Altenbochum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen von Bochum
Altenbochum
Stadtteil von Bochum
Lage von  im Mitte
Koordinaten 51° 28′ 15″ N, 7° 14′ 47″ OKoordinaten: 51° 28′ 15″ N, 7° 14′ 47″ O
Höhe 120 m ü. NN
Fläche 4,33 km²
Einwohner 11.914 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 2752 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1926
Postleitzahl 44803
Gliederung
Bezirk Mitte
Gemarkungen

Goy

Quelle: [1][2]
Historische Ansicht der Wittenerstraße in Höhe der Lukaskirche, Blick nach Norden Richtung Innenstadt
Die große Trauerhalle auf dem Friedhof Freigrafendamm
Die Scharoun-Kirche
Gedenkstein im Velspark an die Bombardierung Bochums am 4. November 1944

Altenbochum ist ein Stadtteil im Bochumer Stadtbezirk Mitte und liegt direkt südöstlich der Bochumer Innenstadt.

Lage und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eingemeindung nach Bochum erfolgte am 1. April 1926.[3] Als Ausfallstraße von der Bochumer Innenstadt zur südöstlichen Nachbarstadt Witten führt mitten durch Altenbochum die Wittener Straße (B 226), auf der auch die Stadtbahnen 302 und 310 sowie die Buslinie 345 verkehren. Hier liegt auch der Bochumer Hauptfriedhof, der Friedhof Freigrafendamm. Die Bauten in seinem Eingangsbereich wurden in der Zeit des Nationalsozialismus errichtet und haben, weitgehend unbeschadet, den Zweiten Weltkrieg überstanden. Sie geben deutlich den Baustil der Nationalsozialisten und ihr Verhältnis zur Totenverehrung wieder. Weiterhin findet sich hier eine der höheren Bildungseinrichtungen von Bochum, die Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe.

An der Straße Glockengarten findet sich das gleichnamige städtische Altenpflegeheim. Es ist das größte Altenpflegeheim in Bochum und hat 2006 einen so genannten Demenzgarten eröffnet, der die Pflege von Alzheimer-Patienten verbessern soll. Der Garten fand weitreichende Beachtung.

Ebenfalls im Glockengarten, benannt nach einer früheren Glockengießerei an dieser Stelle, befindet sich ein wenig bekanntes architektonisches Kleinod, der einzige Sakralbau des Architekten Hans Scharoun. Gebaut zwischen 1964 und 1966, steht die „Johanneskirche in Altenbochum“ der Christengemeinschaft seit 1999 unter Denkmalschutz. Schon während seiner Studienzeit hatte Hans Scharoun erste Entwürfe für Sakralbauten gezeichnet. Erst viele Jahre später wurde dann durch eine zufällige Querverbindung zwischen der Familie Schmincke und der Johannesgemeinde in Bochum aus erneuten Entwürfen eine Realität. Bei der Innenraumgestaltung wirkten auch weitere Mitarbeiter des früheren Bauhauses wie Otto Ritschl und Fritz Winter durch Gemälde und Wilhelm Wagenfeld durch die 7 Altarleuchter mit. Auf dem Gelände des alten Pappelhofes steht nun seit mehr als 40 Jahren dieses besondere Bauwerk. Zur Renovierung hatte sich eine „Initiative Scharounkirche“ als Stiftung innerhalb der GLS Treuhand gegründet.[4] Als Auftakt der Spendenaktion zum Erhalt dieses interessanten Bauwerkes der Moderne fand 2009 eine Fotoausstellung des jungen Fotografen Jonas Holthaus statt. Die Scharoun-Kirche kann nach Anmeldung besichtigt werden. Im Herbst 2016 war die Renovierung, die gleichzeitig ein Weiterbau aufgrund von Skizzen und Geprächsnotizen Scharouns war, abgeschlossen.[5]

Ein sehenswertes Gebäude ist die Liebfrauenkirche.

Früher gab es hier ein Herrenhaus, das Haus Goy, ein kleiner, aber bis zu Napoleons Zeiten eigener Gerichtsbezirk. Es wurde in den 1960er Jahren abgerissen. Altenbochum wurde schon 890 zum ersten Mal im Heberegister der Abtei Werden genannt.

Zwischen der Velsstraße und der Wasserstraße befand sich vor dem Zweiten Weltkrieg ein Steinbruch, in dem in der Nachkriegszeit die Trümmer der Bochumer Innenstadt gekippt wurden. Heute ist an dieser Stelle der Velspark angelegt, an den Steinbruch und den Wiederaufbau erinnert ein Gedenkstein. Auf dem früher von der Zeche Friederika benutzen Gelände wurde 1971 der Geologische Garten eingerichtet und wird seit 1974 als Naturdenkmal ausgewiesen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Altenbochum finden die sportlichen Aktivitäten Am Pappelbusch statt. Die Sportvereine SC Post Altenbochum und Sportfreunde Altenbochum betreuen die Sportanlage. Die Basketball- und Volleyballabteilung des VfL Bochum 1848 e.V. tragen ihre Heimspiele in der Sporthalle am Lohring aus.

Stadtteilmagazin almag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Dezember 2014 erscheint das Altenbochumer Stadtteilmagazin almag, das über alle stadtteilbezogenen Themen berichtet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tomasz Wałdoch (* 1971), einstiger polnischer Fußballspieler und heutiger Fußballtrainer, lebt mit seiner Familie in Altenbochum

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bochum-Altenbochum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

almag – Stadtteilmagazin Altenbochum

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Jahrbuch der Stadt Bochum 2006 (pdf)
  2. Die Einwohnerzahlen sind nach statistischen Bezirken und nicht nach den Gemarkungen angegeben, die Zahlen hierfür sind im Artikel Einwohnerentwicklung von Bochum
  3. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 208.
  4. @1@2Vorlage:Toter Link/www.gls-treuhand.de Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: Stiftungsfonds „Initiative Scharoun-Kirche“
  5. Ein festliches Zelt ist unser Gott in FAZ, 8. August 2016, S. 12; ferner online mit Abb.; ausführlich Dietrich Scholle, Birgit Gropp Bearb.: Die Bauten von Hans Scharoun in Westfalen. Reihe: Westfälische Kunststätten, 120. Hg. und Verlag Westfälischer Heimatbund, Münster 2016 ISSN 0930-3952, S. 37 - 47, mit Abb.