Kultur in Polen

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Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Polnische Literatur

Es gibt in Polen etwa 330 Verlage und über 18.000 Buchneuerscheinungen pro Jahr.[1]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Musik in Polen
Freiluftkonzert am Chopin-Denkmal

Mittelalter

Die ersten erhaltenen polnischen Kompositionen gehen auf die Regierungszeit Mieszko II. Lambert Anfang des 11. Jahrhunderts zurück. Der erste namentlich bekannte Musiker Polens ist der Dominikaner Wincenty z Kielczy, der in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts lebte und die Hymne „Gaude mater Polonia“ schrieb. Dagegen ist der Autor des ältesten bekannten polnischen Liedes Bogurodzica unbekannt. Neben Hymnen zeichnete sich die mittelalterliche polnische Musik durch Tänze aus. Mikołaj Radomski schrieb diese am Anfang des 15. Jahrhunderts auf. Peter von Graudenz war ein Komponist der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, der mit der Krakauer Akademie verbunden war.

Renaissance

In der Renaissance kamen viele italienische Musiker an den polnischen Königshof. Mikołaj Gomółka war der bekannteste polnische Komponist des 16. Jahrhunderts. Er schrieb Kompositionen unter anderem zu den Gedichten von Jan Kochanowski (Melodie na Psałterz polski). Andere wichtige Renaissancekomponisten am polnischen Königshof waren Wacław von Szamotuł, Marcin Leopolita, Mikołaj Zieleński und Jakub Polak, der auch in Frankreich tätig war. Johannes von Lublin war ein bedeutender Kirchenmusiker in Krakau, der vor allem mit der dortigen Heilig-Geist-Kirche verbunden war. 1540 wurde am Krakauer Königshof von Sigismund I. der Männerchor Capella Rorantistarum unter der Leitung von Nikolaus aus Posen gegründet, der von 1543 bis 1794 in der Wawel-Kathedrale tätig war.

Barock

1628 wurde in Warschau die erste Oper außerhalb Italiens aufgeführt: Galatea. Die italienischen Opernkomponisten Luca Marenzio, Giovanni Francesco Anerio, and Marco Scacchi waren zur Barockzeit in Warschau tätig. Während der relativ kurzen Regentschaft von Władysław IV. Wasa von 1634 bis 1648 wurden in Warschau mehr als zehn Opern aufgeführt, womit Warschau zu dieser Zeit zum wichtigsten Opernzentrum außerhalb Italiens wurde. Die erste Opernkomponistin der Welt, Francesca Caccini, schrieb ihre erste Oper La liberazione di Ruggiero dall’isola d’Alcina für den polnischen König, als dieser noch ein Prinz war. Die polnischen Barockkomponisten komponierten vor allem Kirchenmusik, allen voran ihr bekanntester Schöpfer Adam Jarzębski, Marcin Mielczewski, Bartłomiej Pękiel und Grzegorz Gerwazy Gorczycki.

Klassik

In der späten Barockzeit entstand auch die Polonaise als Tanz an polnischen Höfen, während die bäuerliche Gesellschaft regional unterschiedliche Tänze wie die Mazurkas, Krakowiaks und Chodzony und die auch in Tschechien bekannten Polkas entwickelte. Die wichtigsten Polonaise-Komponisten im 18. Jahrhundert waren Michał Kleofas Ogiński, Karol Kurpiński, Juliusz Zarębski, Henryk Wieniawski, Mieczysław Karłowicz und Joseph Elsner. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich auch die polnische Oper weiter. Bekannte Opernkomponisten waren Wojciech Bogusławski und Jan Stefani. Die erste polnische Symphonie komponierte Jacek Szczurowski um 1750.

19. Jahrhundert

Gleichwohl sollte erst Frédéric Chopin in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die polnische Musik zur Vollendung bringen. Er gilt als einer der größten polnischen Komponisten. Im 19. Jahrhundert entwickelte Stanisław Moniuszko die moderne polnische Oper, deren berühmtestes Werk Halka ist. Oskar Kolberg begann zu dieser Zeit die polnische Folkloremusik zu sammeln und niederzuschreiben. Seinen Werken verdanken die Folkloreensembles Mazowsze, Słowianki und Śląsk ihr Entstehen. Karol Szymanowski, der sich in Zakopane niederließ, entdeckte die traditionelle Musik der Goralen in Podhale, die er im 19. Jahrhundert weiter entwickelte.

20. Jahrhundert

Berühmte Komponisten der Zwischenkriegszeit waren Arthur Rubinstein, Ignacy Jan Paderewski, Grażyna Bacewicz, Zygmunt Mycielski, Michał Spisak and Tadeusz Szeligowski. Die zeitgenössische polnische Musik wird von Stanisław Skrowaczewski, Roman Palester, Andrzej Panufnik, Tadeusz Baird, Bogusław Schaeffer, Włodzimierz Kotoński, Witold Szalonek, Krzysztof Penderecki, Witold Lutosławski, Wojciech Kilar, Kazimierz Serocki, Henryk Mikołaj Górecki, Krzysztof Meyer, Paweł Szymański, Krzesimir Dębski, Hanna Kulenty, Eugeniusz Knapik und Jan A. P. Kaczmarek repräsentiert. Jazzmusiker Polens werden zu den besten Europas gezählt. In den 1950er Jahren entwickelte sich der Jazz zu einer wichtigen Musikrichtung des Landes. Das Jazz Jamboree findet seit 1958 statt und schon zur Zeit der Volksrepublik Polen traten US-amerikanische Musiker wie etwa Miles Davis auf.[2]

21. Jahrhundert

Die zeitgenössische Musik in Polen unterscheidet sich aufgrund der Globalisierung der Musikszene kaum von der Musik in anderen Teilen der globalisierten Welt. Dies gilt insbesondere für die Pop- und Rockmusik, aber auch für Komponisten der klassischen Musik des 21. Jahrhunderts.


Bildende Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinzeitliche Bronocice Vase
Vorromanische Włocławek Schale
Romanische Fresken Tum
Romanische Strzelno-Säule
Renaissance Sigismundkapelle
Renaissance Wawelaltar
Renaissance Wawel-Wandteppiche
Manieristische Firlejkapelle
Dębniker Marmor der Vasa-Kapelle
Perettis Stuck in Vilnius

Steinzeit

Die ältesten Kunstgegenstände, die in Polen gefunden wurden, waren aus Feuerstein, Bernstein sowie Tierknochen und stammen aus dem Paläolithikum. Sie wurden insbesondere in den kleinpolnischen Höhlen des Krakau-Tschenstochauer Juras (Fledermaushöhle und Maszycka Höhle) und der Pieninen (Obłazowa Höhle) gefunden und befinden sich zum großen Teil im Krakauer Archäologischen Museum. Altsteinzeitliche Figuren aus Bernstein wurden in Großpolen gefunden.

In der Zeit des Neolithikums befand sich das Gebiet des heutigen Südpolens im Einflussbereich Linearbandkeramischen Kultur. Verzierte Keramikgefäße wurden in unter anderem in Dobra gerunden. und Verzierter Schmuck aus Brześć Kujawski wird der Lengyel-Kultur zugeordnet. Zahlreiche Tongefäße aus der um ca. 1000 Jahre jüngeren Trichterbecherkultur wurden unter anderem in Ćmielów gefunden. Eine Lammfigur aus Jordanów entstammt ebenfalls der Trichterbecherkultur. Feuerstein wurde in der Jungsteinzeit unter anderem in Krzemionki abgebaut und kunstvoll verarbeitet. Viele der Funde aus der Jungsteinzeit, unter anderm aus der Kugelamphoren-Kultur und der Schnurkeramische Kultur, stammen aus dem Heiligkreuzgebirge und seiner Umgebung, insbesondere bei Sandomierz. Zu ihnen gehört die auf 3635-3370 v. Chr. datierte Vase aus Bronocice, auf der sich die älteste bekannte Abbildung eines Wagens mit Rädern befindet.

Bronzezeit

In der Bronzezeit war das heutige Gebiet Polens Teil der Lausitzer Kultur. Aus dieser Zeit stammen Kunstwerke wie verzierte Gefäße, Kultgegenstände, Figuren von Tieren, Vögeln und Menschen aus Bronze und Keramik. Gegen Ende der Bronzezeit entstanden in Polen größere Siedlungen insbesondere Pfahlbauten in der Großpolnischen Seenplatte, von den die Siedlung in Biskupin die bekannteste ist. Sie wird auch mit der Hallstattkultur in Verbindung gebracht. Weitere wichtige Fundstätten aus der Bronzezeit befinden sich in Żagań, Uścikowice und Brzezie bei Pleszew.

Eisenzeit

Am Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit entstand auf dem Gebiet des heutigen Polens die Pommerellische Gesichtsurnenkultur. Erhaltene Kunstwerke dieser Kultur waren vor allem Grabbeilagen. Auf den Urnen der Verstorbenen bildeten die Künstler das Gesicht der Toten sowie Alltagsgegenstände und Waffen manchmal auch ganze Szenen aus dem Leben der Verstorbenen ab. Die Urnen wurden von oben mit Deckeln verschlossen, die wie eine Kopfbedeckung geformt waren, sowie mit Halzketten verziert. An die Urnen wurden wie Ohren mit Ohrringen geformte Anhänge befestigt, so dass die Urne an einen menschlichen Kopf erinnerte. Fundorte dieser Kunstwerke waren unter anderem Deszczno, Rzadków, Niepoczołowice und Grabów Bobowski. In der späten Eisenzeit entstand in Nord- und Ostpolen die Wielbark-Kultur, die oft mit den Goten in Verbindung gebracht wird. Auch hier wurden Kunstwerke als Grabbeilagen in den als Steinkreise angelegten Kurganen in Odry, Węsiory, Grzybnica und Brąchnówko gefunden.

Antike

Im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. geriet das Gebiet des heutigen Polens unter keltischen und thrakischen Einfluss. Die Kelten und Anartier haben vor allem in Schlesien und Kleinpolen große Steinkunstwerke hinterlassen, unter anderem die Bärenfigur auf dem Berg Ślęża. Keltische Kunstwerke wurden auch in Großpolen bei Kalisz gefunden. In römischer Zeit dominierte die Przeworsk-Kultur im heutigen Polen. Aus dieser Zeit wurden zahlreiche Keramikgegenstände und Schmuck als Grabbeilagen in ganz Polen gefunden, unter anderem in Jakuszowice, Dobrodzien und Radziejów Kujawski. Das bekannteste Kunstwerk der Przeworskier Kultur war die einer Frau als Grabbeilage beigefügte unter anderem mit Reitern verzierte Vase von Biała bei Łódź. Sie ist während des Zweiten Weltkriegs verschollen. Über die Bernsteinstraße fand ein reger kultureller Austausch mit dem Römischen Reich statt. Römische Münzen und Kunstwerke (Keramik, Schmuck) wurden unter anderem in Wymysłów, Goszczyn, Gosławice, Łęg Piekarski und Rządz.

Vorromanik

Zur heidnischen Zeit schufen die westslawischen Künstler Steinfiguren von Światowit und anderen Gottheiten. Die bekannteste dieser Figuren ist das Idol von Sbrutsch, das sich im Krakauer Archeologischem Museum befindet. Im Frühmittelalter entstanden auch slawische Grabhügel, unter anderem der Krak-Hügel und der Wanda-Hügel in Krakau. Westslawische Keramik wurde unter anderem in Bródno, heute ein Stadtteil von Warschau, gefunden. Aus dieser Zeit stammen auch zahlreiche Bildwerke aus Holz und Stein, die meist einem reliösen Ritus dienten. Mit dem Übergang zum Christentum behielt die Kunst zunächst ihren rituellen Charakter. Bekanntestes Kunstwerk mit christlichem Charakter aus dem 10. Jahrhundert in Polen ist die Włocławek Schale, die 1909 bei Włocławek gefunden wurde. Zentrum der vorromanischen Kunst war der Königshof in der damaligen Hauptstadt Gnesen. Cosmas von Prag berichtet in seiner Chronica Boemorum, dass Břetislav I. nach der Plünderung von Gnesen 1039 hundert Ochsenwagen mit Kunstwerken aus Gnesen nach Prag gebracht hat.

Romanik

Der Übergang von Vorromanik zur Romanik wird in der polnischen Kunstgeschichte mit der Verlegung der Hauptstadt von Gnesen nach Krakau auf ca. 1040 datiert. Gleichwohl blieb neben Krakau Großpolen das Zentrum der romanischen Kunst in Polen. Die Künstler der Romanik arbeiten noch anonym, ihre Namen und ihre Herkunft ist meist unbekannt. Die meisten romanischen Kunstwerke entstanden als Teil der Ausstattung von Kirchen und Klöstern.

In der Malerei sind Fresken unter anderem im Kollegiatstift in Tum bei Łęczyca und der Basilika in Czerwińsk sowie Buchmalereien unter anderen in dem Pułtusk-Kodex, Emmeram-Evangeliar, Tyniec-Sakramentar, Czerwińsk-Bibel und der Goldene Gnesener-Kodex erhalten.

In der Bildhauerkunst sind vor allem die Kirchenportale mit Tympanon der von Jacza von Köpenick und Piotr Włostowic gestifteten St. Maria auf dem Sande in Breslau und Sankt-Prokop-Rotunde in Strzelno zu nennen. In Strzelno sind auch mit allegorischen Figuren der Tugenden und Laster reich verzierte romanische Säulen in der Dreifaltigkeits- und Marienkirche erhalten. In der Basilika von Wiślica ist die Wiślica-Platte erhalten, die Betende in der Orantenhaltung darstellt. Daneben waren in den romanischen Kirchen Steinfiguren und Reliefs sehr beliebt.

Einen bedeutenden Bestandteil der romanischen Kunst bildete das Goldschmiedehandwerk und die Bronzeplastik. Zu nennen sind insbesondere das Kruszwica-Reliquiar und zahlreiche goldene Messgefäße, insbesondere aus Gnesen, Trzemeszno, Kalisz und Płock, die meist von dem polnischen Königshof gestiftet wurden. Aus der Romanik stammen auch die ältesten polnischen Kronjuwelen. Das Krönungsschwert Szczerbiec und drei Kronen, von denen sich zwei in Krakau und eine in Płock, das sogenannte Płock-Diadem, befindet, sind erhalten geblieben. Die meisten anderen polnischen Kronjuwelen wurden nach der dritten polnischen Teilung von den Preußen aus dem Kronschatz des Wawels geraubt und im 19. Jahrhundert eingeschmolzen. Nachbildung der ursprünglichen polnischen Kronjuwelen wurden 2001–2003 und 2010 in Nowy Sącz gegossen und werden in Wechselausstellungen gezeigt. Zu den bedeutendsten erhaltenen Kunstwerken der Romanik gehören die monumentale Bronzetür der Erzkathedrale von Gnesen und die Bronzetür der Kathedrale von Płock. Die erste stellt die Lebensgeschichte des Heiligen Adalbert (Wojciech) dar. Die zweite stellt den Zyklus der Erlösung von der Genesis bis zum Neuen Testament dar und wurde später unter nicht mehr rekonstruierbaren Umständen in die Stadt Nowgorod in Russland verbracht. In der Kathedrale von Płock befindet sich heute eine Kopie der ursprünglichen Bronzetür.

Gotik

In der Frühgotik war Polen im Rahmen der Senioratsverfassung in mehrere Fürstentümer zersplittert, die dem in Krakau residierenden Senior untergeordnet waren. Dies begünstigte eine territorial unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Landesteile. Die Frühgotik setzte sich zunächst in Südpolen, insbesondere in Schlesien und Kleinpolen, durch und war stark von Böhmen beeinflusst. In Nordpolen, insbesondere in Pommern und Preußen, war die Backsteingotik vorherrschend, die über die Hanse und den Deutschen Orden stark von Norddeutschland, Flandern und insbesondere den Niederlanden geprägt war. In der Gotik entwickelte sich die Malerei, Holzschnitzerei, die Bronzegießerei, die Bildhauerei und das Goldschmiedehandwerk.

Ebenso wie in der Romanik bildeten Fresken in sakralen aber auch profanen Gebäuden den Hauptbestandteil der gotischen Malerei. Zu nennen sind insbesondere die Fresken der Turmburg in Siedlęcin, des Kloster Ląd, der Jakobskirche in Thorn, sowie der zahlreichen gotischen Klöster in Krakau, inbesondere des Franziskanerklosters. Eine Besonderheit der polnischen gotischen Malerei ist die Verbindung von östlicher Ikonenmalerei als Fresken in gotischen Kapellen, so zum Beispiel in der Heiligkreuzkappele in der Wawel-Kathedrale und in der Dreifaltigkeitskapelle im Schloss Lublin. Neben Fresken spielten in der Gotik auch Buntglasfenster eine wichtige Rolle in der gotischen Kunst. Krakau war das Zentrum dieser Kunstart in Polen. Gotische Buntglasfenster sind insbesondere in der Krakauer Marien-, Dominikaner- und Fronleichnamkirche erhalten. Auch der Breslauer Dom, die Marien- und die Nikolauskirche in Toruń sowie die Marienkirche in Chełmno verfügen über beutende gotische Buntglasfenster.

In der Hochgotik entwickelte sich auch die Tafelbildmalerei in Polen und ist insbesondere mit der Bemalung von Altären verbunden. Der Stil der Internationalen Gotik kam Anfang des 15. Jahrhunderts nach Polen. Seien Zentren waren vor allem Krakau, Breslau, Thorn und Danzig. In Kleinpolen entwickelt sich die sogenannte Krakauer Schule der gotischen Malerei. Beliebtes Motiv der Krakauer Schule waren die Hodegetria, unter anderem in dem Krakauer Dominikanerkloster zu finden, und die Beweinung Christi, unter anderm in Chomranice zu finden. Weiter bedeutende Gemälde der Krakauer Schule sind die Misericordia Domini von Zbylitowska Góra, die Heilige Martha, Agnes und Klara von Sandomierz, das Dominikaner Triptychon vom Meister der Dominikanerpassion, das Augustiner-Polyptychon von Nicolaus Haberschrack, das Johannes Polyptychon, das Dreifaltigkeits-Triptychon (alle aus Krakau), das Olkusz Polyptychon und die Mariahimmelfahrt von Jan Wielki, der Stanislausaltar von Stare Bielsko sowie die Marias Familie von Ołpiny. In Großpolen war die Sacra Conversazione oft Gegenstand der Tafelbildmalerei, so zum Beispiel im Gemälde Madonna mit Kind, Heiliger Felicyta und Heiliger Perpetua. Die gotische Malerei in Schlesien stand unter starkem böhmischen Einfluss. Zu ihren bekanntesten Tafelbildern zählen die Glatzer Madonna von Glatz, Schönauer Dreifaltigkeit von Schönau, Striegauer Heilige Anna von Striegau, Verkündung-Polyptychon mit Einhorn von Breslau, Heilige Hedwig Altar von Breslau, Heilige Barbara Altar von Breslau, Madonna in der Kammer von Breslau sowie zahlreiche weitere Tafelbilder aus den Breslauer Magdalenen-, Elisabeth- und Barbarakirche. Die gotische Malerei in Pommern und Preußen stand unter starkem norddeutschen und insbesondere niederländischem Einfluss. Zu ihren bekanntesten Tafelbildern zählen das Graudanzer Polyptychon aus Graudenz, das Thorner Polyptychon aus Toruń, das Winterfeld Diptychon aus der Danziger Marienkirche, Thorner Passion aus Thorn, Großer Ferber Altar, Kleiner Ferber Altar und Jerusalem Altar sowie Das Jüngste Gericht von Hans Memling, alle aus der Danziger Marienkirche.

Die Bildhauerkunst als Ausschmückung von Sakralbauten entwickelte sich in der Frühgotik vor allem in Schlesien, so zum Beispiel in den Kirchenportalen in Altenburg, der Ostseite des Breslauer Doms, den Kirchenportalen des Kloster Trebnitz. Als Beispiele des Übergangs zwischen Romanik und Gotik können die Portale, Schlusssteine, Kragträger, Säulenkapitellen, Friesen und Fassaden der Kreuzkirche in Breslau, Peter und Paul Basilika in Strzegom, die Ostfassade und die Innendekoration des Breslauer Rathauses, die Fassaden und die Innendekoration der Marienburg in Malbork, die Kragträger der Marienkirche auf dem Sande in Breslau, die Portale und Kragträger der Erzkathedrale von Gnesen, die Innenausstattung der Krakauer Marienkirche und die Johanneskirche in Radłów dienen. In Kleinpolen ist die gotische Ausgestaltung des Kapitelhauses des Dominikanerklosters erhalten.

Neben den Plastiken, die der Ausschmückung von Sakralbauten dienten, hat sich in der Gotik auch die freistehende Plastik entwickelt. Das weltweit größte gotische Kunstwerk der Holzschnitzkunst ist der Krakauer Hochaltar in der Krakauer Marienkirche von Veit Stoß. In derselben Kirche hat Veit Stoß auch das nach ihm bekannte Kruzifix hinterlassen sowie in der Heilig-Kreuz-Kapelle der Wawel-Kathedrale das Grabmal Kasimir IV. Zu den weiteren bedeutenden gotischen Plastiken zählen die Figur der Salomea in der Mariendom in Glogau, die Pietà aus Leubus in Lubiąż, das Szamotuły Kruzifix in der Marienbasilika in Szamotuły, das Cammin Kruzifix in dem Johannesdom in Cammin, das Corpus Christi Kruzifix in dem Corpus Christi Kirche in Breslau und die Figuren in den Krakauer Klarissenkloster und Karmelitinnenkloster. Auf dem Gebiet des Ordenstaats entstanden zahlreiche Schreinmadonnas. In Schlesien und Pommern wurden zahlreiche Madonnen auf Löwen geschafften, unter anderem in der Breslauer Martinskirche, in Skarbimierz und in Lubieszyn. Zu nennen ist weiter das Ciećmierz Triptychon aus der Stettiner Jakobskathedrale. In ganz Polen waren sogenannte Schöne Madonnen besonders beliebt. Die steinerne Thorner Schöne Madonna ist seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen. Erhalten geblieben sind die steinerne Breslauer Schöne Madonna, die Danziger Schöne Madonna aus der Danziger Marienkirche, sowie die hölzerne Krużlowa Schöne Madonna. Ein weiteres beliebtes Motiv war die Pietà, unter anderem die Krakauer Pietà aus der Krakauer Barbarakirche, die Breslauer Pietà aus der Breslauer Marienkirche auf dem Sande und die Danziger Pietà aus der Danziger Marienkirche. Gotische Grabmäler und Grabplatten sind in der Wawel-Kathedrale, neben dem bereits erwähnten Grabmal Kasimir IV. vor allem das Grabmal Ladislaus I. und das Grabmal Kasimir III. des Großen, erhalten. In Schlesien sind zahlreiche gotische Grabmäler der schlesischen Piasten in dem Kloster Grüssau, dem Kloster Heinrichau, dem Oppelner Piastenschloss und der Breslauer Vinzenzkirche mit der Grabplatte Heinrich II. von Polen und der Breslauer Kreuzkirche mit dem Sarkofag Heinrich IV. des Gerechten. Gotische Taufbecken sind in Elbinger Nikolauskirche, der Liegnitzer Peter und Paul Kathedrale, dem Kolberger Dom sowie der Breslauer Marienkirche auf dem Sande. In Breslau befinden sich auch zwei gotische Sakramentshäuser von Jodokus Tauchen, eines in der Magdalenenkirche und eines in der Elisabethkirche. Gotische Chorgestühle sind unter anderem in der Pelpin Kathedrale, der Thorner Marienkirche und der Danziger Dreifaltigkeitskirche erhalten.

Auch das Goldschmiedehandwerk blühte während der Gotik in Polen, insbesondere während der Regierungszeit von Kasimir dem Großen in der Mitte des 14. Jahrhunderts. König Kasimir stiftete zahlreiche goldene liturgische Gefäße für die Kirchen in ganz Polen, wobei insbesondere die Messgefäße der Kirchen in Trzemeszno, Stopnica und Kalisz sowie die Reliquienbüste des Heiligen Sigismund der Płocker Kathedrale zu erwähnen sind. Bedeutendster Goldschmied der Spätgotik in Polen war Marcin Marciniec, der unter anderem die Reliquienbüste des Heiligen Stanislaus, das Zepter der Krakauer Akademie und die von Friedrich Jagiello gestifteten Reliquienschreine für die Gnesner Erzkathedrale schuf. Danziger Goldschmiede schufen den Reliquienschrein der Heiligen Barbara. Bedeutende gotische liturgische Goldgefäße und Monstranzen wurden für die Krakauer Marienkirche sowie für die Kirchen bzw. Klöster in Miechów, Abtei Tyniec, Wieliczka, Niepołomice, Staniątki, Posen und Tschenstochau geschaffen. Zahlreiche weitere gotische Reliquienschreine wurden für die Kirchenschätze der Kathedralen in Krakau und Gnesen geschaffen.

Während des Übergangs von der Spätgotik zur Frührenaissance kamen bedeutende Künstler aus dem deutschen Raum, insbesondere aus Nürnberg, wie Veit Stoß, Stanislaus Stoß, Hans Dürer, Jörg Huber, Peter Vischer der Ältere, Peter Vischer der Jüngere und Georg Pencz kamen an den Hof der polnischen Könige auf dem Wawel in Krakau oder wurden von diesem unmittelbar beauftragt. Bekannteste polnische Künstler der Spätgotik waren Marcin Czarny, Nicolaus Haberschrack, Jan Polack, Adam aus Lublin, Michael aus Działdowo sowie die Anonymen Meister der Verkündigung von Jodłownik, Meister des Dominikaner Triptychon, Meister des Dreifaltigkeits Triptychon. Gotische Kunst wird in Polen unter anderem von den Nationalmuseen in Warschau, Krakau (Erasmus-Ciołek-Bischofspalast, Bibliotek der Fürsten Czartoryski), Danzig, Breslau, Posen und Stettin, dem Diözesanmuseum in Pelplin sowie dem Museum im Krakauer Wawelschloss gesammelt und ausgestellt.

Renaissance

Zentrum der polnischen Renaissance war die damalige Hauptstadt Krakau, insbesondere der Königshof auf dem Wawel, sowie Vilnius, das die zweite Hauptstadt des Jagiellonenreichs war. Die italienische Renaissance kam sehr früh nach Polen. Zwischen 1468 und 1470 kam der italienische Humanist Callimachus an den Krakauer Königshof von Kasimir IV. und brachte die Ideen der italienischen Renaissance nach Polen. Kasimir beauftragte Callimachus mit der Erziehung seiner Söhne im Geist des Humanismus, von denen der Älteste Ladislaus II. als König von Ungarn und Böhmen sowie drei jüngere (Johannes I. Albrecht, Alexander I. und Sigismund I. der Alte) nacheinander zwischen 1492 und 1548 als Könige Polen-Litauen regierten. Die Regentschaft der Söhne Kasimir IV. gilt als Zeitalter der Renaissance in Polen und gleichzeitig als dessen Goldenes Zeitalter in Kunst, Kultur und Politik. Sigismund, der als Jüngster zunächst keine Aussicht auf den polnisch-litautischen Thron hatte, ging um 1495 an den Königshof in Prag und Ofen seines Bruders Ladislaus, der ihn mit dem Herzogtum Glogau, Herzogtum Troppau und schließlich mit ganz Schlesien belehnte. In der ungarischen Hauptstadt wurde er auf eine Gruppe von Renaissance-Künstlern und Architekten unter der Führung von Francesco Fiorentino aus Florenz aufmerksam. Als das gotische Königsschloss auf dem Wawel in Krakau 1499 abbrannte, konnte er seine Mutter und Königswitwe Elisabeth von Habsburg überzeugen, die Florentiner beim Wiederaufbau zu engagieren.

Als Francesco Fiorentino mit seinen Schülern 1501 in Krakau eintraf, verstarb Johannes I. Albrecht und Francesco Fiorentino wurde zunächst mit der Errichtung des Grabmals für den verstorbenen König in der nach diesem benannten Kapelle in der Wawel-Kathedrale beauftragt. Das Grabmal Johannes I. Albrecht, das Francesco Fiorentino im Stil Bernardo Rossellinos schuf, gilt als erstes Kunstwerk der italienischen Hochrenaissance in Polen. Die Grabplatte selbst wurde jedoch von den Schülern Veit Stoß gefertigt und weist noch deutlich Merkmale der Spätgotik auf. Nachdem Sigismund 1506 König von Polen-Litauen wurde, beauftragte er ihn zusammen mit Eberhard Rosemberger beim Umbau des Wawel-Schlosses im Renaissance-Stil der Toskana. Der Nordostflügel des Schlosses mit seinen Plastiken wurde von Francesco Fiorentino und seiner Werkstatt, unter anderem seinem Sohn Jan Fiorentine, gestaltet. Er bliebt bis zu seinem Tod 1516 der führende Renaissance-Künster in Polen. Sigismund heiratete 1518 die Prinzessin von Mailand, Bari und Rosano Bona Sforza. Zusammen mit dem Hof von Bona Sforza kamen zahlreiche italienische Künster und Architekten aus Florenz, Padua und Mailand nach Krakau, wo sie ihre eigenen Werkstätten gründeten. Zu den bekanntesten italienischen Künstlern, die mit Bona Sforza an den Krakauer Königshof kamen, waren Mateo Gucci, der unter anderem an der Alten Synagoge in Kazimierz und auf dem Wawel-Schloss arbeitete, Giovanni Cini, der unter anderem am Renaissance-Altar der Wawel-Kathedrale und der Villa Decius in Krakau arbeitete (Grabmal Stanisław Oleśnickis im Posener Dom, Grabmal Krzysztof Szydłowieckis in der Martinskirche in Opatów, Renaissancealtar in Zator sowie zahlreiche Bildwerke in Vilnius, die nicht mehr erhalten sind), Filippo Fiesole, Antonio Fiesole, Niccolò Castiglione, Giovanni Soli und Bernardino Zanobi de Gianotis (Grabmal Stanisław und Janusz III. in Johanneskathedrale in Warschau), die zahlreiche Renaissance-Grabmäler und Altäre in Krakau, Płock, Vilnius und Warschau schufen, Giovanni Battista Veneziano, der vor allem in Płock und Warschau tätig war, Giovanni Maria Padovano, der vor allem in Krakau und Posen tätig war (Ziborium in der Krakauer Marienkirche, Grabmal Piotr Gamrats in der Wawel-Kathedrale, Grabmal Stanisław Oleśnickis im Posener Dom, Grabmal Mikołaj Dzierzgowskis in der Gnesner Erzkathedrale, Grabmal Jan Amor Tarnowski und Grabmal Barbara z Tęczyńskich Tarnowskis beide in der Marienbasilika in Tarnów, Grabmal Jan Kamienieckis im Krosnoer Franziskanerkloster), und insbesondere Bartolommeo Berrecci, ein Schüler Andrea Ferruccis, der vor allem auf dem Wawel und in Krakau tätig war, wo er den Renaissance-Umbau des Schlosses nach Francesco Fiorentino zusammen mit Benedikt von Sandomierz vollendete und die Sigismund-Kapelle an der Wawel-Kathedrale mit den Grabmälern der letzten Jagiellonen schuf, die als formtreustes Beispiel der italienischen Renaissance außerhalb Italiens gilt. Berreccis Sigismundkapelle wurde zum Vorbild für zahlreiche weitere Renaissance-Kapellen in ganz Polen-Litauen, unter anderem für die Vasa-Kapelle der Wawel-Kathedrale, die Myszkowski-Kapelle der Krakauer Dominikanerkirche und die Boim-Kapelle in Lemberg. Weitere Werke Berreccis und seiner Schüler sind das Lamento in der Martinskirche in Opatów, das Baldachim des Grabmal Ladislaus I., das Grabmal Piotra Tomicki und das Grabmal Jan Konarskis in der Wawel-Kathedrale, das Grabmal Jan Lubrańskis im Posener Dom und das Grabmal Mikołaj Szydłowieckis in der Sigismundkirche in Szydłowiec. Jan Michałowicz war ein polnischer Bildhauer und Architekt, der im Stil der italienischen Renaissance zahlreiche Grabmäler schuf, unter anderem von Filip Padniewski und Andrzej Zebrzydowski in der Zebrzydowski-Kapelle Wawel-Kathedrale. Der Breslauer Sebastian Tauerbach und der Krakauer Hans Snycerz schnitzten die Wawel-Köpfe an der Decke des Abgeordnetensaals auf dem Wawel. Zur bürgerlichen Renaissance-Kunst zählt das Grabmal Seweryn Boners, des königlichen Bankiers von Sigismund I. dem Alten, in der Krakauer Marienkirche. Es geht auf die Werkstatt von Peter Vischer der Ältere zurück und wurde von Stanisław Samostrzelnik und Peter Flötner entworfen.

In der Renaissance-Malerei war der Mönch Stanisław Samostrzelnik in Krakau und Kloster Mogila aktiv, wo er zahlreiche Fresken und Miniaturen schuf. Sein Stil wird als Übergang von der Spätgotik zur Renaissance beschrieben. Pietro Veneziano malte das Hauptbild des Renaissance-Altar der Wawel-Kathedrale, heute in der Marienkirche in Bodzentyn. Den Altar der Sigismundkapelle auf dem Wawel schufen die Nürnberger Hans Dürer, Peter Flötner, Georg Pencz und Pankraz Labenwolf. Sigismund II. August bestellte um 1550 in Brüssel insgesamt ca. 170 Wandteppiche für das Wawel-Schloss, die unter anderem von Pieter Coecke van Aelst geschaffen wurden. Weitere Wandteppiche wurden bei Jacob van Zeunen für die Wawel-Kathedrale bestellt. Für den Krakauer Königshof wurden auch weitere Werke bedeutender Renaissancekünstler im Ausland bestellt, unter anderem bei Lucas Cranach dem Jüngeren. Im Norden und Westen Polens und dem polnischen Lehen Herzogtum Preußen sowie in Schlesien, dass während der Renaissance zu Böhmen gehörte, und Pommern, das brandenburgerisch bzw. selbständig war, hielt die Reformation in Form des Augsburgerischen Bekenntnisses Einzug. Die Kunst dort folgte anders als in Süd- und Ostpolen nicht dem italienischen, sondern dem niederländischem Vorbild. Anstelle von üppigen Grabmälern sind schlichte Renaissance-Epitaphien in den Kirchen Danzigs oder Breslaus erhalten.

In der Renaissance entwickelte sich auch die Goldschmiedekunst in Polen-Litauen weiter. Bekanntestes Beispiel ist das Reliquiar des Heiligen Stanislaus aus dem Kathedralschatz der Wawel-Kathedrale.

Renaissance Kunst wird in Polen unter anderem von den Nationalmuseen in Warschau, Krakau (Europeum), Danzig, Breslau, Posen und Stettin, dem Czartoryski-Museum sowie dem Museum im Krakauer Wawelschloss gesammelt und ausgestellt.

Manierismus

Der Übergang von der Renaissance zum Manierismus fällt in Polen mit der Regierungszeit Sigismund II. August zusammen, der Übergang vom Manierismus zum Frühbarock fällt dagegen in die frühe Regentschaft von Sigismund III. Vasa. Die Blütezeit des polnischen Manierismus stellen die Jahre der kurzen Herrschaft Heinrich Valois und der längeren Regierungszeit Stephan I. Báthory dar. Nachdem in der Renaissance Krakau das kulturelle Zentrum von Polen-Litauen war, entwickelten sich während des Manierismus drei regional verschiedene Kunststile. In Krakau, Lemberg und anderen Städten Kleinpolens sowie Posen dominierte weiterhin die Italiener, insbesondere die Künstler aus der Toskana und den Norditalienischen Städten, deren Stil sie nach Kleinpolen brachten. Im Norden Polens, insbesondere in Danzig, Elbing und Thorn dominierte der niederländische Manierismus, der von Künstlern aus den Niederlanden, Flandern und Norddeutschland ins Land gebracht wurde. In der Gegend um Lublin waren auch vor allem italienische Künstler tätig, allerdings entwickelten sie einen eigenen polnischen Stil des Maniernismus, der eine Mischung aus italienisch und niederländischem Stil gelten kann und als Lubliner Renaissance bezeichnete wird.

In der Zeit des Manierismus waren ebenfalls die italienischen Bildhauer in Polen führend, allen voran Santi Gucci, ein enger Verwandter des Renaissance-Künstlers Mateo Gucci – möglicherweise dessen jüngerer Bruder, am Krakauer Königshof und Paolo Romano, der in Lemberg tätig war. Santi Gucci, der vor allem für vom Krakauer Königshof, allen voran Sigismund II. August, Anna Jagiellonica und Stephan I. Báthory engagiert wurde, richtete seine Werkstatt in Pińczów ein. Er baute in der Sigismund-Kapelle in der Wawel-Kathedrale das Doppelgrabmal Sigismund I. und Sigusmund II. aus. In der gleichen Kapelle errichtete er auch das Grabmal Anna Jagiellonicas. Ebenfalls in der Wawel-Kathedrale schuf er in der Marienkapelle das Grabmal Stephan I. Báthorys sowie die ganze Innenausstattung der Kapelle. Zudem war Santi Gucci für Spytek Wawrzyniec Jordan tätig, für den er dessen Grabmal in der Katherinenkirche in Kazimierz schuf, sowie für die Magnatenfamilien Kryski, für die er das Grabmal der Kryski in der Marienkirche in Drobin schuf, Firlej, für die er das Grabmal der Firlej in der Stanislauskirche in Janowiec schuf, Branicki, für die er das Grabmal der Branicki in der Zahntausendmärtyrerkirche in Niepołomice schuf, und Uchański, für die er das Grabmal Arnulf und Stanisław Uchańskis sowie das Grabmal Paweł und Anna Uchańskis in der Marienkirche in Uchanie schuf, tätig. Hieronimus Canavesi aus Mailand war ebenfalls ein italienischer Bildhauer, der für den polnischen Königshof in Krakau arbeitete. Er schuf das Grabmal Stanisław Maleszewskis in der Krakauer Dominikanerkirche sowie für die Posener Magnatenfamilie Górka das Grabmal im Posener Dom. Im derselben Kirche befindet sich das ebenfalls von ihm stammende Grabmal des Bischofs Adam Konarski. Ihm wird auch das Grabmal Jakub Rokossowski in Szamotuły zugerechnet. Hieronimus Canavesi Stil wird als Zwischenform zwischen italienischer Renaissance und niederländischem Manierismus beschrieben. Baltazar Kuncz war in Krakau und Kleinpolen tätig, wo er zahlreiche manieristische Altäre schuf, unter anderem in den Krakauer Kirchen Sankt Markus, Sankt Anna und der Heiligkreuz sowie das Chorgestühl der Fronleichnamkirche in Kazimierz. Außerhalb Krakaus arbeitete er auch im Klarissenkloster Stary Sacz, der Johanneskirche in Skalbmierz, in Szydłowiec und Kurozwęki. Als Beispiel eines manieristischen Altars in Kleinpolen kann der Hauptaltar in der Fronleichnamkirche in Biecz gelten. Die Schüler von Jan Michałowicz, Jan Biały und Sebastian Czeszek, brachten den Krakauer Stil des Renaissance-Grabmals in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nach Lemberg und Umgebung, wo sie unter anderem das Grabmal Katarzyna Ramułtow schufen. Ein Vertreter der bürgerlichen Bildhauerkunst war der Krakauer Architekt Gabriel Słoński, der zeitweise auch zum Bürgermeister der Stadt gewählt wurde. Von ihm sind zahlreiche Renaissance und Manierismus Portale an Krakauer Bürgerhäusern erhalten. Zur bürgerlichen Kunst zählen auch die von den Schülern Santi Guccis in der Krakauer Marienkirche geschaffenen Grabmäler der Montelupi und der Cellari, italienischer Kaufmannsfamilien, die sich in Krakau niedergelassen hatten. In derselben Kirche befindet sich das manieristische Chorgestühl von Fabian Möller. Der graubündner Bildhauer Fodige Gaspare war in Chęciny und Umgebung tätig. Im Norden Polens, insbesondere in Danzig, war der aus Flandern stammende Bildhauer und Architekt Willem van den Blocke tätig, der den flämisch und niederländisch geprägten Manierismus in Nordpolen in der Bildhauerkunst ausbreitete. Willem van den Blocke schuf in der Danziger Marienkirche das Epitaph Edward Blemkes und das Epitaph der Brandes, in der Elbinger Nikolauskirche das Epitaph Valentin Bodeckers, in der Thorner Marienkirche das Epitaph der Stroband, das Grabmal der Koss im Dom zu Oliva, das Grabmal Marcin Berzewic in Lisnowo (1939 zerstört), das Kenotaph der Báthory in der Andreaskirche in Barczewo, das Grabmal Piotr Tarnowskis in der Marienkirche in Łowicz sowie das Grabmal Stanisław Pius Radziwiłłs in der Franziskuskirche in Vilnius. Grabmäler in den Kathedralen von Uppsala, Linköping und Odense wurden von ihm geschaffen. Daneben gehen auch zahlreiche Portale bürgerlicher Häuser in Danzig und Thorn auf Willem van den Blocke zurück. Sein Bruder Aegidius van den Blocke war ebenfalls ein Danziger Bildhauer, der anders als sein Bruder Mitglied der Bildhauerzunft in Danzig war. Auch Willems Sohn Abraham van den Blocke war ein Danziger Bildhauer. Seine Werke trugen Anfangs ebenfalls die Züge des Manierismus. Sein Hauptwerk ist jedoch bereits vom Frühbarock geprägt.

Zwei weitere Söhne Abraham van den Blocke waren in Danzig als Maler tätig, Izaak van den Blocke und David van den Blocke. Beide waren Schüler des aus den Niederlanden stammenden Hans Vredeman de Vries, der Ende des 16. Jahrhunderts in Danzig tätig war. Izaak van den Blocke vollendete das Werk Hans Vredeman de Vries an den 25 Deckengemälden im Roten Saal des Rechtstädtischen Rathauses, von denen die Allegorie des Danziger Handels die bekannteste ist. Daneben schuf Izaak van den Blocke zahlreiche weitere Deckengemälde in den Danziger Bürgerhäusern. Anton Möller war ein weiterer Vertreter des Manierismus in Danziger Malerei. Auch er schuf Deckengemälde für das Rechtstädtische Rathaus, den Artushof, die Katharinenkirche, Marienkirche und zahlreiche Patrizierhäuser in Danzig sowie einige Porträts, unter anderem das Modell der Welt und der Danziger Gesellschaft, den Bau des Tempels das Jüngstes Gericht, die Almosen-Tafel und das Epitaph Jacob Schmidts. Am Krakauer Königshof war der Breslauer Martin Kober als Porträtmaler der wechselnden polnisch-litauischen Königsfamilien am Ende des 16. Jahrhunderts tätig. Zu seinen bekanntesten Porträts zählen die von Stephan I. Báthory, Sigismund III. Vasa, Anna Jagiellonica sowie des Kronprinzen Ladislaus IV. Vasa. In Lemberg war der polnische Maler armenischer Herkunft Szymon Boguszowicz tätig, der ebenfalls hauptsächlich Porträts und Schlachtenbilder malte. Seine Bilder befinden sich heute hauptsächlich in Moskau und der Ukraine. Zu den bekanntesten gehört die Schlacht von Kluschino.

Barock

Auch der Barock kam aus Italien nach Polen. Die Kulturepoche des Barock lässt sich in Polen-Litauen in drei Abschnitte einteilen. Der Frühbarock beginnt im ausgehenden 16. Jahrhundert mit der Regierungszeit Sigismund III. Vasa und umfasst auch die Regierungszeiten seiner beiden Söhne, weshalb er auch als Vasa-Stil bezeichnet wird. Dabei überlappen sich Frühbarock und Manierismus. Während Sigismund III. Vasa, der der Gegenreformation und insbesondere den Jesuiten zugeneigt war, von Anfang seiner Regentschaft den Frühbarock förderte und entsprechende Künstler aus der italienischen Schweiz und Rom nach Polen-Litauen holte, war die Königinwitwe seines Vorgängers Anna Jagiellonica weiterhin dem Manierismus und ihrem lieblingskünstler der Epoche Santi Gucci treu. Die unterschiedlichen Stile unterschieden sich auch geographisch. Nachdem ein Teil des Renaissance-Schlosses auf dem Wawel 1596 durch einen Brand beschädigt war, verlegte Sigismund III. Vasa die polnisch-litauische Hauptstadt nach Warschau. Seinen neuen Regierungsitz baute er konsequent im Stil des Frühbarock aus, genauso wie der reiche Adel, der ihm von Krakau nach Warschau nachzog seine Paläste in Warschau in diesem Stil baute. Dagegen blieb Nordpolen, insbesondere Danzig, Elbing und Thorn, dem niederländischen Manierismus treu – wenn auch einzelne Danziger Künstler sich immer mehr vom Frühbarock inspirieren ließen, so zum Beispiel Abraham van den Blocke beim Neptunbrunnen – und in der Gegend um Lublin entwickelte sich Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts ein eigener Stil, der als Lubliner Renaissance bezeichnete wird.

Der Hochbarock fällt mit den Regierungszeiten Michael I. und Johann III. Sobieski in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts zusammen und wird daher auch als Sobieski-Stil bezeichnete. In dieser Zeit setzte sich der Barock in ganz durch. Anders als der Frühbarock, der vor allem italienischen Vorgaben – hier vor allem der Bidhauerkusnt Gian Lorenzo Berninis – folgte, war der Hochbarock stark vom französischen Barockstil beeinflusst.

Der Spätbarock fällt ist mit den sächsischen Wettinern August II. dem Starken und August III. sowie deren Gegenspieler Stanislaus I. Leszczyński verbunden. Allerdings bevorzugten die Wettiner bereits den Rokoko-Stil, in Polen-Litauen auch Wettiner- oder sächsischer Stil genannt, der mit dem Spätbarock zeitlich zusammenfällt.

Ein wichtiges Ereignis für die frühbarocke Bildhauerkunst in Polen war die Anlegung von Marmorsteinbrüchen in Dębnik unweit von Krakau im ausgehenden 16. Jahrhundert. Der hier gewonnene schwarze, weiße und gelbe Marmor wurde für viele barocke Statuen in ganz Polen verwendet. So ist zum Beispiel die Innenaustattung der für die drei Könige der Vasa-Dynastie angelegte Vasa-Kapelle in der Wawel-Kathedrale und die Zbarski-Kapelle der Krakauer Dominikanerkirche aus Dębniker-Marmor. Als Bildhauer und Projektant dieser Kapellen sind insbesondere die Italiener bzw. Tessiner Giovanni Trevano, Matteo Castelli, Constantino Tencalla und Sebastian Sala hervorzuheben. Weitere charakteristische Grabmäler des Frühbarock aus Dębniker-Marmor sind das Grabmal Andrzej Trzebickis in der Krakauer Peter-und-Paulkirche, das Grabmal Piotr Tylickis in der Wawel-Kathedrale oder das Grabmal Piotr Opalińskis in der Zirker Marienkirche in Sieraków. Giovanni Battista Falconi war ein Stuckateur am Hof der Vasa-Könige, der unter anderem in der Vasa-Kapelle, der Krakauer Peter-und-Paulkirche, Kazimierzer Issak-Synagoge, der Sebastian-Kapelle des Krakauer Kamaldulenserklosters, der Zamośćer Kollegiatkirche, der Lubliner Stanislausbasilika, der Krosnoer Franziskanerkirche, der Klimontówer Josephskirche, der Schlosskapelle der Burg Podhorce, am Schloss Baranów Sandomierski, am Schloss Nowy Wiśnicz und der Rzeszówer Heiligkreuzkirche tätig war. Die wohl erste frühbarocke Plastik in Polen ist der Danziger Neptunbrunnen von Abraham van den Blocke mit der Hauptfigur von den aus Flandern stammenden Peter Husen und Johann Rogge. Abraham van den Blocke, der zunächst wie sein Vater im Stil des Manierismus schuf, gilt als wichtigster Vertreter des Frühbarocks unter den Danziger Bildhauern. Er schuf den Hauptaltar der Johanneskirche sowie die detailreiche Ausschmückung der Fassaden des Arturhofs, des Großen Zeughaus, des Goldenen Tors, des Goldenen Hauses und des Hauses der Äbte in Pelplin sowie vollendete zahlreiche Aufträge aus ganz Nordpolen, die sein Vater erhalten hatte. Das Epitaph Marchese Bonifazio Orias und das Grabmal Simon und Judith Bahrs in der Danziger Marienkirche gehen auch auf ihn zurück. Das wohl bekannteste frühbarocke und gleichzeitig erstes weltliches Denkmal Warschaus ist die Sigismundssäule von Agostino Locci und Constantino Tencalla, die Ladislaus IV. Vasa zu Ehren seines Vaters Sigismund III. Vasa vor dem Warschauer Königsschloss aufstellen ließ.

In der Zeit des Hochbarocks waren die gebürtigen Römer Giovanni Battista Gisleni (Hauptaltar der Wawel-Kathedrale, Vasa-Obelisk in Wyszków, zahlreiche Grabmäler in den Kathedralen in Krakau und Vilnius) und Giovanni Francesco Rossi (Büsten des Königspaars Johann II. Kasimirs und Luisa Maria Gonzagas, das Grabmal Piotr Gembickis in der Wawel-Kathedrale sowie zahlreiche Grabmäler in der Vilniuser Kathedrale) die führenden Bildhauer in Polen-Litauen. Der tessiner Stuckateur Baldassare Fontana war in Krakau tätig, wo er unter anderem in der Annakirche, Karmeliterkirche und Klarissenkirche sowie in Altsandezer Klarakirche arbeitete. Der gebürtige Danziger Andreas Schlüter war ebenfalls für den polnischen Königshof in Warschau und Wilanów tätig, wo er unter anderem die Statuen für den Wilanów-Palast, das Epitaph Adam Konarskis im Frauenburger Dom, das Grabmal der Sobieskis in Żółkiew, das Tympanon am Krasiński-Palast, den Hauptaltar der Czerniakówer Antoniuskirche, das Kruzifix der Węgrówer Antoniuskirche und das Grabmal Jan Małachowskis in der Wawel-Kathedrale schuf. Jerzy Hankisz war als Schnitzer in Krakau aktiv, wo er unter anderem den Hauptaltar der Kirche Maria auf dem Sande schnitzte. Giuseppe Simone Bellotti schuf in der Krakauer Vorstadt in Warschau die Säule der Passauer Madonna mit Kind.

Während des Spätbarocks war Francesco Placidi der bedeutendste Bildhauer in Polen-Litauen. Auf ihn gehen die Grabmäler Johann II. Sobieski und Marie Casimire Louise de la Grange d’Arquien sowie Michael I. und Eleonore von Österreich in der Wawel-Kathedrale zurück. Er war auch verantwortlich für den Umbau der Lipski-Kapelle in der Wawel-Kathedrale, zahlreiche Altäre in der Wawel-Kathedrale und Krakauer Marienkirche und den Umbau der Fassade der Krakauer Piartistenkirche. Der Jesuit Dawid Heel schuf die Figuren vor und an der Krakauer Peter-und-Paulkirche und der Krasnystawer Franziskuskirche. Antoni Frąckiewicz schnitzte die Innenausstattung des Imbramowicer Norbertanerinnenklosters, den Hauptaltar der Krakauer Johanneskirche, den Hauptaltar der Kliecer Kathedrale, die Kanzel der Krakauer Annakirche und zahlreiche Heiligenfiguren für unter anderem die Abtei Tyniec.

Während des Barock wurde auch die Orgelbaukunst in Polen-Litauen gepflegt. Barocke Orgeln sind in der Leżajsker Basilika, der Johanneskirche in Kazimierz Dolny, der Posener Jesuitenkirche,im Dom zu Oliva und im Dom zu Cammin (während des Barock schwedisch) erhalten.

Zu den frühbarocken Malern gehörten vor allem Geistliche, unter anderem der von Rubens und van Dyck stark beeinflusste Bernhardiner Franciszek Lekszycki, der den Totentanz und Altar in der Krakauer Bernhardinerkirche sowie zahlreiche Bilder in der Marienbasilika in Kalwaria Zebrzydowska, Leżajsk, Lemberg, Przeworsk, Vilnius, Warschau und Borek schuf, Krzysztof Boguszewski, der unter anderem Die Ankunft des Heiligen Marin in Amiens, Das himmlische Jerusalem sowie die Die unbefleckte Empfängnis für den Posener Dom schuf, sowie der anonyme Maler des Totenrads der Krakauer Katherinenkirche. Der bedeutendste Maler des Frühbarock in Polen war jedoch der von Sigismund III. Vasa engagierte Italiener aus Venetien Tommaso Dolabella, der zahlreiche Gemälde für den Königshof und Kirchen in ganz Polen malte. Seine Bilder mit religiöser und histortischer Thematik hängen in zahlreichen Kirchen, insbesondere im Krakauer Dominikanerkloster, Kamaldulenserkloster Krakau, der Krakauer Fronleichnamkirche, der Lubliner Stanislauskirche, dem Bischofspalast Kielce sowie auf dem Wawel, von denen die Schlacht bei Lepanto die bekannteste ist. Seine Schüler Astolf Vagioli und Zachariasz Dzwonowski vollenden viele Arbeiten von Tommaso Dolabella, unter anderem acht Gemälde für das Krakauer Augustinerkloster. Insbesondere in Krakau wurde die gotische Innenausstattung der Kirchen durch monumentale barocke Gemälde ersetzt, so zum Beispiel in den barockisierten Kirchen Sankt Katherina und Corpus Cristi in Kazimierz oder auch im Kloster Pelplin. In Nordpolen waren während des Frühbarocks Herman Han (tätig insbesondere für die Klöster Pelplin und Oliva), der Porträtmaler der Danziger Patriziariats Andreas Stech, Daniel Frecher, Daniel Schultz und Bartholomäus Strobel tätig, deren Kunst sich um die Mitte des 17. Jahrhunderts stark an den Werken Rembrandt van Rijn orientierte. Die letzteren beiden Genannten waren auch zeitweise als Hofmaler in Warschau engagiert.

Nach den zahlreichen Kriegen während der Regierungszeit Johann II. Kasimir begann der Wiederaufbau im Stil des Hochbarocks. Während dieser Zeit schritt die Barockisierung der gotischen Kirchen in Polen-Litauen weiter voran, beispielsweise des Kloster Miechów. Zum bedeutendsten Maler am Hof Johann III. Sobieskis stieg Jerzy Siemiginowski-Eleuter auf, der zahlreiche Porträts der Königsfamilie Sobieskis sowie die allegorischen Fresken in der neuen Residenz Wilanów bei Warschau sowie in der Krakauer Annakirche schuf. Weitere bedeutende Maler am Hof von Sobieski waren die Italiener Jan Tricius und Michelangelo Palloni (auch tätig für die Kathedrale in Vilnius, insbesondere die Fresken der Kasimir-Kapelle, die Vilniuser Peter-und-Paulkirche, Kamaldulenserkloster Warschau, das Kloster Łowicz, das Kloster Pažaislis sowie mehrere Kirchen in Węgrów), der gebürtige Warschauer Jan Reisner, der Schwede Karl Dankwart (auch tätig für die Krakauer Annakirche), der Österreicher Martino Altomonte (auch tätig für das Kloster Heiligelinde und Kirchen in Krakau und Vilnius sowie in den Residenzen Sobieskis in Podhorce sowie Żółkiew) sowie die Franzosen Claude Callot und François Desportes. Immer beliebter wurde die Sargmalerei, bei der zum Zweck der Totenfeier Porträts des Verstorbenen in Form der Querschnittsform des Sarges gemalt wurden. Diese wurden entweder bei der Bestattung an den Sarg befestigt oder in der Kirche, in der der Verstorbene bestattet worden ist, aufgestellt. In Schlesien, das während des Hocharocks zum habsburgerischen Böhmen gehörte, war unter anderem Michael Willmann aktiv, der unter anderem die Deckenfresken in den Klöstern Leubus und Grüssau schuf. Wojciech Bobowski war am Sultanshof in Istanbul, Teodor Lubieniecki unter anderem am preußischen Königshof in Berlin und Marcin Teofilowicz in Tirol tätig.

Zu den spätbarocken Malern, die bereits vom Rokoko beeinflusst waren, zählten Szymon Czechowicz und Tadeusz Kuntze. Der Kunstgeschmack am polnischen Königshof ging vom Hochbarock fast nahtlos in den Rokoko über, so dass in Warschau relativ wenig in Stil des Spätbarock gemalt wurde. In der Provinz und auch im böhmischen Schlesien konnte sich der Spätbarock dagegen behaupten. In den Klöstern Tschenstochau, Ląd, Kloster Himmelwitz, Liebenthaler Kloster, Sagan, Heiligberg bei Gostyń sowie der Neumarkter Andreaskirche, Schömberger Heilige-Familie-Kirche und Bunzlauer Marienkirche sowie dem Schloss Rydzyna war der Breslauer Georg Wilhelm Neunhertz und in den Klöstern Leubus, Grüssau, Glatz sowie der Hirschberger Gnadenkirche Liebauer Marienkirche und der Neißer Peter-und-Paulkirche sowie der Universität Breslau der Münchner Felix Anton Scheffler als Freskenmaler aktiv. Die Aula Leopoldina der Universität Breslau wurde von Christoph Tausch, Franz Joseph Mangoldt, Johann Christoph Handke und Krzysztof Hollandt gestaltet. In Teschen-Schlesien waren Ludwik Antoni Brygierski, Wawrzyniec Cieszyński und Piotr Brygierski tätig. Der Italiener Wilhelm Italiano war in Kleinpolen tätig. Von ihm sind Fresken in Kloster Imbramowice und der Krakauer Marienkirche erhalten. In Ostpolen entwickelte sich zu dieser Zeit eine eigene Form des ukrainischen Barock und der Ikonenmalerei.

Rokoko

Der Rokoko fällt mit der Personalunion Sachsen-Polen unter den Wettinern zusammen. August II. der Starke holte viele Künstler aus Sachsen nach Polen-Litauen, die insbesondere am Königshof in Warschau tätig waren, wo August II. der Starke die Ostflanke des Königsschlosses und das Sächsisches Palais mit dem Sächsischen Garten in der Sächsischen Achse im neuen Stil ausbauen ließ.

Zur sächsischen Zeit waren die Bildhauer Johann Georg Plersch (unter anderem Grabmal Jan Tarłos in der Warschauer Jesuitenkirche, die Innenausstattung der Warschauer Visitantinnen-Kirche und Warschauer Karmelitenkirche sowie die allegorischen Figuren im Warschauer Sächsischen Garten) am Königshof in Warschau tätig. In Lemberg waren die Schnitzer und Bildhauer Maciej Polejowski (unter anderem Figuren für die Hodowicer Allerheiligenkirche, für die Lemberger Kathedrale, Sandomirer Kathedrale sowie die Włodawer Paulinerkirche), Sebastian Fesinger (unter anderem Figuren in der Lemberger Dominikanerkirche, Lemberger Trinitarierkirche, der Przemyśler Franziskanerkirche, der Boćkier Josephskirche sowie im Lemberger Lubomirski-Palast), Antoni Osiński (Figuren in der Warschauer Dominikanerkirche sowie der Leżajsker Marienbasilika) und insbesondere Johann Georg Pinsel (unter anderem Figuren für das Butschatscher Rathaus, die Lemberger griechisch-katholische Erzkathedrale, die Hodowicer Allerheiligenkirche, die Horodenkaer Marienkirche sowie der Lemberger Martinskirche) tätig, die die Lemberger Rokoko-Schule begründeten. In Krakau und Umgebung wirkten die Rokoko-Schnitzer Wojciech Rojowski und Piotr Kornecki (unter anderem Hauptaltar in der Bochniaer Nikolauskirche). In Danzig schuf der Rokoko-Bildhauer Johann Heinrich Meißner, der die Figuren an der kleinen Orgel in der Danziger Johanneskirche, der großen Orgel in der Danziger Marienkirche sowie die Rokoko-Kanzel in derselben Kirche.

Am Warschauer Königshof war unter August III. die Rokoko-Maler Anton Ignaz Hamilton (Tierszenen und Stilleben), Louis-François Marteau (Porträtmaler), Józef Meyer (unter anderem Fresken in der Lubliner Johanneskathedrale) und Johann Samuel Mock (Porträtmaler, Gemälde für das Warschauer Königsschloss und das Grodner Königsschloss, historische Gemälde, wie der Einzug August II. in Warschau sowie das Projekte für Triumpfbögen in Warschau) sowie dessen Schüler Łukasz Smuglewicz (Deckenfresken in der Zwierzyniecer Nepomukkirche und der Kuppel der Podhorcer Josephskirche sowie das erste Projekte des Tempels der Göttlichen Vorsehung) und Johann Benedikt Hoffman tätig. Die Maler Szymon Czechowicz und Tadeusz Kuntze gingen in ihrem Spätwerken vom Spätbarock zum Rokoko über.

Klassizismus

Der Übergang vom Rokoko zum Klassizismus erfolgte relativ abrupt mit dem Ende der Wettiner-Dynastie und dem Beginn der Regentschaft Stanislaus II. Augusts in den 1760er Jahren. Die erste Phase des Klassizismus fällt mit der Regierungszeit Stanislaus II. August, die mit der dritten Polnischen Teilung 1795 endete, zusammen und wird daher als Stanislaus-Stil bezeichnet. Der Klassizismus dauert danach bis in die 1820er Jahre fort, war nicht mehr der einzige Kunststil, da der Romantismus ihm seit Anfang des 19. Jahrhunderts Konkurrenz machte.

Im Stanislaus-Stil schuf der aus Frankreich stammende Bildhauer André Le Brun, der unter anderem zusammen mit dem gebürtigen Österreicher Franciszek Pinck das Denkmal Johann III. Sobieski in Warschau im Łazienki-Park und zahlreiche weitere Figuren in diesen Park sowie zahlreiche Statuen im Warschauer Königsschloss und Schloss Kozienice schuf. André Le Bruns Schüler war der Italiener Giacomo Monaldi, der ebenfalls für das Warschauer Königsschloss, den Myślewicki-Palast und die Warschauer Annakirche arbeitete.

Der wichtigste Bildhauer des späten Klassizismus in Polen war der Däne Bertel Thorvaldsen, der viele Denkmäler in Warschau, Krakau und Lemberg schuf, unter anderem das Józef-Poniatowski-Denkmal, das Nikolaus-Kopernikus-Denkmal, das Grabmal Stanisław Małachowskis in der Warschauer Heiligkreuzbasilika, das Grabmal Artur Stanisław Potockis in der Potocki-Kapelle in der Wawel-Kathedrale, das Grabmal Józef Borkowskis in der Lemberger Dominikanerkirche, das Grabmal der Kinder Fürstin Ponińska, sowie weitere Werke unter anderem auf dem Schloss Łańcut sowie Warschauer Bürgerhäusern. Schüler Thorvaldsen war Jakub Tatarkiewicz, der unter anderem das Potocki-Mausoleum sowie zahlreiche Grabmäler auf dem Powązki-Friedhof schuf. Anton Schimser und Hartmann Witwer waren in Lemberg tätig, wo sie zahlreiche Figuren für Bürgerhäuser sowie Grabmäler auf dem Lützenhofer Friedhof entwarfen.

Am Warschauer Königshof war unter Stanislaus II. August die aus Italien stammenden Maler Bernardo Bellotto, genannt Canaletto (zahlreiche Warschau- und Rom-Veduten für das Schloss Ujazdów und das Warschauer Königsschloss, unter anderem das Warschauer Panorama von Praga, sowie die Historienbilder der Einzug des Gesandten Jerzy Ossoliński in Rom im Jahre 1733 und die Wahl Stanislaus II. August zum polnischen König), Marcello Bacciarelli (Porträts der Mitglieder des Königshofs, insbesondere des Königs, sowie historische Gemälde und Wand- und Deckenfresken für das Warschauer Königsschloss und denŁazienki-Palast), der Sohn Johann Georg Plersch' Johann Gottlieb Plersch (Wandgemälde im Schloss Ujazdów, Decken- und Wandgemälde im Warschauer Königsschloss, Innenausstattung des Łazienki-Palasts, des Weißen Hauses und der Alten Orangerie im Warschauer Łazienki-Park, Wandgemälde im Nationaltheater Warschau sowie in zahlreichen Palästen um Warschau), der Porträtmaler Antoni Albertrandi und der Miniatur- und Porträtmaler Józef Kosiński.

Zu den Malern des späten Klassizismus gehörte der aus Frankreich stammende Historienmaler Jean Pierre Norblin de La Gourdaine, der neben Warschau auf auf den Schlössern Nieborów und Arkadia sowie Puławy tätig, die Söhne Łukasz Smuglewicz' Antoni Smuglewicz (unter anderem Fresken in der Podhorcer Nikolauskirche) und Franciszek Smuglewicz (unter anderem Fresken in der Universität Vilnius), sowie dessen Schüler Józef Peszka (unter anderem Historiengemälde und zahlreiche Ansichten von Krakau), und der Aquarellmaler Zygmunt Vogel (unter anderem zahlreiche Ansichten von Warschau). Zur Vilniuser Kunstschule gehörten Jan Rustem, Józef Oleszkiewicz, Maciej Topolski und Mateusz Tokarski.

19. Jahrhundert

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts, von den napoleonischen Kriegen bis zum Januaraufstand konkurrierten in der polnischen Kunst der klassische und der romantische Stil, der sich in den 1830er Jahren durchsetzte und nach dem Januaraufstand vom Positivismus und Histortismus abgelöst wurde. Um die vorletzte Jahrhundertwende dominierte der Jungendstil, der insbesondere in Galizien als Junges Polen bezeichnet wird.

Bedeutende Bildhauer des 19. Jahrhunderts waren Konstanty Hegel (unter anderem das Syrenka-Denkmal auf dem Warschauer Marktplatz und die Quadriga am Warschauer Großen Theater), Leonard Marconi (unter anderem Epitaph Frédéric Chopins in der Warschauer Kreuzkirche, Figuren an der Fassade der Lemberger Universität – damals des Galizischen Landtags, Lemberger Aleksander Fredro Denkmal heute Breslau, Krakauer Tadeusz Kościuszko Denkmal sowie Skulpturen am Warschauer Kronenberg-Palast, Lemberger Hotel Gorge, der Lemberger Galizischen Sparkasse sowie Grabmäler auf dem Lemberger Lützenhofer Friedhof), Andrzej Pruszyński (unter anderem Christus-Statue vor der Warschauer Heiligkreuzkirche, Marien-Statue vor der Warschauer Karlskirche, Statuen in der Warschauer Villa Rau und dem Warschauer Bogusławski-Palais sowie zahlreiche Grabmäler auf dem Powązki-Friedhof, dem Warschauer Evangelisch-Augsburgischer Friedhof und dem Warschauer Jüdischen Friedhof), Wacław Szymanowski (Denkmäler und Figuren im Jungendstil, insbesondere das Warschauer Chopin-Denkmal, Grabmäler auf dem Powązki-Friedhof, Figuren in dem Warschauer Romuald Traugutt Park sowie zahlreiche Grabmäler auf dem Krakauer Rakowicki Friedhof). In Krakau war auch Teodor Rygier tätig, der unter anderem das Krakauer Adam-Mickiewicz-Denkmal sowie Figuren am Krakauer Kunstpalast schuf. In Lemberg war Antoni Popiel aktiv, der unter anderem das Lemberger Adam-Mickiewicz-Denkmal, Lemberger Kornel-Ujejski-Denkmal heute in Stettin, das Tadeusz-Kościuszko-Denkmal vor dem Weißen Haus in Washington (eine Kopie befindet sich seit 2010 vor dem Warschauer Lubomirski-Palast) sowie Figuren an der Lemberger Oper schuf. Kazimierz Chodziński schuf das Kazimierz-Pułaski-Denkmal ebenfalls vor dem Weißen Haus in Washington sowie das das Tadeusz-Kościuszko-Denkmal in Chicago. Antoni Wiwulski errichtete das Krakauer Grunwalddenkmal sowie die Dreikreuzgruppe in Vilnius. Bolesław Bałzukiewicz wirkte ebenfalls vor allem in Vilnius, wo er unter anderem das Stanisław Moniuszko Denkmal sowie zahlreiche Grabmäler auf dem Vilniuser Rosa-Friedhof schuf. Cyprian Godebski schuf unter anderem das Warschauer Adam Mickiewicz Denkmal, das Krakauer Alexander Fredro Denkmal sowie das Lemberger Artur Grottger Denkmal in der Lemberger Dominikanerkirche. Antoni Madeyski schuf das Grabmal Hedwig Anjous und das Grabmal Ladislaus III. in der Wawel-Kathedrale. Pius Weloński schuf zahlreich Skulpturen unter anderem im Krakauer Planty Park.

Die romantische Malerei entwickelte sich in Polen nach den Teilungen und behandelte meist politische oder mythologische Themen. Bekannte Vertreter des Romantismus in der polnischen Malerei waren Walenty Wańkowicz, Piotr Michałowski, Henryk Rodakowski und Artur Grottger. Bekanntester Vertreter der Akademischen Kunst war Henryk Siemiradzki. Józef Szermentowski war der wohl bedeutendste polnische Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts. Im Zeitalter des Positivismus dominierte die Historienmalerei, deren bekannteste Vertreter Juliusz Kossak, die Brüder Maksymilian und Aleksander Gierymski sowie Jan Matejko sein dürften. Weitere wichtige Vertreter des Realismus waren Anna Bilińska-Bohdanowiczowa, Józef Brandt, Teodor Buchholz, Józef Chełmoński, Romuald Chojnacki, Adam Ciemniewski, Jan Chrucki, Wincenty Dmochowski, Odo Dobrowolski, Tadeusz Dowgird, Emilia Dukszyńska-Dukszta, Alfons Dunin-Borkowski, Franciszek Teodor Ejsmond, Ludwik Gędłek, Ignacy Gepner, Wojciech Gerson, Henryk Grabiński, Antoni Gramatyka, Stanisław Grocholski und Jan Gwalbert Olszewski. Matejkos Schüler Józef Mehoffer und Stanisław Wyspiański entwickelten die sezessionistische Richtung Junges Polen, zu der auch Ludwik Eugeniusz Dąbrowa-Dąbrowski, Antoni Gawiński, Wojciech Jastrzębowski, Jacek Malczewski sowie Edward Okuń gehörten. Bekannte Vertreter des Impressionismus waren Stanisław Chlebowski, Jan Bohuszewicz, Jan Ciągliński, Julian Fałat, Gustaw Fierla, Marcin Kitz, Władysław Podkowiński, Józef Pankiewicz und Olga Boznańska. Zu den polnischen Expressionisten gehörten Wojciech Weiss, Leon Weissberg, Witold Wojtkiewicz, Ryszard Woźniak, Stanisław Kubicki, Konrad Krzyżanowski, Wincenty Drabik, Waldemar Cwenarski, Marian Bohusz-Szyszko und Andrzej Awsiej. Zu den Naturalisten werden Feliks Brzozowski und Janina Płoska gezählt. Als Symbolisten gelten Wlastimil Hofman, Ferdynand Ruszczyc, Kazimierz Stabrowski, Władysław Ślewiński und Witold Wojtkiewicz.

20. Jahrhundert

Die Zäsur zwischen 19. und 20. Jahrhundert in der polnischen Kunstgeschichte wird in der Regel nicht bei der Jahrhundertwende, sondern beim Ersten Weltkrieg angesetzt. Folgerichtig ist die Zwischenkriegszeit die erste und der Sozrealismus die zweite Kunstphase des 20. Jahrhunderts in Polen. Der Übergang von der Kunst des 20. Jahrhunderts zur gegenwärtigen Kunst wird ebenfalls nicht an der letzten Jahrhundertwende, sondern am Ende der Volksrepublik Polen Ende der 1980er Jahre festgemacht.

Der wohl bekannteste Bildhauer der Zwischenkriegszeit war Xawery Dunikowski, der unter anderem das Krakauer Józef Dietl Denkmal und Warschauer Amerika-Dankbarkeits-Denkmal schuf. Er war auch nach dem Zweiten Weltkrieg aktiv und schuf unter anderem das Denkmal für die Aufstände in Oberschlesien auf dem St. Annaberg, das Denkmal der Befreiung von Ermland und Masuren in Allenstein und das Denkmal für die Soldaten der Ersten Polnischen Armee in Warschau. Im Warschauer Królikarnia-Palast wurde ein Museum für seine Werke eingerichtet. Zu seinen Schülern zählten Jerzy Bandura, Zygmunt Gawlik, Józef Gosławski, Maria Jarema, Ludwik Konarzewski, Jacek Puget und Henryk Wiciński. Ludwika Nitschowa schuf unter anderem das Syrenka-Denkmal am Weichselufer.

In der Zwischenkriegszeit entwickelten sich verschiedene Kunstrichtungen. Die ersten Jahre waren vom Formismus geprägt, dessen Vertreter Leon Chwistek, Tytus Czyżewski, Henryk Gotlib, Jan Hrynkowski, Jacek Mierzejewski, Tymon Niesiołowski, Andrzej Pronaszko, Zbigniew Pronaszko, Konrad Winkler, Stanisław Ignacy Witkiewicz, August Zamoyski, Romuald Kamil Witkowski, Wacław Wąsowicz, Jerzy Zaruba, Mieczysław Szczuka, Leon Dołżycki und Ludwik Lille waren. Später dominierte der Unismus, dessen Vertreter Władysław Strzemiński, Julian Lewin, Samuel Szczekacz und Stefan Wegner waren, sowie die Gruppe Rytm, deren Vertreter Maja Berezowska, Wacław Borowski, Leopold Gottlieb, Tadeusz Gronowski, Stanisław Horno-Popławski, Zygmunt Kamiński, Felicjan Szczęsny Kowarski, Henryk Kuna, Rafał Malczewski, Tymon Niesiołowski, Stanisław Noakowski, Tadeusz Pruszkowski, Władysław Roguski, Stanisław Rzecki, Władysław Skoczylas, Zofia Stryjeńska, Zofia Trzcińska-Kamińska, Romuald Kamil Witkowski, Edward Wittig und Eugeniusz Zak. Unabhängige Künstler dieser Epoche waren Bruno Schulz, Mieczysław Szczuka und Tadeusz Makowski.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden von Hitlerdeutschland und der Sowjetunion sehr viele Kunstschätze aus den polnischen Museen, Kirchen und Palästen geraubt oder zerstört. Viele von ihnen wie beispielsweise der Jüngling von Raffael sind bis heute nicht wieder aufgetaucht.

In der Volksrepublik war der Sozrealismus vorherrschend. Wichtige Bildhauer der Volksrepublik waren Magdalena Abakanowicz, Alina Szapocznikow, Bronisław Chromy und Alina Szapocznikow. Leon Suzin und Natan Rapaport errichteten noch in den 1940er Jahren das Denkmal der Helden des Ghettos in Warschau und Marian Konieczny das Denkmal der Helden Warschaus. Witold Cęckiewicz schuf das Krakauer Denkmal der Opfer des Faschismus, Franciszek Duszeńko das Denkmal der Opfer des KZ Treblinka, Wiktor Tołkin das Denkmal des Widerstands und des Märtyertums in Majdanek und Hanna Szmalenberg sowie Władysław Klamerus das Denkmal des Umschlagplatzes in Warschau. Kazimierz Gustaw Zemła schuf das Kattowitzer Denkmal der Schlesischen Aufständischen, Denkmal der Gefallenen-Unbesiegten auf dem Friedhof der Warschauer Aufständischen, das Denkmal der Polnischen Tat in Stettin, das Warschauer Denkmal der Schlacht bei Monte Cassino sowie das Warschauer Henryk Sienkiewicz Denkmal im Łazienki-Park.

In der Malerei war Andrzej Wróblewski der führende Vertreter des Sozrealismus. Gleichwohl entwickelten Künstler wie Piotr Potworowski, Władysław Hasior Ludwik Konarzewski, Jerzy Duda-Gracz, Zdzisław Beksiński oder Nikifor Krynicki eigene Kunstrichtungen. Zur Gruppe der Koloristen gehörten unter anderem Jan Cybis, Jan Szancenbach, Artur Nacht-Samborski und Hanna Rudzka-Cybisowa sowie zur Gruppe Krakau II unter anderem Tadeusz Kantor, Maria Jarema und Jerzy Nowosielski. Weltruhm erlangte die Polnische Schule der Plakatkunst zu der unter anderem Józef Gielniak, Jerzy Panek, Stanisław Kluska, Mieczysław Wejman, Henryk Tomaszewski, Roman Cieślewicz, Jan Młodożeniec, Waldemar Świerzy, Jan Lenica und Roman Kalarus gehörten.

21. Jahrhundert

Mittlerweile ist die Kunst wieder entpolitisiert. Die wichtigsten Gegenwartskünstler sind Wilhelm Sasnal, Rafał Bujnowski, Józef Robakowski, Paweł Althamer, Mirosław Bałka, Leszek Knaflewski, Robert Kuśmirowski, Zuzanna Janin, Krzysztof Wodiczko, Paulina Ołowska, Katarzyna Kozyra und Joanna Rajkowska. Besondere Beachtung im Ausland erfuhr der Bildhauer Igor Mitoraj mit seinen monumentalen an die antike Kunst anknüpfenden Plastiken. Zahlreiche Galerien und Museen widmen sich der Gegenwartskunst, von denen die Galeria Zachęta und das Museum für moderne Kunst in Warschau die wichtigsten sind. Letzteres soll bis 2020 ein neues Gebäude am Defiladenplatz vor dem Kulturpalast erhalten.

Ausländische Kunst in Polen

Der polnische Königshof bestellte bereits seit dem Mittelalter Kunst bei führenden ausländischen Künstlern, zunächst bei den Nürnbergern und ab der Renaissance vor allem in Italien, den Niederlanden und Flandern. Auch der reiche Adel begann seit der Renaissance eigene Kunstsammlungen wichtiger ausländischer Kunstschaffender anzulegen. So kamen Werke Leonardo da Vincis, Sandro Botticellis, Raffaels, Domenico Ghirlandaios, Bonifazio Veroneses, Lorenzo Lottos, El Grecos, Guercinos, Hans von Kulmbach, Hans Holbeins des Jüngeren, Lucas Cranachs des Älteren, Lucas Cranachs des Jüngeren, Pieter Brueghels des Jüngeren, Jan Brueghels des Älteren, Peter Paul Rubens, Jacob Jordaens, Rembrandt van Rijns, Eugène Delacroixs und vieler anderen nach Polen. Die ersten, die ihre Sammlung öffentlich zugänglich machten waren im 18. Jahrhundert die Czartoryskis, deren Museum sich heute in Krakau befindet. Viele bedeutende Kunstwerke wurden während der Schwedischen Sintflut, der Teilungszeit und insbesondere der beiden Weltkriege geraubt bzw. zerstört. Einiges konnte jedoch auch erhalten und wiedererlangt werden. Bedeutende Werke von Weltrang finden sich neben dem Krakauer Czartoryski-Museum auch auf dem Wawel, dem Krakauer Nationalmuseum, insbesondere in der Ausstellung Europeum, dem Warschauer Königsschloss, der Warschauer Sammlung Johannes Paul II. sowie dem Warschauer Nationalmuseum.


Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polen besitzt im Jahr 2004 102 staatlich und kommunal subventionierte Theater und 380 unabhängige Bühnen. Eine der wichtigsten Schauspiel- und Regieschulen ist die Aleksander-Zelwerowicz-Theaterakademie Warschau.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Polnischer Film


Welterbestätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Welterbe in Polen

Insgesamt gibt es in Polen 13 Welterbestätten der UNESCO:[3]


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kultur in Polen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Kategorie:Kultur in Polen – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. www.boersenblatt.net: Der polnische Buchmarkt, abgerufen am 17. Mai 2018.
  2. Brigitte Jäger-Dabek: Polen – Eine Nachbarschaftskunde. Bonn 2006, ISBN 3-89331-747-3, S. 81–82.
  3. * Die Zahl am Anfang jeder Zeile bezeichnet das Aufnahmejahr der Stätte in die Welterbeliste.
    • Stätten des Weltkulturerbes sind mit einem „K“, Stätten des Weltnaturerbes mit einem „N“ markiert.
    • Denkmäler, die sowohl dem Weltkultur- als auch dem Weltnaturerbe angehören, tragen ein „K/N“.