Hassenhausen (Fronhausen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hassenhausen
Gemeinde Fronhausen
Koordinaten: 50° 42′ 24″ N, 8° 44′ 18″ O
Höhe: 176 (175–182) m ü. NHN
Fläche: 4,66 km²[1]
Einwohner: 364 (31. Dez. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1974
Postleitzahl: 35112
Vorwahl: 06426
Kirche
Kirche

Hassenhausen ist ein Ortsteil der Gemeinde Fronhausen im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Der Ort liegt östlich von Fronhausen an der Zwester Ohm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort um 1130 unter dem Namen Hozzehusun.[1]

Seit 1840 gibt es im Ort eine Kirchengemeinde der Baptisten.

Am 1. Juli 1974 wurde Hassenhausen im Rahmen der Gebietsreform in Hessen in die Gemeinde Fronhausen eingegliedert.[3]

Territorialgeschichte und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Liste zeigt die Territorien bzw. Verwaltungseinheiten denen Hassenhausen unterstand im Überblick:[4][1]

Gerichte seit 1821[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Nun waren Justizämter für die erstinstanzliche Rechtsprechung zuständig, die Verwaltung wurde von Landkreisen übernommen. In Marburg wurde der Kreis Marburg für die Verwaltung eingerichtet und das Landgericht Marburg war als Gericht in erster Instanz für Hassenhausen zuständig. 1850 wurde das Landgericht in Justizamt Marburg umbenannt. Das Oberste Gericht war das Oberappellationsgericht in Kassel. Untergeordnet war das Obergericht Marburg für die Provinz Oberhessen. Es war die zweite Instanz für die Justizämter.[8] Mit dem Gesetz über die Neugliederung von Untergerichtsbezirken vom 13. Juli 1833[9] wurde Hassenhausen dem Justizamt Treis an der Lumda zugewiesen.

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen wurde durch einen Gebietstausch Treis an das Großherzogtum Hessen abgetreten, Hassenhausen wurde dem Justizamt Marburg zugeschlagen das jetzt zum königlich Preußischen Amtsgericht Marburg wurde. Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung in den zum vormaligen Kurfürstentum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.[10] Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Marburg. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Marburg und das Appellationsgericht Kassel.[11]

Auch mit dem in Kraft treten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen. In der Bundesrepublik Deutschland sind die Übergeordneten Instanzen das Landgericht Marburg, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind:[1][12]

1577: 28 Hausgesesse
1630: 21 Hausgesessene (1 dreispännige, 6 zweispännige, 2 einspännige Ackerleute, 11 Einläuftige)
1681: 15 hausgesessene Mannschaften
1747: 36 Haushalte
1774: 182 Einwohner (1 Schmied, 1 Zimmermann, 3vSchneider, 9 Leineweber, 4 Tagelöhner/innen)
1838: 229 Einwohner (33 nutzungsberechtigte, 4 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 8 Beisassen). Familien: 33 Ackerbau, 11 Tagelöhner.
1861: 243 evangelisch-lutherisch Einwohner, 6 Mitglieder abweichender Sekten
1961: 281 evangelisch, 28 römisch-katholisch Einwohner. Erwerbspersonen: 83 Land- und Forstwirtschaft, 59 Produzierendes Gewerbe, 17 Handel und Verkehr, 12 Dienstleistungen und Sonstiges
2009: 376 Einwohner
Hassenhausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr  Einwohner
1834
  
229
1840
  
215
1846
  
226
1852
  
252
1858
  
259
1864
  
274
1871
  
280
1875
  
279
1885
  
277
1895
  
264
1905
  
264
1910
  
266
1925
  
256
1939
  
272
1946
  
404
1950
  
409
1956
  
332
1961
  
309
1967
  
315
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2001 war Hassenhausen Originalschauplatz des Filmes Storno von Elke Weber-Moore, der ab 13. Juni 2002 im Kino zu sehen war und in den folgenden Jahren öfter im Fernsehen ausgestrahlt wurde.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Westlich von Hassenhausen verläuft die Bundesstraße 3a, die Landesstraße 3048 durchquert das Dorf.

Mit der Buslinie MR-35 der ALV Marburg besteht über den Bahnhof Fronhausen eine Anbindung an die Main-Weser-Bahn.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Hassenhausen (Fronhausen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Hassenhausen, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 21. November 2016)
  2. Daten und Fakten im Internetauftritt der Gemeinde Fronhausen (Memento vom 21. August 2015 im Webarchiv archive.is), abgerufen im August 2015
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 404.
  4. Verwaltungsgeschichte Land Hessen bei M. Rademacher, Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990
  5. Georg Landau: Beschreibung des kurfürstenthums Hessen. T. Fischer, Kassel 1842, S. 387 (online bei HathiTrust’s digital library).
  6. Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 121–123 (online bei Google Books).
  7. Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August., (kurhessGS 1821) S. 223-224
  8. Neueste Kunde von Meklenburg/ Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library).
  9. KurhessGesSamml. 1833, S. 129 (online)
  10. Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)
  11. Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224)
  12. ab 2006 Gemeinde Fronhausen