Laer (Bochum)

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Wappen von Bochum
Laer
Stadtteil von Bochum
Lage von Laer im Mitte, Ost, Süd
Koordinaten 51° 28′ 18″ N, 7° 15′ 54″ OKoordinaten: 51° 28′ 18″ N, 7° 15′ 54″ O
Höhe 115 m ü. NHN
Fläche 5,67 km²
Einwohner 6211 (31. Dez. 2017)
Bevölkerungsdichte 1095 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Aug. 1929
Postleitzahl 44803
Gliederung
Bezirk Mitte, Ost, Süd
Gemarkungen

Havkenscheid, Laer, Laerheide, Steinkuhl, Ümmingen

Quelle: [1][2]

Laer [le:r] ist ein Stadtteil von Bochum, der am 1. August 1929 eingemeindet wurde. Er wurde bereits im Jahr 890 im ältesten Heberegister der Abtei Werden genannt.[3]

Der Name Laer leitet sich vom althochdeutschen lahari ab, was „Weideplatz“ bedeutet. Die heutige Schreibweise mit westfälischem Dehnungs-e wird ortsüblich inzwischen nicht mehr [laːr], sondern meistens [leːr] ausgesprochen.[4] Die Einwohner von Laer bezeichnen sich selbst als Laersche.

Laer wurde ab den 1960er Jahren vom dort ansässigen Opel-Werk I geprägt, das 2014 geschlossen wurde. Opel war zu Hochzeiten der Hauptarbeitgeber des Stadtteils. Auf der Fläche des ehem. Opelwerkes entsteht seit 2014 das Entwicklungsgebiet MARK 51°7.

Laer wird von allen sozialen Milieus bewohnt und die ethnische Diversifikation ist sehr hoch. Der Stadtteil Laer weist eine ausgeglichene Bebauung auf. Die älteren Bauten bestehen aus Einfamilien-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern. Ab den 1970er/1980er Jahren wurden im Rahmen einer Stadtteilsanierung neue Mehrfamilienhäuser teilweise als Hochhäuser gebaut. In den vergangenen Jahren kam es vermehrt zu einer Nachverdichtung durch die Schließung noch vorhandener Baulücken.

Laer besaß eine evangelische und eine katholische Kirche. Die katholische Fronleichnamkirche gehört nach einer Strukturreform im Bistum Essen seit August 2008 zu den sogenannten weiteren Kirchen und wird nicht mehr für Gottesdienste genutzt. Nach einem ursprünglich für das Jahr 2017 geplanten Umbau sollten dort Beratungsdienste und Teile der Verwaltung der Caritas untergebracht werden.[5] Später war im Rahmen des laufenden Stadtumbaus die Realisierung eines Teilstandortes des sog. "sozialen Stadtteilzentrums" geplant. Diese Planung ist durch die Caritas als Eigentümer mittlerweile aufgegeben worden.[6] Die evangelische Kirche wurde 2012 entwidmet und 2015 abgerissen. Es gibt fünf Kindergärten und eine Grundschule, einen Jugendtreff, eine Schrebergartenanlage, einen Fußballverein (LFC Laer), einen Tischtennisverein (TTC Bochum-Laer 1954) und einen kleinen Marktplatz (Lahariplatz).

Laer ist durch den öffentlichen Personennahverkehr gut erschlossen. Verschiedene Straßenbahn- (302, 305, 310) sowie Stadtbuslinien (345, 358, 372) binden den Stadtteil an die Innenstadt und benachbarte Stadtteile an. Direkte Verbindungen bestehen zum Bochumer Hauptbahnhof und zur Ruhr-Universität. Auch Nebenstadtteile wie Langendreer, Querenburg, Altenbochum und Werne sind gut zu erreichen. Das Opelwerk in Laer war durch eine Anschlussstrecke im Schienengüterverkehr an den Rangierbahnhof Langendreer angebunden. Seit Schließung des Opelwerkes 2014 gibt es nur noch eine Reststrecke, die ein am Südrand von Laer befindliches Umspannwerk anbindet. Es ist der letzte in Betrieb befindliche Teil der ehemaligen Güterverbindungsbahn von Dahlhausen über Weitmar nach Langendreer.

Von historischer Bedeutung ist Haus Laer, eine Wasserburg aus dem Jahr 940. Das Rittergut kann besichtigt und für Feste und Veranstaltungen gemietet werden.

Das alte Adelshaus Laer und das Opel-Werk I

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2020 lebten 6.270 Einwohner in Laer.

Strukturdaten der Bevölkerung in Laer:

  • Minderjährigenquote: 17,1 % [Bochumer Durchschnitt: 14,8 % (2020)]
  • Altenquote (60 Jahre und älter): 28,2 % [Bochumer Durchschnitt 28,6 % (2020)]
  • Ausländeranteil: 18,9 % [Bochumer Durchschnitt 14,7 % (2020)]
  • Arbeitslosenquote: 10,9 % [Bochumer Durchschnitt 8,9 % (2017)]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Jahrbuch der Stadt Bochum 2017 ([1]).
  2. Die Einwohnerzahlen sind nach statistischen Bezirken und nicht nach den Gemarkungen angegeben, die Zahlen hierfür sind im Artikel Einwohnerentwicklung von Bochum.
  3. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 255.
  4. Artikel zum Haus Laer im 7. Bochumer Heimatbuch auf der Internetseite der Stadt Bochum
  5. Gernot Noelle: Caritas-Wohnheim in Bochum-Laer wird später fertig. Abgerufen am 30. Januar 2017.
  6. Gernot Noelle: Herber Rückschlag für den Stadtumbau in Laer. Abgerufen am 10. Oktober 2019.