Amtsbezeichnungen der deutschen Polizei

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Die Amtsbezeichnungen der Polizei – umgangssprachlich auch Dienstgrade genannt – sind in Deutschland die beamtenrechtlichen Bezeichnungen von Ämtern, die ein Polizeivollzugsbeamter innehat. Im Vorbereitungsdienst führen die Beamten auf Widerruf keine Amtsbezeichnung (da ihnen noch kein Amt übertragen wurde), sondern eine Dienstbezeichnung.

Die Amtsbezeichnungen sind für den mittleren, den gehobenen und den höheren Dienst bis einschließlich Besoldungsgruppe A 16 bundeseinheitlich. Lediglich für Beamte, die besondere Führungspositionen der Besoldungsordnung B wahrnehmen, sind landesrechtliche Regelungen getroffen. Die Dienstbezeichnungen von Beamten im Vorbereitungsdienst sind landesrechtlich geregelt, ebenso wie die Besoldung, die seit der Föderalismusreform von den Bundesländern selbst bestimmt wird.

Im uniformierten Dienst sind die Dienst- und Amtsbezeichnungen durch Schulterklappen bzw. Aufschiebeschlaufen aus Stoff sichtbar (in der Regel aber nicht bei Einsatzanzügen). Sie zeigen Sterne, im Vorbereitungsdienst Litzen/Streifen, teilweise in Kombination mit Sternen oder bei der Wasserschutzpolizei Litzen/Streifen. Der Untergrund der Schulterklappen ist blau bzw. grün. Sie sind zum Ende spitz zulaufend. Bei der Wasserschutzpolizei und im Bundespolizeiamt See ist der Untergrund marineblau. Die uniformierten Vollzugsbeamten der Hessischen Polizei trugen von 1974 bis 2003 keine Abzeichen, die ihre Dienst- bzw. Amtsbezeichnung darstellten. Seit 2000 hat der Bundesgrenzschutz sich im Aussehen der Schulterstücke an die Länderpolizeien angepasst. Zuvor wurden Schulterstücke mit unterschiedlich geflochtener Schnur und gold- oder silberfarbenen viereckigen Sternen getragen, wie sie bereits vor dem Zweiten Weltkrieg bei Polizei und Militär üblich waren. Ferner trugen bis zur Umstellung auch die Beamten des Bundesgrenzschutzamtes-See die gleichen Abzeichen wie die übrigen Bundesgrenzschutzbeamten. Heute tragen sie Abzeichen, die denen der Wasserschutzpolizei ähneln, vgl. Amtsbezeichnungen des Bundesgrenzschutzes und Amtsbezeichnungen der Bundespolizei.

Bei den Polizeien der Länder gibt es die nachfolgend aufgeführten Dienst- und Amtsbezeichnungen für Polizeivollzugsbeamte.

Für Amtsbezeichnungen der deutschen Bundespolizei siehe Amtsbezeichnungen der Bundespolizei.

Vorbereitungsdienst (Ausbildung)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laufbahn des mittleren Polizeivollzugsdienstes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienst-/Amtsbezeichnung Schutzpolizei Schutzpolizei Wasserschutzpolizei
Polizeihauptwachtmeisteranwärter (selten) – PHWMAnw/PHWAnw
Polizeimeisteranwärter – PMAnw
Deutsche Bundespolizei - Mittlerer Dienst 01.svg Deutsche Bundespolizei - Mittlerer Dienst 02.svg Deutsche polizei - Mittlerer Dienst 01-1.svg Deutsche polizei - Mittlerer Dienst 01-2.svg Deutsche polizei - Mittlerer Dienst 01-4.svg Wasserschutzpolizei Hamburg - Mittlerer Dienst 01.svg Hamburg
Polizeioberwachtmeister – POW
ab dem 2. Ausbildungsjahr
nur in Bayern
Deutsche polizei - Mittlerer Dienst 01-4.svg nicht eingerichtet

In Berlin ist anhand des Schulterstücks das Ausbildungsjahr erkennbar:

Deutsche polizei - Mittlerer Dienst 01-1.svg Deutsche polizei - Mittlerer Dienst 01-2.svg Deutsche Bundespolizei - Mittlerer Dienst 01.svg Deutsche polizei - Mittlerer Dienst 01-3.svg
PMAnw 1. Ausbildungsjahr Berlin
ugs. „Schulterglatze“
PMAnw 2. Ausbildungsjahr Berlin PMAnw 3. Ausbildungsjahr Berlin

Laufbahn des gehobenen Polizeivollzugsdienstes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienst-/Amtsbezeichnung Schutzpolizei Schutzpolizei Wasserschutzpolizei
Polizeikommissaranwärter – PKAnw Deutsche Bundespolizei - Gehobener Dienst 01.svg Deutsche polizei - Mittlerer Dienst 01-1.svg Deutsche polizei - Gehobener Dienst 01.svg Deutsche polizei - Gehobener Dienst 01-1.svg* GERPOL GD 01 PKA WSP.gif**
Polizeioberwachtmeister (3. Qualifikationsebene/geh. Dienst)
nur in Bayern
Deutsche polizei - Gehobener Dienst 01.svg nicht eingerichtet

*Nur in Baden-Württemberg **Nur bei der Bundespolizei

Laufbahn des höheren Polizeivollzugsdienstes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienstbezeichnung Schutzpolizei Schutzpolizei Wasserschutzpolizei
Polizeireferendar oder Polizeiratanwärter – PRef oder PRA Deutsche Bundespolizei - Höherer Dienst 01.svg BildSchulterPRAgehD.png Deutsche polizei - Höherer Dienst 01.svg Deutsche polizei - Höherer Dienst 01-1.svg* GERPOL HD 01 PRA WSP.gif**

*Nur in Baden-Württemberg **Nur bei der Bundespolizei

Die Abzeichen variieren in dieser Dienstbezeichnung erheblich. In einigen Ländern wird kein Abzeichen, manchmal nicht einmal eine Uniform getragen, in anderen Ländern und bei der Bundespolizei wird eine goldene Litze als Abzeichen getragen, in anderen (z. B. Baden-Württemberg) ein grüner Stern und eine goldene Litze. Haben die Beamten bereits ein statusrechtliches Amt der Laufbahn des gehobenen Dienstes inne, wird zusätzlich zum Schulterstück des geh. Dienstes eine goldene Litze getragen (Bremen, Brandenburg, Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Bund). In Hessen darf die Litze nach Bestehen der Laufbahnprüfung für den höheren Polizeivollzugsdienst getragen werden, wenn dem Beamten bereits ein Funktionsamt des höheren Dienstes übertragen wurde, er aber noch nicht in eine Planstelle (Eingangsamt) des höheren Dienstes eingewiesen worden ist.

Ergänzende Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Abkürzungen für Polizeimeisteranwärter und Polizeikommissaranwärter unterscheiden sich in den Ländern. Sie lauten entweder PMA und PKA oder PMAnw und PKAnw.
  • In manchen Ländern (z. B. Rheinland-Pfalz oder Niedersachsen) haben PKA kein Abzeichen.
  • In manchen Ländern werden PKA in der Probezeit zu Polizeihauptwachtmeistern (mit einer zusätzlichen silbernen Litze) befördert.

Schutzpolizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stern auf den grünen Schulterklappen des mittleren Polizeivollzugsdienstes

Bei der Wasserschutzpolizei werden die Abzeichen je nach Land als Streifen oder Litzen bezeichnet. Sie unterscheiden sich aber nicht im Aussehen. Sie sind immer goldfarben. Breite Litzen/Streifen sind 12 mm (gehobener Dienst), schmale Litzen/Streifen 8 mm breit (mittlerer Dienst), die Litze/Streifen auf der Schulterklappe des Leitenden Polizeidirektors ist in der Regel 30 mm breit.

Gewöhnlich sind die Sterne übereinander in einer Reihe angeordnet. Für Baden-Württemberg und Sachsen gilt folgende Regelung: Bei vier Sternen sind zwei übereinander und zwei quer dazu nebeneinander angeordnet. Bei allen anderen Abzeichen sind sie übereinander angeordnet.

Laufbahn des mittleren Polizeivollzugsdienstes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dienst-/Amtsbezeichnung Besoldung nach BBesO Schutzpolizei Schutzpolizei Wasserschutzpolizei Wasserschutzpolizei Hamburg
Polizeimeisteranwärter – PMAnw A 7 Deutsche Bundespolizei - Mittlerer Dienst 02.svg Deutsche polizei - Mittlerer Dienst 01-4.svg1 PMzA-WSP.gif1
Polizeimeister – PM A 7 Deutsche Bundespolizei - Mittlerer Dienst 03.svg Deutsche polizei - Mittlerer Dienst 02.svg GERPOL MD 02 PM WSP.gif Wasserschutzpolizei Hamburg - Mittlerer Dienst 02.svg
Polizeiobermeister – POM A 8 Deutsche Bundespolizei - Mittlerer Dienst 04.svg Deutsche polizei - Mittlerer Dienst 03.svg GERPOL MD 03 POM WSP.gif Wasserschutzpolizei Hamburg - Mittlerer Dienst 03.svg
Polizeihauptmeister – PHM5 A 9 Deutsche Bundespolizei - Mittlerer Dienst 05.svg Deutsche polizei - Mittlerer Dienst 04.svg Deutsche polizei - Mittlerer Dienst 04-1.svg2 GERPOL MD 04 PHM WSP.gif Wasserschutzpolizei Hamburg - Mittlerer Dienst 04.svg
Polizeihauptmeister – PHMZ5 A 9 mit Amtszulage Deutsche Bundespolizei - Mittlerer Dienst 05.svg Deutsche Bundespolizei - Mittlerer Dienst 06.svg4 Deutsche polizei - Mittlerer Dienst 04.svg Deutsche polizei - Mittlerer Dienst 04-1.svg2 Deutsche polizei - Mittlerer Dienst 05.svg3 GERPOL MD 04 PHM WSP.gif
1 Nur in manchen Ländern
2 Nur in Baden-Württemberg und Sachsen
3 Nur in Brandenburg, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern
4 Baden-Württemberg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Thüringen, Bundespolizei (seit 1. Juli 2012)
5 In Berlin gibt es seit Sommer 2010 keine PHM mehr.
Siehe auch: mittlerer Dienst

Laufbahn des gehobenen Polizeivollzugsdienstes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtsbezeichnung Besoldung nach BBesO Schutzpolizei Schutzpolizei Wasserschutzpolizei
Polizeikommissar – PK A 9 Deutsche Bundespolizei - Gehobener Dienst 02.svg Deutsche polizei - Gehobener Dienst 02.svg GERPOL GD 02 PK WSP.gif
Polizeioberkommissar – POK A 10 Deutsche Bundespolizei - Gehobener Dienst 03.svg Deutsche polizei - Gehobener Dienst 03.svg GERPOL GD 03 POK WSP.gif
Polizeihauptkommissar – PHK A 11 Deutsche Bundespolizei - Gehobener Dienst 04.svg Deutsche polizei - Gehobener Dienst 04.svg GERPOL GD 04 PHK WSP.gif
Polizeihauptkommissar– PHK (A12) A 12 Deutsche Bundespolizei - Gehobener Dienst 05.svg Deutsche polizei - Gehobener Dienst 05.svg GERPOL GD 04 PHK WSP.gif
Erster Polizeihauptkommissar – EPHK A 13 Deutsche Bundespolizei - Gehobener Dienst 06.svg* Deutsche polizei - Gehobener Dienst 06.svg GERPOL GD 05 1PHK WSP.gif
*Schutzpolizei Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen,[1] Schleswig-Holstein, Thüringen und Bundespolizei (seit 1. Juli 2012)

Die Bundesbesoldungsordnung (BBesO) weist die Amtsbezeichnung Polizeihauptkommissar sowohl der Besoldungsgruppen A 11 als auch A 12 zu. Im Dienstgebrauch wird die Amtsbezeichnung bei der höheren Besoldungsgruppe manchmal dazugesagt oder geschrieben („PHK +“ oder „PHK A 12“). Die obige Übersicht zeigt an, wie die Abzeichen in Ländern mit verschiedenen Abzeichen für die verschiedenen Besoldungsgruppen aussehen (z. B. Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Thüringen, Niedersachsen).

In Ländern, in welchen die Abzeichen für die Polizeihauptkommissare in A 11 und A 12 gleich sind, gilt Folgendes:

Amtsbezeichnung Besoldung nach BBesO Schutzpolizei Schutzpolizei Wasserschutzpolizei Wasserschutzpolizei Hamburg
Polizeikommissar – PK A 9 Deutsche Bundespolizei - Gehobener Dienst 02.svg Deutsche polizei - Gehobener Dienst 02.svg GERPOL GD 02 PK WSP.gif Wasserschutzpolizei Hamburg - Gehobener Dienst 01.svg
Polizeioberkommissar – POK A 10 Deutsche Bundespolizei - Gehobener Dienst 03.svg Deutsche polizei - Gehobener Dienst 03.svg GERPOL GD 03 POK WSP.gif Wasserschutzpolizei Hamburg - Gehobener Dienst 02.svg
Polizeihauptkommissar – PHK A 11 / A 12 Deutsche Bundespolizei - Gehobener Dienst 04.svg Deutsche polizei - Gehobener Dienst 04.svg GERPOL GD 04 PHK WSP.gif
Erster Polizeihauptkommissar – EPHK ** A 13 Deutsche Bundespolizei - Gehobener Dienst 05.svg Deutsche polizei - Gehobener Dienst 05.svg Deutsche polizei - Gehobener Dienst 06-1.svg * GERPOL GD 05 1PHK WSP.gif Wasserschutzpolizei Hamburg - Gehobener Dienst 04.svg

*Nur in Sachsen

** In Sachsen-Anhalt kann seit dem 1. Februar 2010 Beamten und ehemalige Beamten, die bisher eine Amtsbezeichnung des gehobenen Dienstes der Besoldungsgruppe A 13 führen, auf Antrag die Amtsbezeichnung Rat mit einem entsprechenden Zusatz verliehen werden (zum Beispiel Polizeirat statt Erster Polizeihauptkommissar). Beamte die nach dem Datum ernannt werden, wird die Amtsbezeichnung gleich verliehen. In Sachsen-Anhalt sind damit die ehemaligen Endämter des gehobenen Dienstes wegen der Änderung der Struktur weggefallen. Der bisherige gehobene und höhere Dienst wurden in der Laufbahngruppe 2 zusammengefasst. Diese Änderung zeichnet sich in vielen Ländern ab.

Siehe auch: gehobener Dienst

Laufbahn des höheren Polizeivollzugsdienstes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtsbezeichnung Besoldung nach BBesO Schutzpolizei Schutzpolizei Wasserschutzpolizei
Polizeirat – PR A 13 Deutsche Bundespolizei - Höherer Dienst 02.svg Deutsche polizei - Höherer Dienst 02.svg GERPOL HD 02 PR WSP.gif
Polizeioberrat – POR A 14 Deutsche Bundespolizei - Höherer Dienst 03.svg Deutsche polizei - Höherer Dienst 03.svg GERPOL HD 03 POR WSP.gif
Polizeidirektor – PD A 15 Deutsche Bundespolizei - Höherer Dienst 04.svg Deutsche polizei - Höherer Dienst 04.svg GERPOL HD 04 PDIR WSP.gif
Leitender Polizeidirektor – LPD oder Ltd. PD A 16 / B 2/3 Deutsche Bundespolizei - Höherer Dienst 05.svg Deutsche polizei - Höherer Dienst 05.svg Deutsche polizei - Höherer Dienst 05-1.svg* GERPOL HD 05 LTPDIR WSP.gif
oder vier breite und ein schmaler Streifen/Litzen

*Nur in Baden-Württemberg und Sachsen

Siehe auch: höherer Dienst

Besonders herausgehobene Positionen im höheren Dienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Ämter sind nur für die Laufbahnen bei der Schutzpolizei, jedoch nicht bei der Wasserschutzpolizei eingerichtet.

Amtsbezeichnung Abzeichen Abzeichen
Abteilungsdirektor beim Polizeipräsidium Frankfurt am Main (Hessen)

Abteilungsdirektor als allgemeiner Vertreter des Direktors der Polizeiakademie (Niedersachsen)
Präsident der Polizeiakademie Hessen (seit 2010, Organisationsänderung, ehem. Hessische Polizeischule)
Direktor der Bereitschaftspolizei (Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt)
Direktor der Polizei (Niedersachsen)
Direktor beim Polizeipräsidenten (Berlin, Brandenburg)
Leitender Polizeidirektor [B2] (Hamburg, Nordrhein-Westfalen)

Direktor der Hochschule der Polizei (Rheinland-Pfalz)
Rektor der Hochschule der Sächsischen Polizei (Sachsen)
Polizeivizepräsident (Bayern, Bremen, Niedersachsen)
Vizepräsident in einer Bundespolizeidirektion (Bundespolizei)
Polizeivizepräsident als der Vertreter des Leiters eines regionalen Polizeipräsidiums (Baden-Württemberg)
Polizeivizepräsident als der Vertreter des Leiters des Polizeipräsidiums Einsatz (Baden-Württemberg)
Vizepräsident des Präsidiums Technik, Logistik, Service der Polizei als der Vertreter des Präsidenten (Baden-Württemberg)
Vizepräsident bei der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg als der Vertreter des Präsidenten für den Bereich des Präsidiums Bildung (Baden-Württemberg)
Polizeivizepräsident in Bremen
Vizepräsident der Bereitschaftspolizei (Hessen)
Vizepräsident der Landespolizeidirektion (Thüringen)

Deutsche Bundespolizei - Höherer Dienst 06.svg Deutsche polizei - Höherer Dienst 06.svg
Direktor des Landesamtes für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (Nordrhein-Westfalen)

Direktor des Landesamtes für Zentrale Polizeiliche Dienste (Nordrhein-Westfalen)
Direktor der Bereitschaftspolizei [B3] (Rheinland-Pfalz (seit Juli 2013))
Erster Direktor beim Polizeipräsidenten in Berlin als Leiter des Stabes (seit Januar 2006)
Inspekteur der Polizei (Brandenburg)
Landespolizeidirektor (Hessen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Saarland, Sachsen-Anhalt)
Landesschutzpolizeidirektor (Berlin (bis Juli 2003))
Leiter Polizeidirektion der Fläche (Sachsen)
Leitender Polizeidirektor [B3] (Hamburg)
Präsident einer Bundespolizeidirektion (Bundespolizei)
Direktor in der Bundespolizei Polizeivizepräsident [B2] (Hessen)
Polizeipräsident (Bayern, Mecklenburg-Vorpommern (seit 1. März 2011))
Polizeipräsident als Leiter eines regionalen Polizeipräsidiums (Baden-Württemberg)
Polizeipräsident als Leiter des Polizeipräsidiums Einsatz (Baden-Württemberg)
Präsident des Präsidiums Technik, Logistik, Service der Polizei (Baden-Württemberg)
Landespolizeidirektor als Abteilungsleiter im Landespolizeipräsidium (Baden-Württemberg)

Deutsche Bundespolizei - Höherer Dienst 07.svg Deutsche polizei - Höherer Dienst 07.svg
Leiter Polizeidirektion Stadt (Sachsen)

Inspekteur der Polizei (Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern (seit 1. März 2011), Rheinland-Pfalz (seit Juli 2013))
Landespolizeidirektor in Berlin (bis 1993)
Polizeivizepräsident (Berlin, Hamburg)
Präsident der Bereitschaftspolizei (Hessen)
Polizeipräsident [B4] (Hessen)
Vizepräsident des Bundespolizeipräsidiums
Inspekteur der Bereitschaftspolizeien der Länder (Bundesministerium des Innern)
Präsident der Landespolizeidirektion (Thüringen)

Deutsche Bundespolizei - Höherer Dienst 08.svg Deutsche polizei - Höherer Dienst 08.svg
Präsident des Bundespolizeipräsidiums

Landespolizeipräsident (Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Hessen (seit 2011))
Ministerialdirigent als Leiter der Abteilung für öffentliche Sicherheit im Ministerium für Inneres und Kommunales (Thüringen)

Deutsche Bundespolizei - Höherer Dienst 09.svg Deutsche polizei - Höherer Dienst 09.svg

Kriminalpolizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polizeibeamte der Kriminalpolizei tragen grundsätzlich keine Uniform, sondern „lageangepasste Zivilkleidung“ („bürgerliche Kleidung“).

Laufbahn des mittleren Polizeivollzugsdienstes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einigen Ländern gibt es keinen mittleren Dienst bei der Kriminalpolizei, ebenso gibt es seit Mitte 1990er Jahre im Bundeskriminalamt keinen mittleren Dienst mehr.

Laufbahn des gehobenen Polizeivollzugsdienstes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausschließlich in Berlin existiert neben der Kriminalpolizei die gesonderte Laufbahn des Gewerbeaußendienstes, die ihren Ausdruck in bundesweit einzigartigen Amtsbezeichnungen findet:

  • Gewerbekommissar – GK
  • Gewerbeoberkommissar – GOK
  • Gewerbehauptkommissar – GHK
  • Erster Gewerbehauptkommissar – EGHK

Die Amtsbezeichnungen im höheren Dienst beim Gewerbeaußendienstes sind analog der des höheren Kriminaldienstes (Siehe unten).

Laufbahn des höheren Polizeivollzugsdienstes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kriminalrat – KR
  • Kriminaloberrat – KOR
  • Kriminaldirektor – KD
  • Leitender Kriminaldirektor – LKD (z. B. NRW) oder LtdKD

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dezernatsleiter (ab 20 Beamte) bei einer Kriminalpolizei
  • Kommissariatsleiter (ohne Mindestzahl Personalkörper)
  • Inspektionsleiter einer Kriminalpolizei
  • Leiter der Kriminalpolizei
  • Leiter der Kriminaldirektion (z. B. PP Frankfurt am Main, 820 Beamte)
  • Leiter einer Polizeidirektion

In Baden-Württemberg auch:

  • Leiter eines großen Polizeireviers (Polizeirat, Polizeioberrat)
  • Leiter eines Führungs- und Einsatzstabes

Besonders herausgehobene Positionen im höheren Dienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Landeskriminaldirektor (LKD, Baden-Württemberg als Abteilungsleiter im Landespolizeipräsidium; LdsKD Nordrhein-Westfalen)
  • Präsident des Landeskriminalamts (Baden-Württemberg)
  • Landeskriminalpolizeidirektor (Berlin) LKPolD (bis Januar 2006, seither Direktor des Landeskriminalamtes)
  • Direktor/Direktorin beim Bundeskriminalamt (als Leiter/Leiterin einer Abteilung, besoldet nach Besoldungsgruppe B 3)
  • Vizepräsident des Bundeskriminalamtes (besoldet nach Besoldungsgruppe B 6)
  • Präsident des Bundeskriminalamtes (besoldet nach Besoldungsgruppe B 9)

Beamte bei Aus- und Fortbildungsstätten bzw. Polizeischulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Amtsbezeichnungen an diesen Einrichtungen variieren sehr stark. In einigen Ländern ist für den Leiter dieser Einrichtung eine gesonderte Amtsbezeichnung vorgesehen, z. B. Direktor der Landespolizeischule. In anderen Ländern wird dieser Posten von Beamten des höheren Dienstes ohne besondere Dienstbezeichnung versehen.

In manchen Ländern gibt es gesonderte Fachhochschulen für die Ausbildung für den gehobenen Dienst, z. B. in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt. Der Leiter dieser Einrichtung trägt dort die Bezeichnung Rektor.

In einigen Ländern (z. B. Bayern) gibt es an den Polizeischulen Lehrer für allgemeinbildende Fächer. Diese tragen oft folgende Bezeichnungen:

  • Polizeischullehrer (BesGr. A 11)
  • Polizeischuloberlehrer (BesGr. A 12)
  • Polizeischulhauptlehrer (BesGr. A 13)

In anderen Ländern werden allgemeinbildende Fächer von Angestellten oder Beamten (ohne besondere Amtsbezeichnung) gelehrt.

Polizeiärztlicher Dienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amtsbezeichnung Besoldung nach BBesO Abzeichen
Medizinalrat bzw.
Regierungsmedizinalrat
A 13 Deutsche polizei - Polizeiärztlicher Dienst 02.svg
Medizinaloberrat bzw.
Regierungsmedizinaloberrat
A 14 Deutsche polizei - Polizeiärztlicher Dienst 03.svg
Medizinaldirektor bzw.
Regierungsmedizinaldirektor
A 15 Deutsche polizei - Polizeiärztlicher Dienst 04.svg
Leitender Medizinaldirektor bzw.
Leitender Regierungsmedizinaldirektor
A 16 Deutsche polizei - Polizeiärztlicher Dienst 05.svg

Diesen Dienst gibt es in allen Ländern, wobei unter Umständen die Amtsbezeichnung Leitender Medizinaldirektor nicht vergeben wird oder der Dienst auch von Angestellten versehen wird, die dann keine Amtsbezeichnung führen. Im Gegensatz zum Verwaltungsdienst trägt der medizinische Dienst den Äskulapstab als Laufbahnsymbol.

Verwaltungsdienst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zumeist im Hintergrund handelnd ist der in allen Polizeien tätige Verwaltungsdienst selten in Uniform anzutreffen. Die nichtpolizeilichen Aufgaben in der Polizei werden durch Beamte des nichttechnischen Verwaltungsdienstes sowie Dienstkräfte im öffentlichen Dienst wahrgenommen. Manchmal erweist es sich als erforderlich und zweckmäßig, dass auch diese Angehörige der Polizei als solche zu erkennen sind und daher Uniform tragen. Bereits beim Bundesgrenzschutz trugen diese zusätzlich auf den amtsadäquaten Schulterstücken den Hermes- bzw. Merkurstab, als traditionelles Symbol der Verwaltung. Auch in der Polizei einiger Länder sind Schulterstücke beschafft und ausgegeben worden, die in den Farben und der Anzahl der Sterne bzw. Streifen (Wasserschutzpolizei) mit den vergleichbaren Ämtern der polizeilichen Kollegen korrespondieren, jedoch zusätzlich mit dem Hermesstab in Farbe der Sterne bestickt waren. Für Tarifbeschäftigte existieren ferner Varianten ohne Sterne; hier ist lediglich der Hermesstab in Farbe der vergleichbaren Laufbahngruppe aufgestickt. Abgesehen von der oben beschriebenen Kennzeichnung wird es zudem praktiziert (z. B. in Bayern), dass auch in Uniform eingesetzte Verwaltungsbeamte die gleiche Uniform (einschließlich Schulterstücke) tragen wie Polizeivollzugsbeamte.

Polizeimusik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deutsche polizei - Polizeimusikkorps und Polizeichören 01.svg Deutsche polizei - Polizeimusikkorps und Polizeichören 02.svg
Mittlerer Dienst (nicht in allen Ländern) Gehobener Dienst (nicht in allen Ländern)

Beamte und Angestellte in Polizeimusikkorps und Polizeichören tragen in manchen Ländern und bei der Bundespolizei (dort nur Angestellte) anstatt ihres Dienstgradabzeichens auf den Schulterstücken eine Lyra- oder Notenschlüsselabbildung. In einigen Ländern und bei der Bundespolizei tragen Beamte ihr gewöhnliches Abzeichen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit des Nationalsozialismus gab es unter anderem folgende Amtsbezeichnungen, die damals noch als Dienstgrade bezeichnet wurden und sich innerhalb der verschiedenen Organisationen leicht unterschieden.

Ordnungspolizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Ordnungspolizei hatten die Gendarmerie, die Schutzpolizei der Gemeinden, die Schutzpolizei des Reiches, die Wasserschutzpolizei und die Feuerschutzpolizei mit Wirkung vom 10. April 1941 bis Kriegsende folgende Dienstgrade:

An den Dienstgrad wurde jeweils die Bezeichnung der Organisation, also „der Gendarmerie“ bzw. „der Polizei“ bzw. „der Feuerschutzpolizei“ angefügt. Die Dienstgrade Generalleutnant und General gab es nur bei der Schutzpolizei des Reiches.

Die Dienstgradabzeichen unterschieden sich in der Grundfarbe: Gendarmerie hellrot, Schutzpolizei der Gemeinden dunkelrot, Schutzpolizei des Reiches grün, Wasserschutzpolizei sandfarben, Feuerschutzpolizei karmesinrot und die Generäle aller Polizeien grün.

Bei der Ordnungspolizei hatten die anderen Untergliederungen eigene Dienstgrade.

Siehe auch: Ordnungspolizei

Sicherheitspolizei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb der Staatlichen Preußischen Kriminalpolizei und auch in der gleichgeschalteten Staatlichen Kriminalpolizei (Reichskriminalpolizeiamt (RKPA) mit nachgeordneten Kriminalpolizeileitstellen und Kriminalpolizeistellen) sowie bei der Geheimen Staatspolizei (Geheimes Staatspolizeiamt (Gestapa) mit nachgeordneten Staatspolizeileitstellen und Staatspolizeistellen) wurden ab 1937/40 folgende Dienstgrade verwendet:

  • Kriminalassistentenanwärter im Vorbereitungsdienst
  • Kriminalassistentenanwärter
  • Kriminalassistent
  • Kriminaloberassistent
  • Kriminalsekretär
  • Kriminalbezirkssekretär
  • Kriminalinspektor
  • Kriminalkommissar
  • Kriminalrat
  • Kriminaldirektor
  • Regierungs- und Kriminalrat
  • Oberregierungs- und Kriminalrat
  • Regierungs- und Kriminaldirektor
  • Reichskriminaldirektor

Die Dienstgrade des Kriminalkommissars und Kriminalrats waren aus besoldungsrechtlichen Gründen in „bis zu 15 Dienstjahren“ und „über 15 Dienstjahre“ untergliedert. Der Kriminalkommissar über 15 Dienstjahre war von der Höhe seiner Dienstbezüge dem Oberleutnant der Schutzpolizei mit einem Jahresgehalt von 3.900 bis 5.900 Reichsmark (Stand 1938) gleichgestellt. Der Kriminalrat über 15 Dienstjahre war mit seinem Jahresgehalt von 4.800 bis 7.000 RM (Stand 1938) dem Hauptmann der Schutzpolizei gleichgestellt. Der Regierungs- und Kriminaldirektor stand mit bis zu 10.600 RM auf der gleichen Besoldungsstufe wie der Oberst der Schutzpolizei.

Durch den Erlass über die Einsetzung eines Chefs der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern vom 17. Juni 1936 wurde dem Reichsführer SS Heinrich Himmler als Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern der gesamte Polizeiapparat, bestehend aus den Hauptämtern Ordnungspolizei und Sicherheitspolizei, unterstellt. Für die Angehörigen der Sicherheitspolizei (Sipo) wurde daraufhin der Eintritt in die Schutzstaffel (SS) oder den Sicherheitsdienst (SD) nahegelegt und durch entsprechende Runderlasse erleichtert. Die betroffenen Beamten führten den entsprechenden Dienstgrad der SS zusätzlich zu ihrem polizeilichen Dienstgrad (sogenannte „Dienstgradangleichung“). Die Maßnahme betraf hauptsächlich Beamte der Kripo, da Beamte der Gestapo schon vorher zunehmend aus den Reihen der SS und des SD oder anderer NS-Organisationen rekrutiert worden waren und so mit der Zeit „politisch unzuverlässige“ Fachbeamte der früheren Preußischen Politischen Polizei ergänzten und gegebenenfalls ersetzten.

Helferinnen der Sicherheitspolizei und des SD

Frauen wurden im Dritten Reich als Anwärterinnen der Sicherheitspolizei und des SD in einem sechsmonatigen Lehrgang geprüft, für welche Laufbahn sie sich am besten eigneten. Zur Auswahl standen:

  • Weibliche Kriminalpolizei (mittlerer und leitender Vollzugsdienst)
  • Sachbearbeiterinnen vor allem beim SD
  • Dolmetscherinnen
  • Erzieherinnen in polizeilichen Jugendschutzlagern
  • Technische Kräfte (Laborantinnen, Fotografinnen, daktyloskopische Kräfte, Nachrichtenhelferinnen u. a.)
  • Verwaltungsbeamtinnen

Folgende Dienstgrade waren nach Eignung zu erreichen:

  • Kriminaloberassistentin zur Prüfung
  • Kriminaloberassistentin
  • Kriminalsekretärin
  • Kriminalobersekretärin
  • Kriminalkommissarin
  • Kriminalrätin

DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Deutsche Volkspolizei

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Polizei Sachsen – Dienstgradabzeichen der Schutzpolizei. In: polizei.sachsen.de. Abgerufen am 15. Mai 2016.