Bortshausen

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Bortshausen
Stadt Marburg
Koordinaten: 50° 45′ 5″ N, 8° 46′ 32″ O
Höhe: 200 (200–220) m ü. NHN
Fläche: 2,12 km²[1]
Einwohner: 277 (31. Dez. 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 131 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Eingemeindet nach: Cappel
Postleitzahl: 35043
Vorwahl: 06421
Karte
Lage von Bortshausen in Marburg
Bortshausen von Süden
Bortshausen von Süden

Bortshausen ist ein Stadtteil der mittelhessischen Universitätsstadt Marburg.

Mit einer Einwohnerzahl von weniger als 300 ist Bortshausen einer der kleinsten Stadtteile Marburgs.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bortshausen liegt am Fuße des Frauenbergs. Über die Nachbardörfer Ronhausen und Ebsdorf sind die Innenstadt Marburgs bzw. der Ebsdorfergrund innerhalb weniger Minuten zu erreichen.

Die Kirche

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Evangelische Chorturmkirche aus dem 13./14. Jahrhundert ist spätromanisch. Der Turm wurde 1432 um ein Fachwerkgeschoss erhöht, das erhalten ist. 1894 ließ Wilhelm Spahr das Schiff westlich erweitern, neugotische Fenster einbauen und das Turmobergeschoss mit Fachwerkimitation aus Brettern verkleiden. Das Obergeschoss wurde 1998 verschiefert.

Am 31. Dezember 1971 wurde der bis dahin selbständige Ort im Zuge der Gebietsreform in Hessen in die Gemeinde Cappel eingegliedert. Cappel kam am 1. Juli 1974 zu Marburg, wo Bortshausen einen eigenen Stadtteil bildete.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Bortshausen unterstand im Überblick:[4][5]

Gerichte seit 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Nun waren Justizämter für die erstinstanzliche Rechtsprechung zuständig, die Verwaltung wurde von Landkreisen übernommen. In Marburg wurde der Kreis Marburg für die Verwaltung eingerichtet und das Landgericht Marburg war als Gericht in erster Instanz für Bortshausen zuständig. 1850 wurde das Landgericht in Justizamt Marburg umbenannt. Das Oberste Gericht war das Oberappellationsgericht in Kassel. Untergeordnet war das Obergericht Marburg für die Provinz Oberhessen. Es war die zweite Instanz für die Justizämter.[8]

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen wurde das Landgericht Marburg 1867 zum königlich Preußischen Amtsgericht Marburg. Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung in den zum vormaligen Kurfürstentum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.[9] Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Marburg. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Marburg und das Appellationsgericht Kassel.[10]

Auch mit dem in Kraft treten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen. In der Bundesrepublik Deutschland sind die Übergeordneten Instanzen das Landgericht Marburg, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen bis 1967 sind:[5]

1502: 4 Hausgesesse
1577: 10 Hausgesesse
1630: 8 Hausgesesse (1 dreispännige, 3 zweispännige Ackerleute, 4 Einläuftige)
1681: 12 hausgesessene Mannschaften
1747: 91 Einwohner. Erwerbspersonen: 3 Leineweber, 1 Zimmermann, 1 Schmied, 1 Wagner, 1 Schneider, 1 Branntweinbrenner, 1 Tagelöhner.
1838: 124 Einwohner (13 nutzungsberechtigte, 6 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 2 Beisassen). Familien: 13 Ackerbau, 6 Gewerbe, 2 Tagelöhner.
1861: 137 evangelisch-lutherische, 1 evangelisch-reformierter Einwohner
1961: 159 evangelische, 15 römisch-katholische Einwohner. Erwerbspersonen: 51 Land- und Forstwirtschaft, 36 Produzierendes Gewerbe, 12 Handel und Verkehr, 8 Dienstleistungen und Sonstiges.
Bortshausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
109
1840
  
126
1846
  
133
1852
  
134
1858
  
135
1864
  
139
1871
  
130
1875
  
129
1885
  
126
1895
  
131
1905
  
148
1910
  
158
1925
  
149
1939
  
167
1946
  
228
1950
  
248
1956
  
189
1961
  
174
1967
  
228
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteher ist Bernd Zieske.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • FSV Borts-/Ronhausen – Der Fußballverein spielt in der Kreisliga B-II
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Jugendclub Linus
  • Kameradschaft Marburger/Jäger 2. Panzergrenadierdivision e. V.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Film Keinohrhasen wird Bortshausen als der Ort genannt, an dem die Hauptfiguren Ludo Decker (Til Schweiger) und Anna Gotzlowski (Nora Tschirner) aufgewachsen sind.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bortshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marburger zahlen von 2009-2010 auf der Website der Stadt Marburg (pdf; S. 4)
  2. Marburger zahlen von 2009-2010 auf der Website der Stadt Marburg (pdf; S. 10)
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 387 und 403.
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. a b Bortshausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 19. Mai 2017)
  6. Georg Landau: Beschreibung des Kurfürstenthums Hessen. T. Fischer, Kassel 1842, S. 370 (online bei HathiTrust’s digital library).
  7. Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August., (kurhessGS 1821) S. 223–224.
  8. Neueste Kunde von Meklenburg/ Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library).
  9. Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)
  10. Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224)