Kerbal Space Program

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Kerbal Space Program
Kerbal-space-program-logo.png
StudioMexikoMexiko Squad
PublisherVereinigte StaatenVereinigte Staaten Take 2 Interactive
Leitende EntwicklerFelipe Falanghe (nicht mehr aktiv)
Robert Shaer
Erstveröffent-
lichung
Windows
24. Juni 2011 (Early access)
27. April 2015
PlayStation 4
NordamerikaNordamerika 12. Juli 2016
Xbox One
15. Juli 2016
PlattformWindows, macOS, Linux, PlayStation 4, Xbox One
Spiel-EngineUnity
GenreSimulation
ThematikWeltraum, Raumflugmechanik, Technik, Baukasten
SpielmodusEinzelspieler
SteuerungTastatur und Maus
Systemvor-
aussetzungen
Hardware: 2,0 GHz Dual-Core-Prozessor
4 GB RAM
512-MB-Grafikkarte
Shader Model 3.0
4 GB freier Festplattenspeicher
Windows: Windows Vista, 7, 8 oder 10
macOS: Intel-basierter Mac, OS X 10.8 oder höher
Linux: Debian-basierte Distro[1]
MediumDownload
SpracheEnglisch, Spanisch, Russisch, Chinesisch, Japanisch, Deutsch, Italienisch, Französisch, Brasilianisches Portugiesisch
Aktuelle VersionWindows, macOS, Linux: 1.4 (7. März 2018)[2]
Altersfreigabe
PEGI ab 3+ Jahren empfohlen

Das Kerbal Space Program (KSP) ist eine von Squad entwickelte Weltraumsimulation für Windows, macOS und Linux. Der Spieler übernimmt Aufgaben des Kerbal Space Centers, wie Missionsplanung, Raketendesign und die Steuerung der Rakete. Die erste öffentlich zugängliche Version des Spieles wurde am 24. Juni 2011 im offiziellen Kerbal Space Program-Laden veröffentlicht. Am 20. März 2013 wurde das Spiel in Steams Early-Access-Programm aufgenommen. Das Spiel verließ am 27. April 2015 mit Version 1.0 die Beta-Phase.[3] Das Spiel unterstützt die Entwicklung von Mods und besitzt eine große Spielergemeinschaft, die sich auch schon kurz nach Veröffentlichung ergab. Nennenswerte Mitglieder der Weltraumindustrie haben ihr Interesse am Spiel bekundet, wie beispielsweise die NASA und der Geschäftsführer von SpaceX, Elon Musk.

Spielprinzip[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Computerspiel – ein sogenanntes Sandbox-Spiel – besitzt kein Ziel im eigentlichen Sinne.[4] Der Spieler kann aus Einzelteilen (z. B. Kommandokapseln, Tanks, Triebwerken, Steuerhilfen, Landebeinen) Raketen oder Flugzeuge konstruieren und anschließend fliegen. Die große Auswahl an Bauteilen[5] ermöglicht unterschiedliche Missionen, z. B. Mondlandungen, den Aufbau von Raumstationen oder Landungen auf anderen Planeten. Ein Spieler steckt sich ein Ziel (z. B. eine bemannte Landung auf Minmus mit anschließender Rückkehr) und versucht dann, dieses hinsichtlich seiner Konstruktion und Flugroute möglichst geschickt zu erreichen. Das Spiel gibt die Möglichkeit, mehrere aktive Missionen gleichzeitig zu betreiben, wobei immer nur eine gleichzeitig gesteuert werden kann. Die anderen Missionen laufen im Hintergrund mit stark verminderter Simulationstiefe weiter. So umkreist z. B. eine Raumstation auch weiterhin einen Planeten, sie erfährt aber nur dann detaillierte physikalische Einflüsse (wie z. B. ein Abbremsen in einer Atmosphäre), wenn sie sich in der Nähe der aktuell aktiven Mission befindet.

Verschiedene, Kerbals genannte grüne Männchen dienen als Piloten, Ingenieure, Wissenschaftler oder Touristen, die an Bord der Raumschiffe unterschiedliche Funktionen wahrnehmen. Deren Nachname lautet stets „Kerman“, wie zum Beispiel „Gene Kerman“.

Spielfeld[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Zentralgestirn des Systems wird im Spiel einfach „The Sun“ genannt, in der Community hat sich allerdings der Name „Kerbol“ eingebürgert.[6] Umkreist wird es von folgenden Himmelskörpern (von innen nach außen, Monde als Unterpunkte):

  • Moho (Merkur-Pendant)
  • Eve (Venus-Pendant)
    • Gilly
  • Kerbin (Heimatplanet, von dem die Missionen gestartet werden; Erde-Pendant)
    • Mun (Mond-Pendant)
    • Minmus
  • Duna (Mars-Pendant)
  • Dres (Ceres-Pendant)
  • Jool (Jupiter-Pendant)
  • Eeloo (auf stark exzentrischer Bahn meist außerhalb der Jool-Bahn, die Bahnen ähneln dabei denen von Neptun und Pluto im realen Sonnensystem)
Das Planetensystem:
Moho (hellbraun), Eve (violett), Kerbin (türkis), Duna (orange), Dres (braun), Jool (grün) und Eeloo (grau)

Flug und Manöver im Weltraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während eines Fluges besteht jederzeit die Möglichkeit, eine Übersichtskarte zu öffnen, in der die voraussichtliche Flugbahn relativ zum Zentralkörper angezeigt wird. Die Anzeige vernachlässigt jedoch den Luftwiderstand, weshalb die Flugbahnanzeige innerhalb der Atmosphäre eines Planeten oder für Atmosphärenbremsungen nicht brauchbar ist.

Des Weiteren lassen sich Manöver planen, deren Durchführung durch zusätzliche Anzeigen in der Benutzeroberfläche (erforderliche Lage der Rakete, benötigter Schub) vereinfacht wird. Dies erleichtert Rendezvous mit anderen Orbitern.

Eine im offiziellen Wiki beschriebene Technik ist das sogenannte Asparagus Staging, das Raketen einen sehr hohen Delta-v-Wert verleihen kann.[7][8] Dabei wird ein ganzes Bündel von Flüssigtreibstoff-Boostern gleichzeitig gezündet; die Rakete ähnelt somit einem Bündel Spargeln. Die außen liegenden Booster betanken während des Fluges ständig die weiter innen liegenden Booster, so dass nur die ganz außen liegenden und jeweils als nächste abgeworfene Booster eine Tankfüllung von weniger als 100 % aufweisen. Diese Technik wurde 1947 von Michail Klawdijewitsch Tichonrawow beschrieben, aber bislang noch nicht umgesetzt.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel ist in C# geschrieben und verwendet die Unity-Engine.

Die erste Veröffentlichung des Spieles war am 24. Juni 2011 die Version 0.7.3. Am 3. März 2012 stand bereits Version 0.13.3 und am 12. Februar 2013 Version 0.18.3 zur Verfügung. Diese Version kann auch als kostenlose Demo heruntergeladen werden.

Ab Version 0.22 ist der Karrieremodus verfügbar. Zu Beginn stehen einem nur einfache Raumschiffkomponenten zur Verfügung. Ein Technologiebaum, den man nach und nach durch wissenschaftliche Experimente freischalten kann, liefert bessere Komponenten.

Mit der Version 0.23.5, die den Titel „Asteroid Redirect Mission“ trägt, wurden Asteroiden eingefügt, die der Spieler entdecken, erkunden und ablenken kann. In Zusammenarbeit mit der NASA bieten sich so viele neue Möglichkeiten.[9]

Durch Version 0.24 mit dem Titel „The First Contract“ wurden dem Spiel Aufträge und ein Ökonomiesystem hinzugefügt. Der Spieler kann verschiedene Aufträge annehmen und bekommt bei Erfüllung Geld und Ansehen. Ebenso sinkt bei Fehlschlägen das Ansehen. Dies eröffnet ein ganz neues Spielumfeld, indem der Spieler nun darauf achten muss, wie viel einzelne Teile kosten und wirtschaftlich agieren muss.[10]

In der Version 0.25 wurde das sogenannte „Economic Boom“-Update hinzugefügt. Dieses enthält unter anderem zerstörbare KSC Gebäude und ein neues Bürogebäude, in dem die strategische Ausrichtung der Raumfahrtorganisation gewählt werden kann. Unter der Bezeichnung „Spaceplane Plus“ wurde ein kompletter Bauteilsatz für ein Shuttle hinzugefügt.

Am 15. Dezember 2014 ging das Spiel mit Version 0.90 in die Beta-Phase über.

Mit Version 1.0 wurde am 27. April 2015 die erste Vollversion veröffentlicht, in der unter Anderem ein realistischeres Aerodynamikmodell und damit verbunden verbesserte Atmosphäreneffekte (wie Überhitzung von nicht geschützten Teilen beim Wiedereintritt), eine dafür gedachte Nutzlastverkleidung sowie ein Ressourcensystem, das Treibstoffgewinnung auf Himmelskörpern ermöglicht implementiert wurden.

Bei der Version 1.1 (Veröffentlichung am 19. April 2016) wurde als größte Änderung von Unity 4 auf Unity 5.2 gewechselt, wofür große Teile des Spieles neu programmiert werden mussten.[11]

Am 11. Oktober 2016 wurde Version 1.2 veröffentlicht. Die größte Neuerung war, dass die Funkverbindung zwischen einem Raumschiff und der Basis u. a. durch Planeten oder große Entfernungen beeinträchtigt wird. Das Signal muss deshalb über zwischengeschaltete Antennen verstärkt werden.[12]

Im Mai 2017 wurden die Rechte am Spiel an den Publisher Take 2 verkauft. Außerdem wurde bekannt, dass Squad an einem Add-on arbeitet, das 2017 erscheinen sollte,[13] aber auf den 13. März 2018 verschoben wurde.[14]

Mods[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Aufbau des Spiels gibt den Nutzern die Möglichkeit, Veränderungen und Erweiterungen zu erstellen und einzufügen (sogenannte Mods). Daher existiert eine bemerkenswerte Modding-Gemeinschaft und eine große Anzahl an Mods.[15] Dabei kann es sich um einfache Zusatzbauteile (z. B. ein Triebwerk) oder um komplexe Plug-ins (z. B. Autopiloten) handeln. Beim Austausch von Raketen oder Flugzeugen muss daher darauf geachtet werden, dass die verwendeten Mods auch im Spiel des Empfängers installiert sind. Gelegentlich werden Modder in das Entwicklerteam aufgenommen.[16][5]

Zusammenarbeit mit NASA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 5. März 2014 gaben die Entwickler eine Kooperation mit der amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA bekannt, die sich auf die New Asteroid Initiative fokussiert. Dazu wurden in der Version 0.23.5 Asteroiden in das Spiel eingebaut, die sich dem Heimatplaneten auf verschiedene Distanzen (bis zum Einschlag) nähern. Der Spieler soll diese Asteroiden entdecken, verfolgen, ablenken und erforschen.

„The collaboration with Kerbal Space Program can help drive interest by future explorers in next-generation technology development and deep space exploration. Having an element of the experience based in the reality of NASA’s exploration initiatives empower players to manage their own space program while getting valuable insight into the reality of studying asteroids as a next step in getting to Mars.“

„Die Zusammenarbeit mit Kerbal Space Program kann helfen, das Interesse zukünftiger Generationen in der Entwicklung neuer Technologien und Weltraumforschung, zu wecken. Mit Elementen aus dem Bereich der realen NASA „Exploration Initiative“, haben die Spieler die Möglichkeit ihr eigenes Raumfahrtprogramm zu verwalten, während sie reale, wertvolle Einblicke in die Erforschung von Asteroiden bekommen, was einen nächsten Schritt zum Mars darstellt.“

Bob Jacobs, associate administrator for Communications at NASA: Kerbal Space Program Homepage[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kerbal Space Program Download. kerbalspaceprogram.com. Abgerufen am 13. März 2013.
  2. Kerbal Space Program 1.4: Away with Words MK-II is now available!
  3. Weltraumspiel: Kerbal Space Program ist gestartet. 28. April 2015. Abgerufen am 28. April 2015.
  4. Kerbal Space Program chronicle — part one: achieving orbit for science. In: PC Gamer. Future plc. 16. Juli 2013. Abgerufen am 20. Juli 2013.
  5. a b (Not) Rocket Science In Kerbal Space Program. In: Rock Paper Shotgun. 24. Mai 2013. Abgerufen am 20. Juli 2013.
  6. Kerbol in der Kerbal Space Program Wiki. Abgerufen am 28. April 2015 (englisch).
  7. Asparagus Staging. In: Kerbal Space Program Wiki. Abgerufen am 7. November 2015 (englisch).
  8. Tom Logsdon: Orbital Mechanics: Theory and Applications. 1. Auflage. John Wiley & Sons, 1997, ISBN 0-471-14636-6, S. 288.
  9. Kerbal Wiki 0.23.5, Changelog des Updates 0.23.5
  10. Kerbal Wiki 0.24, Changelog des Updates 0.24
  11. Devnote Tuesday: Compiling, Staging and Rocket Science! Abgerufen am 16. November 2015.
  12. Ankündigung der Version 1.2 auf YouTube
  13. Squad: Take 2 kauft Kerbal Space Program - Golem.de. (golem.de [abgerufen am 27. Juli 2017]).
  14. Kerbal Space Program’s first expansion has a release date (update)
  15. NASA’s Jet Propulsion Lab is obsessed with a certain game […]. In: Penny Arcade. 18. Juni 2013. Abgerufen am 20. Juli 2013.
  16. Bekanntmachung der Aufnahme von Bac9 in das Entwicklerteam. In: Offizielles Forum. 14. Mai 2013. Abgerufen am 27. Februar 2018.
  17. Kerbal Space Program To Add NASA Asteroid Redirect Mission to Game, kerbalspaceprogram.com, 5. März 2014, abgerufen am 26. März 2014.