John Höxter

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In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Inhalt und Aussage des Werkes. Lebensstationen. --Schoener alltag (Diskussion) 13:11, 2. Dez. 2013 (CET)

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Stolperstein am Haus, Hardenbergstraße 28a, in Berlin-Charlottenburg

John Höxter (* 2. Januar 1884 in Hannover; † 15. November 1938 in Berlin) war ein Maler und Schriftsteller des Expressionismus und Dadaismus.

Leben[Bearbeiten]

Der Kaufmannssohn lernte ab 1905 u.a. bei dem Maler Leo von König an der Berliner Kunstgewerbeschule. Er arbeitete ab 1911 für die Aktion und rief im November 1919 die Satirezeitschrift Der blutige Ernst ins Leben, die ab der dritten Nummer von Carl Einstein und George Grosz übernommen wurde. Höxter wurde auch zum literarischen Porträtisten der Berliner Bohème am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Künstler der Szene trafen sich zunächst im Café des Westens, später im Romanischen Café. Bekannt wurde der morphiumabhängige Höxter durch seine Überlebenskünste als „Berlins populärster Schnorrer“.[1]

Friedrich Hollaender textete über ihn dieses Couplet (aus der Revue Bei uns um die Gedächtniskirche rum):

Ich pendle langsam zwischen allen Tischen.
Ab zwanzig Uhr beherrsch ich dieses Reich.
Ich will mir einen edlen Gönner fischen.
Vor mir sind Rassen und Parteien gleich.
Irrenärzte, Komödianten,
Junge Boxer, alte Tanten,
Jeder kommt mal an die Reihe
Jeder kriegt von mir die Weihe:
Könnse mir fünfzig Pfennige borgen?
Nur bis morgen?
Ehrenwort!

Nach den Novemberpogromen 1938 nahm Höxter sich das Leben. Am 29. Oktober 2013 wurde in der Hardenbergstraße 28a ein vom Jenaer Verein POESIE SCHMECKT GUT e. V. initiierter Stolperstein für ihn verlegt, allerdings nicht an der Adresse des historischen Romanischen Cafés, sondern vor dem 2012 eröffneten Hotelcafé gleichen Namens.

Werke[Bearbeiten]

  • Apropoésies Bohémiennes, o. O., o. J. (vermutlich Berlin 1930/33).
  • So lebten wir! 25 Jahre Berliner Bohème. Biko, Berlin 1929.
  • Gedichte und Prosa, hg. von Franz-Josef Weber und Karl Riha, Siegen 1984 (Vergessene Autoren der Moderne 3).
  • Ich bin noch ein ungeübter Selbstmörder. Autobiographie, Gedichte, Prosa, Graphik. Mit einem Nachwort hg. von Karl Riha. Postskriptum Verlag, Hannover 1988.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfred Bergmann: John Höxter. Ein Denkstein, Detmold 1971.
  • Hans J. Schütz: „Ein deutscher Dichter bin ich einst gewesen“. Vergessene und verkannte Autoren des 20. Jahrhunderts, C. H. Beck, München 1988, S. 124-128.
  • Bo Osdrowski/Tom Riebe (Hg.): John Hoexter, Jena 2012 (Versensporn 8, Edition Poesie schmeckt gut).

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Georg Zivier: Das Romanische Café. Erscheinungen und Randerscheinungen rund um die Gedächtniskirche, Berlin 1965, S. 16 f.
  2. Kurzrezension Die Zeit, 17. Februar 1989.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: John Höxter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien