Bannewitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bannewitz
Bannewitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bannewitz hervorgehoben
Koordinaten: 51° 0′ N, 13° 43′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Höhe: 221 m ü. NHN
Fläche: 25,81 km²
Einwohner: 10.535 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 408 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 01728,
01731 (Hornschänke)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 0351, 035206
Kfz-Kennzeichen: PIR, DW, FTL, SEB
Gemeindeschlüssel: 14 6 28 050
Gemeindegliederung: 4 Ortschaften mit 11 Ortsteilen
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 6
01728 Possendorf
Webpräsenz: www.bannewitz.de
Bürgermeister: Christoph Fröse (parteilos)
Lage der Gemeinde Bannewitz im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Altenberg (Erzgebirge) Bad Gottleuba-Berggießhübel Bad Schandau Bahretal Bannewitz Dippoldiswalde Dohma Dohna Dorfhain Dürrröhrsdorf-Dittersbach Freital Glashütte Gohrisch Hartmannsdorf-Reichenau Heidenau Hermsdorf Klingenberg Hohnstein Sebnitz Königstein (Sächsische Schweiz) Kreischa Liebstadt Lohmen Müglitztal Neustadt in Sachsen Pirna Klingenberg Rabenau Rathen Rathmannsdorf Reinhardtsdorf-Schöna Rosenthal-Bielatal Dippoldiswalde Sebnitz Sebnitz Stadt Wehlen Struppen Stolpen Tharandt Wilsdruff Sachsen Tschechien Landkreis Bautzen Dresden Landkreis Meißen Landkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild

Bannewitz ist eine verwaltungsgemeinschaftsfreie Gemeinde südlich von Dresden im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemarkungen der Gemeinde Bannewitz

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bannewitz grenzt im Süden und Südosten an Ortsteile von Kreischa (Kleba, Brösgen, Theisewitz, Kleincarsdorf, Quohren), im Südwesten an Teile der Stadt Rabenau (Karsdorf, Oelsa, Obernaundorf), im Westen an Freital und im Norden und Nordosten an die sächsische Landeshauptstadt Dresden. Vermutlich befindet sich die Wüstung Franken auf dem Gebiet zwischen Possendorf, Brösgen, Kleba, Golberode und Rippien.[2]

Blick über Bannewitz, im Hintergrund Dresden

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Bannewitz besteht aus den vier Ortschaften Bannewitz, Possendorf, Goppeln und Rippien. Die Ortschaften ihrerseits bestehen aus den folgenden Ortsteilen:

Der Ortsteil Bannewitz besteht aus den historischen Dörfern Bannewitz, Eutschütz, Nöthnitz und Rosentitz, die jeweils in nach ihnen benannten Gemarkungen liegen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altes Bauernhaus im Ortsteil Boderitz

Bereits vor 4000 Jahren befand sich im Bereich der B 170 eine Siedlung[3], im Jahr 1311 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung als „Panewycz“ als slawische Siedlung. Bannewitz gehört Anfang des 20. Jahrhunderts zur Amtshauptmannschaft Dresden, Possendorf hingegen zur Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. 1952 werden die damals noch selbständigen Gemeindeteile dem neuen Kreis Freital zugeschlagen. Nach der Fusion des Landkreises Freital mit dem Landkreis Dippoldiswalde wird Bannewitz 1994 Teil des neuen Weißeritzkreises. 1999 fusionieren die Gemeinden Possendorf und Bannewitz; wobei der Bannewitzer Ortsteil Kauscha nach Dresden eingemeindet wird. Im August 2008 geht Bannewitz mit dem Weißeritzkreis in den neugebildeten Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge über.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1915: Eutschütz
  • 1922: Boderitz, Welschhufe
  • 1923: Nöthnitz
  • 1. Juli 1950: Cunnersdorf (bei Kaitz)[4]
  • 1. Juli 1996: Goppeln[5]
  • 1. Januar 1999: Zusammenschluss von Bannewitz und Possendorf[6]

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1552 zählte Bannewitz elf besessene Mann, im Jahr 1764 lebten hier elf besessene Mann, zwei Gärtner und drei Häusler.

Die folgende Tabelle stellt die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gemeinde Bannewitz zum jeweiligen Gebietsstand dar.

Jahr Einwohner
1834 00121
1871 00402
1890 00758
1910 01458
1925 03731(1)
1939 03884
1946 04100
1950 04895(2)
Jahr Einwohner
1964 04644
1990 03340
1996 04788(3)
1999 09543(4)
2000 10.105
2005 10.742
2011 10.354(5)
2014 10.480

Anmerkungen zur Tabelle:

(1) Eingemeindung Eutschütz, Boderitz, Welschhufe und Nöthnitz
(2) Eingemeindung Cunnersdorf
(3) Eingemeindung Goppeln
(4) Zusammenschluss mit Possendorf

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 56,2 %
 %
30
20
10
0
28,8 %
23,7 %
8,8 %
11,9 %
3,7 %
6,9 %
9,1 %
7,2 %
FWB
BHPR
BG
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-1,5 %p
+9,6 %p
-5,1 %p
-1,4 %p
-3,3 %p
+1,2 %p
+3,4 %p
+2,4 %p
FWB
BHPR
BG
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Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 18 Sitze des Stadtrats wie folgt auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen:

Partei / Gruppierung Sitze G/V
Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) 6 ± 0
Freie Wählergemeinschaft Bannewitz (FWB) 5 + 2
WV Börnchen Hänichen Possendorf Rippien 1 − 1
Die Linke (DIE LINKE) 2 ± 0
Freie Demokratische Partei (FDP) 0 − 1
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) 1 ± 0
Bürgergemeinschaft 2 + 1
Bündnis 90/Die Grünen (GRÜNE) 1 ± 0

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Bannewitz ist seit dem 1. April 2008 der parteilose Christoph Fröse.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Bannewitz führt nach Beschluss des Gemeinderates vom 15. Dezember 2005 ein amtlich genehmigtes Wappen.

Blasonierung: „Im Göpelschnitt geteilt; vom Silber grün bordiertes und von zwei grünen Pfahlfäden gespaltenes silbernes Gebäude mit sechs grünen Fenstern sowie grünem Dach mit Dachreiter; hinten in Silber grüne Eiche; unten in Grün drei silberne mit den Füßen verwachsene Kreuze und zwischen diesen drei silberne sechszackige Sterne.“[8]

Bedeutung[9]

Das Gebäude stellt den Malakowturm des Marienschachtes dar und steht für den Bergbau.

Die Eiche ist dem Possendorfer Wappen entnommen.

Dreizack und Sterne zitieren das Wappen der Familie von Schill und würdigt insbesondere Ferdinand von Schill.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bannewitz unterhält mit der Stadt Bräunlingen in Baden-Württemberg eine Partnerschaft.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bannewitz wird durch ein reges kulturelles Vereinsleben geprägt. Neben drei Karnevalsvereinen, zwei Sportvereinen gibt es auch zwei Musikvereine und viele weitere kleinere Vereine:

  • Karnevalsklub Bannewitz
  • Schützen- und Karnevalsverein Goppeln
  • Karnevalsverein Possendorf
  • SV Bannewitz e.V.
  • SG Empor Possendorf e.V.
  • Musik-, Tanz- und Kunstschule Bannewitz e.V.
  • Musikverein Bannewitz e.V.
  • Feuerwehrverein Bannewitz
  • Feuerwehrverein Possendorf
  • Feuerwehr und Dorfverein Goppeln-Hänichen e.V

sowie weitere Vereine, die am Gemeindeleben teilnehmen.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Bergbau- und Regionalmuseum Marienschacht zeigt über das gesamte Jahr verschiedene Ausstellungen sowie eine Dauerausstellung zum Thema Bergbau.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geburtshaus von Ferdinand von Schill in Wilmsdorf

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am nordöstlichen Rand von Bannewitz befindet sich der Schlosspark Nöthnitz, an welchen das Schloss Nöthnitz grenzt. Im Ortsteil Possendorf, in der Nähe der Schulstraße, befindet sich zudem ein Schulpark. Ein weiterer Park, der Lunapark, befindet sich auf dem Rücken des Gohligs am nördlichen Rand des Ortsteils Hänichen. Von hier kann nach Dresden, über das Elbtal, bis in die Sächsische und Böhmische Schweiz sowie in das Osterzgebirge geblickt werden.

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • SV Bannewitz e.V. Der Sportverein verfügt über die Abteilungen Fußball, Tischtennis, Volleyball und Schach. Dabei vertitt die 1. Mannschaft der Schachabteilung den Verein in der Oberliga und die 1. Mannschaft der Tischtennisabteilung in der Bezirksliga.Im Fußball spielte der SV Bannewitz seit der Saison 2006/2007 in der Landesliga Sachsen, musste aber nach der Saison 2009/10 in die Bezirksliga Dresden (später Mitte) absteigen.
  • SG Empor Possendorf e.V. verfügt über die Abteilungen Fußball, Volleyball, Popgymnastik und Turnen. Insgesamt hat der Verein 510 Mitglieder die Freizeit- und Wettkampfsport betreiben. Beim Fußball konnte die 1. Männermannschaft in die Bezirksliga Staffel Mitte aufsteigen.
  • Der ehemalige Motorclub MC Bannewitz war Nutzer der inzwischen geschlossenen Motocross-Strecke An der Senke, die durch und um eine Kiesgrube führte. Dort wurden zwischen 1996 und 1989 Moto-Cross- und Auto-und-Moto-Cross-Veranstaltungen durchgeführt. Aus dem MC Bannewitz kam im Jahre 1969 mit Heiner Wirth der DDR-Meister im Motocross in der Klasse bis 125 cm³.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Feuerwehrfest Bannewitz (Ende April/1. Mai)
  • Feuerwehrfest in Cunnersdorf (Anfang Mai)
  • Muttertagsfeier des Musikvereins (Muttertag – 2. Sonntag im Mai)
  • Volleyballturnier um den Bürgermeisterpokal (Ende Mai bzw. Anfang Juni)
  • Bannewitzer Sommerfest der Künste (Mitte Juni)
  • Bannewitzer KulturTage (Ende Juni/Anfang Juli)
  • Possendorfer Filmfest mit Teichfliegen (Mitte August)
  • Possendorfer Oktoberfest (Anfang Oktober)
  • Weihnachtsstübl in der KulturTankstelle (1. Advent)
  • Possendorfer Weihnachtsmarkt (1. Advent)
  • Weihnachtsmarkt Schloss Nöthnitz (Samstag/Sonntag 2.Advent)
  • Glühweinfest in Hänichen (Mitte Dezember)
  • Weihnachtskonzert der Musik-, Tanz- und Kunstschule Bannewitz in der Bannewitzer Kirche (Samstag vorm 3. Advent)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde Bannewitz führte seit 1856 die Windbergbahn von Potschappel, welche ursprünglich als Industriebahn zur Abfuhr der bei Hänichen und am Windberg geförderten Steinkohlen gebaut wurde. Nach der Aufnahme des Personenverkehrs und der Verlängerung bis Possendorf 1909 entwickelte sich die Verbindung zu einer bedeutenden Ausflugsbahn. 1951 wurde die Strecke stillgelegt und abgebaut.

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Rittergut Nöthnitz musste infolge der Bodenreform 1946 seine Ländereien an Neubauern aufteilen. 1952 wurde die LPG Fortschritt Bannewitz gegründet, welche 1956 ein sechsställigen Offenstall mit Milchkühen an der Horkenstraße und Schweineställe in Kleinnaundorf in Betrieb nahm. Im ehemaligen Rittergut Nöthnitz war die Werkstatt untergebracht. Heute gehört die LPG Freundschaft Bannewitz zur Bannewitzer Agrarprodukte GmbH ein Tochterunternehmen der Dresdner Vorgebirgs Agrar AG. Nach der Deutschen Einheit entstanden auch etliche Wiedereinrichter.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sächsische Zeitung, Lokalausgabe Freital
  • Bannewitzer Amtsblatt

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Joachim Winckelmann (1717–1768), Begründer der modernen Kunstwissenschaften und der Klassischen Archäologie, Wegbereiter der Weimarer Klassik
  • Mutter Augustina (bürgerlicher Name Maria Katharina Clara Schumacher (1887–1945)), Gründerin der Kongregation der Nazarethschwestern vom hl. Franziskus in Goppeln
  • Josef Eduard Tammer (1883–1959), Maler
  • Theodor Reuning (1807–1876), Agronom, Jurist

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2015 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Franken im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  3. Sächsische Zeitung - Regionalteil „Dippoldiswalde Zeitung“ vom 13. Oktober 2015:4500 Jahre alte Siedlung an der B170
  4. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1996
  6. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  7. sachsen.de – Statistik
  8. Gemeinde Bannewitz – Ordnung zur Verwendung von Gemeindewappen (PDF; 261 kB)
  9. Das Gemeindewappen. Gemeinde Bannewitz, abgerufen am 25. Juni 2015.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Bannewitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 24. Heft: Amtshauptmannschaft Dresden-Altstadt (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1904, S. 1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bannewitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Bannewitz im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen