Hauptkirche Sankt Michaelis (Hamburg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
St. Michaelis (2013)
Innenraum
St. Michaelis (2013)

Die evangelische Hauptkirche Sankt Michaelis (volkstümlich: Michel) ist der bekannteste Kirchenbau Hamburgs. Auch für die Schiffer auf der Elbe weithin sichtbar ist sie mit ihrer markanten Architektur seit Langem ein Wahrzeichen der Hansestadt. Sie gilt als bedeutendste Barockkirche Norddeutschlands.

Die Kirche ist dem Erzengel Michael geweiht, der als große Bronzestatue über dem Hauptportal als Sieger im Kampf mit Satan dargestellt ist. Der Kirchbau steht in der südlichen Neustadt zwischen Ludwig-Erhard-Straße, Krayenkamp und Englischer Planke. Der Kirchturm hat eine Höhe von 132,14 Metern.[1] Das heutige Bauwerk ist ein Wiederaufbau von 1912, nachdem die Kirche 1906 abgebrannt war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Gebäude ist bereits der dritte Kirchenbau an dieser Stelle. Etwa um das Jahr 1600 wurde – damals noch außerhalb der Hamburger Stadtmauern – etwas weiter östlich aufgrund der Stadterweiterung eine kleine Filialkirche bei dem Pestfriedhof errichtet, der sogenannte "Kleine Michel", den ab 1625 die Einwohner der Hamburger Neustadt (die seit 1625 innerhalb der neuen Wallanlagen entstanden war) als ihre Kirche nutzten. Für die wachsende Gemeinde wurde die Kapelle bald zu klein.

Erster Bau (1647–1750)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blitzeinschlag in der Michaeliskirche 1750, Kupferstich von Franz Nikolaus Rolffsen

Der erste Bau an der heutigen Stelle wurde von 1647 bis 1669 von Peter Marquard und Christoph Corbinus (während der Bauzeit verstorben) errichtet. Im Jahr 1685 wurde der Michel neben St. Petri, St. Jacobi, St. Nikolai und St. Katharinen Hamburgs fünfte Hauptkirche und die Neustadt ein eigenes Kirchspiel.[2]

Am 10. März 1750 gegen 11:00 Uhr wurde die Kirche mit ungewöhnlich lautem Donner vom Blitz getroffen. Rauch und Flammen wurden ab 12:45 Uhr bemerkt. Der Brand konnte nicht mehr gelöscht werden, der Kirchturm brach im Zickzack zusammen. „Der Hauptteil des Turmes fiel auf das Kirchendach und setzte das Gotteshaus in Brand, das dadurch völlig vernichtet wurde.“ [3]

Zweiter Bau (1750–1906)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Textblatt des Oratoriums zur Einweihung im Jahre 1762

Im Jahr 1751 wurde der Grundstein für den zweiten Michel gelegt. Dieser wurde am 19. Oktober 1762 mit dem Oratorium Komm wieder Herr, zu der Menge der Tausenden in Israel (TWV 02:12) von Georg Philipp Telemann geweiht. Erst im Jahr 1786 wurde dieser Neubau nach einem Entwurf von Johann Leonhard Prey und Ernst Georg Sonnin durch den Bau des Turmes abgeschlossen.[4] Der Turm war ganz aus Holz und mit Kupfer verkleidet.[2]

Im Jahr 1802 nutzte Johann Friedrich Benzenberg den Turm mit Erfolg für Fallexperimente zum Nachweis der Erdrotation und kam damit Léon Foucault mit seinem berühmten Pendelversuch um fast 50 Jahre zuvor.

Am 3. Juli 1906 fing der Turm bei Lötarbeiten am Dachstuhl Feuer und brannte vollständig nieder. Auch das Kirchenschiff brannte bis auf die Grundmauern ab.

Dritter Bau (von 1906)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Art des Wiederaufbaus gab es heftige Diskussionen. In einer Enquete von 1906/07 sprachen sich Cornelius Gurlitt, Fritz Schumacher und Peter Behrens gegen eine Rekonstruktion aus. Trotzdem erfolgte mit Rücksicht auf den Wahrzeichencharakter des „Michel“ und den Wunsch der Bevölkerung eine Wiederherstellung in der alten äußeren Form, allerdings mit Stahl und Beton anstelle der früheren Holzkonstruktion.[5] Die Bauarbeiten, die von Julius Faulwasser geleitet wurden, dauerten sechs Jahre. Am 19. Oktober 1912 wurde der Michel wiedereröffnet. Taufstein und Gotteskasten für Spenden stammen aus dem Jahr 1763.[2]

Bombardierung und Kriegsschädenbeseitigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zweiten Weltkrieg wurde die gesamte Umgebung durch alliierte Bombenangriffe (Operation Gomorrha) stark zerstört, während die Kirche selbst zunächst fast unbeschädigt blieb. Erst 1944 und 1945 wurde schließlich auch das Hauptschiff getroffen. Die Schäden wurden bis etwa 1952 beseitigt.

Kontinuierliche Renovierung seit 1983[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1983 wird der Michel fast kontinuierlich renoviert:

  • 1983–1996: Erneuerung des Turms
  • 2002–Jahreswende 2009/10: Sanierung des Michels und Digitalisierung der Baupläne unter der Leitung des Hamburger Architektenbüros Plan-R Joachim Reinig[6]
  • 2007: Renovierung der Krypta
  • 2008–2009: Erneuerung des Kupferdachs und Innensanierung
  • 2015–2016: Vervollständigung des vierteiligen Uhrschlagwerks[7]

Architektur und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundriss
Deckengewölbe

Sankt Michaelis ist ein in Backsteinbauweise errichteter, barocker Zentralbau mit monumentalem Westturm. Als Wiederherstellung des Baus von 1762/86 ist sie die jüngste der fünf Hamburger Hauptkirchen und mit 2500 Sitzplätzen auch die größte. Der Kirchenraum hat einen kreuzförmigen Grundriss mit 44 Metern Breite, 52 Metern Länge und 27 Metern Höhe. Die marmorne Kanzel bildet das Zentrum des Raumes.

Kirchenraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kirchenraum ist lichtdurchflutet, weil die klaren Fenster das Außenlicht passieren lassen.[8]

Eingänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außer dem Haupteingang im Westen unter der Bronzeplastik des kämpfenden Erzengels Michael verfügt der Michel in Richtung Hafen (Süden) und Großneumarkt (Norden) über zahlreiche Pforten zum direkten Zugang aus den damals dichtbesiedelten Gebieten.[8]

Turmhalle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Turmhalle ist Vorraum zur Kirche, zur Turmbesteigung und zur Kryptabesichtigung mit Kassenhäuschen für Broschürenverkauf.

Krypta[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grab Carl Philipp Emanuel Bach in der Krypta der Sankt Michaelis-Kirche
Gruft des Michels

Die Krypta wurde mit dem zweiten Bau der Kirche angelegt. Der Verkauf von Grabstellen sollte den Wiederaufbau mitfinanzieren. 2.425 Namen von dort Bestatteten sind bekannt, darunter Johann Mattheson († 17. April 1764), Carl Philipp Emanuel Bach († 14. Dezember 1788), Hinrich Borkenstein († 1777) und der Architekt des Michels Sonnin († 8. Juli 1794). Die Grabkammern sind tief ausgeschachtet für vier Särge übereinander. Während der Hamburger Franzosenzeit wurden 1813 Beerdigungen innerhalb der Stadt und damit auch in der Krypta verboten. Während des Zweiten Weltkriegs diente die Krypta als Luftschutzbunker.[8][9] Das Gruftgewölbe beherbergt ab 1986 eine Ausstellung zur Baugeschichte mit Modellen der Kirche. Anfang 2000 wurde die Krypta umgebaut und wird nun für Gottesdienste und Konzerte genutzt.[10]

Turm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turm

Der 132,14 Meter[1] hohe, charakteristische Kirchturm prägt die Silhouette der Stadt und galt schon früh als Orientierungsmarke für die auf der Elbe nach Hamburg segelnden Schiffe. In 83 Metern Höhe[11] ist die Turmplattform, die einen weiten Ausblick über die Stadt bietet. Man kann sie zu Fuß über 453 Stufen oder mit einem Fahrstuhl erreichen. Am obersten Punkt des Turmes sind Webcams angebracht.[12] Seit 2016 leben mehrere Bienenvölker auf dem Glockenboden in 65 Meter Höhe.[13] Der Turm der Petrikirche ist mit einer Höhe von 132,20 Metern[1] ähnlich hoch, damit können beide als zweithöchste Kirchtürme in Hamburg gelten. Der höchste ist das Mahnmal St. Nikolai mit 147,88 Metern[1].

Turmuhr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Turmuhr

Die Uhr im Kirchturm ist die größte ihrer Art in Deutschland. Sie wurde von der Straßburger Firma Ungerer hergestellt, deren Inhaber der Großvater des bekannten Grafikers Tomi Ungerer war. Jedes der vier Zifferblätter misst acht Meter im Durchmesser, ein großer Zeiger hat eine Länge von 4,91 Metern und ein kleiner von 3,60 Metern. Jeder dieser Zeiger wiegt 130 Kilogramm und ist – genauso wie die umgebenden Ziffern – mit Blattgold belegt. Für die Turmuhr gibt es zwei Schlagglocken.

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Konfiszierung und Neuguss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Brand im Jahre 1906 wurde der Michel unverändert wieder aufgebaut und 1912 wieder geweiht. 1910 wurden zehn neue Glocken für den Michel gegossen, darunter vier Uhrschlagglocken. Bereits 1917 wurden neun dieser neuen Glocken, das Kupferdach und die Zinnpfeifen der Orgelprospekte zum Einschmelzen für Rüstungszwecke beschlagnahmt.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde eine der Michel-Glocken auf einem Glockenfriedhof in der Eifel nicht eingeschmolzen entdeckt und zurückgekauft. Neu gegossen wurden im Jahr 1924 zwei Uhrschlagglocken und drei Läuteglocken. Nicht ersetzt wurden zwei Uhrschlagglocken und eine Läuteglocke.

Im Zweiten Weltkrieg wurden alle Glocken beschlagnahmt und kamen auf den Glockenfriedhof im Hamburger Freihafen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam die Kirche im Jahr 1947 als erste der Hamburger Innenstadtkirchen wieder vier Glocken. Eine Läuteglocke fehlte. Die zwei seit Ende des Ersten Weltkriegs fehlenden Uhrschlagsglocken wurden nicht ersetzt.[14][15]

Läuteglocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Ersatz für die große Michel-Glocke, die 1917 eingeschmolzen worden war, um Material für Rüstungsgüter zu erhalten, wurde am 31. März 2000 die große Jahrtausendglocke in der Glockengießerei A. Bachert in Heilbronn gegossen.[16] Allerdings entwickelte sich aufgrund schlechter Gussqualität am unteren Rand ein Sprung,[17] weshalb 2008 bei Bachert in Karlsruhe ein Neuguss erfolgte. Mit über 9 Tonnen Gewicht ist die Jahrtausendglocke die größte Glocke Hamburgs und eine der größten Glocken Norddeutschlands.

Die anderen Glocken wurden von der Glockengießerei Schilling in Apolda gegossen. Obwohl sie im Zweiten Weltkrieg (wie Tausende andere Glocken auch) auf Befehl der NS-Führung ausgebaut und auf den Glockenfriedhof im Hamburger Freihafen gebracht worden waren, überstanden sie dort das Kriegsende und kehrten unter großer öffentlicher Anteilnahme an ihren angestammten Platz zurück.[18]

Nr.[16] Name Gussjahr Gießer, Gußort Ø
(mm)
Masse
(kg)
Schlagton
(HT-116)
Inschrift
1 Jahrtausendglocke 2008 Albert Bachert,
Karlsruhe
2.340 9.040 f0 +3 Vorderseite: AUS DER TIEFE RUFE ICH HERR • ZU DIR •
DENN BEI DIR IST DIE VERGEBUNG DASS MAN DICH FUERCHTE

Rückseite: Denn tausend Jahre sind vor dir wie der Tag, der gestern vergangen ist.
2 Bürgerglocke 1924 Franz Schilling Söhne,
Apolda
1.960 4.911 a0 +2 Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.
3 Schifffahrtsglocke 1924 1.660 2.856 c1 +4 Fahret auf in die Höhe.
4 Gemeindeältestenglocke 1909 1.450 2.012 d1 +3 Lobet, ihr Völker, unsern Gott; laßt seinen Ruhm weit erschallen.
5 Pastorenglocke 1924 1.280 1.355 e1 +2 Selig sind die Knechte, die der Herr, so er kommt, wachend findet.
6 Kirchenvorsteherglocke 1909 1.220 1.102 f1 ±0 Das ist ein köstlich Ding, dem Herrn danken und lobsingen
deinen Namen, du Höchster.

Stundenglocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Jahre 1917 hingen im Turm des Michel vier Uhrschlag-Glocken. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden im Jahre 1924 lediglich zwei neue Uhrschlagglocken für den Michel neu gegossen. Die beiden weiteren Uhrschlagglocken wurden nicht ersetzt. Während des Zweiten Weltkrieges blieben die beiden Uhrschlagglocken vermutlich im Turm. Sie hängen in der Laterne, oberhalb der Aussichtsplattform, und haben die Schlagtöne c1 und e1.[19]

Erst im Juni 2015 konnten die zwei noch fehlenden Stundenglocken der Glocken- und Kunstgießerei Rincker in Sinn (Hessen) bei Frankfurt gegossen werden. Von September 2015 bis Mai 2016 lagerten beide Glocken im Kirchenschiff, da widrige Windverhältnisse den Transport auf die Turmspitze verhinderten. Am 19. Mai 2016 wurden beide Glocken in die Turmspitze befördert.[7] Die Turmkuppel wurde durch zusätzliche Stahlträger stabilisiert.[20]

Nr. Name Gussjahr Gießer, Gußort Ø
(mm)
Masse
(kg)
Schlagton
(HT-116)
Inschrift
1 Stundenglocke 1 c1
2 Stundenglocke 2 e1
3 Vater-unser-Glocke 2015 Glocken- und Kunstgießerei Rincker,
Sinn (Hessen)
2.020 1.700 d1 Er ändert Zeit und Stunde
4 Friedensglocke 1.650 850 g1 Vater vergib!

Das vierteilige Uhrschlagwerk schlägt seit dem 19. Juni 2016.[7] Die Vater-Unser-Glocke wird zur halben und vollen Stunde die Viertelstunden-Schläge anschlagen.[21]

Orgeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenraum mit Blick auf die Hauptorgel

Die 1912 durch die Firma E. F. Walcker & Cie. erbaute große Orgel mit 163 Registern wurde 1945 zerstört.[22]

Der Michel besitzt fünf Orgeln: eine Marcussen-Orgel auf der Konzertempore (Nordempore), die große Steinmeyer-Orgel mit 85 Registern, 5 Manualen und 6674 Pfeifen auf der Westempore, in der Krypta die romantische Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Orgel sowie ein Fernwerk mit Generalspieltisch im Dachboden. Am 1. Advent 2010 wurde auf der Südempore die Carl-Phillip-Emanuel-Bach-Orgel eingeweiht.

Bräuche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Türmer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einem 300 Jahre alten Brauch bläst der Türmer vom Michel werktags am Morgen um 10 Uhr, am Abend um 21 Uhr einen Choral auf seiner Trompete auf der Plattform 7 in 106 Meter Höhe aus den vier geöffneten kleinen Fenster in alle vier Himmelsrichtungen.[23] Sonn- und feiertags findet dies um 12 Uhr mittags statt. Dies war bis 1861 Signal zur Öffnung bzw. Schließung der Stadttore.[8] An vielen Abenden ist der Turm des Michels unter dem Slogan Nachtmichel bis etwa 23 Uhr geöffnet, man kann dann auf die beleuchtete Stadt und den Hafen schauen.[24]

Wicherns Adventskranz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Advents- und Weihnachtszeit wird in der Mitte des Kirchenraums ein riesiger Adventskranz mit (bis zu 28) Kerzen nach Johann Hinrich Wichern für jeden Tag vom ersten Adventssonntag bis zum Heiligabend aufgehängt.[25]

Krippenandachten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An acht Abenden nach Heiligabend, vom 1. Weihnachtstag bis zum 1. Januar wird die weihnachtliche Zeit verlängert durch Krippenandachten, in denen Chöre und Orchester der Hamburger Hauptkirchen klassische Weihnachtsmusik und Weihnachtslieder erklingen lassen.[26]

Umfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche ist durch mehrere Gebäude für Gemeindeaufgaben von den umliegenden Straßen abgegrenzt. Auf dem Vorplatz des Michels sind zwei mit grauem Schutzanstrich versehene Stunden-Glocken der Hauptkirche St. Michaelis von 1924 aufgestellt, die in der oberen Hälfte einen umlaufenden Sinnspruch tragen. Aufhängung und Klöppel der Glocken wurden im Zweiten Weltkrieg beschädigt, und sie sind nicht mehr brauchbar. Im Jahr 1974 wurden zwei neue Uhrschlag-Glocken im Glockenturm installiert.[27] Ferner sind im Boden des nördlichen Vorplatzes 183 Messingtäfelchen (Stand Dezember 2015) eingelassen, welche die Spender in die Michel-Stiftung für Renovierungsarbeiten würdigen. Anlässe für die Spenden sind Hochzeit, Geburt, Jubiläen und Verbundenheit von Hamburgern in der Diaspora.[28][29] Zum Reformationsjubiläum 2017 wurde ein Apfelbaum am Hamburger Michel gepflanzt zur Erinnerung an das Luther zugeschriebene Zitat vom Pflanzen eines Apfelbaums.[30]

Der Kleine Michel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der „Kleine Michel“ von Osten mit dem Turm des „Großen Michel“

Der „Kleine Michel“ ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Pfarrkirche St. Ansgar und St. Bernhard, die etwa 200 Meter östlich liegt; ihre Baugeschichte ist eng mit der Hauptkirche St. Michaelis verknüpft. Der um das Jahr 1600 an dieser Stelle erbaute erste Sakralbau gilt als Vorläuferkirche des „Großen Michels“. Sie wurde nach dem Brand der Hauptkirche ab 1757 als Notkirche genutzt und ist seit dem Jahr 1811 in Folge der Hamburger Franzosenzeit katholisches Gotteshaus.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Julius Faulwasser: Die St. Michaelis-Kirche zu Hamburg. Eine vaterländische Studie, Hamburg 1886.
  • Julius Faulwasser: Die St. Michaeliskirche zu Hamburg. Hamburg 1901.
  • Karl Reimer: St. Michaelis 1604-1904. Ein Überblick über die Geschichte der neustädtischen Gemeinde in Hamburg, Hamburg 1904.
  • Walter H. Dammann: Die St. Michaeliskirche zu Hamburg und ihre Erbauer. Ein Beitrag zur Geschichte der neueren Protestantischen Kirchenbaukunst, Leipzig 1909. (Digitalisat der SUB Hamburg)
  • Horst Lutter: Die St. Michaeliskirche in Hamburg. Der Anteil der Baumeister Prey, Sonnin und Heumann an ihrer Gestaltung, Hamburg 1966 (Arbeiten zur Kirchengeschichte Hamburgs; 9).
  • Reinhold Pabel: Der kleine und der große Hamburger Michel. Christians, Hamburg 1986, ISBN 3-7672-0939-X.
  • Dieter Haas (Hg.): Der Turm. Hamburgs Michel, Gestalt und Geschichte. Beiträge von sechzehn Autoren, Festschrift, Hamburg 1986.
  • Hermann Hipp: Freie und Hansestadt Hamburg. Geschichte, Kultur- und Stadtbaukunst an Elbe und Alster, Köln 1989 (Dumont-Dokumente: Dumont-Kunst-Reiseführer).
  • Johannes Habich: Die grosse St.-Michaelis-Kirche zu Hamburg, 4. Aufl., München [u. a.], 1993 (Große Baudenkmäler; H. 310).
  • Matthias Gretzschel: St. Michaelis. Der Hamburger Michel. Hamburg 1996.
  • Hermann Heckmann: Baumeister des Barock und Rokoko in Mecklenburg, Schleswig-Holstein, Lübeck, Hamburg, Berlin 2000.
  • Helge Adolphsen: Oh, wie so herrlich stehst Du da. Predigten im Hamburger Michel aus fünf Jahrhunderten. Murmann-Verlag, Hamburg 2006, ISBN 3-938017-79-1
  • Semjon Aron Dreiling: Pompöser Leichenzug zur schlichten Grabstätte. Die vergessenen Toten im Gruftgewölbe der Hamburger St.-Michaelis-Kirche 1762-1813, Medien-Verlag Schubert, Hamburg 2006, ISBN 3-937843-09-4 (PDF)
  • Joachim W. Frank, Iris Groschek, Rainer Hering, Volker Reissmann: Der Michel brennt! Die Geschichte des Hamburger Wahrzeichens, Edition Temmen, Bremen 2006, ISBN 3-86108-085-0 (PDF)
  • Bild Hamburg (Hrsg.): Der neue Michel. Sonderproduktion von ca. 2010

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Michaeliskirche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Walter Born: Die hohen deutschen Kirchtürme. ISBN 3-7848-7010-4, Hildesheim: Lax 1979. Die Höhenangaben basieren auf amtlichen Vermessungen. In diesem Artikel werden die Höhen einschließlich Kreuzspitzen, Wetterhähnen, Knauf und Stange etc. und ausschließlich von Antennen wiedergegeben. Die Ausgabe ist von 1979, also werden manche zwischenzeitliche bauliche Veränderungen, besonders Rekonstruktionen mancher Türme nach dem Zweiten Weltkrieg, nicht berücksichtigt.
  2. a b c Hauptkirche St. Michaelis (Hrsg.): Der Michel. St. Michaelis. Faltblatt mit Eckdaten, Hamburg 2013.
  3. Georg Wiarda: Die erste Große St. Michaeliskirche wird durch Blitzschlag zerstört. In: St. Michaelis aktuell. Ihr Gemeindebrief Februar bis April 2010, S. 7.
  4. Jörn Masekowitz: Besichtigung des Michels. In: Hohenfelder und Uhlenhorster Rundschau, April/Mai 2012, S. 16.
  5. Vgl: Jan Friedrich Hanselmann (Hg):Rekonstruktion in der Denkmalpflege. Texte aus Geschichte und Gegenwart, Stuttgart 2009 S. 38 ff.
  6. plan-r.net Michelsanierung-Dokumentation pdf 13. Okt. 2009
  7. a b c Michel: Neue Glocken erklingen. In: ndr.de. 19. Juni 2016, abgerufen am 20. Juni 2016.
  8. a b c d Michel, mein Michel. In: Hamburger Abendblatt vom 13. Oktober 2012, Magazin, Seite IV-V
  9. Nina Klein: Die Krypta vom Michel bei www.hamburg.de
  10. Matthias Gretzschel und Michael Zapf: Der doppelte Michel. In: Hamburger Abendblatt vom 16. Januar 2014, S. 8.
  11. laut Bauzeichnung 105,90 Metern über Meeresspiegel abzüglich 22,46 m Höhe des Straßenniveaus.
  12. Rundsicht vom Turm des Michels
  13. Edgar S. Hasse: Hamburger Michel hat jetzt eine App – und ein Bienenvolk. (abendblatt.de [abgerufen am 22. August 2017]).
  14. Hamburger Michel bekommt zwei neue Glocken. In: Lübecker Nachrichten vom 5. November 2015, S. 9.
  15. Hauptkirche St. Michaelis (Hrsg.): Die neuen Michel-Glocken. Faltblatt ca. 2015.
  16. a b Internetseite Glockengießerei Bachert
  17. Jahrtausendglocke kehrt zum Hamburger Michel zurück. Die Welt, 8. November 2008, abgerufen am 26. Dezember 2012.
  18. Noch einmal davongekommen. Heimkehr aus dem Glockenfriedhof In: „Der Spiegel“ 15/1947. Abgerufen am 5. Juni 2014
  19. Hamburger Michel (Teilgeläut f0 / a0 / c1 / e1 / f1) auf YouTube.
  20. Hamburger Michel bekommt zwei neue Glocken. In: Lübecker Nachrichten vom 5. November 2015, S. 9.
  21. Informationen zu den neuen Glocken auf der Website der Stiftung, und auch auf dem Flyer anlässlich der Glockenweihe
  22. Gerhard Walcker-Mayer behauptet auf seiner Homepage, dass die Walcker-Orgel im 2. Weltkrieg eingelagert worden und erst 1959/60 auf Betreiben des damaligen Kirchenmusikdirektors Friedrich Bihn verschrottet worden sei.[1]
  23. Edgar S. Hasse: Herr Thöne spielt die höchsten Töne. In: Hamburger Abendblatt vom 11. August 2016, S. 14.
  24. Sicht vom Michel am Abend
  25. Abbildung in plan-r.net Michelsanierung-Dokumentation pdf, S. 8/14
  26. Gemeinschaft der Hamburger Hauptkirche (Hrsg.): Kirche für die Stadt. Dezember 2015/Januar 2016. Hauptkirche St. Michaelis. Faltblatt
  27. Büro St. Michaelis, Frau Schröder am 15. Januar 2014.
  28. Weitere Tafeln für den Erhalt des Michels verlegt. In: Hamburger Abendblatt vom 22. August 2014, S. 12. (Autorenkürzel hpbw, Tillmann Becker-Wahl).
  29. Verschenken Sie einen Platz am Michel. In: St. Michaelis – Magazin. Dezember 2015 bis Februar 2016, S. 26.
  30. Apfelbäumchen am Hamburger Michel. In: Lübecker Nachrichten vom 26. April 2017, S. 5.

Koordinaten: 53° 32′ 54″ N, 9° 58′ 44″ O