Hartwig Löger

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Hartwig Löger (2017)

Hartwig Löger (* 15. Juli 1965[1][2] in Selzthal[3]) ist ein österreichischer Manager und Politiker (ÖVP). Er war von 2011 bis 2017 Vorstandsvorsitzender der UNIQA Österreich, ab 2013 UNIQA Österreich Versicherungen AG. Seit 18. Dezember 2017 ist er Bundesminister für Finanzen der Republik Österreich.[4][5]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartwig Löger wuchs in Selzthal in der Steiermark auf und maturierte 1983 am Stiftsgymnasium Admont.[6] Ursprünglich wollte er Pilot werden, beim Bundesheer begann er eine Offiziersanwärterausbildung und machte die Pilotenaufnahmeprüfung. Er scheiterte aber an einer Knieverletzung und kam durch Zufall in die Versicherungsbranche.[5] 1987/88 besuchte er einen Universitätslehrgang für Versicherungswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien und von 1999 bis 2001 absolvierte er einen Internationalen Managementlehrgang (IMEA) an der Universität St. Gallen.[2]

Löger war von 1985 bis 1989 als Kundenbetreuer bei einem Versicherungsmakler tätig, anschließend bis 1996 bei der Allianz Versicherungs AG Verkaufsleiter für die Steiermark, danach bis 1997 Assistent der Geschäftsleitung bei der Grazer Wechselseitigen und bis 2002 Vertriebsleiter bei der Donau Versicherung AG. Von 2002 bis 2017 war er für die UNIQA Insurance Group tätig, zunächst bis 2005 als Geschäftsführer der UNIQA International Versicherungs-Holding GmbH und bis 2011 als Leiter des Exklusivvertriebs für den Konzern. 2011 wurde er Vorstandsmitglied der UNIQA Versicherungen AG und Vorstandsvorsitzender (CEO) der UNIQA Österreich, ab 2013 UNIQA Österreich Versicherungen AG.[2] Als Vorstandsvorsitzender der UNIQA Österreich folgte ihm im Dezember 2017 Kurt Svoboda nach.[7]

Von 2014 bis Februar 2018 war Löger als Nachfolger von Peter Haubner Präsident der Sportunion,[5] im Februar 2018 folgte ihm Michaela Steinacker in dieser Funktion nach.[8] Löger ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Wien.[2][9]

Seit September 2011 ist er Mitglied in der Wiener Landesorganisation des VP-Wirtschaftsbundes.[10] Außerdem ist er Mitglied der katholischen Mittelschulverbindung Markomannia-Eppenstein im MKV, sein Couleurname lautet Seneka, in Anlehnung an den römischen Philosophen Seneca.[11]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hartwig Löger (links) bei der Angelobung mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen (2017)

Hartwig Löger ist seit 18. Dezember 2017 Bundesminister für Finanzen in der Bundesregierung Kurz. Er wurde von der ÖVP für dieses Amt nominiert. 

Neben Gernot Blümel, Günther Helm (Hofer KG) und Wolfgang Leitner ist er seit Jänner 2018 Mitglied des Nominierungskomitees der Österreichischen Bundes- und Industriebeteiligungen GmbH (ÖBIB). Das Komitee entscheidet darüber, wer in die Aufsichtsräte der Firmen mit Staatsbeteiligungen entsendet wird.[12]

Im Februar 2018 sprach er sich gegen das öffentliche Country-by-Country-Reporting aus, dies sei „nicht unbedingt erforderlich, um effektiver für Steuergerechtigkeit kämpfen zu können“.[13] Kritisiert wurde er dafür unter anderem von der globalisierungskritischen Nichtregierungsorganisation Attac.[14] Auch ÖVP-EU-Parlamentsdelegationsleiter Othmar Karas gab daraufhin bekannt, dass er in seiner eigenen Partei für die Einführung des öffentlichen Country-by-Country-Reportings werben wolle.[15] Löger stellte in Folge klar, dass eine volle Steuerwahrheit für Konzerne auf internationaler Ebene gegeben sein müsse, die Frage sei aber, in welcher Form die Veröffentlichung der Details darüber erfolgen solle.[16]

Am 21. März 2018 hielt Löger seine erste Budgetrede im Parlament und präsentierte ein Doppelbudget für 2018/2019. Für das Jahr 2019 budgetierte das Finanzministerium einen Budgetüberschuss iHv 541 Millionen Euro.[17] Damit würde Österreich erstmals seit 1954 einen Budgetüberschuss im Bund erzielen.[18]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hartwig Löger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wirtschaftskammerwahlen 2015, Verlautbarung
  2. a b c d UNIQA: Hartwig Löger (Memento vom 16. Dezember 2017 im Internet Archive)
  3. Lebenslauf des Bundesministers. Bundesministerium für Finanzen, abgerufen im 18. Dezember 2017.
  4. Kurier: Neue Regierung: UNIQA-Manager Löger als Finanzminister. Artikel vom 15. Dezember 2017, abgerufen am 16. Dezember 2017.
  5. a b c Kleine Zeitung: Vier Steirer und zwei Kärntner in der künftigen Bundesregierung. Artikel vom 16. Dezember 2017, abgerufen am 16. Dezember 2017.
  6. Kleine Zeitung: UNIQA-Manager wird der neue Finanzminister. Artikel vom 16. Dezember 2017, abgerufen am 16. Dezember 2017.
  7. derStandard.at: Chefwechsel bei Uniqa Österreich: Svoboda folgt auf Finanzminister Löger. Artikel vom 18. Dezember 2017, abgerufen am 19. Dezember 2017.
  8. Peter McDonald ist neuer Sportunion-Präsident. Artikel vom 1. Juli 2018, abgerufen am 1. Juli 2018.
  9. Hartwig Löger auf den Webseiten des österreichischen Parlaments
  10. profil: Ministerinnen mittlerweile ÖVP-Mitglieder. Artikel vom 29. März 2018, abgerufen am 31. März 2018.
  11. Kurier: Vom Makler zum Minister. Artikel vom 17. Dezember 2017, abgerufen am 31. März 2018.
  12. derStandard.at: ÖVP-Finanzminister bestätigt neue Köpfe in Öbib-Nominierungskomitee. Artikel vom 25. Jänner 2018, abgerufen am 25. Jänner 2018.
  13. Finanzminister Löger gegen neue Transparenzregeln für Großkonzerne in der EU. Artikel vom 10. Februar 2018, abgerufen am 13. Februar 2018.
  14. Attac kritisiert Finanzminister. Artikel vom 13. Februar 2018, abgerufen am 13. Februar 2018.
  15. profil.at: Othmar Karas will für Country-by-Country-Reporting werben. Artikel vom 17. Februar 2018, abgerufen am 18. Februar 2018.
  16. diepresse.com: Löger für Steuertransparenz: "Gebe Gas im Sinn der Klarstellung". Artikel vom 20. Februar 2018, abgerufen am 20. Februar 2018.
  17. 541 Mio. plus im kommenden Jahr. ORF.at, 21. März 2018, abgerufen am 3. September 2018.
  18. Kurz, Strache verordnen Nulldefizit. Die Presse/APA, 27. Februar 2018, abgerufen am 3. September 2018.