Comair (Südafrika)

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Comair
Logo der Comair
Boeing 737-300 der Comair eingesetzt unter der Marke British Airways
IATA-Code: MN[1]
ICAO-Code: CAW[1]
Rufzeichen: COMAIR[2]
Gründung: 1946
Sitz: Johannesburg,
SudafrikaSüdafrika Südafrika
Drehkreuz:
Heimatflughafen:

Johannesburg O. R. Tambo

Unternehmensform: Limited
ISIN: ZAE000029823
IATA-Prefixcode: 161
Leitung: D. Novick
Mitarbeiterzahl: 1.941[3] (2010)
Umsatz: R 3 Milliarden[3] (2010)
Flottenstärke: 28
Ziele: national und international
Website: www.comair.co.za

www.kulula.com

Comair ist eine südafrikanische Fluggesellschaft mit Geschäftssitz in Johannesburg und Heimatbasis auf dem Flughafen O. R. Tambo. Sie führt ihren Flugbetrieb nicht mehr unter eigenem Namen durch, sondern nutzt die zwei Marken Kulula und British Airways für den Außenauftritt. Unter der Eigenmarke Kulula bietet Comair Billigflüge an, unter der Marke British Airways bedient sie Strecken in Südafrika im Auftrag der britischen Fluggesellschaft.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boeing 737-800 der Comair im Markenauftritt Kulula

Die Fluggesellschaft wurde am 14. Juli 1946 als Commercial Air Service von A.C. Joubert, J.M.S. Martin, L. Zimmerman und J.D. Human, die während des Zweiten Weltkrieges in der South African Air Force tätig waren, gegründet. Ab 1948 führte sie Flüge zwischen dem Rand Airport in Johannesburg und Durban durch, wofür eine Cessna 195 genutzt wurde.

Die Fluglinie hatte in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens ein rasches Wachstum zu verzeichnen und bediente 1992 einige der Hauptrouten in Südafrika. Sie nutzte schließlich mehrere Boeing 737-200. Neben den nationalen Zielen flog sie auch Städte in den Nachbarstaaten an, unter anderem Gaborone und Harare.

Nachdem Comair ab 1996 Auftragsflüge im Markenauftritt von British Airways durchführte, gründete sie im Jahr 2001 unter der Eigenmarke Kulula eine Billigflug-Firmensparte, die seitdem zielstrebig ausgebaut wird und durch Zusatzleistungen wie Mietwagen und Unterkünfte nach dem Vorbild von easyJet ergänzt wurde. Seit 2000 hält British Airways eine Minderbeteiligung von 18 Prozent an Comair. 30 Prozent der Gesellschaft befinden sich im Eigentum des Managements, fünf Prozent im Eigentum der Mitarbeiter. 38 Prozent werden von institutionellen Anlegern und Kleinanlegern gehalten. Das Unternehmen ist an der Johannesburger Börse gelistet.

Comair hat im Finanzjahr 2009/2010 das 65. Jahr in Folge einen Gewinn vermeldet. Der Umsatz lag bei 3,009 Milliarden Rand, der Gewinn bei 124 Millionen Rand.[4]

Im März 2015 erhielt Comair den Zuschlag zur Durchführung von Linienflügen zum - im Bau befindlichen - Flughafen St. Helena,[5] sie will diesen (ab Mitte 2016) zunächst einmal wöchentlich mit einer Boeing 737-800 im Markenauftritt British Airways von Johannesburg aus bedienen.[6]

Markenauftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Comair ist unter zwei Markennamen als Fluggesellschaft in Südafrika tätig:

British Airways[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Franchise-Abkommen mit British Airways wurde 1995 unterzeichnet und der Flugbetrieb unter diesem Markenauftritt im Jahr 1996 aufgenommen. Zu Beginn der Partnerschaft flog Comair als British Airways Comair, danach als British Airways Regional und seit Anfang der 2000er-Jahre unter dem Namen British Airways. Sie führt die Auftragsflüge nicht mit eigenen sondern mit Flugnummern der British Airways durch (BA6200 bis 6449).[7]

Kulula[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo des Eigenmarke Kulula

Comair richtete am 1. August 2001 die Unternehmenssparte Kulula ein[8] und wurde unter diesem Markenauftritt zum ersten Anbieter von Billigflügen im südlichen Afrika. Der Name lässt sich vom Zulu-Wort für „leicht“ oder „einfach“ herleiten. Weil Kulula keine Fluggesellschaft, sondern nur ein Markenname der Comair ist, werden die Billigflüge unter dem IATA- und ICAO-Code der Comair durchgeführt.

Die ersten von Kulula genutzten Flugzeuge waren Boeing 727-200, die später durch modernere, leisere und kostengünstigere Boeing 737-400 ersetzt wurden. Diese Flugzeuge waren von Safair geleast worden und befinden sich heute nicht mehr im Einsatz. Eine einheitliche Flottenpolitik war zu dieser Zeit nicht zu erkennen, da Flugzeuge verschiedener Muster, wie beispielsweise Boeing 737 und McDonnell Douglas MD-82 betrieben wurden. Dies änderte sich 2008, als man die MD-82 abtrat und durch weitere Boeing 737 ersetzte.

In einer Werbekampagne im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 hatte Comair ihren Markenauftritt Kulula als „Unofficial National Carrier of the ‚you-know-what‘“ (dt. Inoffizielle Fluglinie der Sie-wissen-schon) bezeichnet. Prompt wurde die Gesellschaft vom Weltfußballverband FIFA verklagt. Der Verband bezichtigte Comair in der Werbeanzeige einen nicht genehmigten Bezug zur WM hergestellt zu haben. Daraufhin startete Kulula noch eine Werbekampagne und pries günstige Flüge für alle an, außer für den FIFA-Präsidenten Sepp Blatter, für den alle Flüge gratis seien. Der Besitzer eines Boston-Terriers änderte den Namen seines Hundes in Sepp Blatter und nahm dieses Angebot an. Auf der Facebook-Seite von Kulula wurde der Hund als neues Maskottchen vorgestellt. In der neuen Werbung hieß es: Es sei offiziell. „Sepp Blatter fliegt mit uns“.[9][10][11] Die Werbekampagne fand in der Presse international Beachtung und vergrößerte den Bekanntheitsgrad von Kulula.

Von den Flughäfen O. R. Tambo und Lanseria nahe Johannesburg fliegt Comair unter der Marke Kulula Ziele im Inland an.[12]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Comair verfügt im April 2015 über eine Flotte von 28 Flugzeugen[13][14][15]:

Flugzeugtyp aktiv bestellt[16] Anmerkungen Markenauftritt
Boeing 737-300 05 British Airways
Boeing 737-400 12 11 als British Airways
01 als Kulula
Boeing 737-800 11 04 mit Winglets ausgestattet 2 als British Airways
9 als Kulula
Boeing 737 MAX 08 – offen –
Gesamt 28 12

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Comair Limited – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b ch-aviation.com, Comair
  2. JP airline-fleets international, Edition 2010/11
  3. a b Annual Report 2010 (Englisch, PDF; 2,4 MB) In: comair.co.za. 1. November 2010. Abgerufen am 18. Dezember 2010.
  4. Cash-flush Comair eyes African growth, Tourism Update, 17. September 2010
  5. AIR SERVICES TO ST HELENA. St Helena Government, 16. März 2015 abgerufen am 26. März 2015
  6. Comair verbindet St. Helena, abgerufen am 30. März 2015
  7. kulula.com, Legal - British Airways international flights, Franchises
  8. Aero Transport Data Bank, Comair
  9. Der Spiegel - Billigflieger bringt FIFA-Chef auf den Hund, 3. Juli 2010 abgerufen am 3. Juli 2010
  10. Stuttgarter Zeitung - Selbst das Königreich Fifa ist machtlos, 23. Juni 2010 abgerufen am 3. Juli 2010
  11. Handelszeitung - Dabei könnte Blatter gratis fliegen, 23. Juni 2010 abgerufen am 3. Juli 2010
  12. kulula.com - routes (englisch), abgerufen am 23. März 2015
  13. ch-aviation - Comair (englisch) abgerufen am 1. April 2015
  14. planespotters.net - Comair (englisch) abgerufen am 1. April 2015
  15. planespotters.net - Kulula (englisch) abgerufen am 1. April 2015
  16. boeing.com - Orders and Deliveries (englisch) abgerufen am 31. März 2015