Lahnberge

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Lahnberge
Der Ortenberg im Nordteil der Lahnberge, mit dem Spiegelslustturm

Der Ortenberg im Nordteil der Lahnberge, mit dem Spiegelslustturm

Höchster Gipfel Ortenberg (380 m ü. NHN)
Lage bei Marburg; Landkreis Marburg-Biedenkopf, Mittelhessen (Deutschland)
Teil vom Westhessischen Bergland
Lahnberge (Deutschland)
Lahnberge
Koordinaten 50° 49′ N, 8° 48′ OKoordinaten: 50° 49′ N, 8° 48′ O
Typ Mittelgebirge
Gestein Buntsandstein
p1

Die Lahnberge sind ein bis etwa 380 m ü. NHN[1] hoher Höhenzug des Westhessischen Berglandes (auch Westhessisches Berg- und Senkenland genannt). Sie liegen bei Marburg im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf und bilden den Naturraum 348.01.[2][3]

Die Lahnberge sind in Nord-Süd-Richtung etwa 16 km lang und in Ost-West-Richtung 2 bis 3 km breit.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bewaldete Buntsandsteinrücken der Lahnberge breitet sich unmittelbar östlich von Marburg parallel zur nach Süden fließenden Lahn aus und überragt das hier etwa 180 bis 190 m hoch liegende Tal des Flusses um maximal etwa 200 m. Er reicht von Cölbe im Norden bis nach Fronhausen im Süden.

Nach Norden trennt das Tal der Ohm den Höhenzug vom sich unmittelbar anschließenden, geologisch ähnlichen Burgwald, nach Süden bildet die Zwester Ohm die Grenze zum Basalt-Plateau des Vorderen Vogelsberges.

Während die Abflachung der Lahnberge zum Amöneburger Becken nach Osten vergleichsweise sanft verläuft, sind die Hänge nach Westen zum Lahntal vergleichsweise steil, was auch auf die Osthänge des sich hinter dem Tal anschließenden Marburger Rückens gilt, der zusammen mit den Lahnbergen das Marburger Bergland (348.0) bildet.[2]

Naturräumliche Zuordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Höhenzug bildet in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Westhessisches Bergland (Nr. 34), in der Haupteinheit Marburg-Gießener Lahntal (348) und in der Untereinheit Marburger Bergland (348.0) den Naturraum Lahnberge (348.01). Nach Nordnordosten über Norden und Westen bis Südwesten fällt die Landschaft in den Naturraum Marburger Lahntal oder Marburger Lahntalsenke (348.02) ab. Nach Nordosten fällt sie in die Ohmsenke (347.0) und nach Osten den Ebsdorfer Grund (347.2) ab, zwei Untereinheiten der Haupteinheit Amöneburger Becken (347). Nach Süden leitet die Landschaft in die Untereinheit Lumda-Plateau (349.0) über, die zur Haupteinheit Vorderer Vogelsberg (349) gehört.[2]

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Bergen und Erhebungen der Lahnberge gehören – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN; wenn nicht anders angegeben laut [1]):

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den Lahnbergen, genauer gesagt auf deren höchster Erhebung Ortenberg und seinen Ausläufern, befinden sich neben dem Spiegelslustturm (nach der nahe gelegenen Gaststätte „Spiegelslust“; offiziell: Kaiser-Wilhelm-Turm) unter anderem die Uniklinik, die Klinik Sonnenblick, das Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie sowie die meisten naturwissenschaftlichen Fachbereiche der Universität Marburg und ein Heizkraftwerk. Zwischen 1961 und 1977 wurde in unmittelbarer Nähe des Fachbereichs Biologie der Neue Botanische Garten angelegt. Für die neuen Universitätsbauten auf den Lahnbergen entwickelte man 1961 bis 1963 eigens das Marburger System, das erste Fertigteilkonzept im bundesdeutschen Hochschulbau. Der Verlegung wichtiger Teile der Universität auf den Ortenberg gingen einige Gemeindestrukturveränderungen voraus. So wurde die Gipfelregion, die vormals zu Bauerbach gehört hatte, zunächst der Stadt Marburg einverleibt. Bei der Hessischen Gebietsreform 1974 wurden schließlich Bauerbach sowie alle anderen Dörfer am unmittelbaren Osthang der Lahnberge (bis auf Beltershausen im Süden) eingemeindet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hügelgrab
Hügelgrab

Auf den Lahnbergen wurden über 200 Hügelgräber aus der mittleren Bronzezeit und älteren Eisenzeit (Hallstattkultur) entdeckt.

Nachdem größere Teile des Amöneburger Beckens, insbesondere die Ortschaften am Osthang des Höhenzuges, bis 1802 zum Erzstift Mainz gehörten, markieren die Lahnberge hier den Grenzkamm zwischen der Landgrafschaft Hessen bzw. Hessen-Kassel und der kurmainzischen Exklave um Amöneburg. Gleichzeitig bilden sie damit eine historische Konfessionsgrenze zwischen dem protestantischen Hessen und dem katholischen Kurmainz.

Obwohl Marburg im Zweiten Weltkrieg bis auf den Hauptbahnhof, welcher Ziel von Angriffen der Alliierten war, fast unversehrt blieb, befinden sich in den Lahnbergen bis heute zahlreiche Bombentrichter und vermutete Blindgänger.

Zur Nomenklatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kernzone der Lahnberge besteht aus dem in Nord-Süd-Richtung langgezogenen Rücken des Ortenberges im Norden, dem Lichter Küppel und dem Stempel in der Mitte und dem vulkanischen Frauenberg im Süden.

Sprechen Marburger indes von den „Lahnbergen“, so meinen sie in der Regel ausschließlich den Ortenberg, auf dem sich die gemeinhin mit Lahnberge bezeichneten und ausgeschilderten Teile der Philipps-Universität und das Klinikum befinden.

Unter „Ortenberg“ verstehen Marburger demgegenüber zumeist den inneren Marburger Stadtteil am westlichen Fuße des gleichnamigen Berges.

Der mittlere Teil der eigentlichen Lahnberge mit dem Lichten Küppel wird indes oft als „Richtsberg“ bezeichnet, wie die Trabantenstadt an dessen westlichem Vor-Gipfel nebst Westhang heißt.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panoramabild des Ortenberges (links der Mitte) nebst Spiegelslustturm von Westen
Panoramabild der gesamten Lahnberge von der Amöneburg aus gesehen (Osten)
Blick vom Hasenkopf (Nähe Stadtwald/ehemalige Tannenberg-Kaserne) auf Marburger Rücken (links) und Lahnberge (rechts)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. a b c Gerhard Sandner: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 125 Marburg. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1960. → Online-Karte (PDF; 4,9 MB)
  3. Karte und Legende zu den Naturräumen Hessens (Online-Kopie von Die Naturräume Hessens, Otto Klausing 1988) im Umweltatlas Hessen des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Lahnberge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien