McDonnell Douglas MD-80

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
McDonnell Douglas MD-80
as.md82.250704.arp.750pix.jpg
McDonnell Douglas MD-82 der SAS Scandinavian Airlines
Typ: Zweistrahliges Schmalrumpfflugzeug
Entwurfsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: McDonnell Douglas
Erstflug: 25. Oktober 1979
Indienststellung: 1980
Produktionszeit: 1979 bis 1999
Stückzahl: 1.191
MD-81 der Scandinavian Airlines in Wien-Schwechat
Innenraum einer MD-82 der Alitalia

Die McDonnell Douglas MD-80 ist ein zweistrahliges Schmalrumpfflugzeug des US-amerikanischen Flugzeugherstellers McDonnell Douglas. Dieses Kurz- und Mittelstreckenflugzeug ist mit 1.191 verkauften Exemplaren der erfolgreichste Jet von McDonnell Douglas. Seinen Erstflug absolvierte das Flugzeugmuster in der Version MD-81 am 26. Juni 1979.

Die offiziellen Typenbezeichnungen laut Musterzulassung sind jedoch DC-9-81, -82, -83 und -87.[1][2] Erst die MD-88 und die spätere MD-90 wurden auch amtlich unter diesen Bezeichnungen zugelassen.

Geschichte[Bearbeiten]

In den 1970er-Jahren wurde eine weitere Streckung der Douglas DC-9 geplant. Das Projekt wurde als DC-9-80 verwirklicht. Am 26. Juni 1979 hob der zweite Prototyp zum Jungfernflug ab. Ende 1980 wurden die ersten MD-81 an die Erstkunden Swissair und Austrian Airlines ausgeliefert.

Mitte der 1980er-Jahre brachte auch Boeing mit der 737-300 eine Weiterentwicklung seines Kurz- und Mittelstreckenflugzeuges heraus; sie benutzte im Gegensatz zur MD-80 die effizienteren Turbofan-Triebwerke vom Typ CFM56. McDonnell Douglas versuchte, mit der MD-87 wieder stärker ins Geschäft zu kommen. Dieses Flugzeug hatte eine ähnliche Kapazität wie die Boeing 737-300 und erweiterte somit das Kapazitätsspektrum der MD-80 nach unten. Auf Veranlassung von Delta Air Lines überarbeitete McDonnell Douglas später die MD-82, woraus die MD-88 hervorging, die 1988 ihren Erstflug absolvierte.

Ende der 1980er Jahre begann Airbus jedoch mit der Airbus-A320-Familie die Rolle von McDonnell Douglas als Alternative zu Boeing zu übernehmen. Die A320-Familie war wie die 737 der zweiten und dritten Generation mit moderneren Triebwerken ausgestattet. Dennoch war McDonnell Douglas weiterhin sehr erfolgreich und konnte in den Jahren 1990 und 1991 jeweils 139 MD-80 ausliefern – die höchste Fertigungsrate in der Produktionsgeschichte. Mitte der 1990er kam die als Nachfolger geplante MD-90 heraus. Dieses Muster konnte jedoch nicht an die alten Erfolge anknüpfen. Nach der Übernahme von McDonnell Douglas durch Boeing im Jahre 1997 wurde das Ende der MD-80-Produktion schnell besiegelt. Die letzte Maschine wurde Ende 1999 ausgeliefert.

Bedingt durch die Verwendung des inzwischen veralteten JT8D-Triebwerks ist die MD-80 weniger treibstoffeffizient als beispielsweise der Airbus A320 oder die neueren Boeing-737-Modelle. Im typischen Flugbetrieb verbraucht das Flugzeug etwa 1.050 Gallonen (3974 Liter) Treibstoff pro Flugstunde. Die größere 737-800 verbraucht dagegen nur 850 Gallonen (3217 Liter) pro Stunde (19 % Ersparnis). Einige Fluggesellschaften begannen deshalb im 21. Jahrhundert, ihre Maschinen durch effizientere Modelle zu ersetzen – so musterte beispielsweise die Alitalia als größter europäischer Betreiber ihre Flotte von ehemals knapp 100 Exemplaren aus. Der letzte kommerzielle Einsatz fand am 27. Oktober 2012 statt.[3] Auch SAS Scandinavian Airlines reduzierte ihre Flotte zum 1. Quartal 2012 auf 26 Exemplare und die übrigen Maschinen wurden bis Ende Oktober 2013 ausgemustert. Der letzte kommerzielle Einsatz fand am 26. Oktober 2013 statt.[4]

Versionen[Bearbeiten]

Entwickelt wurde die MD-80 als weitere Verlängerung der DC-9 unter dem Namen DC-9-80. Aufgrund des negativen Images nach den Unfällen mit der DC-10 wurde vom Hersteller das geschichtsträchtige Kürzel „DC“ fallen gelassen und das Flugzeug unter dem Namen „Super 80“ verkauft. Später wurde das neue Kürzel „MD“ für McDonnell Douglas eingeführt.

Die offiziellen Typenbezeichnungen in der jeweiligen Musterzulassung blieben jedoch bestehen, also DC-9-81, -82, -83 und -87. Erst die MD-88 und die spätere MD-90 wurden auch amtlich unter diesen Bezeichnungen zugelassen.

Gegen Ende der Produktion, nach der Übernahme von McDonnell Douglas durch Boeing, wurde die Maschine sogar als Boeing 717 vermarktet. Die ursprüngliche Bezeichnung McDonnell Douglas MD-80 ist jedoch weitaus geläufiger.

MD-81 (DC-9-81)[Bearbeiten]

Die MD-81 ist die Grundversion der MD-80 mit Pratt & Whitney JT8D-209-Triebwerken (später auch JT8D-217 und -219). Gegenüber der größten DC-9 (der -50) wurde der Rumpf um etwa 4,50 m gestreckt, womit die Maschine bis zu 172 Personen über eine 2879 km lange Strecke transportieren kann. Erstkunden und Hauptabnehmer waren Austrian Airlines und Swissair. Letztere erhielt im September 1980 die erste MD-80 überhaupt.

MD-82 (DC-9-82) / MD-88[Bearbeiten]

Eine MD-82 (DC-9-82) der Alitalia

Im August 1981, etwa ein Jahr nach der MD-81, wurde die MD-82 beim Erstkunden Republic Airlines in den Liniendienst gestellt. Bei ihr handelte es sich um eine etwas schwerere Version, die mit Pratt & Whitney JT8D-217- oder -219-Triebwerken auch eine erheblich größere Reichweite von bis zu 3789 km bot. Kapazität und Größe sind identisch mit denen der MD-81. Hauptabnehmer waren Alitalia und American Airlines.

Die MD-82 war mit 569 produzierten Maschinen – von denen 30 in China unter Lizenz gefertigt wurden – das beliebteste Muster der MD-80-Baureihe.

Die MD-88 ist eine Weiterentwicklung der erfolgreichen MD-82 auf Wunsch von Delta Air Lines, welche die erste Maschine im Dezember 1987 erhielt. Der Hauptunterschied besteht im moderneren Cockpit der MD-88.

MD-83 (DC-9-83)[Bearbeiten]

Eine MD-83 (DC-9-83) der Spanair

Gegenüber der MD-82 wurden bei der MD-83 das maximale Abfluggewicht und die Reichweite (durch erhöhte Tankkapazität) erneut erhöht, dieses Mal auf 4395 km, während Abmessungen und Kapazität identisch mit denen der MD-81 blieben. Nur die Kabinenausstattung wurde modernisiert. Als Triebwerk kam fast ausschließlich das JT8D-219 zum Einsatz, einige wenige Maschinen haben jedoch auch das JT8D-217. Diese Version war bei Chartergesellschaften genauso beliebt wie bei Airlines aus klimatisch ungünstigen Regionen (beispielsweise Alaska Airlines und Finnair). Die erste MD-83 wurde am 20. Februar 1985 an den Erstkunden Alaska Airlines übergeben. Nach der MD-82 war dieses Muster mit 265 verkauften Maschinen das zweiterfolgreichste der MD-80-Reihe.

MD-87 (DC-9-87)[Bearbeiten]

Eine MD-87 (DC-9-87) der Iberia

Die zuerst 1987 bei Finnair in Dienst gestellte MD-87 ist das einzige Mitglied der MD-80-Reihe mit abweichenden Abmessungen. Gegenüber den anderen MD-80 wurde sie um etwa 4,50 m gekürzt und erreichte somit die Länge der früheren DC-9-50 (siehe oben). Auch die maximale Kapazität entsprach mit 139 Passagieren etwa der des größten Modells der ursprünglichen DC-9-Reihe. Größter Abnehmer wurde Iberia mit 24 MD-87. Die Entwicklung der MD-87 begann am 3. Januar 1985 nach einer Bestellung durch die Erstkunden Finnair und Austrian im Dezember 1984. Der Erstflug fand am 4. Dezember 1986 statt, die FAA zertifizierte den Typ am 21. Oktober 1987.

Neben der Rumpfkürzung wurden in der MD-87 neue Cockpittechnologien eingeführt, so bekam die Variante als erste der MD-80-Baureihe ein elektronisches Fluginformationssystem (EFIS), optional konnte ein Head-Up-Display bestellt werden. Im Gegensatz zu den Flugzeugen der übrigen MD-80-Reihe wurde von der MD-87 auch eine spezielle Version mit gesteigerter Reichweite angeboten, was durch den Einbau von Zusatztanks im hinteren Frachtraum erreicht wurde. Entsprechende Maschinen wurden unter anderem von der schwedischen Transwede auf transatlantischen Charterflügen nach Barbados, Fort Lauderdale und Miami eingesetzt.

Betreiber[Bearbeiten]

Von 1.191 produzierten MD-80 sind mit Stand November 2015 noch 499 im aktiven Dienst.[5] Neben 77 weiteren Fluggesellschaften sind Allegiant Air, American Airlines und Delta Air Lines die größten Betreiber der MD-80.[5]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

Im Laufe von über 35 Dienstjahren kam es zu 29 Totalverlusten infolge von Unfällen der MD-80-Baureihe. Einige dieser Unfälle gingen für die Passagiere glimpflich aus; insgesamt verloren 1464 Menschen bei Unglücken dieser Typen ihr Leben (Stand: 31. Juli 2015).[6]

  • Am 1. Dezember 1981 kollidierte Inex-Adria-Aviopromet-Flug 1308, eine MD-81, während einer Warteschleife über dem Flughafen Ajaccio auf Korsika mit dem Gipfel des Bergs San Pietro. Alle 180 Passagiere und Crewmitglieder kamen ums Leben.[7]
  • Am 16. August 1987 – Detroit, Michigan, USA, Northwest-Airlines-Flug 255. Eine McDonnell Douglas MD-82 der Northwest Airlines auf dem Weg nach Phoenix stürzte kurz nach dem Start auf eine belebte Straße. 156 Menschen starben, ein Kind wurde gerettet.[8]
  • Am 12. Juni 1988 stürzte eine MD-81 der Austral Líneas Aéreas im Landeanflug auf den Flughafen Posadas in Argentinien ab. Alle 22 Insassen kamen ums Leben.[9]
  • Am 27. Dezember 1991 zerbrach eine MD-81 der SAS bei einer Notlandung auf einem Feld bei Gottröra in Schweden. Im Steigflug löste sich von den vereisten Tragflächen Eis, das in die Triebwerke gesaugt wurde und diese zum Ausfall brachten. Obwohl die Maschine bei der Bruchlandung in mehrere Teile zerbrach, überlebten alle 129 Insassen die Bruchlandung (siehe Scandinavian-Airlines-Flug 751).[10]
  • Am 26. Oktober 1993 schoss eine MD-82 der China Eastern Airlines am Flughafen Fuzhou über die nasse Landebahn hinaus und zerbrach in drei Teile. 2 Passagiere starben.[11]
  • Am 13. November 1993 kollidierte eine MD-82 der China Northern Airlines aufgrund eines Pilotenfehlers im Anflug auf Ürümqi mit einer Mauer, streifte eine Stromleitung und stürzte auf ein Feld. 12 der 80 Insassen kamen ums Leben.[12]
  • Am 1. Juni 1999 geriet der American-Airlines-Flug 1420, eine MD-82 auf dem Weg von Dallas nach Little Rock (Arkansas), bei Gewitter von der Landebahn ab und prallte gegen eine Leitplanke hinter dem Flughafen. 11 von 145 Menschen an Bord kamen ums Leben.[13]
  • Am 31. Januar 2000 stürzte Alaska-Airlines-Flug 261, eine MD-83, vor der Küste Kaliforniens in den Pazifik. Ursache war der Verschleiß einer Gewindestange zur Trimmung des Höhenleitwerks infolge mangelhafter Wartung. Zunächst war es für die Crew nur schwierig, die Höhe zu halten. Als die Gewindestange schließlich aus ihrem Antrieb und der Führung rutschte, begann das Höhenleitwerk lose am Leitwerk zu pendeln, wodurch die Piloten die Kontrolle über die Höhenruder und kurz darauf über das Flugzeug verloren. Bei dem Absturz kamen alle 88 Insassen ums Leben.[14]
  • Am 8. Oktober 2001 kollidierte beim Flugunfall von Mailand-Linate eine MD-87 der SAS beim Start mit einem Privatjet. Bei schlechter Sicht überfuhr der Privatjet die Runway, auf der sich gerade die MD-87 im Startlauf befand. Im Moment des Abhebens kollidierten die beiden Maschinen, wodurch bei der MD-87 das rechte Fahrwerk abgerissen wurde, das wiederum an der rechten Tragfläche die Landeklappen beschädigte und das rechte Triebwerk vom Rumpf riss. Die Maschine konnte noch kurz steigen, jedoch erzeugte das linke Triebwerk nicht genügend Schub, da es Fremdkörper eingesaugt hatte. Nachdem die Maschine wieder auf die Landebahn aufschlug, konnte noch der Umkehrschub aktiviert werden; jedoch krachte die Maschine nach einigen hundert Metern in eine Gepäckhalle, die daraufhin teilweise einstürzte. Von den 110 Insassen überlebte niemand; außerdem wurden vier Personen in der Gepäckhalle und die vier Insassen des Privatjets getötet.[15]
  • Am 7. Mai 2002 stürzte eine MD-82 der China Northern Airlines bei Dalian in China ab, nachdem ein Passagier an Bord ein Feuer gelegt hatte und die Piloten die Kontrolle verloren. Alle 112 Menschen an Bord starben.[16]
  • Am 30. November 2004 schoss eine MD-82 der Lion Air bei der Landung am Flughafen Surakarta über die Landebahn hinaus und kollidierte mit einem Metallzaun. 23 Passagiere und 2 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.[17]
  • Am 16. August 2005 stürzte eine MD-82 mit 160 Menschen an Bord auf dem Weg von Panama nach Martinique ab. Es gab keine Überlebenden. Die Chartermaschine der kolumbianischen West Caribbean Airways verunglückte in einer bewaldeten Gebirgsregion im Nordwesten Venezuelas in der Nähe der Grenze zu Kolumbien, nachdem kurz nacheinander beide Triebwerke ausgefallen waren. Das Flugzeug erlitt während des daraufhin eingeleiteten Sinkfluges einen Strömungsabriss und war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr kontrollierbar. Der gesamte Absturz von FL330 bis zum Aufschlag auf den Boden dauerte nur dreieinhalb Minuten.[18] Wahrscheinlich geriet die Maschine in einen als Deep Stall bezeichneten Zustand, der aufgrund des Verlustes der Höhenruderfunktion in der Regel auch aus großen Höhen zum Absturz führt.
  • Am 16. September 2007 kam eine MD-82, Flug OG 269, bei einer Bruchlandung auf dem Flughafen der thailändischen Ferieninsel Phuket von der regennassen Landebahn ab und rutschte in eine Baumgruppe. Dabei zerbrach sie in zwei Teile und fing Feuer. Sie gehörte der „One-Two-Go Airlines“, einer Tochtergesellschaft der „Orient Thai Airlines“. Es befanden sich 130 Insassen (davon 123 Passagiere) an Bord, von denen 90 dieses Unglück nicht überlebten.[19][20]
  • Am 30. November 2007 stürzte eine von der türkischen Gesellschaft Atlasjet (heute agiert diese unter dem Namen "AtlasGlobal") gecharterte MD-83 auf dem Atlasjet-Flug 4203 kurz vor der Landung im Südwesten der Türkei (Isparta) ab. Alle 57 Insassen kamen ums Leben. Die Wetterverhältnisse waren zum Zeitpunkt des Absturzes gut.[21]
  • Anfang April 2008 musste American Airlines ihre MD-80-Flotte stilllegen und über 2400 Flüge aus technischen Gründen absagen. Nach Angaben der US-Luftfahrtbehörde gab es Wartungsprobleme mit der Verkabelung in einem der Radschächte. Die Airline betrieb zu diesem Zeitpunkt rund 300 MD-80-Jets, was etwas weniger als der Hälfte der gesamten noch aktiven Flotte des Typs entsprach. Auch Delta Air Lines musste Flüge streichen. Von Stilllegungen und Flugstreichungen aufgrund verstärkter FAA-Inspektionen waren auch andere Typen betroffen, unter anderem Boeing 737 bei Southwest Airlines und Boeing 777 bei United Airlines.[22]
Die Unglücksmaschine der Spanair
  • 31. Juli – An einer McDonnell Douglas MD-88 (EC-FPD) der Iberia fiel während des Starts vom Flughafen Wien-Schwechat das linke Triebwerk aus. Bei der Bearbeitung der Checklisten während der Rückkehr zum Flugplatz stellten die Piloten fest, dass das linke Hauptfahrwerk laut Anzeige nicht verriegelt sei. Bei der Landung schleiften die geöffneten Fahrwerksklappen über die Landebahn; das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Beitragende Faktoren zum Unfall waren etliche Wartungsfehler.[23]
  • Am 20. August 2008 verunglückte Spanair-Flug 5022 mit 172 Menschen an Bord beim Start auf dem Flughafen Madrid-Barajas. Die Maschine sackte kurz nach dem Start wieder ab und ging am Boden in Flammen auf. Sie sollte nach Las Palmas de Gran Canaria fliegen.[24] 154 Menschen starben, darunter fünf Deutsche.[25] Grund war vermutlich, dass Vorflügel und Landeklappen nicht ausgefahren waren und ein entsprechendes Warnsignal nicht ausgelöst wurde.[26]
  • Am 3. Juni 2012 stürzte eine MD-83 der Dana Air in ein Wohnviertel in Lagos. Alle 153 Personen an Bord sowie 10 Menschen am Boden wurden getötet (siehe Dana-Air-Flug 992).[27]
  • Am 24. Juli 2014 stürzte eine MD-83 der Fluggesellschaft Air Algérie im Süden Malis ab. An Bord waren 110 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder. Der Flug mit der Nummer AH5017 war mit einer von der spanischen Swiftair geleasten Maschine von Ouagadougou nach Algier unterwegs.[28]
  • Am 17. August 2015 brach die Besatzung der MD-83 mit der Registrierung „N407NV“ bei Allegiant-Airlines-Flugs 436 von Las Vegas nach Peoria (Illinois) den Startlauf bei hoher Geschwindigkeit ab, da das Bugfahrwerk zu früh und ohne Steuerbetätigung der Piloten vom Boden abgehoben hatte. Es stellte sich heraus, dass das Höhenruder aufgrund einer abgefallenen Schraubenmutter an einem Bauteil, das zu dessen Ansteuerung dient, in der Aufwärtsstellung verklemmt war.[29] Hätte die Besatzung den Start nicht abgebrochen, dann hätte im schlimmsten Fall ein ähnlicher Unfall wie der einer MD-83 am 31. Januar 2000 bei Alaska-Airlines-Flug 261 (siehe oben) passieren können.

Technische Daten[Bearbeiten]

Kenngröße MD-81 MD-82/-88 MD-83 MD-87
Länge 45,10 m 39,70 m
Spannweite 32,80 m
Höhe 9,05 m 9,30 m
Tragflügelfläche 92.97 m²
Maximales Startgewicht 63.503 kg 67.812 kg 72.575 kg 63.503 kg
67.813 kg1
Reisegeschwindigkeit Mach 0,76
ca. 811 km/h
typ. Passagiere (2 Klassen) 155 152 155 130
max. Passagiere (1 Klasse) 172 139
max. Reichweite 2.897 km 3.798 km 4.635 km 4.395 km (5.428 km)6
Dienstgipfelhöhe   11.277 m
Antrieb 2 P&W JT8D-209
à 82 kN
2 P&W JT8D-217A/C
à 89 kN
2 P&W JT8D-219
à 93,4 kN
2 P&W JT8D-217C
à 89 kN
Erste Auslieferung 13. September 1980
an
Swissair
5. August 1981
an
Republic Airlines2
19. Dezember 1987
an
Delta Air Lines3
20. Februar 1985
an
Alaska Airlines
1. November 1987
an
Finnair
Letzte Auslieferung 24. Juni 1994
an
JAL
17. November 1997
an
U-Land Airlines2
25. Juni 1997
an
Onur Air3
21. Dezember 1999
an
TWA
23. März 1992
an
SAS
Gesamtzahl produziert 132 56924
1503
265 75
1 Version mit erhöhtem Startgewicht
2 MD-82
3 MD-88
4 einschließlich 30 in China in Lizenz gebauten Exemplaren
5 einschließlich zwei in China in Lizenz gebauten Exemplaren mit verstärktem Hauptfahrwerk (jeweils zwei statt einer Achse)
6 gesteigerte Reichweite der ER-Version (Extended Range), durch den Einbau von Zusatztanks im hinteren Frachtraum

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Günter Endres: Modern Civil Aircraft 10: McDonnell Douglas DC-9 / MD-80 / MD-90, Ian Allan Ltd. 1991, ISBN 0-7110-1958-4 (englisch).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: McDonnell Douglas MD-80 – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. FAA TCDS, abgerufen am 5. November 2015
  2. EASA TCDS, abgerufen am 5. November 2015
  3. Arrivederci Alitalia „Super Ottanta“!
  4. SAS operates its last McDonnell Douglas DC-9-82 (MD-82) flight
  5. a b ch-aviation.ch [1], abgerufen am 14. November 2015
  6. nach Unfall- und Opfer-Statistik der McDonnell Douglas MD-80 des Aviation Safety Network, Stand 4. Juni 2012
  7. Unfallbericht YU-ANA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2016.
  8. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  9. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  10. Unfallbericht OY-KHO, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2016.
  11. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  12. Unfallbericht B-2141, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2016.
  13. Unfallbericht N215AA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2016.
  14. Flugunfalldaten und -bericht der Alaska Airlines 261 im Aviation Safety Network
  15. Unfallbericht SE-DMA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2016.
  16. Unfallbericht B-2138, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2016.
  17. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  18. Flugunfalldaten und -bericht der West Caribbean Airways 708 im Aviation Safety Network
  19. RP-Online Pilot missachtete Warnung des Towers (18. September 2007)
  20. Unfallbericht HS-OMG, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2016.
  21. heute-journal: Türkei: 56 Tote bei Flugzeugabsturz Unglücksursache noch unklar (30. November 2007)
  22. CNN: American cancels 900 more flights (10. April 2008)
  23. Unfallbericht EC-FPD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2016.
  24. Letzte Informationen der Nachrichtenagentur AFP (Memento vom 23. August 2008 im Internet Archive)
  25. Flugzeugabsturz in Madrid: Mehr als 150 Menschen starben in den Flammen. In: Spiegel Online. 20. August 2008, abgerufen am 21. Dezember 2014.
  26. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  27. dpa: Lagos-Flugzeug mit 153 Passagieren in Nigeria in Gebaeude gestuerzt. In: derstandard.at. Der Standard, 3. Juni 2012, abgerufen am 3. Juni 2012.
  28. Unfallbericht EC-LTV, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 16. Januar 2016.
  29. Simon Hradecky: Incident: Allegiant MD83 at Las Vegas on Aug 17th 2015, rejected takeoff due to premature Rotation. The Aviation Herald, 27. August 2015, abgerufen am 27. November 2015.