Venusberg (Bonn)

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50.7033333333337.0963888888889169Koordinaten: 50° 42′ 12″ N, 7° 5′ 47″ O

Venusberg
Bundesstadt Bonn
Höhe: 169 m
Einwohner: 2127 (31. Dez. 2014)[1]
Postleitzahl: 53127
Vorwahl: 0228
Karte

Lage des Ortsteils Venusberg im Stadtbezirk Bonn

Sendemast auf dem Venusberg

Venusberg ist sowohl der Name eines westlich des Rheins gelegenen 176 m hohen Hochplateaus in der Bundesstadt Bonn, die selbst etwa auf 60 m Höhe liegt, als auch die Bezeichnung eines Bonner Ortsteils im Stadtbezirk Bonn.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name Venusberg leitet sich etymologisch von Fenn-Berg ab, da es sich um ein ehemaliges Hochmoorgebiet handelt. Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs befanden sich dort neben wenigen zivilen Gebäuden vor allem ausgedehnte Kasernen sowie Munitionslager im angrenzenden Kottenforst. Noch heute sind im alten Hauptportal die Befestigungen für die alte Kaserneninschrift erhalten. Die Kasernen wurden in der Nachkriegszeit als Universitätsklinikum Bonn genutzt und werden seit 2003 nach und nach durch moderne Gebäude ersetzt. Forschungsschwerpunkte der Medizinischen Fakultät sind die Genetik, die Immunologie, die Hepatologie, die Herz-Kreislaufwissenschaften und die Neurowissenschaften. Erwähnenswert ist der weithin sichtbare alte Wasserturm auf dem Campus der Unikliniken, in dem heute die Verwaltung untergebracht ist.

Durch das Klinikum wuchs der anliegende Ortsteil Venusberg rasch, der 4 km² umfasst und in dem rund 2200 Einwohner leben. Dort befinden sich Siedlungen, die 1950–1960 im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus auch für Vertriebene errichtet wurden, aber auch zahlreiche Villen. Venusberg gilt als bevorzugtes Wohngebiet, in dem u. a. Heinrich Lübke, Walter Scheel, Ludwig Erhard, Willy Brandt und Herbert Wehner wohnten. Die Villa Kiefernweg 12 diente als Dienstvilla zahlreicher Spitzenpolitiker und als Gästehaus des Auswärtigen Amtes. Im Ortsteil Venusberg befinden sich die evangelische Auferstehungskirche, die katholische Heilig-Geist-Kirche, eine Jugendherberge, das Sportzentrum der Universität Bonn und mehrere Ausflugslokale. Der Stadtteil geht direkt in den Kottenforst über, wo sich neben dem Ausflugslokal „Waldau“ ein Naturkundemuseum, ein Kinderspielplatz und ein Wildfreigehege für Wildschweine, Rot- und Damwild befinden.

Den südlichen Ausläufer des Venusbergs bildet die als Naherholungsgebiet genutzte Waldau.

Sendemast[Bearbeiten]

Auf dem Venusberg steht ein 1984 errichteter, 180 Meter hoher und gegen Erde isolierter selbststrahlender Sendemast des WDR für die Verbreitung von Rundfunkprogrammen im Mittelwellen- und UKW-Bereich sowie zur Ausstrahlung von Fernsehprogrammen. Der Sender Bonn-Venusberg ist das höchste Bauwerk Bonns und durch seine Höhe und die Lage auf dem Berg weithin sichtbar.

Ausgrabungen[Bearbeiten]

Seit 2015 finden auf dem Venusberg Ausgrabungen durch Archäologen des Amtes für Bodendenkmalpflege beim Landschaftsverband Rheinland statt, die eine jungsteinzeitliche Wallanlage hervorbrachten, womit der älteste Nachweis einer Geländenutzung durch Ackerbauern im Bonner Stadtgebiet gegeben ist. Die Wall-Graben-Anlage umschließt ein etwa 15 Hektar großes Gelände unmittelbar neben der Robert-Koch-Straße. Radiokarbonuntersuchungen datieren die gefundenen Holzkohlereste auf etwa 4.100 Jahre vor Christus. Damit ist die Anlage das bisher einzige bauliche Zeugnis der Michelsberger Kultur in Nordrhein-Westfalen.

Venusberg, Gesamtansicht von Süden aus

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Venusberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik – Bevölkerung in Bonn – Stichtag: 31.12.2014, Bundesstadt Bonn, Statistikstelle, April 2015