Fritz Bock

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fritz Bock in 1964

Fritz Bock (* 26. Februar 1911 in Wien; † 12. Dezember 1993 ebenda) war ein österreichischer Politiker und Mitbegründer der ÖVP. Als längstdienender Handelsminister Österreichs war er zuletzt auch Vizekanzler.

Leben[Bearbeiten]

Fritz Bock besuchte die Volksschule und legte die Matura am Gymnasium in Wien-Hietzing ab. Danach studierte er Rechtswissenschaft an der Universität Wien und promovierte im Jahre 1935 zum Dr. iur.

Für die Regierung Kurt Schuschnigg war Fritz Bock als Propagandaleiter der Vaterländischen Front für antinationalsozialistische Propaganda zuständig. Zu dieser Zeit war er stark an der Organisation der durch den Einmarsch der Wehrmacht verhinderten Volksabstimmung über den Erhalt der österreichischen Selbständigkeit beteiligt. Unmittelbar nach dem sogenannten Anschluss Österreichs im März 1938 wurde Fritz Bock verhaftet und kam mit dem ersten Österreichertransport, dem Prominententransport ins Konzentrationslager Dachau. Er wurde jedoch 1939 wegen Haftunfähigkeit wieder entlassen.

Während des Zweiten Weltkriegs war er als wehrunwürdig eingestuft, er war mit Berufsverbot belegt und stand unter ständiger Überwachung der Gestapo. Trotzdem gelang es ihm, Kontakte zur österreichischen Widerstandsbewegung O5 zu knüpfen. Kurz vor Kriegsende entzog er sich einer neuerlichen Verhaftung, indem er ins oberösterreichische Innviertel flüchtete, das kurz darauf von der US-Armee befreit wurde.

Nach dem Krieg gehörte Fritz Bock zu den Gründern der Österreichischen Volkspartei (ÖVP), war Generalsekretär des Österreichischen Arbeiter- und Angestellten Bundes (ÖAAB), Generalrat der Nationalbank (1948–1953) und ab 1949 Abgeordneter zum Nationalrat. Er avancierte zum Staatssekretär im Bundesministerium für Handel und Wiederaufbau und wurde 1956 Staatssekretär im Bundesministerium für Finanzen. Zehn Jahre lang war Fritz Bock dann Bundesminister für Handel und Wiederaufbau (1956–1966). Danach betraute man ihn mit der Leitung des Bundesministeriums für Handel, Gewerbe und Industrie (1966–1968) und ernannte ihn gleichzeitig zum Vizekanzler (1966–1968).

Nach Differenzen mit Bundeskanzler Josef Klaus schied er 1968 aus der ÖVP-Alleinregierung aus und wurde Aufsichtsratspräsident der Creditanstalt (1969–1989). Er war Präsident des Donaueuropäischen Institutes und der Bundeskonferenz der Freien Berufe sowie Vizepräsident des Dokumentationsarchives des Österreichischen Widerstandes (DÖW).

Fritz Bock wurde 1955 in Salzburg in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem investiert. Er war Gründer sowie von 1955 bis 1960 Leitender Komtur der Komturei Wien, Niederösterreich und Burgenland.

Bock war Urmitglied der K.Ö.H.V. Nordgau Wien sowie Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung K.Ö.H.V. Mercuria Wien im ÖCV.[1]

Er wurde am Hernalser Friedhof bestattet.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe ÖCV Gesamtverzeichnis 2009
  2. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)
  3. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB)