Landkreis Beeskow-Storkow

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Das Kreisgebiet 1905

Der Landkreis Beeskow-Storkow, bis 1939 Kreis Beeskow-Storkow, im 19. Jahrhundert auch Beeskow-Storkowscher Kreis genannt, war ein Landkreis in Brandenburg. Er bestand in Preußen, in der SBZ und in der DDR bis 1950. Heute gehört das ehemalige Kreisgebiet zu den Landkreisen Dahme-Spreewald und Oder-Spree in Brandenburg.

Der Landkreis Beeskow-Storkow umfasste am 1. Januar 1945

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der nachmittelalterlichen Zeit bildete sich in der Mark Brandenburg eine Gliederung in Kreise heraus. Einer dieser historischen Kreise war der Kreis Beeskow-Storkow, seinerzeit auch Bees- und Storkowscher Kreis genannt.[1][2] Er bestand aus zwei historischen Territorien, der Herrschaft Beeskow und der Herrschaft Storkow. Im Einzelnen umfasste er die beiden Städte Beeskow und Storkow sowie die königlichen Ämter Buchholz, Kossenblatt, Krausnick, Münchehofe, Plössin, Stahnsdorf und Trebatsch.[3]

Durch die preußische Provinzialbehörden-Verordnung vom 30. April 1815 und ihre Ausführungsbestimmungen wurde der Kreis geteilt. Die Herrschaft Storkow kam zum neuen Regierungsbezirk Potsdam und die Herrschaft Beeskow zum neuen Regierungsbezirk Frankfurt. Der Storkower Teilkreis wurde mit dem Kreis Teltow zum Kreis Teltow-Storkow zusammengeschlossen, während der Beeskower Teilkreis in den Kreis Lübben eingegliedert wurde.

Zum 1. Januar 1836 wurde der Status quo ante wiederhergestellt.[4] Der Kreis Beeskow-Storkow wurde wiederhergestellt und dem Regierungsbezirk Potsdam zugeordnet. Das Landratsamt war in Beeskow. Gleichzeitig wurde der Kreis Teltow-Storkow wieder zum Kreis Teltow verkleinert.

Norddeutscher Bund und Deutsches Reich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich.

Zum 1. April 1882 wurden die Landgemeinde Amalienhof und der Gutsbezirk Amalienhof aus dem Kreis Beeskow-Storkow in den Kreis Lübben eingegliedert, während die Landgemeinde Cossenblatt und Teile des Gutsbezirks Cossenblatt und des Forstschutzbezirks Cossenblatt vom Kreis Lübben zum Kreis Beeskow-Storkow traten.

Zum 30. September 1929 fand im Kreis Beeskow-Storkow entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle Gutsbezirke bis auf drei aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. Zum 1. Januar 1939 erhielt der Kreis Beeskow-Storkow entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.

Im April 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt.

DDR[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gesetz über die Änderung zur Verbesserung der Kreis- und Gemeindegrenzen in der DDR vom 28. April 1950 brachte am 1. Juli 1950 das Ende des Landkreises:[5]

Kommunalverfassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landkreis Beeskow-Storkow gliederte sich in Städte, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständiger Auflösung im Jahre 1929 – in Gutsbezirke.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1750 17.264 [6]
1800 25.942 [6]
1846 37.696 [7]
1871 42.134 [8]
1890 43.561 [9]
1900 44.594 [9]
1910 49.852 [9]
1925 53.033 [9]
1933 56.905 [9]
1939 60.713 [9]

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1732–175900Eberhard Wilhelm von Hohnstedt
  • 1759–178100Erdmann Gottlob von Löschebrand
  • 1781–180800Siegfried Wilhelm von Maltitz
  • 1808–181600Friedrich Wilhelm von Schütze
Von 1816 bis 1835 war der Kreis aufgelöst
  • 1836–185300Julius Otto Eduard von Löschebrand
  • 1853–187200Paul Max von Gersdorff (1814–1872)
  • 1872–188000Rudolph von Platen zu Hallermund
  • 1880–188800Adolph von Heyden
  • 1888–190400Edwin von Gersdorff
  • 1904–191300Robert Rothe
  • 1913–193300Ernst Wiskott (1879–1934)[10]
  • 1933–193500Horst Lindig
  • 1935–193900Gerhard Kessler (* 1903)
  • 1939–194500Kurt Benz

Städte und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Landkreis Beeskow-Storkow gehörten 1945 die folgenden Städte und Gemeinden an:

Außerdem bestanden 1945 noch die Gutsbezirke Forst Friedersdorf, Forst Neubrück und Forst Schwenow.

Vor 1945 aufgelöste Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Drahendorf, am 1. April 1939 zu Sauen
  • Kirchhofen, am 1. April 1938 zu Spreenhagen
  • Klein Eichholz, am 1. April 1939 zu Streganz
  • Klein Rietz, am 1. April 1938 zu Groß Rietz
  • Lamitsch, am 1. April 1938 zu Pfaffendorf
  • Möllendorf, am 1. April 1939 zu Limsdorf
  • Neu Boston, am 1. April 1938 zu Storkow
  • Alt Hartmannsdorf und Neu Hartmannsdorf, am 1. April 1938 zur Gemeinde Hartmannsdorf zusammengeschlossen
  • Neu Schadow, am 1. April 1938 zu Hohenbrück, nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR wieder eigene Gemeinde
  • Neu Waltersdorf, am 1. April 1938 zu Markgrafpieske
  • Pieskow, am 1. April 1938 zu Bad Saarow
  • Premsdorf, am 1. April 1938 zu Görsdorf b. Beeskow
  • Raßmannsdorf, am 1. April 1938 zu Neubrück
  • Sabrodt, am 1. April 1938 zu Leichhardt (Trabatsch), nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR wieder eigene Gemeinde
  • Sawall, am 1. April 1938 zu Leichhardt (Trabatsch), nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR wieder eigene Gemeinde
  • Schwerin, am 1. April 1939 zu Selchow
  • Streitberg, am 1. April 1938 zu Langewahl
  • Wulfersdorf, am 1. April 1938 zu Giesensdorf, nach dem Zweiten Weltkrieg in der DDR wieder eigene Gemeinde

Namensänderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einigen Fällen wurden die Ortsnamen als „nicht deutsch“ genug angesehen und erhielten 1937 neue Namen:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Beiträge zur Geschichte des Bergbaues in der Provinz Brandenburg, Hermann Cramer, Halle 1872–1889, Band 1, Reprint(Faksimilie), ISBN 978-3-88372-000-5, Potsdam 2011

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landkreis Beeskow-Storkow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ingo Materna, Wolfgang Ribbe (Hrsg.): Brandenburgische Geschichte. Akademie Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-05-002508-5, Grenzen und Verwaltungsgliederung, S. 32 ff. (Digitalisat [abgerufen am 5. Mai 2016]).
  2. Johann Heinrich Jacobi: Geographisch-statistisch-historische Tabellen. Ernst Felisch, Berlin 1794 (Digitalisat).
  3. Friedrich Herzberg: Kurzer Abriss der Geographie der königlich-preussischen Staaten. Verlag der Buchhandlung der Königlichen Realschule, Berlin 1790 (Digitalisat).
  4. Bekanntmachung wegen theilweiser Wiederherstellung früherer Kreisgrenzen in Bezug auf die Regierungsbezirke Potsdam und Frankfurt. Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Potsdam und der Stadt Berlin, Jahrgang 1835, Stück 51 vom 11. Dezember 1835, S. 318.
  5. Statistisches Bundesamt: Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7
  6. a b Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Band 2. Friedrich Maurer, Berlin 1805, Kap. Kreis Beeskow-Storkow, S. 431 ff. (Digitalisat).
  7. Königliches Statistisches Bureau (Hrsg.): Mittheilungen des Statistischen Bureau's in Berlin, Band 2. Einwohnerzahlen der Kreise. S. 313 (Digitalisat).
  8. Die Gemeinden und Gutsbezirke der Provinz Brandenburg und ihre Bevölkerung 1871
  9. a b c d e f Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte: Landkreis Beeskow-Storkow. Abgerufen im 2. April 2016.
  10. Roland Melke: Das Verhältnis von Arbeiterklasse und einem Teil der Klasse, am Beispiel der proletarischen Industrieangestellten in der BRD. In: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte. Band 1981/2. Akademie Verlag, Berlin, S. 192 f. (PDF; 2,47 MByte).