Jimmy Somerville

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Jimmy Somerville, 2006

James William „Jimmy“ Somerville (* 22. Juni 1961 in Glasgow) ist ein britischer Popsänger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jimmy Somerville wurde in den 1980er Jahren als Mitglied der Bands Bronski Beat (1984–1985) und The Communards (1985–1988) bekannt. Vor allem sein außergewöhnlicher Falsettgesang gab dem Dance- und Synthie-Pop der Gruppen einen besonderen Wiedererkennungswert. In den Texten ging es vorrangig um Homosexualität, oft in gefühlvoller Auseinandersetzung mit der körperlichen Seite, und um die Isolation und Ablehnung der jüngeren Generation Schwuler in ländlichen Gegenden, die sie sehr oft dazu zwingt, ihre Heimatorte zu verlassen.

Das Lied Smalltown Boy, der erste Hit mit Bronski Beat, hielt sich über 30 Wochen in der deutschen Hitparade. Es folgten Chartplatzierungen mit Why, It Ain’t Necessarily So und dem Medley I Feel Love / Love to Love You Baby / Johnny Remember Me. Nach der Trennung von Bronski Beat setzte Somerville seine Karriere als Sänger des Duos The Communards fort. Die größten Hits mit dieser Formation sind neben weiteren Erfolgen die Coverversionen der 1970er-Jahre-Titel Don’t Leave Me This Way von Harold Melvin and the Blue Notes und Never Can Say Goodbye von The Jackson Five.

Seit 1989 ist Somerville als Solist tätig. Die Single Comment te dire adieu erschien im Oktober 1989 und platzierte sich in den Charts in Deutschland und Großbritannien. Die im Dezember veröffentlichte zweite Auskopplung vom goldprämierten Album Read My Lips, You Make Me Feel (Mighty Real), eine Coverversion des 1978 Hits des Discosängers Sylvester, stieg Anfang 1990 in die Charts Deutschlands und Englands. Das Lied, das im Vereinigten Königreich Platz 5 erreichte, ist die erfolgreichste Solosingle Somervilles. Auch der Titeltrack des Albums, Read My Lips (Enough Is Enough), konnte sich im Frühjahr 1990 in den Hitparaden platzieren.

Mit dem Bee-Gees-Cover To Love Somebody, dem Vorboten des Albums The Singles Collection 1984/1990, auf dem die größten Hits aus der Zeit mit Bronski Beat und The Communards zu hören sind, setzte sich im November des Jahres die Karriere Somervilles fort. Das Lied wurde ähnlich erfolgreich wie You Make Me Feel (Mighty Real), konnte sich sogar in Österreich und der Schweiz platzieren. Das Album kam in die Top 10 in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Großbritannien, wurde in Deutschland mit einer Goldenen und in der Schweiz mit einer Platin-Schallplatte ausgezeichnet. Weitere Lieder des Albums, die 1991 den Weg in die Hitparaden fanden, sind neue Versionen der Bronski-Beat-Singles Smalltown Boy und Run from Love.

Erst 1995 kam ein neues Studioalbum in die Läden, das den Titel Dare to Love erhielt. Das im Januar ausgekoppelte Lied Heartbeat stand in Deutschland im unteren Chartbereich und platzierte sich im Vereinigten Königreich unter den Top 25. In den Billboard Dance-Charts (Hot Dance Music/Club Play) wurde das Lied zum Überraschungshit und erreichte die Spitzenposition. Die Folgesingle Hurt so Good ist der letzte Top-20-Hit Somervilles in der Heimat.

Die Pausen zwischen seinen Alben betragen seither immer mindestens fünf Jahre. Manage the Damage aus dem Jahr 1999 konnte nicht mehr an die alten Erfolge anknüpfen. Erst 2004 veröffentlichte er eine neue Single namens It’s So Good. In Deutschland trat Somerville bei Konzerten von Rosenstolz im Vorprogramm auf. 2005 erschien, nach mehrfachen Verschiebungen, das Album Home Again, auf dem auch eine Version des Songs But Not Tonight von Depeche Mode enthalten ist. Mit der Auskopplung Ain’t No Mountain High Enough, einer neuen Version des 1967er Hits von Marvin Gaye und Tammi Terrell, wurde letztmals eine Single Somervilles in den deutschen Charts gelistet.

Weitere Alben sind Suddenly Last Summer (2009), das auch als limitiertes Digipak mit DVD erschien, und Homage (2015).

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Bronski Beat und The Communards

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1][2] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dance
1989 Read My Lips 29
(18 Wo.)
29
(14 Wo.)
192
(2 Wo.)
UK: Gold
Produzenten: Avril Mackintosh, Jess-E,
Pascal Gabriel, Stephen Hague
1995 Dare to Love 79
(5 Wo.)
45
(3 Wo.)
38
(3 Wo.)
Produzenten: Chuck Norman, Gary Wilkinson, Stephen Hague
2005 Home Again 48
(2 Wo.)
Produzenten: Felix J. Gauder, Milan Sajé,
Stefan Fornaro, Tillmann Uhrmacher, Peter Plate,
Ulf Leo Sommer, Paul Mac, John Winfield,
Andrea Remondini, Mauro Picotto, Jam El Mar, Cet Merlin

weitere Studioalben

  • 1999: Manage the Damage
  • 2009: Suddenly Last Summer
  • 2015: Homage

Kompilationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[1][2] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dance
1990 The Singles Collection 1984/1990 4
(50 Wo.)
10
(13 Wo.)
4
(25 Wo.)
4
(26 Wo.)
DE: Gold, CH: Platin
Jimmy Somerville, Bronski Beat und The Communards
2002 The Very Best Of 49
(1 Wo.)
29
(5 Wo.)
UK: Gold
Jimmy Somerville, Bronski Beat und The Communards

weitere Kompilationen

  • 1990: Greatest Hits EP
  • 1991: Jimmy Somerville
  • 2000: Root Beer
  • 2009: For a Friend: The Best Of (Jimmy Somerville, Bronski Beat und The Communards) (2 CDs)
  • 2014: Dance & Desire: Rarities & Videos (Jimmy Somerville, Bronski Beat und The Communards) (2 CDs + DVD)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel
Album
Chartplatzierungen[1][2] Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich UK Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dance
1989 Comment te dire adieu
Read My Lips
25
(15 Wo.)
14
(9 Wo.)
mit June Miles-Kingston; franz. Text: Serge Gainsbourg
Autoren: Arnold Goland, Jack Gold
Original: Margaret WhitingIt Hurts to Say Goodbye, 1966
1990 You Make Me Feel (Mighty Real)
Read My Lips
22
(13 Wo.)
5
(9 Wo.)
87
(4 Wo.)
34
(5 Wo.)
Autoren: Autoren: James Wirrick, Sylvester James
Original: Sylvester, 1978
1990 Read My Lips (Enough Is Enough)
Read My Lips
57
(9 Wo.)
26
(6 Wo.)
Autor: Jimmy Somerville
1990 To Love Somebody
The Singles Collection 1984/1990
20
(30 Wo.)
5
(16 Wo.)
11
(14 Wo.)
8
(11 Wo.)
Autoren: Robin Gibb, Barry Gibb
Original: Bee Gees, 1967
1991 Smalltown Boy (1991 Remix)
The Singles Collection 1984/1990
28
(9 Wo.)
32
(4 Wo.)
mit Bronski Beat (Original 1984), Remix: Stephen Hague
Autoren: Jimmy Somerville, Larry Steinbachek, Steve Bronski
1991 Run from Love
The Singles Collection 1984/1990
98
(1 Wo.)
52
(2 Wo.)
Autoren: Jimmy Somerville, Larry Steinbachek, Steve Bronski
Original: Bronski Beat, 1985
1995 Heartbeat
Dare to Love
54
(10 Wo.)
24
(4 Wo.)
1
(13 Wo.)
Autoren: Jimmy Somerville, Matt Rowe, Richard Stannard
1995 Hurt so Good
Dare to Love
69
(10 Wo.)
15
(6 Wo.)
Autor: Phillip Mitchell
Original: Katie Love & the Four Shades of Black, 1971
1995 By Your Side
Dare to Love
41
(2 Wo.)
Autoren: Jimmy Somerville, Matt Rowe, Richard Stannard
1997 Safe 39
(4 Wo.)
Remixe: Todd Terry, DJ Tonka
Autoren: Gary Butcher, Jimmy Somerville
1997 Dark Sky
Manage the Damage
66
(1 Wo.)
Autoren: Jimmy Somerville, Sally Herbert
1999 Something to Live For
Manage the Damage
100
(1 Wo.)
Autoren: Ed Monaghan, Jimmy Somerville, Sally Herbert
2005 Ain’t No Mountain High Enough
Home Again
88
(2 Wo.)
Autoren: Nickolas Ashford, Valerie Simpson
Original: Marvin Gaye und Tammi Terrell, 1967

weitere Singles

  • 1988: The Last Infanta (Uno mit Jimmy Somerville)
  • 1993: Coming
  • 1996: Star (The Weather Girls feat. Jimmy Somerville)
  • 1999: Lay Down
  • 2000: Why (Almighty 2000 Mixes)
  • 2001: Can’t Take My Eyes Off of You
  • 2004: It’s so Good
  • 2004: Come On
  • 2007: You & Me (Blue Ray feat. Jimmy Somerville)
  • 2010: Bright Thing
  • 2011: Momentum EP
  • 2012: Solent EP
  • 2014: Travesty
  • 2014: Back to Me
  • 2015: Lights Are Shining
  • 2015: Learned to Talk

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • RSH-Gold, 1991: Kategorie „Kraftrille des Jahres“ – Lied: To Love Somebody

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Chartquellen: Singles Alben DE UK US1 US2
  2. a b c Gold-/Platin-Datenbanken: DE CH UK

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]