche Grundlage zu ersetzen.

Zu seinen Studenten gehörten Ernst Haeckel und Franz von Leydig; Albert von Kölliker und Rudolf Virchow berief er an die medizinische Fakultät, Emil Kraepelin war sein Assistent in Würzburg.

Im Jahr 1864 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.[5]

Seit 1890 vergibt die Medizinische Fakultät der Universität Würzburg die nach ihm benannte Rinecker-Medaille[6] an Mediziner und Naturwissenschaftler mit besonderen Beziehungen zu Würzburg.

In München wurde die Franz-von-Rinecker-Straße nach ihm benannt. Sie befindet sich in München Thalkirchen, zwischen der Schäftlarnstraße und Am Isarkanal, wo auch das (nach Hans Rinecker benannte) Rinecker Proton Therapy Center (RPTC) errichtet wurde.

Seine Schwester Fridericke (1808–1877) heiratete 1836 den späteren bayerischen Innenminister Carl von Abel. Der Eichstätter Bischof Franz Leopold von Leonrod (1827–1905) zählte zu seinen Cousins (beider Mütter waren Schwestern).[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nekrolog eines Bruders von Franz von Rinecker, mit Erwähnung des Großvaters, Pastoralblatt für die Erzdiözese München-Freising, Nr. 3, 1864; Scan aus der Quelle
  2. Leitschuh, Max: Die Matrikeln der Oberklassen des Wilhelmsgymnasiums in München, 4 Bde., München 1970–1976; Bd. 3, S. 273
  3. Ralf Vollmuth, Gundolf Keil: Beständigkeit und Fortschritt: Die Würzburger Medizin im Spiegel der Jahrhunderte. Ein Beitrag zur Erstgründung der Universität Würzburg vor 600 Jahren. In: Würzburger medizinhistorische Mitteilungen. Band 22, 2003, S. 7–20, hier: S. 13 f.
  4. Gundolf Keil: 150 Jahre Universitäts-Kinderklinik Würzburg. Würzburger medizinhistorische Mitteilungen 21 (2002), S. 37–42; S. 38–41
  5. Mitgliedseintrag von Franz von Rinecker bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 24. Juni 2016.
  6. Gundolf Keil: Rinecker and the Rinecker-Medal of the Wuerzburg Medical Faculty. Übersetzung aus dem Deutschen von Christine Boot, In: August Heidland, Ekkehard Heidbreder (Hrsg.): Festschrift anläßlich der Verleihung der Rinecker-Medaille durch die Medizinische Fakultät der Julius-Maximilians-Universität Würzburg an Professor Dr. h. c. mult. Shaul G. Massry, M. D. Würzburg 1987, S. 20–24.
  7. Quelle zur Abstammung des Bischofs Franz Leopold von Leonrod aus dem Geschlecht derer von Stengel