Sea You Festival

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Sea You Festival
Sea You Festival
Allgemeine Informationen
Ort Freiburg im Breisgau, Deutschland
Genre Techno
Veranstalter Sea You Freiburg GmbH
Zeitraum seit 2002
Website www.seayou-festival.de
Besucherzahlen
2018 34.000
2017 27.000
2016 20.000

Das Sea You Festival ist ein Techno-Musikfestival, das seit 2002 am Tunisee in Freiburg-Hochdorf veranstaltet wird. Von 2002 bis 2012 war der Name des Festivals Sea of Love.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sea of Love (Erster Veranstalter)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptbühne des Sea You Festivals (2015).
Tunisee (größerer See links oben), der Baggersee bei Freiburg, an dem das Sea You Festival stattfindet

Die erste Veranstaltung der Reihe im Jahr 2002, welche damals von der Firma Endless Event organisiert wurde, wurde von über 2.500 Zuschauern besucht. Als Headliner spielte Sven Väth. Handelte es sich dabei noch um eine eintägige Veranstaltung, hatte Veranstalter Bela Gurath nach dem Festival von 2004 die Idee, es auf eine mehrtägige Veranstaltung auszudehnen.[2] Als Headliner spielten im Jahr 2005 die Künstler Monika Kruse und DJ Rush.[3] Letzterer gehörte auch im folgenden Jahr, als das Festival noch immer eintägig war, zu den Headlinern (zusammen mit Felix da Housecat, Tiefschwarz und Turntablerocker).[4]

Im Jahr 2007 gab es eine Seebühne sowie eine weitere in einem überdachten Zelt. Headliner waren The Disco Boys, Moguai und Moonbootica. Dennoch war die Veranstaltung noch immer auf den Sonntag beschränkt.[5] So auch 2008, als die Headliner Felix da Housecat und Lexy (von Lexy & K-Paul) krankheitsbedingt absagen mussten.[6] Weitere Headliner waren damals erneut Monika Kruse und Tiefschwarz.[7] Im Jahr 2009 spielten einige der bisherigen Headliner bereits von über 6.000 Zuschauern.[8] Im Jahr 2010 lief das Festival zum ersten Mal über zwei Tage. Am Samstag spielten 2raumwohnung, Paul Kalkbrenner, Chris Liebing und Die Fantastischen Vier,[9] während am Sonntag 2Many DJs, Tiga, Karotte, Lexy & K-Paul, Marco Petralia und andere zu sehen waren. Die Besucherzahl stieg 2010 auf 15.000.[10]

Für die zehnte Veranstaltung im Jahr 2011 wurden Ende 2010 unter anderem Moby, Tiësto, Paul Kalkbrenner, Robyn und DJ Rush als Headliner bekanntgegeben. Erstmals wurde die Veranstaltung zudem auf drei Tage ausgedehnt[11] und wurde damit zum zweitgrößten Musikfestival Baden-Württembergs (nach dem Southside-Festival)[2] Hierbei muss jedoch erwähnt werden, dass im selben Jahr die Besucherzahl von Rock am See von 23.000 auf 13.000 gefallen war,[12] die sich im folgenden Jahr jedoch wieder auf 25.000 stabilisierte.[13]

Im Laufe der Veranstaltung Sea of Love 2011 gab es jedoch massive Probleme: Die freitägliche Abendveranstaltung in der Rothaus-Arena der Messe Freiburg war mit 6.500 Besuchern restlos gefüllt. Weiteren 2.000 Besucher vor dem Messegelände wurde der Einlass verwehrt. Nach Angaben der Polizei, die den Messevorplatz später räumte, wurden Sicherheitsauflagen vom Veranstalter nicht eingehalten. Auch die Campingplätze waren bereits am Freitag überfüllt. Zudem wurden die Parkplätze von diversen Einzelhandelsunternehmen durch parkende Festivalgäste blockiert und die Baustelle für den Papstbesuch beschädigt.[14]

Am Samstagabend gab es unter den Festivalgästen Verwirrung bezüglich der Eintrittskartenregelung für den Eintritt in der Messe, da hierfür ein Zusatzticket benötigt wurde. Während das Festivalgelände von 25.000 Besuchern bevölkert wurde, waren für die Halle nur 13.000 zugelassen. Der Weg vom Festivalgelände zu den Shuttlebussen führte durch einen Tunnel, was bei vielen Besuchern zu Erinnerungen an das Unglück bei der Loveparade 2010 führte und dazu, dass sie zu Fuß zur Messe liefen und dabei ungefähr 40 Besucher dabei die A5 überquerten.[15] Die Stadtverwaltung erklärte kurz nach der Veranstaltung, dass es sie mit diesem Veranstalter, der nach ihrer Meinung überfordert war, nicht mehr geben werde.[16]

Sea of Love (Zweiter Veranstalter)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende 2011 wurde bekannt, dass der bisherige Veranstalter die Rechte an den Konzertveranstalter „KOKO & DTK Entertainment“ verkauft hatte und ihm ein Bußgeld droht, das später auf 100.000 Euro festgesetzt wurde.[17] Koko kündigte an, sich nur auf den Tunisee konzentrieren zu wollen.[18] Zu diesem Festival am 14. und 15. Juli 2012 wurden 20.000 Besucher erwartet,[19] jeweils 15.000 Besucher kamen an den beiden Tagen tatsächlich, um Künstler wie Deichkind oder Gorillaz Sound System zu sehen.[20] Im Dezember 2012 gab das Unternehmen bekannt, dass KOKO & DTK Entertainment keine weiteren Festivals im Rahmen der Reihe Sea of Love ausrichten wird.[21]

Als direkte Konsequenz aus den Ereignissen bei Sea of Love 2011 wurde Ende Januar 2013 im Freiburger Gemeinderat ein Konzept zur Organisation zukünftiger Veranstaltungen seitens der Stadtverwaltung beschlossen sowie die Einrichtung einer Stabsstelle Veranstaltungsmanagement im ersten Quartal 2013.[22] Diese Stelle wurde in der Gemeinderatssitzung vom 16. April 2013 für das Amt für öffentliche Ordnung genehmigt.[23]

Sea You[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 2014 wurde das Sea of Love-Festival unter dem neuen Namen Sea You in einem auf etwa 10.000 Besucher begrenzten kleineren Rahmen fortgesetzt. Veranstalter war die Ludwigshafener Event-Agentur Cosmopop.[1] Am 18. und 19. Juli 2015 fand die zweite Auflage des Festivals statt, die über 15.000 Besucher anzog.[24] Seit 2015 ist die speziell für das Festival gegründete Sea You Freiburg GmbH Veranstalter. Bei der Austragung des Festivals im Jahr 2018 wurde erstmals die Zahl von 30.000 Besuchern überschritten.

Lineups[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Headliner Datum Besucher Name/Veranstalter
2002 Sven Väth 2.500[2] Sea of Love
Endless Event
2003 DJ Rush, Marco Carola, Mas Ricardo, Tom Novy 27. Juli 2003
2004 Chris Liebing, Tom Novy, Turntablerocker 13. Juni 2004
2005 DJ Rush, Monika Kruse, Karotte, Moguai, Mr. Mike 19. Juni 2005
2006 Felix da Housecat, DJ Rush, Turntablerocker, Tiefschwarz, Marco Bailey, Milk & Sugar 16. Juli 2006
2007 DJ Hell, Tiefschwarz, Moguai, The Disco Boys, Moonbootica, Monika Kruse, DJ Murphy 24. Juni 2007
2008 Felix da Housecat (abgesagt), Tiefschwarz, Lexy (abgesagt) & K-Paul, Monika Kruse, DJ Murphy 13. Juli 2008
2009 Digitalism, Turntablerocker, Lexy & K-Paul, Tiefschwarz, Anthony Rother, Monika Kruse, The Disco Boys, Guru Josh Project, Marco Petralia 28. Juni 2009 6.000[8]
2010 Die Fantastischen Vier, 2manydjs, Paul Kalkbrenner, DJ Hell, Boys Noize, Fedde Le Grand, Chris Liebing, Stromae, 2raumwohnung, Tiga, Turntablerocker 17. & 18. Juli 2010 15.000[10]
2011 Moby, Paul Kalkbrenner, David Guetta, Tiësto 15., 16. & 17. Juli 2011 25.000[15]
2012 Gorillaz, Deichkind 14. & 15. Juli 2012 15.000[20] Sea of Love
KOKO & DTK Entertainment
2013 Keine Veranstaltung
2014 Richie Hawtin, Marco Carola, Ben Klock, Nina Kraviz, Loco Dice, tiNi, DJ Koze, Luciano 18., 19. & 20. Juli 2014 15.000[1] Sea You Festival
Cosmopop
2015 Carl Cox, Joseph Capriati, Len Faki, Maceo Plex, Nina Kraviz, Robin Schulz, Sven Väth 18. & 19. Juli 2015 14.000[25] Sea You Festival
Sea You Freiburg
2016 Chris Liebing, Jamie Jones, Joris Voorn, Len Faki, Luciano, Monika Kruse, Nina Kraviz, Robin Schulz, Sven Väth, Tale Of Us 16. & 17. Juli 2016 20.000[26]
2017 Paul Kalkbrenner, Marco Carola, Solomun, Maceo Plex, Loco Dice, Adam Beyer, Len Faki, Alle Farben 15. & 16. Juli 2017 27.000[27]
2018 Marco Carola, Richie Hawtin, Jeff Mills, Nina Kraviz, Stephan Bodzin, Adam Beyer 14. & 15. Juli 2018 34.000[28]
2019 Adam Beyer, Amelie Lens, Boris Brejcha, Jamie Jones, Len Faki, Lost Frequencies, Monika Kruse, Solomun, Sven Väth 13. & 14. Juli 2019 40.000[29]
2020 18. & 19. Juli 2020

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sea You Festival – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c „Sea You“-Festival im Juli 2014. „Sea of Love“ heißt jetzt „Sea you“: Am 19. und 20. Juli 2014 wird am Tunisee wieder getanzt, in: Freiburger Wochenbericht vom 9. Oktober 2013, S. 2.
  2. a b c Thomas Steiner: Party: Elektro-Event: "Unser Publikum ist international". In: Badische Zeitung. 18. Juni 2011, abgerufen am 1. Juli 2012.
  3. stadtleben.de: 19. Juni 2005 – SEA of LOVE Open-Air-Festival am SEE, Tunisee, Freiburg im Breisgau. abgerufen am 1. Juli 2012.
  4. technobilder.de: Lineup@1@2Vorlage:Toter Link/www.technobilder.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven). abgerufen am 1. Juli 2012.
  5. stylecharts.de: 24. Juni 2007, Sea of Love 2007 @ Tunisee (Freiburg-Hochdorf) (Memento vom 13. Oktober 2017 im Internet Archive). abgerufen am 1. Juli 2012.
  6. fudder.de: Freiburg: Foto-Galerie: Sea of Love 2008 (Memento vom 20. Dezember 2011 im Internet Archive). abgerufen am 1. Juli 2012.
  7. housezeit.de: 13. Juli 2008 – Sea of Love (Freiburg) (Memento vom 20. Dezember 2010 im Internet Archive). abgerufen am 1. Juli 2012.
  8. a b technoguide.de: Sea Of Love 2009 – 6.000 Besucher feiern friedlich. abgerufen am 1. Juli 2012.
  9. fudder.de: Freiburg: Sea of Love 2010: So war der erste Tag (Memento vom 7. September 2013 im Internet Archive). abgerufen am 1. Juli 2012.
  10. a b fudder.de: Freiburg: Fotos: Sea of Love 2010 am Sonntag (Memento vom 1. Dezember 2011 im Internet Archive). abgerufen am 1. Juli 2012.
  11. musikmarkt.de: Moby als Headliner beim "Sea Of Love" (Memento vom 12. Februar 2013 im Webarchiv archive.today), 30. Dezember 2010, abgerufen am 1. Juli 2012.
  12. Michael Lünstroth: Konstanz: 13 000 Fans feiern friedliches Rock am See, Südkurier, 29. August 2011, abgerufen am 6. Juli 2012.
  13. rock-am-see.de: Rock am See: Klasse Bands und 25.000 Besucher rockten die Regenwolken weg (Memento vom 20. September 2012 im Internet Archive), Pressemeldung, 1. September 2012, abgerufen am 19. Oktober 2012.
  14. Joachim Röderer und andere: Freiburg: Festival: Chaos bei der Sea of Love – Situation drohte zu eskalieren. In: Badische Zeitung. 16. Juli 2011, abgerufen am 1. Juli 2012.
  15. a b Alexandra Sillgitt und Sebastian Wolfrum: Südwest: Nicht nur Liebe für die Sea of Love. In: Badische Zeitung. 18. Juli 2011, abgerufen am 1. Juli 2012.
  16. Joachim Röderer und andere: Freiburg: Techno-Festival: "Sea of Love" auf der Kippe – Stadt kritisiert Veranstalter. In: Badische Zeitung. 18. Juli 2011, abgerufen am 1. Juli 2012.
  17. Joachim Röderer: Freiburg: Finanzielle Folgen: Sea of Love: Veranstalter sollen 100.000 Euro zahlen. In: Badische Zeitung. 15. Februar 2012, abgerufen am 1. Juli 2012.
  18. Joachim Röderer: Freiburg: Veranstalterwechsel: Sea of Love: Koko übernimmt Technofestival. In: Badische Zeitung. 21. Dezember 2011, abgerufen am 1. Juli 2012.
  19. Pia Grättinger: Reute: Konzept: "Sea of Love": Koko sieht kein Problem. In: Badische Zeitung. 23. Juni 2012, abgerufen am 1. Juli 2012.
  20. a b Yvonne Weik: Freiburg: Das Konzept am See geht voll auf. In: Badische Zeitung. 16. Juli 2012, abgerufen am 28. Juli 2012.
  21. Carolin Buchheim: Interview mit Marc Oßwald zur Sea of Love: "Der Imageverlust war groß" (Memento vom 29. Juni 2013 im Internet Archive), fudder.de, 14. Dezember 2012, abgerufen am 13. Juni 2013
  22. Gemeinderatsdrucksache G-13/037 zur 1. Sitzung des Gemeinderates, Ratsinfosystem Freiburg, 29. Januar 2013, abgerufen am 3. März 2013
  23. Gemeinderatsdrucksache G-13/053 zur 4. Sitzung des Gemeinderates, Ratsinfosystem Freiburg, 16. April 2013, abgerufen am 25. Mai 2013
  24. Freiburg: Polizei zieht Bilanz des Sea-You-Festivals. Badische Zeitung, 21. Juli 2015, abgerufen am 13. Dezember 2015.
  25. 14.000 Liebhaber der elektronischen Musik aus insgesamt ... (Memento vom 27. April 2017 im Internet Archive) auf seayou-festival.de, abgerufen am 26. April 2017.
  26. Pressemitteilung Sea You Festival „Beach Republic“ 2016 (Memento vom 27. April 2017 im Internet Archive) auf seayou-festival.de, abgerufen am 26. April 2017.
  27. PRESSEMITTEILUNG - DAS WAR DIE SEA YOU 2017! (Memento vom 28. August 2017 im Internet Archive) auf seayou-festival.de, abgerufen am 27. August 2017.
  28. PRESSEMITTEILUNG + FAZIT auf seayou-festival.de, abgerufen am 15. Januar 2019
  29. Falko Wehr & Michael Saurer:Technofestival. Fast 40.000 Besucherl. In: Badische Zeitung vom 14. Juli 2019, abgerufen am 15. Juli 2019.

Koordinaten: 48° 3′ 58,54″ N, 7° 48′ 51,83″ O