Altenbochum

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Wappen von Bochum
Altenbochum
Stadtteil von Bochum
Lage von  im Mitte
Koordinaten 51° 28′ 15″ N, 7° 14′ 47″ OKoordinaten: 51° 28′ 15″ N, 7° 14′ 47″ O
Höhe 120 m ü. NN
Fläche 4,33 km²
Einwohner 11.914 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 2752 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Apr. 1926
Postleitzahl 44803
Gliederung
Bezirk Mitte
Gemarkungen

Goy

Quelle: [1][2]
Historische Ansicht der Wittenerstraße in Höhe der Lukaskirche, Blick nach Norden Richtung Innenstadt
Die große Trauerhalle auf dem Friedhof Freigrafendamm
Die Scharoun-Kirche
Gedenkstein im Velspark an die Bombardierung Bochums am 4. November 1944

Altenbochum ist ein Stadtteil im Bochumer Stadtbezirk Mitte und liegt direkt südöstlich der Bochumer Innenstadt.

Lage und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altenbochum wurde 890 zum ersten Mal im Heberegister der Abtei Werden genannt. Früher gab es in Altenbochum ein Herrenhaus, das Haus Goy, zu dem ein kleiner, aber bis zu Napoleons Zeiten selbständiger Gerichtsbezirk gehörte. Es wurde in den 1960er Jahren abgerissen.

Durch Altenbochum führt als Ausfallstraße von der Bochumer Innenstadt zur südöstlichen Nachbarstadt Witten die schon in den 1790er Jahren zur Chaussee ausgebaute Wittener Straße (B 226), auf der heute die Stadtbahn-Linien 302 und 310 sowie die Buslinie 345 verkehren.

Die Eingemeindung nach Bochum erfolgte am 1. April 1926.[3]

Auf Altenbochumer Flur liegt auch der Bochumer Hauptfriedhof, der Friedhof Freigrafendamm. Die Bauten in seinem Eingangsbereich wurden in der Zeit des Nationalsozialismus errichtet und haben den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschadet überstanden. Sie geben deutlich den Baustil der Nationalsozialisten und ihr Verhältnis zur Totenverehrung wieder. In der Nachbarschaft findet sich eine der höheren Bildungseinrichtungen von Bochum, die Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe.

An der Straße Glockengarten, benannt nach einer früheren Glockengießerei an dieser Stelle, findet sich das gleichnamige städtische Altenpflegeheim. Es ist das größte Altenpflegeheim in Bochum und hat 2006 einen so genannten Demenzgarten eröffnet, der die Pflege von Alzheimer-Patienten verbessern soll.

Ebenfalls am Glockengarten, auf dem Gelände des alten Pappelhofs, steht ein weniger bekanntes architektonisches Kleinod, der einzige Sakralbau des Architekten Hans Scharoun. Erbaut von 1964 bis 1966, steht die „Johanneskirche in Altenbochum“ der Christengemeinschaft seit 1999 unter Denkmalschutz. Schon während seiner Studienzeit hatte Hans Scharoun erste Entwürfe für Sakralbauten gezeichnet. Erst viele Jahre später wurde durch eine zufällige Querverbindung zwischen der Familie Schmincke und der Johannesgemeinde in Bochum aus erneuten Entwürfen Realität. Bei der Innenraumgestaltung wirkten auch Mitarbeiter des früheren Bauhauses wie Otto Ritschl und Fritz Winter durch Gemälde und Wilhelm Wagenfeld durch die sieben Altarleuchter mit. Zur Renovierung hatte sich die Initiative Scharounkirche als Stiftung innerhalb der GLS Treuhand gegründet.[4] Als Auftakt der Spendenaktion zum Erhalt dieses interessanten Bauwerks der Moderne fand 2009 eine Fotoausstellung des jungen Fotografen Jonas Holthaus statt. Die Scharoun-Kirche kann nach Anmeldung besichtigt werden. Im Herbst 2016 wurde die Renovierung, die gleichzeitig ein Weiterbau aufgrund von Skizzen und Geprächsnotizen Scharouns war, abgeschlossen.[5]

Eine weitere sehenswerte Kirche ist die historistische Liebfrauenkirche.

Zwischen der Velsstraße und der Wasserstraße befand sich vor dem Zweiten Weltkrieg ein Steinbruch, in dem in der Nachkriegszeit die Trümmer der Bochumer Innenstadt gekippt wurden. Heute ist an dieser Stelle der Velspark angelegt, an den Steinbruch und den Wiederaufbau erinnert ein Gedenkstein.

Auf einem weiter westlich gelegenen, früher von der Zeche Friederika genutzten Steinbruch-Gelände wurde 1971 der Geologische Garten angelegt, der seit 1974 als Naturdenkmal ausgewiesen ist.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Altenbochum finden die fußballerischen Aktivitäten "Am Pappelbusch" statt. Die Sportvereine SC Post Altenbochum und Sportfreunde Altenbochum fusionierten im Juni 2016 zum FC Altenbochum 1920/28 e.V. mit drei Seniorenmannschaften in der Bezirksliga, Kreisliga A und Kreisliga B, sowie 14 Jugendmannschaften und einer Altliga-Mannschaft!

Die Basketball- und Volleyballabteilung des VfL Bochum 1848 e.V. tragen ihre Heimspiele in der Sporthalle am Lohring aus.

Stadtteilmagazin almag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Dezember 2014 erscheint das Altenbochumer Stadtteilmagazin almag, das über alle stadtteilbezogenen Themen berichtet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tomasz Wałdoch (* 1971), einstiger polnischer Fußballspieler und heutiger Fußballtrainer, lebt mit seiner Familie in Altenbochum

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bochum-Altenbochum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

almag – Stadtteilmagazin Altenbochum

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Jahrbuch der Stadt Bochum 2006 (pdf)
  2. Die Einwohnerzahlen sind nach statistischen Bezirken und nicht nach den Gemarkungen angegeben, die Zahlen hierfür sind im Artikel Einwohnerentwicklung von Bochum
  3. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 208.
  4. @1@2Vorlage:Toter Link/www.gls-treuhand.de Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven: Stiftungsfonds „Initiative Scharoun-Kirche“
  5. Ein festliches Zelt ist unser Gott. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 8. August 2016, S. 12.
    http://www.scharoun-kirche.de (mit Abbildungen)
    Dietrich Scholle, Birgit Gropp (Bearb.): Die Bauten von Hans Scharoun in Westfalen. (= Westfälische Kunststätten (ISSN 0930-3952), Band 120.) Westfälischer Heimatbund, Münster 2016, S. 37–47. (mit Abbildungen)