Hansgrohe

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Hansgrohe SE
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Rechtsform Societas Europaea[1]
Gründung 1901
Sitz Schiltach, Deutschland
Leitung Thorsten Klapproth (Vorsitzender des Vorstands), Klaus F. Jaenecke (Aufsichtsratsvorsitzender), Richard O’Reagan (stv. Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiter 4.785, davon rund 60 % in Deutschland
Umsatz 1,029 Mrd. Euro
Branche Sanitärtechnik
Website www.hansgrohe.com
Stand: 2016 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2016
Firmensitz von hansgrohe in Schiltach

Die Hansgrohe SE ist ein Hersteller sanitärtechnischer Produkte, wie Armaturen, Brausen, Thermostate, Abläufe und Badzubehör. Der Hauptsitz ist Schiltach im Schwarzwald.

Das Unternehmen wurde 1901 von Hans Grohe gegründet. Hansgrohe ist nicht zu verwechseln mit dem Unternehmen Grohe, das ebenfalls Armaturen herstellt und von Hans Grohes Sohn Friedrich übernommen wurde.[2]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie Klaus Grohe – Klaus ist der jüngste Sohn des Firmengründers – hält heute 32 % der Gesellschaftsanteile, die Masco Corporation in Taylor (Michigan), USA, 68 % der Anteile. Vorstandsvorsitzender des Unternehmens ist seit 1. Oktober 2014 Thorsten Klapproth, der Siegfried Gänßlen nachfolgte. Hansgrohe vertreibt seine Produkte unter den Marken Hansgrohe und Axor.

2016 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 1,029 Mrd. Euro (2015: 964 Mio. Euro). Weltweit beschäftigt die Hansgrohe-Gruppe 4.785 Mitarbeiter (2016), davon rund 60 % in Deutschland.[3] Hier produziert das Unternehmen in sechs Werken. Hinzu kommen Werke in Frankreich, den USA und China.[4] Das Unternehmen ist mit eigenen Niederlassungen in 37 Ländern auf allen Kontinenten vertreten. Hansgrohe exportiert in mehr als 140 Länder.[5]

Unternehmensgründung und -geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1901 gründete Hans Grohe, geboren am 14. Mai 1871 in Luckenwalde bei Berlin, das Unternehmen in der Schwarzwaldgemeinde Schiltach. Der Drei-Mann-Betrieb produzierte zunächst Metalldrückwaren wie Uhrenteile, Messingpfannen und Blechbrausen. Der Unternehmer spezialisierte sich bald auf Metallprodukte für den Sanitärbereich. Mit der ersten Auslandslieferung nach Amsterdam im Januar 1907 begann das Exportgeschäft. Bereits 1919 beschäftigte das Unternehmen drei Bürokräfte und 42 Mitarbeiter in der Fertigung.

Ab 1929 setzte Grohe auf ein neues Messingdruckverfahren und begann ab 1930, Produkte zu verchromen. 1934 gründete Grohe die ersten Auslandsvertretungen, unter anderem in Nordafrika, Palästina und Syrien. Im selben Jahr verließ Friedrich Grohe, Grohes zweitältester Sohn, die Firma und übernahm 1936 im westfälischen Hemer eine Armaturenfabrik. Anders als sein Vater Hans, der vor allem auf Brausen und Ablauftechnik setzte, konzentrierte sich Friedrich Grohe auf die Produktion von Armaturen. Dieses Unternehmen ist heute als Grohe AG bekannt.

Ab 1961 firmierte Hans Grohe als GmbH & Co KG. 1968 trat Klaus Grohe, der jüngste Sohn des Unternehmensgründers, in die Firma ein. 1975 übernahm er die Geschäftsführung und führt 1977 die Wortbildmarke Hansgrohe ein. Während seiner Leitung begann das Unternehmen Ende der 1960er Jahre die Zusammenarbeit mit firmenexternen Designern wie Hartmut Esslinger (frog design), später folgten unter anderem Phoenix Design und Philippe Starck. Zudem erschloss Klaus Grohe dem Unternehmen neue Geschäftsbereiche: 1981 nahm Hansgrohe die Produktion von Armaturen auf, 2001 brachte es Grauwasser-Recyclingsysteme auf den Markt. 1985 verkauften einige Teilhaber von Hansgrohe ihre Anteile an die US-amerikanische Investmentgesellschaft Masco Corporation in Taylor (Michigan). 1999 wurde Hansgrohe in eine nicht-börsennotierte Aktiengesellschaft umgewandelt. 2008 wechselte Klaus Grohe nach 33 Jahren an der Spitze des Unternehmens in den Vorsitz des Aufsichtsrats, seit April 2015 ist er Ehrenvorsitzender des Gremiums. Vorsitzender des Vorstands ist Thorsten Klapproth, der im Oktober 2014 auf Siegfried Gänßlen folgte. Zwei der Enkel des Firmengründers, Richard und Philippe Grohe, waren bis Oktober 2016 im operativen Geschäft tätig. Seitdem begleitet die Gründerfamilie das Unternehmen ausschließlich aus der Gesellschafterperspektive über ihren Vertreter im Aufsichtsrat der Hansgrohe SE.[6]

Das Unternehmen hat rund 2500 Patente angemeldet (Stand 31. Dezember 2015)[7]. Zu wichtigen Erfindungen von Hansgrohe zählen die automatische Ab- und Überlaufgarnitur (1934), die Duschstange (1953), die Brause mit verstellbaren Strahlarten (1968), die Küchenarmatur mit Ausziehauslauf (1984) sowie Technologien wie die wassersparende Luftbeimischung (2004) und die Aktivierung/Deaktivierung des Wasserflusses per Knopfdruck (2011). Im Jahr 2015 hat Hansgrohe 24 Patente, 180 Designs und 93 Marken angemeldet.[8]

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Hauptsitz in Schiltach hat das Unternehmen das Museum für Wasser, Bad und Design eingerichtet. Das Museum zeigt die Entwicklung des privaten Hausbads sowie die des Klempnerhandwerks in Mitteleuropa seit dem Mittelalter.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Designer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sponsorenaktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 2010 unterhielt das Unternehmen eine eigene Triathlon-Mannschaft, die seit 2001 sieben Mal den Titel des Deutschen Mannschaftsmeisters gewann – zuletzt 2008. Zum Team gehörten u.a. Triathlongrößen wie Daniel Unger (Weltmeister 2007, Deutscher Meister 2008), Jan Frodeno (Olympiasieger 2008) und Steffen Justus (Vizeweltmeister 2010). Seit 2008 unterstützt Hansgrohe Daniel Unger als Einzelstarter und seit 2011 das Daniel-Unger-Nachwuchsteam. Ab der Saison 2017 sponsert das Unternehmen zusammen mit dem Hersteller von Kochfeldabzügen Bora das Radsport Worldtour-Team „Bora-hansgrohe“.[12]

Bad-Kartell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2010 nutzte Hansgrohe die Kronzeugenregelung in einem EU-Kartellverfahren gegen die Sanitärindustrie und kam dadurch um eine Strafe herum. Das Unternehmen war neben einigen anderen Firmen (Grohe, Villeroy & Boch, Duravit, Kludi, Dornbracht, Hansa) Teil des sogenannten „Bad-Kartells“, dem Preisabsprachen zu Ungunsten von Handel, Handwerk und Verbrauchern nachgewiesen wurden. Der amerikanische Masco-Konzern, zu dem Hansgrohe gehört, hatte das EU-Kartellverfahren ins Rollen gebracht und damit ein Bußgeld vom eigenen Unternehmen abgewendet.[13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Grohmann: Der clevere Hans oder das wahre Märchen vom Hans im Glück. 2., erweiterte Auflage. Schiltach 2007 (hansgrohe.de [PDF; 4,2 MB] Broschüre im Internet).
  • Redaktion: Ruth Wöhrle, Klaus Kramer (Jahre 1871–1994), Dr. Henning Storek (Jahre 1995–2001): Ein Unternehmen macht Geschichte. Hansgrohe 1901–2001. Schiltach 2001 (ohne ISBN).
  • Hansgrohe SE (Hrsg.): Geschäftsbericht „Facts + Figures 2015“. Zukunft braucht Herkunft. Schiltach 2015 (assets.hansgrohe.com [PDF]).

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schöner Duschen! Hansgrohe aus Schiltach. Dokumentarfilm, Deutschland, 2015, 29:32 Min., Buch und Regie: Katharina Prokopy, Produktion: SWR, Reihe: made in Südwest, Erstsendung: 10. Februar 2016 beim SWR, Inhaltsangabe von ARD, online-Video von ARD verfügbar bis 8. Februar 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hansgrohe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum des Unternehmens Hansgrohe.
  2. Geschichte des Unternehmens Grohe. grohe.com, abgerufen am 25. Januar 2017.
  3. Umsatz und Bilanz. Hansgrohe SE, abgerufen am 27. März 2017.
  4. Die Hansgrohe SE stärkt ihre Produktionsstandorte in Deutschland und Frankreich. Hansgrohe Deutschland, abgerufen am 25. Januar 2017.
  5. Die Hansgrohe Gruppe – auf allen Kontinenten präsent. In: hansgrohe.de, aufgerufen am 18. August 2016.
  6. Hansgrohe auf Wachstumskurs. Hansgrohe DE, abgerufen am 4. November 2016.
  7. DPMAregister | Registerauskunft des Deutschen Patent-und Markenamtes (DPMA). In: register.dpma.de. Abgerufen am 29. Dezember 2016.
  8. Umsatz und Bilanz. Hansgrohe SE, abgerufen am 29. Dezember 2016.
  9. Endlich ausspannen – Das Bad ist das neue Wohnzimmer. In: Frankfurter Neue Presse. Abgerufen am 2. September 2016.
  10. Armaturen-Kollektion von Axor/Hansgrohe. In: AW Magazine. Abgerufen am 2. September 2016.
  11. barber & osgerby: axor one, an interactive shower control. In: Designboom. 25. September 2015, abgerufen am 2. September 2016 (amerikanisches englisch).
  12. Bora hat neuen Sponsor: Mit hansgrohe in die WorldTour. In: Eurosport Deutschland. 30. Juni 2016, abgerufen am 4. November 2016.
  13. Detlef Fechtner: Kartell. EU straft Bad-Ausrüster ab. In: WAZ, 23. Juni 2010.