Graurheindorf

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Koordinaten: 50° 45′ 45″ N, 7° 4′ 40″ O

Graurheindorf
Bundesstadt Bonn
Einwohner: 3426 (31. Dez. 2014)[1]
Postleitzahl: 53117
Vorwahl: 0228
Alt-Godesberg Auerberg Beuel-Mitte Beuel-Ost Brüser Berg Buschdorf Bonn-Castell Dottendorf Dransdorf Duisdorf Endenich Friesdorf Geislar Godesberg-Nord Godesberg-Villenviertel Graurheindorf Gronau Hardthöhe Heiderhof Hochkreuz Hoholz Holtorf Holzlar Ippendorf Kessenich Küdinghoven Lannesdorf Lengsdorf Lessenich/Meßdorf Limperich Mehlem Muffendorf Nordstadt Oberkassel Pennenfeld Plittersdorf Poppelsdorf Pützchen/Bechlinghoven Ramersdorf Röttgen Rüngsdorf Schwarzrheindorf/Vilich-Rheindorf Schweinheim Südstadt Tannenbusch Ückesdorf Venusberg Vilich Vilich-Müldorf Weststadt Bonn-ZentrumKarte
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Lage des Ortsteils Graurheindorf im Stadtbezirk Bonn

Graurheindorf ist ein Ortsteil der Bundesstadt Bonn im gleichnamigen Stadtbezirk. Er befindet sich im Bonner Norden und wird durch den Rheinstrom sowie die Ortsteile Bonn-Castell und Auerberg begrenzt. Graurheindorf gehört seit 1908 zur Stadt Bonn.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Margareta

Die erste Erwähnung von Rindorp geht auf das Jahr 1131 zurück, als erstmals Kirche und Burg (damals noch als Herrenhof) urkundlich genannt werden. Um 1230 wurde hier ein Kloster der Zisterzienserinnen gegründet. 1689 wurde die Graurheindorfer Burg zerstört und 1755 in ihrer heutigen Form als Herrenhaus wiedererrichtet. Als Baumeister wird Michael Leveilly vermutet, der auch das Bonner Rathaus erschaffen hat. Die Estermannstraße folgt dem Verlauf der römischen Heerstraße, die Bebauung entlang dieser Straße ist eines der seltenen erhaltenen Beispiele eines fränkischen Straßendorfes.

Die Pfarrkirche St. Margareta wurde an der Stelle eines römischen Landhauses errichtet. In Höhe der Einmündung des Rheindorfer Baches wurde der Bonner Stadtzoll erhoben. 1809 wurde das gesamte Rheindorf unter französischer Herrschaft in die Stadt Bonn eingemeindet. Es erhielt den Ortsbeinamen „Grau“ in Anlehnung an die graue Ordenstracht der Zisterzienserinnen, zur Unterscheidung von dem nahegelegenen rechtsrheinischen Schwarzrheindorf.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts nahm das gesellschaftliche Leben in Grau-Rheindorf Gestalt an: 1848 wurde die St. Sebastianus-Schützenbruderschaft gegründet, 1872 der Männergesangsverein. Zur Jahrhundertwende 1900 bildete sich die Freiwillige Feuerwehr. In den 1920er Jahren wurde der Bonner Rheinhafen in Graurheindorf errichtet, aus dieser Zeit stammt auch die heute als Bürogebäude genutzte Auermühle.

Graurheindorf zählt heute etwa 3.000 Einwohner. Obwohl 200 Jahre in die Stadt Bonn eingemeindet, ist das einfache, beinahe ländliche Straßenbild erhalten geblieben.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bonner Hafen mit Kläranlage Salierweg, Luftaufnahme (2012)
Kläranlage Salierweg

Südlich des Hafens liegt am Rande eines Wohngebiets die Kläranlage Salierweg, die 1934 errichtet und 1958 sowie von 1977 bis 1985 und nochmals ab 1989[2] grundlegend erweitert und neugestaltet wurde.[3][4] Sie ist für die Abwasserbeseitigung von 22 Ortsteilen der Stadt Bonn und teilweise der Gemeinde Alfter sowie für die Verbrennung des Klärschlamms aus den anderen Klärwerken der Stadt und aus Königswinter[4] zuständig.[5][6] Als Verbindung von Hochbau- und Landschaftsarchitektur erhielten die Faulbehälter mit einer Höhe von etwa 20 m durch Erdaufschüttungen in Form einer kegelförmigen Ummantelung eine im Stadtbild markante grüne Haube.[7] Der Schornstein der Verbrennungsanlage ist rund 70 Meter hoch.[4]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Graurheindorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik – Bevölkerung in Bonn – Stichtag: 31.12.2014, Bundesstadt Bonn, Statistikstelle, April 2015
  2. Andreas Denk, Ingeborg Flagge: Architekturführer Bonn. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-496-01150-5, S. 77.
  3. Ingeborg Flagge: Architektur in Bonn nach 1945. Verlag Ludwig Röhrscheid, Bonn 1984, ISBN 3-7928-0479-4, S. 170.
  4. a b c Klärwerk Salierweg: Schornstein, Glasdach und Brenner müssen erneuert werden, Pressemitteilung der Stadt Bonn, 28. August 2012
  5. Kläranlage Bonn, Stadt Bonn
  6. Stadt Bonn saniert größtes Klärwerk für 920.000 Euro, General-Anzeiger, 29. August 2012
  7. Edgar Haupt (Hrsg.): 5x11. Vom Architektonischen in der Landschaft. RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten, Pellens Verlag, Bonn 2006, ISBN 3-9810534-2-7, S. 132 f.