Tannenbusch

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für den Wildpark Tannenbusch in Dormagen-Delhoven siehe dort.

Koordinaten: 50° 44′ 51″ N, 7° 3′ 27″ O

Tannenbusch
Bundesstadt Bonn
Einwohner: 16.425 (31. Dez. 2014)[1]
Postleitzahl: 53119
Vorwahl: 0228
Alt-Godesberg Auerberg Beuel-Mitte Beuel-Ost Brüser Berg Buschdorf Bonn-Castell Dottendorf Dransdorf Duisdorf Endenich Friesdorf Geislar Godesberg-Nord Godesberg-Villenviertel Graurheindorf Gronau Hardthöhe Heiderhof Hochkreuz Hoholz Holtorf Holzlar Ippendorf Kessenich Küdinghoven Lannesdorf Lengsdorf Lessenich/Meßdorf Limperich Mehlem Muffendorf Nordstadt Oberkassel Pennenfeld Plittersdorf Poppelsdorf Pützchen/Bechlinghoven Ramersdorf Röttgen Rüngsdorf Schwarzrheindorf/Vilich-Rheindorf Schweinheim Südstadt Tannenbusch Ückesdorf Venusberg Vilich Vilich-Müldorf Weststadt Bonn-ZentrumKarte
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Lage des Ortsteils Tannenbusch im Stadtbezirk Bonn

Tannenbusch ist ein Ortsteil der Bundesstadt Bonn im gleichnamigen Stadtbezirk mit rund 16.000 Einwohnern. Er gliedert sich in die Siedlungsbereiche Alt-Tannenbusch und Neu-Tannenbusch.

Alt-Tannenbusch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Düne

Tannenbusch ist eine Siedlung am nordwestlichen Stadtrand von Bonn, die in drei Zeitabschnitten entstand. Nach dem Schützenhof entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg die „Vogelsiedlung“ und die HICOG-Siedlung an der Straße Im Tannenbusch. Alt-Tannenbusch gruppiert sich um eine Binnendüne (Düne Tannenbusch), die als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist und durch dichten Bewuchs kaum erkennbar ist. Zu den Bewohnern der Düne zählt eine Kolonie freilebender Halsbandsittiche.

In Alt-Tannenbusch leben etwa 6000 Menschen. Zentraler Einkaufspunkt ist der Paulusplatz. An diesem befindet sich auch die namengebende katholische Kirche St. Paulus, die zu einem Pfarrverband aus den Gemeinden Alt- und Neu-Tannenbusch, Dransdorf, Lessenich, Buschdorf, Auerberg, Graurheindorf und (äußere) Nordstadt gehört. Wenige Meter westlich, am Lievelingsweg, steht die evangelische Apostelkirche. Die Gemeinde umfasst Alt-, Neu-Tannenbusch und Dransdorf.

Neu-Tannenbusch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neu-Tannenbusch ist eine planerisch erbaute Großsiedlung (Trabantenstadt), die Anfang der 1970er-Jahre als Reaktion auf die damals herrschende Wohnungsnot entstand.

Luftbild von Neu-Tannenbusch

Die Siedlung folgt dem damaligen Ideal „modernen Wohnens“. So finden sich ausgeprägte Wohnbereiche mit dichter Bebauung (Geschosswohnungsbau), breite, autogerechte Straßen mit vielen Parkmöglichkeiten und einer zentralen Abfallsauganlage, die allerdings von Anfang an mit erheblichen technischen Problemen zu kämpfen hatte und mittlerweile zurückgebaut wurde.[2] Daneben gibt es einen großen Bereich mit Reihenhäusern und Grünflächen. Räumlich davon getrennt liegen ein großes Einkaufszentrum und soziale Einrichtungen. Neu-Tannenbusch hat sich zum sozialen Brennpunkt entwickelt. Seit der Jahrtausendwende haben sich radikal-islamische Bewohner dort angesiedelt.[3] In den Medien werden unter anderem Parallelen zum Brüsseler Stadtteil Molenbeek gezogen.[4]

Häuser der amerikanischen HICOG-Siedlung zwischen Alt- und Neu-Tannenbusch

Am nördlichen Rand geht Tannenbusch in den „Grünzug Nord“ über, ein Naherholungsgebiet mit Freiflächen, einem See, Spielplätzen und einer kleinen Freilichtbühne. In Neu-Tannenbusch gibt es neben Kindergärten und Grundschulen auch eine Gesamtschule (Bertolt-Brecht-Gesamtschule) sowie ein von 1977 bis 1980 entstandenes Schulzentrum mit Realschule (Freiherr-vom-Stein-Realschule) und Gymnasium (Tannenbusch-Gymnasium),[5] das sich durch die beiden wählbaren Schwerpunkte Musik und Sport auszeichnet.

An der Grenze zwischen Neu- und Alt-Tannenbusch ist der FC Tannenbusch angesiedelt, der die Sportanlage „An der Düne“ nutzt und intensive Jugendarbeit insbesondere in der Sportart Fußball betreibt. Ein markantes Gebäudes ist das Gustav-Heinemann-Haus, eine Modelleinrichtung für Rehabilitationsmaßnahmen mit einer Reihe unterschiedlicher Zentren. An einigen Tagen in der Woche ist das hauseigene Schwimmbad für die Allgemeinheit geöffnet.

Für den Bau von Neu-Tannenbusch wurde die Trasse der Rheinuferbahn auf mehreren Kilometern verlegt und in einem Einschnitt durch die neue Siedlung geführt. Heute fahren dort die Bonner Stadtbahnlinien 63 und 16. Die Straßen in Neu-Tannenbusch sind fast ausschließlich nach Orten und Landschaften in ehemals deutschen Ostgebieten und der damaligen DDR benannt (z. B. Schlesienstraße, Oppelner Straße, Westpreußenstraße).

Die katholische Kirche in Neu-Tannenbusch ist die Pfarrkirche St. Thomas Morus, die mit den Kirchen St. Paulus in Alt-Tannenbusch, St. Aegidius in Buschdorf, St. Margaretha in Graurheindorf, St. Laurentius in Lessenich, St. Antonius in Dransdorf sowie St. Bernhard und St. Hedwig in Auerberg zum gleichnamigen Pfarrverband gehört. Die evangelischen Christen gehören zusammen mit jenen aus Dransdorf zur Gemeinde der Apostelkirche in Alt-Tannenbusch.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelbelege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsstatistik – Bevölkerung in Bonn – Stichtag: 31.12.2014, Bundesstadt Bonn, Statistikstelle, April 2015
  2. http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&itemid=10490&detailid=682776
  3. https://www.derwesten.de/region/bonn-tannenbusch-wo-salafisten-in-der-tiefgarage-abtauchen-id11699654.html
  4. Bonn-Tannenbusch – das deutsche Molenbeek?, ARD MONITOR vom 03.12.2015 Website des Westdeutschen Rundfunk Köln. Abgerufen am 10. April 2016.
  5. Ingeborg Flagge: Architektur in Bonn nach 1945. Verlag Ludwig Röhrscheid, Bonn 1984, ISBN 3-7928-0479-4, S. 156.