Marburger Bergland

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Marburger Bergland
Fläche 137 km² [1]
Haupteinheitengruppe 34 →
Westhessisches Berg- und Senkenland
Region 4. Ordnung
(Haupteinheit)
348 →
Marburg-Gießener Lahntal
Region 5. Ordnung 348.0 →
Marburger Bergland
Naturraumcharakteristik
Landschaftstyp Bruchschollengebirge
Höchster Gipfel Ortenberg (380 m)
Geographische Lage
Koordinaten 50° 45′ 49″ N, 8° 44′ 56″ OKoordinaten: 50° 45′ 49″ N, 8° 44′ 56″ O
Reliefkarte des Marburger Berglands (→ detaillierte topographische Naturraumkarte)
Reliefkarte des Marburger Berglands (→ detaillierte topographische Naturraumkarte)
Gemeinde Marburg, Weimar (Lahn), Fronhausen
Kreis Landkreis Marburg-Biedenkopf, Kreis Gießen
Bundesland Hessen

Das Marburger Bergland ist eine bis 380 m hohe Mittelgebirgslandschaft beiderseits der Marburger Lahntalsenke um die Stadt Marburg, die durch das Lahntal in den Marburger Rücken im Westen und die Lahnberge im Osten aufgeteilt wird. Es stellt in Geologie und Relief eigentlich einen Südwestausläufer des Burgwaldes dar, wird jedoch naturräumlich zum Marburg-Gießener Lahntal gezählt.

Auf dem maximal 370 m hohen Marburger Rücken liegen u. a. die höher gelegenen Innenstadtteile Marburgs, auf den bis 380 m hohen Lahnbergen u. a. die Hochhaussiedlung Richtsberg und die Universitätskliniken nebst diversen Instituten. Das Tal der Lahn überragen diese Höhenzüge um bis etwa 200 m.

Marburger Rücken und Lahnberge liegen gänzlich im Landkreis Marburg-Biedenkopf, während die Marburger Lahntalsenke im Süden auch das Terrain des Landkreises Gießen berührt.

Naturräumliche Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Marburger Bergland gliedert sich wie folgt:[2][3]

Gerhard Sandner hat in seiner naturräumlichen Gliederung auf Blatt 125 Marburg die Verschiedenartigkeit der beiden Talabschnitte explizit hervorgehoben, jedoch keine Unternaturraumnummern vergeben.[3]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geologische Karte des östlichen Rheinischen Schiefergebirges mit der Umgebung Marburgs

Nachdem sie südlich der Frankenberger Bucht die Flüsse Wetschaft und Ohm aufgenommen hat, durchschneidet die Lahn bei Marburg ein mächtiges, in weiten Bereichen flach liegendes und überwiegend bewaldetes Schichtpaket des Buntsandsteins, der in der Unteren Trias abgelagert wurde.[2] Das Stadtbild wird deshalb bestimmt durch die tief liegenden Ablagerungen der Lahn in der Marburger Lahntalsenke und die im Westen und Osten aufragenden Höhen des Buntsandsteins.

Der Buntsandstein des Marburger Gebiets wird wie überall in der mitteldeutschen Trias in drei Einheiten unterteilt. Im Unteren Buntsandstein überwiegen feinkörnige Ton- und Schluffsteine, die im Randbereich eines flachen Meeres abgelagert wurden. Hauptgestein des Buntsandsteins bei Marburg ist der etwa 250 m mächtige Mittlere Buntsandstein. Seine wechselnd feinen bis groben, rötlichen Quarzsande und Sandsteine unterlagern die bewaldeten Höhen der Lahnberge und des Marburger Rückens. Der Obere Buntsandstein, auch Röt genannt, besteht ebenfalls aus Ton-, Schluff- und Sandsteinen.[4]

Nicht an der Oberfläche aufgeschlossen sind im Kernstadtgebiet die Gesteine des Zechsteins, die südlich, westlich und nordwestlich von Marburg den Buntsandstein am Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges unterlagern. Sie wurden am Ostrand des flachen Zechsteinmeers abgelagert.[5] Sie werden hier am Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges etwa 60 m mächtig.[4] Aus dem Muschelkalk und allen späteren Einheiten bis in das frühe Tertiär sind für den Marburger Raum keine Gesteine bekannt. Erst im Miozän im unteren Tertiär wurden im Raum des späteren Vogelsbergs Tone, Schluffe, Sande und Kiese abgelagert, in denen Quarzit-, Mergel- und Kalksteinbänke auftreten, auch Tuffitlagen und Braunkohle kommen vor.

Eine große Rolle in der geologischen Struktur der Marburger Umgebung spielen Störungen, die ab dem Oberen Jura und während des Tertiärs die Hessische Senke in ein Bruchschollenfeld zerlegten und verschieden alte Gesteine auf gleiches Niveau brachten. Die nur etwa fünf Kilometer westlich im Schiefergebirge bekannten Gesteine der Lahnmulde und ihrer benachbarten geologischen Strukturen wurden durch Bruchtektonik abgesenkt und bilden in einigen hundert Metern unter der Oberfläche die Unterlage des Zechsteins und Buntsandsteins unterhalb Marburgs. Sie erscheinen im Nordosten im Kellerwald wieder an der Erdoberfläche.

In Zusammenhang mit der Bruchschollenbildung steht der Vulkanismus des Vogelsbergs, der wenige Kilometer südöstlich von Marburg den Buntsandstein und die ihn überlagernden Schichten des Miozäns weitflächig mit basaltischen Gesteinen überdeckt, die im Miozän vor 7 bis 20 Millionen Jahre vor heute gefördert wurden.[6]

Den zentralen Teil des Stadtgebietes unterlagern Schluffe, Sande und Kiese der Marburger Lahntalsenke, die nur wenig verfestigt sind. Sie wurden von der Lahn abgelagert, die ein Tal durch den Buntsandstein geschnitten hat und sich wenige Kilometer südlich der Stadt in den wenig widerständigen Gesteinen des Zechsteins deutlich ausweitet.

Marburger Lahntalsenke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marburger Lahntalsenke folgt der Lahn von oberhalb der Ohmmündung im Norden bis unterhalb der Mündung der Salzböde im Süden. Sie ist deutlich in einen nördlichen und einen südlichen Abschnitt gegliedert.

Die Lahnaue ist im Bereich der Stadt Marburg durch die Höhenzüge links (Lahnberge) und rechts (Marburger Rücken) der Lahn nur einen, maximal 2 km breit und dicht besiedelt, verbreitert sich jedoch ab dem Abklingen des Marburger Rückens deutlich. In diesem Gebiet wird das Tal auch stark landwirtschaftlich genutzt.

Marburger Lahntal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reliefkarte des Marburger Lahntals (→ detaillierte topographische Naturraumkarte)

Das Marburger Lahntal ist das Lahntal vom Cölber Lahnknie mit der Mündung der Ohm bis zur Talöffnung unmittelbar oberhalb Niederweimars, die auch ziemlich genau auf Marburgs südliche Stadtgrenze fällt. Nachdem die Lahn im Südosten der Wetschaft-Senke die Wetschaft aufgenommen hat und beim Durchbruch zwischen Marburger Rücken und Burgwald deren Südsüdostrichtung angenommen hat, fernerdie aus dem Amöneburger Becken kommende Ohm in Südwestrichtung in noch deutlicherem Engtal zwischen Burgwald und Lahnbergen durchgebrochen ist, verdoppelt die Lahn bei Vereinigung fast ihre Wassermenge, um zunächst deren Südwestrichtung anzunehmen. Erst nach einer gewaltigen Rechtsschlinge an der Nordwestflanke der Lahnberge und einer Linksschlinge am Marburger Rücken findet die Lahn bei Wehrda ihre vorläufig endgültige Südrichtung.

Im Grabenbruch zwischen Marburger Rücken und Lahnbergen bleibt das Tal schmal und kastenförmig; früher waren die Lahnauen oft überschwemmt und die Besiedlung beschränkte sich weitgehend auf etwas höhere Lagen. Inzwischen ist das Tal indes fast durchgehend bebaut mit dem Kernort Cölbes und weiten Teilen der erweiterten Marburger Kernstadt mit Wehrda im Nordwesten, Weidenhausen im Zentrum links (=östlich) der Lahn, Ockershausen im Südwesten des Zentrums und Cappel (Marburg)|Cappel im äußersten Südosten. Gisselberg im äußersten Südwesten ist demgegenüber, getrennt von Cappel durch die Lahn und mit Ockershausen nur durch eine unbebaute Talrandstraße verbunden, dörflich geblieben. Nordöstlich gegenüber Gisselbergs befinden sich auch, auf Cappeler Gemarkung, die einzigen Lahnwiesen südlich von Marburgs Zentrum, während sich im Norden, zwischen Stadtzentrum und Cölbe, die Afföllerwiesen und ihre nördlichen Erweiterungen ziehen.

Nur wenige kurze Nebentäler kammern die beiden eingrenzenden Buntsandsteintafeln (siehe Tabelle unten); am Marburger Rücken liegt Wehrda an der Bucht des Teufelsgrabens und die nördliche Innenstadt Marburgs bis Marbach an der der Ketzerbach, die heute nicht mehr als Oberflächengewässer geführt wird. An den Lahnbergen uoehen sich, um den Ortenberg und im gleichnamigen Stadtteil, Siedlungen in die Buchten von Gefällsackergraben und Zahlbach. Die Breite der Zalsohle reicht von um 400 m bis maximal 1,4 km.[3]

Anders als das südliche Anschlusstal besitzt das Marburger Lahntal keine eigenen Erhebungen. Die Höhenzüge fallen entweder schon von nahe der Kammlinie an in Steilhängen ab (Gebrannter Berg und Schneiße im Marburger Rücken; Ortenberg in den Lahnbergen) oder aber bilden, wie der Marburger Rücken am Weißen Stein (ca. 255 m) oder am Marburger Weinberg (um 265 m) und die Lahnberge im Mühlenberg (254 m) südlich Cappels, niedrigere Seitenstockwerke aus, die gleichwohl das Tal deutlich überragen.

Gerhard Sandner hat in der Karte zu Blatt Marburg den Talbeginn an der Ohm noch etwas weiter nach Osten verlagert, zum Durchbruch zwischen Nebelsberg (264 m) und Hinteren Lahnbergen (in Ohmnähe etwas darunter), wobei er auch das südlich etwas höher liegende Ginseldorf noch zum Tal zählt.[3] Dies ist der geologische Eintritt der Ohm in den Buntsandstein.[7] Gleichwohl sind es vor allem die Cölber Durchbrüche, die das Marburger Lahntal von den Beckenlandschaften Wetschaft-Senke im Norden und Amöneburger Becken im Osten trennen. Insbesondere handelt es sich bei den zwei Cölber Pforten an Oberlahn und Ohm um die lokal einzigen Verbindungen zwischen den Niederungen, während von Bürgeln in Richtung Betziesdorf zwischen Burgwald und Nebelsberg sowie von Ginseldorf in Richtung Bauerbach zwischen eigentlichen und Hinteren Lahnbergen die Landschaft über weitere gerodete Öffrnungen zum Kerngefilde des Amöneburger Beckens verfügt. Hierbei erreicht die erstgenannte Landesstraße (Alte Kirchhainer Landstraße) in Betziesdorf gerade einmal um 220 m Geländehöhe; die zweitgenannte Kreisstraße kommt im Norden Bauerbachs immerhin auf 287 m, aber auch dies ohne größere Steigungen.

Niederwalgern-Fronhäuser Lahntal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reliefkarte des Niederwalgern-Fronhäuser Lahntals (→ detaillierte topographische Naturraumkarte)

Mit dem südlichen Ende des Marburger Rückens oberhalb Niederweimars verlässt die Lahn ihr vorheriges Kastental und die Talsohle verbreitert sich im Niederwalgern-Fronhäuser Lahntal auf bis über 3 km.[3] Das Tal liegt unmittelbar im Zechsteingürtel um das Rheinische Schiefergebirge und stößt nur nach Osten noch an Buntsandstein[3] – und zwar nicht nur westlich der Lahnberge, sondern auch, südlich ihres Abschlusses am Tal der Zwester Ohm (Erbenhäuser Pforte), zum nordwestlichen Lumda-Plateau.[7] Südliche Begrenzung ist die Odenhäuser Talenge, in der Grauwacken der Kulm-Fazies in kleinen Kuppen nach Osten bis über die Lahn springen.[3]

Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In diesem Talabschnitt liegen fast alle Ortsteile der namentlich jungen Großgemeinde Weimar (Lahn) und der Großgemeinde Fronhausen, überdies ein Marburger Dorf und, bereits im Landkreis Gießen, zwei Dörfer und ein Weiler der Stadt Lollar.

Ganz im Nordosten liegt randlich das Marburger Dorf Ronhausen. Von der Gemeinde Weimar liegen lediglich Nesselbrunn, Weiershausen und Allna deutlich außerhalb des Naturraums; Kehna liegt auf rund 210 m ü. NHN[8] an einer Randbucht im Westen, Oberweimar (206 m)[8] weiter nördlich und Stedebach (205 m)[8] weiter südlich liegen ebenfalls am Westrand. etwa mittig und unmittelbar westlich der Eisenbahntrasse liegen Niederweimar, Wenkbach und Niederwalgern. Im Osten, an der Lahn, liegen Argenstein, Wolfshausen und Roth, wobei Argenstein komplett rechts (westlich) und Wolfshausen komplett links des Flusses liegen.

Von der Großgemeinde Fronhausen liegt Oberwalgern im äußersten Westen auf einer Randplatte des Krofdorfer Forsts auf rund 255 m ü. NHN[8] eher über dem Tal als in ihm, im Osten liegt Erbenhausen an der Pforte zum Amöneburger Becken. Holzhausen liegt (auf 200 m)[8] im Westen, Fronhausen südöstlich davon ebenfalls westlich der Mitte und stößt nach Südwesten an den Krofdorfer Forst, aber auf einer Linie mit Niederwalgern ebenfalls unmittelbar westlich der Eisenbahntrasse. Am linken (östlichen) Lahnufer liegen Bellnhausen und Sichertshausen, im Osten liegt, wie Erbenhausen an der bei Sichertshausen mündenden Zwester Ohm, Hassenhausen.

Im Süden des Naturraums liegen, auf Lollarer Gebiet, Salzböden am Westrand zum Krofdorfer Forst und Odenhausen unmittelbar am rechten (westlichen) Lahnufer. Der Weiler Friedelhausen mit Schloss Friedelhausen liegt, wie Salzböden an der Kreisgrenze, unmittelbar links der Lahn.

Die einwohnerstärksten Orte sind, Stand Zensus 2011,[9] nachgestellt die Zahlen von 1967:[8]

  • Niederweimar (2582 / 1160)
  • Fronhausen (2259 / 1977)
  • Odenhausen (1467 / 1134)
  • Niederwalgern (1419 / 1095)
  • Salzböden (1239 / 803)
  • Roth (804 / 721)
  • Oberweimar (621 / 438)
  • Wenkbach (588 / 510)
  • [Oberwalgern (525 / 495)]

Während die Dörfer seit 1967 in der Regel 10 bis 50 % an Einwohnern zugelegt haben, konnte Niederweimar, begünstigt durch die Nähe zur gewachsenen Universitätsstadt Marburg, seine Einwohnerzahl sogar verdoppeln und das einst dominierende Fronhausen hinter sich lassen.

Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Friedhof Roth auf dem bis 223 m hohen Geiersberg zum eigentlichen Marburger Lahntal, das durch den Weimarschen Kopf (305,4 m, links im Hintergrund) verriegelt wird. Im mittigen Hintergrund und ebenfalls auf dem Marburger Rücken das Marburger Schloss, rechts davon die Lahnberge mit dem Rothlauf (287,4 m).

Das Tal ist weitgehend gerodet. Sieht man von den Steilhängen der Lahnberge unmittelbar bei Ronhausen, Argenstein und Wolfshausen, an die sich unmittelbar die Lahn schmiegt, und denen des Krofdorfer Forsts zwischen Fronhausen und Odenhausen ab, verlaufen die Übergänge zu den jeweils um 300 m über NHN erreichenden, begrenzenden Höhenzügen un Osten und Westen deutlich sanfter als im Marburger Lahntal. Von den Höhenzügen ziehen sich sanfte Riedel zur Lahnaue, an denen zumeist Zechstein absteht – wovon die erwähnten Kulm-Fazies gegenüber Odenhausen am Südrand des Naturraums eine Ausnahme bilden. Randgipfel haben Höhen zwischen 200 und 240 m.

Die mit Abstand wichtigsten rechten, von Westen zufließenden Nebenflüsse der Lahn sind die Allna im äußersten Norden und die Salzböde im äußersten Süden. Während die Allna aus der Elnhausen-Michelbacher Senke kommt und vor allem die montaneren Damshäuser Kuppen entwässert, kommt die Salzböde unmittelbar aus einem mächtigen Durchbruchstal durch den Krofdorfer Forst und hat zuvor im Mittellauf den Naturraum Salzbödetal (besser mit Salzböde-Hügelland beschrieben) und im Oberlauf die montanen Höhenzüge der Zollbuche und der südlichen Bottenhorner Hochflächen entwässert, die das obere Salzbödetal voneinander separiert.

Ein Teil des Allnawassers wird seit 2011 in die Par-Allna umgeleitet, die auch die folgenden Lahn-Zuflüsse Wenkbach, Walgerbach und Holzhäuser Bach aufnimmt. Während die Quellen des Wenkbachs unweit des Talrandes in der Elnhausen-Michelbacher Senke liegen, wird der Oberlauf des Walgerbachs schon dem Salzbödetal zugerechnet, das sich, nordwestlich des Lahntals, etwa südlich der B 255 anschließt, an der quellnah Willershausen liegt. Der Holzhäuser Bach entwässert, wie auch der sich südlich anschließende Fächer des Fronhäuser Bachs, in der Hauptsache Ostausläufer des Krofdorfer Forstes, die ganz im hiesigen Naturraum liegen.

An der Ostseite entwässert die hier dominierende, aus der Erbenhäuser Pforte kommende Zwester Ohm vor allem das nördliche Lumda-Plateau (Vorderer Vogelsberg), während ihr kaum nennenswerte Bäche aus den Lahnbergen zufließen. Ganz im Norden entwässert der kleine Heidenbach die zentralen Lahnberge und der nur 100 m entfernt mündende Bortshäuser Bach die die Lahnberge teilende Bortshäuser Senke mit Bortshausen; ganz im Süden nimmt der Tiefenbach die quasi letzte Möglichkeit wahr, aus dem Lumda-Plateau noch in den hiesigen Talabschnitt zu münden.

Das Lahntal mit Argenstein, Wolfshausen, Roth, Fronhausen, Bellnhausen und Sichertshausen von Richtung Niederwalgern aus. Im Hintergrund auffällig kuppig der Frauenberg in den Lahnbergen links und der Totenberg im Vorderen Vogelsberg rechts; rechts des Totenbergs der 45 km entfernte Hohe Vogelsberg. Für weitere Details siehe Bildbeschreibungsseite!

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nacheinander passiert die Lahn die Gemeinden Cölbe, Marburg, Weimar, Fronhausen und Lollar.

Die wichtigsten Nebenflüsse und Seen (kursiv) der Marburger Lahntalsenke sind[10]
(Zur besseren Übersicht bzw. zur Sortierung flussabwärts sind in die DGKZ-Ziffern nach der 258 - Lahn - Bindestriche eingefügt!):

Beachte: „rechts“ heißt „westlich“, also auf einer Karte links!

Name


Lage


Länge

[km]
Einzugs-
gebiet
[km²]
Abfluss
(MQ)
[l/s]
Mündung
nach
[Lahn-km][11]

auf
[m. ü. NN]

in


Kreis

Herkunft
des Flusses
[ Naturraum ]
DGKZ


Ohm links 59,7 983,8 7950 60,1 188 oberh. Cölbe MR Amöneburger Becken 258-2
Bach am Weißenstein rechts 1,1 63,8 oberhalb Wehrdas MR Marburger Rücken zwischen Nordflügel und Zentralteil 258-3131
Teufelsgraben rechts 1,9 65,2 Wehrda MR Marburger Rücken nördlich der Behringwerke Marbach 258-31342
Knutzbach links 3,6 66,7 Afföllerwiesen MR Wolfsloch, nördliche Lahnberge 258-31512
Gefällsackergraben links 2,3 67,9 Nähe Hbf Marburg MR Lahnberge Nähe Kraftwerk 258-31513?
Ketzerbach (ehemaliger Bach) links 68,3 ins Schwarze Wasser, Nähe E-Kirche Marburg MR Marburger Rücken, Behringwerke Marbach 258-514?
Zahlbach links 2,6 69,1 183 Marburg-Weidenhausen MR Lahnberge (Klinikum) 258-31516
Bach zwischen Hansenhaus/Glaskopf und Richtsberg links 2,2 70,5 Nähe Hansenhäuser MR nördlich des Südbahnhofs 258-31592
Pfaffengrundbach links 4,5 4,7 72,4 178 Gemarkungsgrenzpunkt Marburg/Ockershausen/Cappel MR Lahnberge (Sonnenblick) 258-316
Eselsgrundbach links 4,4 73,9 176 Marburg-Cappel MR Lahnberge (Frauenberg) 258-31712
Zufluss am Niederweimarer See rechts 76,3 176 Niederweimar MR 258-31794
Heidenbach links 1,7 76,7 unterh. Ronhausen MR Lahnberge, Ringelskopf 258-31796
Bortshäuser Bach links 2,5 9,0 76,8 173 unterh. Ronhausen MR Lahnberge, Bortshäuser Senke 258-318
Allna rechts 19,1 92,0 665 78,0 172 Argenstein (Teilabfluss in Par-Allna)[12] MR Elnhausen-Michelbacher Senke 258-32
Wenkbach rechts 6,4 8,4 107 81,0 168 Par-Allna, Roth MR Elnhausen-Michelbacher Senke 258-332
Walgerbach rechts 7,8 12,4 Par-Allna, nahe Roth MR Salzbödetal 258-3322
Holzhäuser Bach rechts 2,5 82,4 MR talintern 258-333142
Zwester Ohm links 20,0 69,5 405 85,6 165 Sichertshausen MR Amöneburger Becken 258-334
Fronhäuser Bach rechts 4,9 87,1 südlich von Fronhausen MR talintern 258-3396
Salzböde rechts 27,6 137,8 1322 88,3 164 Odenhausen (r) GI Krofdorf-Königsberger Forst 258-34
Tiefenbach links 3,5 4,9 Odenhausen MR Vorderer Vogelsberg 258-352

Umgebende Höhenzüge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Links der Lahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Burgwald berührt das Marburg-Gießener Lahntal nur im äußersten Norden. Unterhalb des Zuflusses der Ohm führen die Lahnberge seinen Buntsandsteinrücken nach Süden fort, die mit dem Zufluss der Zwester Ohm bei Fronhausen enden. Fortan begleitet das Basalt-Hochplateau des Vorderen Vogelsberges die Lahn östlich bis zum Gießener Becken.

Rechts der Lahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der westlich gelegene Marburger Rücken folgt dem Lahntal bis Niederweimar und wird vom gemäßigten Flachland des östlichen Salzbödetals (Teil des Gladenbacher Berglandes) abgelöst, Ab etwa Fronhausen begleitet der Krofdorf-Königsberger Forst (ebenfalls Gladenbacher Bergland) die Lahn westlich.

Blick vom Hasenkopf (320 m) nach Osten auf weitere Erhebungen des Marburger Rückens und die Lahnberge; Im Hintergrund Hohes Lohr (657 m) und Wüstegarten (675 m), die beiden höchsten Erhebungen des Kellerwaldes.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landschaftssteckbrief Marburger Bergland des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise) – merkwürdigerweise als „Marburg-Giessener Lahntal“ bezeichnet: mit Ginseldorf und Hinteren Lahnbergen, jedoch ohne Salzböden und Odenhausen (werden dort zum „Verdichtungsraum Gießen“ gezählt)
  2. a b Karte und Legende zu den Naturräumen Hessens (Internet Archive der Online-Kopie von Die Naturräume Hessens, Otto Klausing 1988) im Umweltatlas Hessen des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie
  3. a b c d e f g Gerhard Sandner: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 125 Marburg. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1960. → Online-Karte (PDF; 4,9 MB)
  4. a b Karl Heinz Müller: Geologische Übersichtskarte von Hessen, Erläuterungen. (PDF; 482 kB) Hessisches Landesamt für Bodenforschung, 18 S., Wiesbaden
  5. Die berühmte Fossillagerstätte „Korbacher Spalte“. Marburger Geowissenschaftliche Vereinigung e.V
  6. Roland Walter et al.: Geologie von Mitteleuropa. 5. Auflage. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1992, ISBN 3-510-65149-9, S. 329 ff.
  7. a b Geologieviewer des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (Hinweise)
  8. a b c d e f Weimar (Lahn). Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 8. Februar 2023. Dort finden sich Höhenlagen und historische Einwohnerzahlen für alle hier aufgeführten Dörfer!
  9. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) (Nicht mehr online verfügbar.) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 12, 32 und 36, archiviert vom Original am 27. Oktober 2020;.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/statistik.hessen.de
  10. Gewässerkartendienst des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Hinweise)
  11. → "Lahn-km" = 245,6 - Angabe/WRRL
  12. Bei Mündung in die Par-Allna wurden bei den Lahn-Kilometern die verbleibenden Par-Allna-Kilometer abgezogen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]