Köln-Chorweiler (Stadtbezirk)

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Wappen von Köln
Chorweiler
Stadtbezirk 6 von Köln
Abgrenzung des Stadtbezirks Chorweiler in Köln
Koordinaten 51° 2′ 38″ N, 6° 53′ 44″ OKoordinaten: 51° 2′ 38″ N, 6° 53′ 44″ O.
Fläche 67,17 km²
Einwohner 82.653 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 1231 Einwohner/km²
Adresse der
Verwaltung
Pariser Platz 1
50765 Köln
Politik
Bezirksbürgermeister Reinhard Zöllner CDU
Sitzverteilung (Bezirksvertretung)
CDU SPD GRÜNE pro Köln LINKE FDP parteilos
7
5
3
1
1
1
1
Quelle: Kölner Stadtteilinformationen – Zahlen 2015
Wahl zur Bezirksvertretung
vom 25. Mai 2014
(Stimmen in Prozent) [1]
 %
40
30
20
10
0
36,0
30,2
11,6
6,4
4,7
11,4
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009 [2]
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
+2,7
-1,0
-1,3
+2,2
-3,6
+8,9

Chorweiler ist ein Stadtbezirk von Köln. Zum Stadtbezirk gehören die Stadtteile Blumenberg, Chorweiler, Esch/Auweiler, Fühlingen, Heimersdorf, Lindweiler, Merkenich, Pesch, Roggendorf/Thenhoven, Seeberg, Volkhoven/Weiler und Worringen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Randlage – der eigentliche Stadtteil Chorweiler liegt ca. 10 Kilometer vom Kölner Stadtzentrum entfernt – ist der Stadtbezirk in Norden und Westen umgeben von Wald- und Ackerflächen und den Rheinwiesen, welche den Bezirk östlich begrenzen. Der Stadtbezirk Chorweiler ist der einzige Kölner Außenstadtbezirk, der nicht an den Stadtbezirk Innenstadt angrenzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hochhäuser im Stadtteil Chorweiler
Teil des Wohnquartiers von Gottfried Böhm in Seeberg-Nord
Dorfplatz in Rheinkassel

Bereits unter Konrad Adenauer als Bürgermeister sprach man 1922 von der Landreserve im Norden und gemeindete die Bürgermeisterei Worringen, zu welcher der größte Teil des heutigen Stadtbezirks gehörte, in die Stadt Köln ein. Durch die Gebietsreform im Jahr 1975 kamen noch Esch, Auweiler und Pesch dazu, die vorher Teil der damaligen Gemeinde Sinnersdorf waren. Der Stadtbezirk ist durch den scharfen Kontrast zwischen den verbliebenen dörflichen Bestandteilen, wie beispielsweise Weiler, Roggendorf/Thenhoven, Fühlingen oder Esch, und den in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts neu entstandenen Trabantensiedlungen geprägt. Zu Letzteren gehören das dominierende Chorweiler, der in den 1960er-Jahren entstandene Stadtteil Seeberg oder die in den 1960er- bis 70er-Jahren ausgebauten Stadtteile Pesch, Lindweiler und Heimersdorf, sowie seit Ende der 1980er-Jahre der Stadtteil Blumenberg.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 1990 hatte der Stadtbezirk Chorweiler 74.481 Einwohner. In den folgenden Jahren stieg der Zahl der Bewohner im nördlichsten Stadtbezirk Kölns auf 83.215 Einwohner zum 31. Dezember 2000. Seit diesem Jahr sinkt die Einwohnerzahl. So lebten am 31. Dezember 2005 82.865 Menschen und am 31. Dezember 2011 noch 80.247 Personen im Stadtbezirk.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verkehrsanschluss ist überwiegend auf das Kölner Stadtzentrum hin ausgerichtet.

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Süd-Nord-Richtung durchqueren den Bezirk die B 9 und die parallel verlaufende A 57. Letztere hat im Bezirk zwei Anschlussstellen: Chorweiler – für die Stadtteile Chorweiler, Blumenberg, Heimersdorf, Esch, Pesch, Auweiler – und Worringen – für die Stadtteile Worringen und Roggendorf/Thenhoven. Am südlichen Rand des Bezirks verläuft die A 1 als nördlicher Teil des Kölner Autobahnrings. Die Anschlussstelle Köln-Niehl erschließt die Stadtteile Fühlingen, Merkenich und zum Teil Seeberg und Chorweiler. Die Stadtteile Seeberg, Heimersdorf und Chorweiler sind an dieses überregionale Straßennetz mit vierspurigen Zubringerstraßen angeschlossen.

In Ost-West-Richtung existieren Landstraßen mit unterschiedlichem Ausbaustand. Zur Überquerung des Rheins dient die Leverkusener Rheinbrücke, die die A 1 über den Rhein führt, aber auch von Fußgängern und Radfahrern benutzt werden kann und die Rheinfähre Langel-Hitdorf.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahn-Station Köln-Chorweiler

Das Kölner Stadtbahnnetz berührt im Bezirk nur die Stadtteile Merkenich, Heimersdorf und Chorweiler. Die Verbindung nach Chorweiler über Heimersdorf wurde zu Beginn der 1970er Jahre als U-Bahn-Strecke erbaut. Weiter Richtung Stadtzentrum verkehrt die Linie 15 zum Teil jedoch als normale Straßenbahn, bevor sie in Nippes im Tunnel verschwindet.

Der Bau einer weiteren Stadtbahnstrecke nach Pesch und Esch wird seit langem diskutiert, jedoch wird er wegen der schlechten Finanzlage von Stadt und Land auf absehbare Zeit nicht erfolgen.

Den Bezirk durchquert die Eisenbahnstrecke von Köln nach Krefeld über Neuss. Sie weist jedoch im Bezirk keine Haltepunkte oder Bahnhöfe für Fernzüge mehr auf. Allerdings wurde zur Erschließung der Trabantenstadt Chorweiler von dieser abzweigend in den 1970er- und 1980er-Jahren eine S-Bahn-Strecke errichtet. Hier verkehrt die S-Bahn-Linie S11 (Bergisch Gladbach–Köln–Neuss-Düsseldorf), welche mit fünf Haltepunkten die Stadtteile Heimersdorf, Volkhoven, Chorweiler, Blumenberg, Worringen und Roggendorf/Thenhoven erschließt.

Alle weiteren Stadtteile sind im öffentlichen Nahverkehr nur mit Bussen zu erreichen. Dafür befindet sich an der kombinierten S-Bahn-/Stadtbahnhaltestelle Chorweiler ein großzügiger Busbahnhof.

Freizeit- und Erholungseinrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überregional bekannt ist der Fühlinger See, eine Seenplatte aus mehreren ehemaligen Kiesgruben. Hier befindet sich die Kölner Regattabahn; die großen Wasser- und Grünflächen laden zu Spaziergängen ein. Auch für Inliner sind die Uferwege ein beliebtes Laufgebiet. An warmen Sommertagen lagern auf den Wiesen mehrere zehntausend Menschen. Hier findet auch jedes Jahr eines der größten Reggaefestivals Europas, der Summerjam, statt.

Ähnlich, nur kleiner, ist die Seenplatte zwischen Pesch und Esch.

Nördlich der Leverkusener Autobahnbrücke wird das Rheinufer recht idyllisch. Ausflugslokale in den zu Merkenich gehörenden Rheindörfern Kasselberg, Rheinkassel und Langel bieten Ziele für Spaziergänge oder Radtouren. Südlich von Worringen liegt der naturgeschützte Wald des Worringer Bruchs, ein alter Rheinarm, der immer noch recht sumpfig ist. Nordwestlich Worringens befindet sich der Chorbusch, ein ausgedehntes Waldgebiet, das bis weit auf Dormagener Gebiet reicht.

Ebenfalls weit über Köln hinaus bekannt ist das Freizeitbad Aqualand, zwischen Chorweiler und dem Fühlinger See an der B 9 gelegen. Im Norden von Roggendorf/Thenhoven liegt die Öffentliche Kölner Golfsportanlage, die die Ausübung des Sportes auch ohne eine Mitgliedschaft ermöglicht.

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katholische Ortskirche St. Amandus in Köln-Rheinkassel, eine romanische Kirche
  • St. Martinus in Köln-Esch, eine weitere romanische Kirche
  • Schloss Arff nördlich von Köln-Roggendorf/Thenhoven
  • Katholische Ortskirche St. Johann Baptist aus dem 19. Jahrhundert mit einer Orgel der dänischen Firma Marcussen aus dem Jahr 1991, deren Orgelprospekt aus dem Jahr 1710 stammt

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Ende 2009 bis Juli 2014 war Cornelie Wittsack-Junge (Bündnis 90/Die Grünen) Bezirksbürgermeisterin des Stadtbezirks Chorweiler. Seit Juli 2014 hat Reinhard Zöllner (CDU) das Amt inne.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kay Löffler: Ermittlungsdienst Chorweiler. Roman, 1999 (2008 Neuauflage unter dem Titel „Aus einem deutschen Getto“)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Köln-Chorweiler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. stadt-koeln.de – Bezirksvertretungswahl 2014, abgerufen am 14. August 2016
  2. stadt-koeln.de – Wahlergebnisse 2004 bis 2015, Tabelle 2, abgerufen am 13. August 2016