Kunsteisbahn Königssee

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Deutsche Post Eisarena Königssee
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Kunsteisbahn Königssee (Deutschland)
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Koenigssee Kunsteisbahn-Streckenplan deutsch.svg
Plan der Bahn
Ort DeutschlandDeutschland Schönau am Königssee, Bayern
Inhaber Landkreis Berchtesgadener Land
Betreiber Bob- und Schlittenverband für Deutschland e.V.
Inbetriebnahme 17. Januar 1960
Bahndaten
Maximale Höhendifferenz 135 m
Start Länge Kurven
Bobstart 1240 m 12
Skeletonstart 1185 m 12
Rodelstart Herren 1306 m 16
Rodelstart Damen 1156 m 12
Doppelsitzerstart 1156 m 12

Koordinaten: 47° 35′ 19″ N, 12° 58′ 52″ O

Die Kunsteisbahn Königssee[1] (Sponsorenbezeichnung seit 2014: Deutsche Post Eisarena Königssee) ist eine Kunsteisbahn für den Bob-, Rodel- und Skeleton-Sport am Königssee im Berchtesgadener Land. Sie war die erste Kunsteisbahn der Welt und weist auf einer Gesamtlänge von 1640 Metern 18 Kurven auf – darunter ein Kreisel mit einer 320°-Kurve („Turbodrom“).

Im Oktober 2014 stieg die Deutsche Post AG als Namenssponsor der Kunsteisbahn ein.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Jenner auf die Eisarena Königssee
Detailansicht

Im Jahr 1959 begann der Bau der Rodelbahn. Die Bahn wurde vom WSV Königssee, gefördert durch den Fremdenverkehrsverband des Berchtesgadener Landes und unterstützt durch zahlreiche ehrenamtliche Helfer errichtet. Am 16. und 17. Januar 1960 wurde sie mit dem Internationalen Süddeutschen Rennrodelmeisterschaften ihrer Bestimmung übergeben. In den folgenden Jahren wurden Bahn und Bahninfrastruktur laufend weiter ausgebaut und optimiert. Ab 1962 konnten auf der Bahn damit auch Zweierbobs starten. 1965 wurde die Sportstätte zum Bundesleistungszentrum Rennrodel ernannt.

1968 wurde die Bahn auf Kunsteis umgestellt und war damit die erste Kunsteisbahn der Welt. Die Planung oblag dem Ingenieurbüro Deyle aus Stuttgart. Der erste Ausbau kostete rund 4,6 Mio. DM und wurde zu 80 Prozent vom Bund und 20 Prozent vom Freistaat Bayern bezahlt. Die Bahn hatte eine Länge von 1114 m und insgesamt 16 Kurven. Auch die neue Kunsteisbahn wurde in die natürlichen Geländegegebenheiten integriert, sodass sie – abgesehen vom Kreisel – ohne Aufständerungen der Bahn auskommt. Die schattige Lage reduziert den Kühlenergiebedarf und sorgt für eine hohe Eisqualität.

Auf der Breitwiese in Berchtesgaden baute man das Mannschafthaus des Bundesleistungszentrum Rennrodel, welches 1975 um eine Sporthalle erweitert wurde. Im selben Jahr entstand am Königssee die erste künstlich beeiste Anschubrampe der Welt. 1976 wurde die Bahn für den Vierbob ausgebaut. Auch in den folgenden Jahren wurde die Bahn laufend modernisiert. 2004 wurde der Neubau des Starthauses für Bob, Rodel-Damen, Doppelsitzer und Skeleton in Betrieb genommen.[3]

Zwischen dem 1. Februar 2010 und November 2010 war der Bahnbetrieb eingestellt, da die Bahn der größten Umbauaktion in ihrem Bestehen unterzogen wurde. Neben einigen Funktionsbauwerken wurde der gesamte Startbereich bis hinunter zur Kurve 5, außerdem der komplette untere Bahnteil ab Kurve 15 über die Zielkurve bis zum Auslauf neu gebaut und den aktuellen Anforderungen der Reglements für den Bob- und Schlittensport angepasst.[4]

Seit dem Oktober 2014 trägt die Kunsteisbahn am Königssee den Sponsorennamen Deutsche Post Eisarena Königssee.[5]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Bestehen der Bahn wurden am Königssee u. a. zahlreiche Europameisterschaften, Weltcuprennen und Weltmeisterschaften ausgetragen. In diesem Zusammenhang wird die Bahn von nationalen und internationalen Mannschaften auch für Trainingsläufe genutzt.

Neben Spitzenereignissen des Leistungssports werden auf der Bahn Wettbewerbe und Trainingsläufe für den Schüler- und Nachwuchsbereich abgehalten. Darüber hinaus wird auf ihr ein „Gästerodeln für jedermann“ sowie Abfahrten mit dem „Rennbobtaxi“ – einem regulären Rennbob – oder einem schlauchbootähnlichen Bobgefährt angeboten. Zudem können Vereine und Firmen die Bahn für interne Wettbewerbe buchen, wie z. B. 2012 und 2014 der Privatfernsehsender ProSieben für zwei seiner Wok-WMs.

Europameisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weltcuprennen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alljährlich finden auf der Bahn Weltcuprennen im Rennrodeln und Bob- und Skeleton statt. Die Kunsteisbahn Königssee sowie die Kunsteisbahn Bob-Rodel Igls führen mit jeweils 35 Veranstaltungen die Statistik als Bahnen mit der häufigsten Austragung von Rodel-Weltcuprennen an (Stand: 2015).

Weltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympiabewerbungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wäre es zu einer Vergabe der XVI. Olympischen Winterspiele 1992 an den Bewerberort Berchtesgaden, der XXII. Olympischen Winterspiele 2014 an den Kandidaten Salzburg oder der XXIII. Olympischen Winterspiele 2018 nach München gekommen, wäre die Kunsteisbahn Königssee jeweils als Austragungsstätte der olympischen Bob- und Rodelwettbewerbe vorgesehen gewesen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nationalmannschaften Skeleton – Bob – Rennrodel 2006/07, 2006, S. 52

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kunsteisbahn Königssee – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kunsteisbahn Königssee, amtliche Bezeichnung siehe Landratsamt Berchtesgadener Land, online unter lra-bgl.de
  2. stadionwelt-business.de: Modernste Kunsteisbahn der Welt umbenannt Artikel vom 21. Oktober 2014
  3. Geschichte der Eisarena Königssee, online unter eisarena-königssee.de
  4. Bericht im Berchtesgadener Anzeiger über die Beschlussfassung der Baumaßnahme
  5. berchtesgadener-anzeiger.de: Ganz in Gelb Artikel vom 17. Oktober 2014