Hustadt

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Auf dem Backenberg
Hufeland-Grundschule
Die U35 verbindet die Hustadt werktags im Fünf-Minuten-Takt mit dem Bochumer Hauptbahnhof

Die Hustadt ist ein Teil des Bochumer Stadtteils Querenburg. Es handelt sich um eine Großwohnsiedlung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hustadt befindet sich im östlichen Teil Querenburgs. Die Flur gehörte einst den Rittern von Lützelnauve auf Haus Heven, die für ihre Bediensteten auf dem Berg eine Hausstatt (Husstadt) errichten ließen. Nach der Eingemeindung der Gemeinde Querenburg 1929 wurde – im Rahmen einiger notwendiger Umbenennungen der Straßen – aus der Gustavstraße „Auf der Hustadt“.

Die Errichtung der Ruhr-Universität Bochum, beschlossen vom Landtag Nordrhein-Westfalens am 18. Juli 1961, machte auch die Planung und Schaffung von Wohnraum erforderlich. Es entstanden ab 1968 Hochhäuser mit bis zu 13 Etagen und mehrere Straßenzüge mit mehrstöckigen Häusern sowie mit Einfamilienhäusern im Bungalowstil für die höher gestellten Bevölkerungsgruppen.[1] Federführend war der Architekt Hanns Dustmann.[2] Vorbild dieser Siedlung ist das Märkische Viertel in Berlin. Ursprüngliche Zielgruppen des Ortsteils bei der Errichtung als „Universitätsrahmenstadt“ waren Bedienstete der Ruhr-Universität Bochum und Mitarbeiter der Werke I und II/III der Adam Opel AG.

Hauptträger der Siedlung ist die VBW Bauen und Wohnen. Die Wohnungen sind mittlerweile in hoher Zahl in Wohneigentum umgewandelt. Zwei kleine Geschäftszentren, an denen sich jeweils noch die katholische Pfarrkirche St. Paulus, eröffnet 1972,[3] und das Evangelische Hustadtzentrum, eröffnet 1971, mit Kindergärten anschließen, decken den täglichen Bedarf nur schlecht ab. Die nächste größere Einkaufsmöglichkeit war zunächst ein Einkaufszentrum in Baracken am Buscheyplatz im Bereich des heutigen Studentenwohnheims, es folgte das Einkaufszentrum Uni-Center.

Die Gemeinschaftsgrundschule ist nach dem Arzt Christoph Wilhelm Hufeland (1762–1836) benannt. Mitten in der Bebauung findet sich der Kochs Kotten, ein Gebäude aus Fachwerk und Bruchstein, das vor dem Abriss bewahrt und Anfang der 1970er Jahre zum Restaurant umgebaut wurde. Nordöstlich, hinter dem Waldstück Laerholz, befinden sich Haus Laer und ein Grünzug entlang des Schattbachs, in dem ein neues Autobahnteilstück, genannt Opelspange, als Teil der DüBoDo (A 44) seit 2012 errichtet wird.[4]

Durch die 1981 eingeführte Fehlbelegungsabgabe zogen in den 1980er Jahren viele der ursprünglichen Bewohner aus; zwischenzeitlich drohte dem Viertel die Urbane Ghettoisierung. Die Sozialstruktur der etwa 6000 Bewohner ist heute geprägt von einer großen Anzahl Nationalitäten, einem niedrigen Altersdurchschnitt und einer hohen Fluktuation. Mitte der 1970er Jahre wurden in einigen Hochhäusern studentische Wohngemeinschaften eingerichtet, die später vom AkaFö Bochum verwaltet wurden. Dieses Konzept hat sich bis heute erhalten.

Um die Wohn- und Lebenssituation zu verbessern wurde die Hustadt ab 2009 aus öffentlichen Mitteln des Programms Soziale Stadt gefördert.[5] Ein Quartiermanagement wurde eingeführt. Für die Jugendlichen deutscher und internationaler Herkunft unterhält die AWO das Jugendzentrum Hu Town am Sportplatz nahe der Universitätsstraße. Für eine Sozialarbeiter-Initiative „Brunnenprojekt Hustadt“ besteht seit 2014 ein Stützpunkt an der Robert-Koch-Straße.[6]

Zu den Attraktionen zählen nahegelegen der Botanische Garten, der Kalwes und der Ruhrstausee.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Darpe: Geschichte der Stadt Bochum, 1888–1894.
  • Curt H. F. Gaertner: Querenburg, wie es war, wie es ist Brockmeyer 1976.
  • Lutz Heidemann: Gruppenspezifisches Wohnverhalten – Ergebnisse einer architektursoziologischen Untersuchung der Hustadt in Bochum-Querenburg. Dissertation. Essen: Verlag der Scharioth'schen Buchhandlung, 1978
  • Michael Fehr, Diethelm Koch (Hgg.): Umbau der Stadt: Beispiel Bochum Museum Bochum, 1975.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bochum-Hustadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Henning Sußebach: In Utopia. In: Die Zeit, 21. April 2005
  2. Baukunst NRW
  3. Rolf Haarmann (University meets Querenburg e.V.), Christian Uhlig (Förderverein Hustadt e.V.): Kleine Geschichte der Hustadt. 2008. Teilweise abgeleitet aus einem Aufsatz von G. Nowak.
  4. BSZ
  5. Städtebauförderung Soziale Stadt
  6. WAZ

Koordinaten: 51° 27′ N, 7° 16′ O