Rövershagen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Rövershagen
Rövershagen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Rövershagen hervorgehoben
Koordinaten: 54° 10′ N, 12° 14′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Rostock
Amt: Rostocker Heide
Höhe: 13 m ü. NHN
Fläche: 20,55 km²
Einwohner: 2714 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 132 Einwohner je km²
Postleitzahl: 18182
Vorwahlen: 038201, 038202
Kfz-Kennzeichen: LRO, BÜZ, DBR, GÜ, ROS, TET
Gemeindeschlüssel: 13 0 72 088
Adresse der Amtsverwaltung: Eichenallee 20
18182 Gelbensande
Webpräsenz: www.amt-rostocker-heide.de
Bürgermeisterin: Verena Schöne
Lage der Gemeinde Rövershagen im Landkreis Rostock
Rostock Schwerin Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Nordwestmecklenburg Landkreis Ludwigslust-Parchim Admannshagen-Bargeshagen Bartenshagen-Parkentin Börgerende-Rethwisch Hohenfelde (Mecklenburg) Nienhagen (Landkreis Rostock) Reddelich Retschow Steffenshagen Wittenbeck Baumgarten (Warnow) Bernitt Bützow Dreetz (Mecklenburg) Jürgenshagen Klein Belitz Penzin Rühn Steinhagen (Mecklenburg) Tarnow (Mecklenburg) Warnow (bei Bützow) Zepelin Broderstorf Klein Kussewitz Blankenhagen Poppendorf (Mecklenburg) Roggentin (bei Rostock) Broderstorf Thulendorf Altkalen Behren-Lübchin Boddin Finkenthal Gnoien Lühburg Walkendorf Behren-Lübchin Glasewitz Groß Schwiesow Gülzow-Prüzen Gutow Klein Upahl Kuhs Lohmen (Mecklenburg) Lüssow (Mecklenburg) Mistorf Mühl Rosin Plaaz Reimershagen Sarmstorf Diekhof Dolgen am See Hohen Sprenz Laage Wardow Dobbin-Linstow Hoppenrade Krakow am See Kuchelmiß Lalendorf Lalendorf Alt Sührkow Dahmen Dalkendorf Groß Roge Groß Wokern Groß Wüstenfelde Hohen Demzin Jördenstorf Lelkendorf Prebberede Schorssow Schwasdorf Sukow-Levitzow Thürkow Warnkenhagen Alt Bukow Am Salzhaff Bastorf Bastorf Biendorf (Mecklenburg) Carinerland Kirch Mulsow Rerik Bentwisch Blankenhagen Gelbensande Mönchhagen Rövershagen Benitz Bröbberow Kassow Rukieten Schwaan Vorbeck Wiendorf (Mecklenburg) Cammin (bei Rostock) Gnewitz Grammow Nustrow Selpin Stubbendorf (bei Tessin) Tessin (bei Rostock) Thelkow Zarnewanz Elmenhorst/Lichtenhagen Kritzmow Lambrechtshagen Papendorf (Warnow) Pölchow Stäbelow Ziesendorf Bad Doberan Dummerstorf Graal-Müritz Güstrow Kröpelin Kühlungsborn Neubukow Sanitz Satow TeterowKarte
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Rövershagen ist eine Gemeinde im Landkreis Rostock in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Rostocker Heide mit Sitz in der Gemeinde Gelbensande verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

15 Kilometer von der Innenstadt Rostocks entfernt, liegt Rövershagen am Südrand der Rostocker Heide, die die Gemeinde von der Ostsee trennt.

Zu Rövershagen gehören die Ortsteile Behnkenhagen, Niederhagen, Oberhagen, Purkshof und Schwarzenpfost.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rövershagen: Die Stadt Rostock erwarb den Grund und Boden der Rostocker Heide und somit des späteren Rövershagen am 25. März 1252 von Fürst Borwin für einen Betrag von 450 Mark.[2] Es wird angenommen, dass die über eine Quadratmeile große Waldfläche noch urbar gemacht werden musste.[3] Bald nach der Rodung des späteren Hagendorfes Purkshagen im Jahre 1267 „nahm aber die Waldrodung unter der Initiative der beiden Rövers, Arnold und Eberhard, von denen der letztere Ratsherr in Rostock war, einen kräftigen Aufschwung“.[4] Rövershagen und seine Kirche wurden erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 1305 als „iuxta ecclesiam nouam in Rouershagen“ [5] erwähnt. Diese Urkunde nennt auch zwei Krughäuser an der Landstraße nach Ribnitz und neben der Kirche, so dass es sich bereits um eine größere Ansiedlung gehandelt haben muss.

Purkshof: Das zweigeschossige Gutshaus wurde saniert.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1925 511
1945 1104
1986 1522
1990 1489
1995 2045
2000 2378
2001 2410
2002 2450
2003 2467
2004 2493
2005 2474
2006 2425
2007 2427

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 6. Januar 1998 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 147 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „Geteilt von Blau und Gold; oben ein schreitender, rot gezungter goldener Greif; unten ein grüner Eibenzweig mit fünf roten Früchten, beiderseits begleitet von einer nach innen gewendeten grünen Rodehacke.“

Das Wappen wurde von dem Freudenberger Manfred Gerth gestaltet.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche
Holländerwindmühle Rövershagen
Karls Erlebnisdorf

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Rövershagen

Dorfkirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Hauptartikel Dorfkirche Rövershagen

Die gotische Dorfkirche in der Mitte des Dorfes stammt aus dem 14. Jahrhundert mit einem um 1900 errichteten Turm.

Geschichtsdenkmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1964 erinnert ein Gedenkstein an acht Häftlinge, die bei der Evakuierung des Außenlagers Schwarzenpfost ermordet wurden. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges 1944 errichteten die Heinkel-Flugzeugwerke im Ortsteil Schwarzenpfost ein Zweigwerk für Flugzeugteile, das von KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern aufgebaut wurde. Im Ortsteil Oberhagen entstand ein Außenlager (von der Bevölkerung „Steinheide“ genannt) des KZ Ravensbrück für 300 Frauen, die von SS-Mannschaften hinter elektrisch geladenem Stacheldraht bewacht wurden. Es wird außerdem von zwei weiteren Lagerstandorten berichtet. Es gab in Rövershagen auch ein Lager für Kriegsgefangene aus Frankreich und der Sowjetunion, die in der Harzerei Zwangsarbeit verrichten mussten.

Holländerwindmühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der im Jahr 1881 errichtete Erdholländer im Westen des Ortes ist heute in privatem Besitz. Sie wurde bis 1963 mit Wind betrieben. Der einwandfreie technische Zustand wird unter hohem Aufwand erhalten.

Karls Erlebnis-Dorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1993 eröffnete im Ortsteil Purkshof in der Nähe der B 105 Karls Erdbeerhof. Der Komplex wurde seitdem zu einem Bauernmarkt und zu einem großen Erlebnisdorf ausgebaut. Die Firma Karls mit Hauptsitz in Rövershagen betreibt in der Erdbeersaison eine Reihe von Verkaufsständen vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Berlin und weitere Freizeitparks und Erlebnishöfe in Warnemünde, auf Rügen, in Wustermark bei Berlin, in Warnsdorf bei Lübeck und in Koserow auf Usedom. Im Erlebnisdorf befindet sich eine Sammlung von Kaffeekannen, die mehrfach den Status der weltgrößten Sammlung von Kannen erreichte. Ende 2012 umfasste die Sammlung 27.390 Exemplare.[6]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Behnkenhagen fand in den Jahren von 1999 bis 2008 das Force Attack, das größte Punkfestival Deutschlands, statt.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rövershagen liegt an der eingleisigen Hauptstrecke von Rostock nach Stralsund. In Rövershagen zweigt eine Stichstrecke nach Graal-Müritz (siehe Mecklenburgische Bäderbahn). Die Bundesstraße 105, an der Rövershagen liegt, führt von Rostock nach Stralsund.

In Purkshof gibt es einen Sportflugplatz.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2014 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. 1252. März 25. MUB II Nr. 686, S. 14, 15
  3. Friedrich Schlie, Die Kunst- und Geschichts-Denkmäler des Großherzogthums Mecklenburg-Strelitz, I. Band, Schwerin 1896, S. 315 „Das Kirchdorf Rövershagen“
  4. Karl Schmaltz, Die Begründung und Entwicklung der kirchlichen Organisation Mecklenburgs im Mittelalter, in Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte 72. Jahrgang (1907), S. 85, 267
  5. 1305. März 17., Rostock, Meklenburgisches Urkundenbuch, V. Band 1301–1312, Schwerin 1869, Nr. 2991 S. 205 = „in der Nähe der neuen Kirche in Rövershagen“
  6. Internetseite von Karls, abgerufen am 26. Mai 2013

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfhard Strauch: 700 Jahre Rövershagen. Chronik. 2005.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rövershagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien