Kamjanske

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kamjanske (Begriffsklärung) aufgeführt.
Kamjanske
Кам'янське
Wappen von Kamjanske
Kamjanske (Ukraine)
Kamjanske
Kamjanske
Basisdaten
Oblast: Oblast Dnipropetrowsk
Rajon: Kreisfreie Stadt
Höhe: keine Angabe
Fläche: 138 km²
Einwohner: 247.311 (April 2015)
Bevölkerungsdichte: 1.792 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 51931
Vorwahl: +380 569
Geographische Lage: 48° 30′ N, 34° 37′ OKoordinaten: 48° 30′ 0″ N, 34° 37′ 12″ O
KOATUU: 1210400000
Verwaltungsgliederung: 3 Stadtrajone, 1 Siedlung städtischen Typs, 1 Siedlung
Bürgermeister: Jaroslaw Kortschewskyj
Adresse: пл. Дзержинського 2
51931 м. Кам'янське
Statistische Informationen
Kamjanske (Oblast Dnipropetrowsk)
Kamjanske
Kamjanske
i1

Kamjanske (ukrainisch Кам'янське; russisch Каменское/Kamenskoje) ist eine Stadt in der Oblast Dnipropetrowsk im Zentrum der Ukraine und hat etwa 240.000 Einwohner (2015).[1] Sie ist ein wichtiges Industriezentrum und Universitätsstadt.

Von 1936 bis 2016 trug der Ort den Namen Dniprodserschynsk (ukrainisch Дніпродзержинськ) bzw. Dneprodserschinsk (russisch Днепродзержинск).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt am Ufer des Kamjansker Stausee am Mittellauf des Dnepr, 35 km westlich von Dnipro. Im Süden der Stadt verläuft die nationale Fernstraße N 08.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Länge der Stadt beträgt von Osten nach Westen 22 km von Norden nach Süden 18 km. Kamjanske gliedert sich in die drei Stadtrajone Rajon Bahlij, Rajon Dnipro und Rajon Sawod, in die Siedlung städtischen Typs Karnauchiwka (Карнаухівка) sowie in die Siedlung Switle (Світле).

Lenin-Boulevard

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Anfang des 20. Jahrhunderts
Städtische Bibliothek
Orthodoxe Nikolaus-Kirche

Der Ort ist aus der kosakischen Siedlung Sadneprjanska Kamenka entstanden, welche Anfang des 17. Jahrhunderts gegründet wurde. Erstmals wurde das Dorf Kamenskoje 1750 erwähnt. Die rasche Entwicklung des Ortes begann 1887 mit der Gründung einer metallurgischen Fabrik.

Im Bürgerkrieg 1918–1920 wurde Kamenskoje Schauplatz von Kriegshandlungen zwischen verschiedenen Kräften (Deutsche, Rote Armee, Weiße Armee). Nach dem Bürgerkrieg wurde die Industrie schnell wiederaufgebaut. 1920 wurde die heutige Technische Universität gegründet. Am 1. Februar 1936 wurde die Stadt zu Ehren von Felix Dserschinski in Dniprodserschynsk umbenannt, bereits 1935 wurde die noch heute bestehende Straßenbahn eröffnet.

Von 1941 bis 1943 wurde Dniprodserschynsk von der deutschen Wehrmacht besetzt und größtenteils zerstört. Während dieser Zeit trug die Stadt wieder den Namen Kamenskoje und war Hauptort des Kreisgebietes Kamenskoje-Stadt innerhalb des Reichskommissariat Ukraine. Später bestand in der Stadt das Kriegsgefangenenlager 315 für deutsche Kriegsgefangene des Zweiten Weltkriegs.[2] Schwer Erkrankte wurden im Kriegsgefangenenhospital 5807 versorgt.

Nach dem Krieg wurde die Stadt schnell wiederaufgebaut und entwickelte sich erneut zu einem wichtigen Industriezentrum. Am 11. August 1979 kollidierten zwei Flugzeuge der Aeroflot in der Nähe der Siedlung Kuryliwka, wodurch alle 178 Personen an Bord, darunter fast alle Spieler des Fußballvereins Pachtakor Taschkent, getötet wurden.

Nach dem Zerfall der Sowjetunion und den damit verbundenen Wirtschaftskrisen entwickelt sich die Stadt seit 2000 wieder schnell dank der boomenden metallverarbeitenden und chemischen Industrie.

2015 gelang dem FK Stal, einer Fußballmannschaft der Stadt, mit dem Erreichen des zweiten Platzes in der Perscha Liha der Aufstieg in die höchste ukrainische Liga, der Premjer-Liha.

Im Zuge der nach der Revolution der Würde in der Ukraine eingeleiteten Dekommunisierung erhielt die Stadt am 19. Mai 2016 per Beschluss der Werchowna Rada ihren alten Namen Kamjanske (bzw. Kamenskoje) zurück.[3][4][5]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen: 1959: [6] 1979–2013: [7] 2015: [1]


Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kamjanske – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Angaben zur Bevölkerung in der Dnipropetrowsker Oblast im Jahr 2015. In: Statistikamt der Oblast Dnipropetrowsk. Abgerufen am 8. Juni 2015 (ukrainisch, Originaltitel: Чисельність населення На 1 квітня 2015 року).
  2. Erich Maschke (Hrsg.): Zur Geschichte der deutschen Kriegsgefangenen des zweiten Weltkrieges. Verlag Ernst und Werner Gieseking, Bielefeld 1962–1977.
  3. Верховна Рада України; Постанова від 19.05.2016 № 1377-VIII Про перейменування окремих населених пунктів та районів
  4. UNN: Рада перейменувала Дніпродзержинськ на Кам'янське
  5. Dnipropetrowsk und einige andere Städte haben neue Namen, Prawda vom 19. Mai 2016, abgerufen am 20. Mai 2016
  6. Volkszählungen der UdSSR auf webgeo.ru
  7. Bevölkerungszahlen auf pop-stat.mashke.org